Berichtsvorlage - 0943/2024
Grunddaten
- Betreff:
-
Jugendbeteiligung im Bezirk Nord – Bericht
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Meltem Sarioglu
- Freigabe durch:
- Martina Soddemann (Beigeordnete für Jugend und Soziales, Bildung und Kultur)
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Kenntnisnahme
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02.10.2024
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Sachverhalt
Kurzfassung
Kinder- und Jugendbeteiligung ist eine Pflichtaufgabe der Verwaltung. Seit der Neustrukturierung der Jugendbeteiligung (Beschluss 0737/2019) finden regelmäßig offene Jugendforen in den Bezirken statt. Dieser Bericht erläutert die aktuelle Struktur der Jugendbeteiligung und führt Beispiele aus dem Bezirk Nord an.
Bericht
Kinder- und Jugendbeteiligung in Hagen
Innerhalb der Stadt Hagen haben Kinder und Jugendliche unterschiedliche Möglichkeiten sich zu beteiligen. Besonders hervorzuheben sind die Jugendforen, einerseits in den Bezirken, andererseits gesamtstädtisch und der gesamtstädtische Jugendrat.
Diese Elemente haben sich in den letzten zwei Jahren stark gewandelt und wurden an die Bedürfnisse der Jugendlichen angepasst.
Jugendforen in den Bezirken (Bezirksjugendforen)
In jedem Stadtbezirk finden jährlich mindestens zwei Jugendforen statt. Diese werden meistens in den Jugendzentren durchgeführt und von den Mitarbeitenden vor Ort organisiert. In einer gemütlichen Atmosphäre können interessierte Jugendliche sich hier austauschen und jugendrelevante Themen, Verbesserungsvorschläge oder Problemlagen finden Gehör. Teilnehmen können alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 6 bis 27 Jahren. Zum Teil kommen auch Vertretende der Politik oder Verwaltung zu bestimmten Themen direkt dazu. Eingeladen zu den Jugendforen wird über Aushänge in den Jugendzentren, Schulen, weiteren öffentlichen Einrichtungen, Geschäften und Social Media. Die Teilnehmenden können sich anmelden, können aber auch unangemeldet teilnehmen, um die Jugendforen so niederschwellig wie möglich zu gestalten. Dies ist auch der Grund für die Wahl der Veranstaltungsorte. Die Jugendzentren bieten an sich schon eine der niederschwelligen Formen der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an. Außerdem stehen hier Fachkräfte zur Verfügung, welche sich um die Organisation der Jugendforen kümmern können und innerhalb der Öffnungszeiten als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort in den Einrichtungen sind.
Gesamtstädtisches Jugendforum
Beim Gesamtstädtischen Jugendforum treffen alle interessierten Kinder und Jugendliche aus ganz Hagen zusammen. Hier werden die Ideen aus den Bezirksjugendforen vorgestellt und besprochen. Es werden Arbeitsgruppen für bestimmte Themen gebildet, welche dann intensiver zu jugendrelevanten Themen diskutieren.
Die Ergebnisse aus dem Gesamtstädtischen Jugendforum nimmt der Jugendrat für die eigene Weiterarbeit mit und informiert ebenso Politik und Verwaltung darüber.
Alle zwei Jahre wird beim Gesamtstädtischen Jugendforum der Jugendrat neu gewählt, in dem junge Menschen aus allen fünf Stadtbezirken vertreten sind.
Jugendrat
Der Jugendrat ist ein gewähltes Gremium in der Stadt Hagen, welches aus mindestens 10 bis maximal 15 Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren besteht. Die Mitglieder kommen aus allen 5 Stadtbezirken.
Der Jugendrat versucht die Interessen und Bedürfnisse der jungen Menschen zu sammeln und diese Anliegen in der Kommunalpolitik, insbesondere dem Jugendhilfeausschuss, zu vertreten. Zwei Delegierte (und zwei Stellvertretende) des Jugendrates nehmen mit Rede- und Antragsrecht am Jugendhilfeausschuss teil.
Der Jugendrat kann aber auch selbst aktiv werden und Aktionen oder Projekte ins Leben rufen.
Bisherige Themen waren unter anderem die Freizeitgestaltung von jungen Menschen, mentale Gesundheit und Hilfsangebote, kostenlose Periodenartikel an Schulen und weiteren öffentlichen Einrichtungen, sowie mindestens eine kostenlose, warme Mahlzeit für Kinder und Jugendliche pro Woche. In Kooperation mit dem Jugendring und dem Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung wurde auch gezielt zu dem Themenschwerpunkt „Jugendgerechte Orte“ gearbeitet.
