Berichtsvorlage WBH - 0321/2025

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

 

Genehmigungsbedürfte Grünabfallkompostierung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz-BImSchG-, Hohenlimburger Straße 7, 58099 Hagen, Gemarkung Herbeck, Flur 4, Flurstücke 140,142 sowie 154.

 

In der o.g. Kompostierungsanlage wird ausschließlich biologisch abbaubarer Garten-, Park- und Friedhofsabfall, nach Abfallschlüssel 200201, angenommen und verwertet.

Die genehmigte Kapazität der Anlage erfasst 12.000 Tonnen, entspricht 30.000 Kubikmeter Grünabfall im Jahr.

 

Die Betriebszeiten der Anlage sind montags bis freitags von 7:30 bis 12:00 Uhr und von 12:45 bis 15:30 Uhr, sowie samstags von 8:00 bis 12:30 Uhr.

 

Auf dem Gelände der Kompostierung führt der HEB an mehreren Terminen im Jahr eine kostenfreie Sammlung von Grünabfällen für die Hagener Bürger durch und unterhält Altglas-, Altkleider- und Papiercontainer.

 

 

Produktionsablauf:

 

Im Zuge der Kompostgewinnung durchläuft der Grünabfall folgende Produktionsschritte:

 

a. Häckseln des angelieferten Materials, Ruhezeit und Rotte ca. drei Monate

Anschließend wird das Grobmaterial von einem unabhängigen Labor nach der Bioabfallverordnung auf eine Schwermetallbelastung überprüft.

 

b. Umsetzen der Miete, Ruhezeit und Rotte ca. drei Monate

 

c. Sieben des Materials

Nach dem Sieben erfolgt eine Analyse der chemische, physikalische, biologische Parameter, sowohl der Pflanzennährstoffe und der Hygiene.

 

Abschließende Untersuchung nach Nährstoffen, keimfähigen Samen und Pflanzen, sowie Salmonellen nach der aktuell gültigen Düngemittelverordnung. Erstellen der Warendeklaration für den Verbraucher.

 

Nach den Prozessen a. und b. wird in den Mieten regelmäßig die Rottetemperatur kontrolliert.

Nur wenn über mehrere Tage Temperaturen über 60 °C gehalten werden, kann von einer Abtötung der Mikroorganismen und Unkrautsamen im Kompostmaterial ausgegangen werden. Werden diese Gradzahlen nicht erreicht, müssen Maßnahmen wie eine Belüftung durch nochmaliges Umsetzen und Befeuchten der Miete eingeleitet werden.

Ab dem Vorgang c sinkt die Temperatur der Mieten wieder auf unter 25 °C.

 

Die Häcksel- und Siebarbeiten werden an vier Terminen im Jahr von einem Lohnunternehmen durchgeführt.

 

Die Mitarbeiter der Kompostierung kontrollieren den angelieferten Grünabfall bei der Annahme auf die Abfallart und Verunreinigungen. Vor Ort kann eine Annahme ggf. verweigert werden.

Die Mitarbeiter achten auf den Zustand der Mieten und der Arbeitsflächen. Es ist verstärkt auf Schlamm- oder Staubbildung zu achten. Die entsprechenden Arbeitsschritte, wie Schieben oder Fegen sind einzuleiten.

 

Herstellung von Mischerde

 

Die Mischerde besteht aus je zwei Anteilen Lehmboden und Komposterde, sowie einem Anteil Sand.

Der Lehmboden wird meist durch Maßnahmen der HEG gewonnen und muss nach LAGA Z0 geprüft sein. Der Sand stammt aus den Sandkästen der städtischen Kinderspielplätze. Er wird regelmäßig gewechselt und wird beim Einfüllen der Kästen auf Schadstoffe geprüft.

Die drei Komponenten der Mischerde werden mit Hilfe des Radladers vorgemischt. Anschließend erfolgt eine weitere Durchmischung und das Herausfiltern von Grobmaterial durch ein Trommelsieb. Die gemischte Erde kann als Oberbodenersatz genutzt werden.

 

 

Grünabfallannahme und Abgabe von Erde in der Entwicklung

 

Übersicht der Mengen jährlich angenommen Grünabfall in m³

 

Jahr

WBH


Gewerbe

Privat

Gesamt

2018

3.630,00

13.649,00

7.920,00

25.199,00

2019

2.904,00

14.159,00

7.202,00

24.265,00

2020

3.037,00

14.268,00

7.141,00

24.446,00

2021

2.684,00

15.486,00

7.504,00

25.675,00

2022

3.900,00

14.107,00

6.812,00 

24.819,00

2023

4.151,00

14.574,00

7.310,00

26.036,00

2024

3.307,00

16.423,00

8.733,00

28.462,00

 

 

Übersicht der Mengen jährlich abgegebenen Erden in m³

 

Abgabe Komposterde

 

 

