Stellungnahme - 0412/2026-1
Grunddaten
- Betreff:
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gemeinsamer Vorschlag der Fraktionen CDU und SPD
hier: Qualifizierung des Ischelandteichs für das Bundesförderprogramm
„Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Stellungnahme
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Matthäus Kozinski
- Freigabe durch:
- H.Keune
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Kenntnisnahme
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11.06.2026
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Sachverhalt
Wie bereits in der Stellungnahme zum Sachstandsbericht Ischelandteich für BV Hagen – Mitte am 02.12.2025 dargelegt bildet eine reine Teichsanierung (Entschlammung) des Ischelandteiches keine Maßnahme, die über die derzeitigen Förderprogramme gefördert werden kann. Dies gilt ebenfalls für den Aufruf des Bundesprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel, welches am 01.04.2026 veröffentlicht wurde.
Für das Förderprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ muss ein ganzheitliches Konzept vorliegen, welches maßgeblich zur Bewältigung von Klimawandelfolgen, wie Trockenheit, Hitze und/ oder Überflutungen, beiträgt und dabei eine räumliche Wirkung entfaltet. Im Fokus stehen naturbasierte Lösungen der blau-grünen Infrastruktur zur Temperatur- oder Wasserregulierung, die gleichzeitig einen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz leisten (CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre). Die ausschließliche Sanierung des Ischelandteiches erfüllt hierfür nicht die Fördervorgaben.
Für die Einreichung einer Projektskizze beim Fördermittelgeber bedarf es einer umfassenden Planung des gesamten Ischelandparks (mit Gewässer), die mit Kosten hinterlegt ist. Diese Planung entspricht mindestens der Leistungsphase 2 HOAI (Kostenschätzung nach DIN 276), die bei einem Plangebiet mit ca. 3 ha eine Planungsvorlauf von mindestens einem Jahr benötigen würde und externe Planungskosten hervorrufen würde.
Für das gesamte Plangebiet Ischelandpark, welches für die Maßnahmen miteinbezogen werden müsste, liegen derzeitig keinerlei Planungen vor, die eine konkrete gestalterische Ausrichtung einer Umbaumaßnahme konkretisieren können. Insbesondere die Sanierung des Teiches bedarf neben der Entfernung der mit Altlasten verunreinigten Sedimente eine ökologische Aufwertung der Teichfläche und der Ufer sowie die Einbindung in ein ökologisches Gesamtkonzept für Gewässer und Park. Die Altlastenproblematik der Sedimente im Teich bilden seit 2025 eine Erkenntnis, die eine technische Umsetzung erschweren. Insbesondere eine Kofinanzierung dieser Altlastenbeseitigung im Zuge eines Förderprogramms zu erwirken stellt eine hohe Hürde dar. Es liegen derzeitig keinerlei Planungen oder Vorarbeiten zum Ischelandpark vor, die für eine Projektskizze genutzt werden könnten. Erste Vorarbeiten zum Ischelandpark beziehen sich lediglich auf eine Bürgerbefragen und groben Ideen aus Oktober 2023.
Selbst bei verfügbaren Ressourcen personeller und finanzieller Art, wäre eine planerische Ausarbeitung einer Projektskizze mit den im Förderaufruf vorgesehenen planerischen Voraussetzungen in knapp drei Monaten (Aufruf 01.04. – Einreichungsfrist 30.06.26) realistisch nicht umsetzbar.
Eine Bewerbung für das Förderprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ zur Sanierung des Ischelandteiches ist daher bis zum 30.06.2026 nicht möglich.
Die klimatische Bedeutung der Parkanlage am Ischeland als wichtiger Grün- und Freiraum mit Ihrer zentralen Lage im Stadtteil Altenhagen ist insbesondere vor dem Hintergrund des stetigen Klimawandels ein wichtiger Fokusraum den es neu zu entwickeln gilt. Die Funktion des Gewässers inmitten dieser Grünfläche bildet eine Schlüsselrolle und sollte umso dringlicher eine Sanierung erfahren, damit die ökologischen Funktionen weiterhin erhalten bleiben und nachhaltig gesichert werden können.
Der Verwaltung ist diese wichtige Rolle bewusst und es wird versucht Ansätze zu finden den Ischelandteich wieder zu revitalisieren. Im Zuge des Interkommunalen Austauschs mit den benachbarten Städten wurden hier Lösungsansätze zum Umgang mit der Sanierung von Gewässern erörtert. Insbesondere die Frage der Finanzierung stellt eine Herausforderung dar, die ebenfalls in den Nachbarkommunen wie Witten oder Bochum vorliegen. Es stellt sich aber auch hier heraus, dass derartige Teichsanierungen (Entschlammungen) derzeitig nicht förderfähig sind und die Kosten hierfür i.d.R. von den Kommunen oder den städtischen Eigenbetrieben (z.B. städtische Entwässerungsbetriebe) getragen wurden.
Aktuell lief im Frühjahr 2026 ein vergleichbares Vorhaben zur Entschlammung des Hammerteiches in der Nachbarkommune Witten. Der Wittener Hammerteich mit einer Wasserfläche von ca. 1,5 ha liegt im Naherholungsgebiet Hohenstein und stellt eine vergleichbar große Wasserfläche mit ähnlichen Problemen wie dem Ischelandteich (1,2 ha) dar. Die zu entnehmende Sedimentmenge im vergleichbaren Saugspülverfahren beläuft sich beim Referenzprojekt in Witten ebenfalls auf ca. 7000 m³. Hier wurden die Kosten auf ca. 840.000 € geschätzt. Das Entschlammungsverfahren (Sedimententnahme) wurde hier ebenfalls durch ein Saugverfahren durchgeführt, ähnlich wie es für den Ischelandteich vom Gutachterbüro vorgeschlagen wurden.
Aufgrund der starken Verlandung des Gewässers, ähnliche Problematik wie beim Ischelandteich, erfolgt die Entschlammung und ökologische Optimierung des Gewässers derzeitig durch die die städtischen Entwässerungsbetriebe Witten (ESW) ohne eine Förderung durch EU, Landes- oder Bundesprogramme und wird vom städtischen Eigenbetrieb getragen.
Ein weiteres vergleichbares Referenzprojekt stellt der Stadtparkteich in Bochum dar. Bei der Sanierung des RRB-Stadtparkteich in Bochum (ca. 1,6. ha) im Jahr 2023 wurden insgesamt 11,6 t Sediment entfernt, hier beliefen sich die Kosten auf ca. 2 Mio/€.
Aus den Erfahrungswerten der Nachbarkommunen erscheint die Sanierung des Ischelandteiches ohne den Einsatz von Fördermitteln mittelfristig nicht umsetzbar.
Um bei der Auslobung künftiger geeigneter Förderprogramme handlungsfähig zu werden, ist die Verwaltung bemüht eine Finanzierung zu Erarbeitung eines grundlegenden ökologischen Konzeptes für den Ischelandteich zu finden.