Durch die Mitgliedschaft und Delegierte im Kinder- und Jugendrat NRW findet auch ein Austausch mit weiteren Jugendgremien statt, welche ähnliche Anliegen und Herausforderungen haben, wie die Jugendlichen in unserer Stadt.
Beispiele aus gelungener niederschwelliger jugendpolitischer Arbeit im Bezirk Nord
In den Bezirksjugendforen Boele und Vorhalle wurde festgestellt, dass in den Schulen der Stadt Hagen Tampons und Binden auf den Toiletten fehlen. Inzwischen sind einige Periodenartikel-Spender durch den Jugendrat angebracht worden und durch die Anregungen der Jugendlichen hat die Stadt Hagen im letzten Jahr alle Schulen der Stadt mit diesen Spendern ausgestattet.
Die Problematiken der Zustände und Sauberkeit der Toiletten wurde vom Jugendrat ebenfalls weitergeleitet und auch in einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister diskutiert.
In Vorhalle hatten die Jugendlichen Sitzgelegenheiten mit Unterständen am Europaplatz gewünscht und genau beschrieben, weshalb diese für die Jugendlichen notwendig sind. In Kooperation mit der Bezirksvertretung Nord, Fördermitteln und der tatkräftigen Unterstützung aus dem Jugendzentrum wurden diese Sitzgelegenheiten mit Unterständen ermöglicht.
Es gibt auch die direkte Beteiligung der Bezirksjugendforen an der Arbeit im Sozialraum. So wurden Wünsche für mehr Angebote in dem Jugendzentrum Vorhalle gestellt und diese direkt mit der Leitung besprochen und versucht im Rahmen der Möglichkeiten umzusetzen.
Ein großes Anliegen ist aber noch immer das freie WLAN im und rund um das Jugendzentrum Vorhalle. Zur Kommunikation, Recherche und für Hausaufgaben wird dies von den Teilnehmenden der Jugendforen seit längerer Zeit gewünscht. Jedoch konnte es auf Grund von Datenschutzrichtlinien und weiteren Hürden noch nicht verwirklicht werden.
Im letzten Jugendforum Boele fand eine Sozialraumbegehung statt, bei der Orte identifiziert wurden, an denen sich die jungen Menschen Veränderungen wünschen.
Hauptberufliche Unterstützung der Jugendbeteiligung
Ermöglicht durch Projektförderungen aus dem Kinder- und Jugendförderplan NRW besteht es seit 2022 die Stelle der „Servicestelle Jugendbeteiligung“ in Hagen, welche von Seranie Wegener mit 19,5h besetzt wird. Durch diese personelle Ressource konnten deutliche Erfolge innerhalb der Jugendbeteiligung verzeichnet werden. So wurden beispielsweise die Jugendforen in den Bezirken, aber auch auf gesamtstädtischer Ebene überarbeitet und an die Lebenswelt der Jugendlichen angepasst. Info- und auch Werbematerialien wurden direkt mit Jugendlichen entworfen, um so von der Zielgruppe besser angenommen zu werden.
Durch den Gesamtstädtischen Jugendrat konnten Veranstaltungen jugendgerechter gestaltet werden. So wurden die Raumwahl und Raumgestaltung, Themenauswahl, Arbeitsmethode, aber auch die Verpflegung von den Mitgliedern ausgearbeitet, um den Ansprüchen der Jugend gerecht zu werden.
Die Servicestelle Jugendbeteiligung begleitet den Jugendrat und fungiert vor allem als Brücke zur Verwaltung, um den jungen Menschen die Vorhaben zu vereinfachen und zu ermöglichen.
Die Mitglieder des Jugendrats hoffen daher auch nach Ablauf der Projektzeit im April 2025 auf eine dauerhafte Finanzierung der Servicestelle Jugendbeteiligung durch die Stadt Hagen.
Social Media
Über die eigene Homepage, aber auch die Instagram-Kanäle des Jugendrats selbst und der Jugendbeteiligung Hagen, können die Jugendlichen gezielt ihre Angebote bewerben, Informationen teilen, sich austauschen und auch den Kontakt zu anderen Jugendgremien in NRW herstellen. So können Projektideen und Vorgehensweisen ausgetauscht werden. Aber ebenso haben Jugendliche die Möglichkeit sich direkt an den Jugendrat zu wenden.
Eine Idee ist es, auch die Bezirksvertretungen und deren Aufgaben auf den Instagram-Kanälen vorzustellen.