Jahr

WBH

Verkauf

Gesamt

2018

254,00

1.241,00

1.495,00

2019

1.680,00

1.312,00

2.993,00

2020

316,00

3.364,00

3.680,00

2021

201,00

1.651,00

1.852,00

2022

590,00

1.316,00

1.906,00

2023

1.835,00

1.339,00

3.174,00

2024

364,00

1.827,00

2.191,00

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abgabe Mischerde

 

 

Jahr

WBH

Verkauf

Gesamt

2018

317,00

865,00

1.212,00

2019

680,00

809,00

1.488,00

2020

320,00

991,00

1.311,00

2021

446,00

1.017,00

1.464,00

2022

319,00

1.109,00

1.128,00

2023

299,00

1.346,00

1.644,00

2024

316,00

776,00

1.092,00

 

2024

 

 

Im Jahr 2024 wurden insgesamt 28.462 m³ Grünabfall angenommen, welcher nach Zerkleinerung und natürlicher Rotte zur folgender Masse wurde.

 

Nach dem Häckseln verblieben 18.881 m³ zerkleinertes Rohmaterial, welches nach dem Kompostierungsprozess und der anschließenden Absiebung 12.635 m³ verkaufsfertigen Kompost ergab. Bei der Absiebung fielen 8.966 m³ Überlauf an, der entsorgt wurde.

Zusätzlich wurden 1.215 m³ Häcksel aus Grobholz erzeugt, der für die Verbrennung der Heizanlage zur Verfügung gestellt wurde.

Für das Jahr 2024 wurde ein Komposterdeüberschuss von 8.840 m² ( 12.635 m³ abzüglich 2.192 m³ Verkauf und WBH, 1.239 m³ kostenlose Abgabe und 364 m² Anteil Mischerde) produziert, der weiterhin auf der Anlage verblieben ist.

 

 

Es fielen 15,82 Tonnen Hausmüll durch Fehlwürfe und Verpackungsmaterial an, welcher durch den HEB entsorgt wurde.

Da die Maschinenwartung und -reparatur durch das Fachamt 37 oder eine Fachwerkstatt durchgeführt wurde, werden die Öle oder ölhaltige Abfälle in der dortigen Abfallbilanz aufgeführt.

 

Das Produkt Kompost wird zur Bodenverbesserung im Garten- und Landschaftsbau, sowie in Privatgärten eingesetzt und als Mischerde (gemischt mit Lehmboden und Sand) vermarktet.

 

Komposterdeabgabe für WBH 364 m³

Komposterdeverkauf 1.827

Kostenlose Kompostabgabe 1.239 m³

 

 

Mischerdeabgabe für WBH 316 m³

Mischerdeverkauf 776 m³

 

Ereignisse 2024:

 

Im gesamten Geschäftsjahr kam es immer wieder zu Störungen mit dem Kassensystem. Teilweise lag dies an der schlechten Datenanbindung in der Kompostierungsanlage, dies wurde im letzten Quartal verbessert.

Nach einer Systemumstellung Mitte des Jahres und diversen Updates kam es zu massiven Ausfällen, bei denen eine ordnungsgemäße Erstellung der Abfallentsorgungsnachweise, hier in Form von Lieferscheinen, nicht möglich war. Die Entsorgungsnachweise wurden in dem Zeitraum händisch erstellt und später ins Kassensystem nachgetragen. Dies war nur bei den gewerblichen Kunden zu leisten. Die Privatkunden konnten ihren Grünabfall kostenfrei entsorgen, was zu geringen Einnahmeneinbußen führte.

 

Der Löschteich der Kompostierung wurde 2023 von einer Spezialfirma entschlammt, diese Maßnahme wurde von der zuständigen Behörde als unzureichend erachtet. Die verfügbare Wassermenge in einen Brandfall war nicht ausreichend. Eine Erweiterung des vorhandenen Teiches hätte einen starken Eingriff in das bestehende Kleinbiotop bedeutet, daher wurde ein zweites Betonbecken angelegt, welches mit dem Naturteich verbunden ist. In dem Betonbecken wurde die Saugstation für das Löschwasser installiert. Durch diese Bauweise ist die Entschlammung des Beckens und die Wartung der Saugstation vereinfacht. Der Löschteich mit Absaugung wurde nach Fertigstellung von der Feuerwehr überprüft und abgenommen.

 

Ab Juli 2024 erfolgte eine Entgeltanpassung bei der Annahme von Grünabfall und Abgabe von Mischerde.

 

 Neue Entgelte:

 

 

Anlieferung Grünschnitt

 

bis 100 l

neu 3,00 €

bis 300 l

neu 7,50 €

bis 500 l 

neu 12,00 €

bis 5 m³

(alt 20,00 €/m³), neu 24,00 €/m³

ab 5 m³

(alt 17,00 €/m³), neu 20,00 €/m³

 

Lose Abgabe von Kompost 8,00 €/m³  

Lose Abgabe von Mischerde (alt 17,50 €/m³) neu 25,00€/m³

 

Reduzieren

Auswirkungen

 

 

 

 

 

 

 

 

Loading...

Beschlüsse

Erweitern

06.05.2025 - WBH-Verwaltungsrat - zur Kenntnis genommen