17.12.2009 - 6.4 Aufhebung des Beschlusses über das Angebot von ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.4
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 17.12.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 19 Zentrale Steuerung
- Bearbeitung:
- Susanne Tschiesche
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Dehm führt aus, dass eine Aufhebung des Ratsbeschlusses
durch die Bezirksregierung zugegangen ist. Es besteht die Möglichkeit,
innerhalb eines Jahres gegen diese Aufhebung den Klageweg einzugehen. Herr
Oberbürgermeister Dehm empfiehlt die Frage der Einstellung von Auszubildenden mit
der Bezirksregierung zu erörtern, da ein Klageverfahren langwierig ist und
selbst im Falle eines Erfolges der Einstellungstermin der Auszubildenden längst
vorbei sein wird. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls mit der Bezirksregierung
zu besprechen, wie mit “Ausbildung“ zukünftig umgegangen werden
kann und die Frage der Übernahme der jetzigen Auszubildenden. Hierbei spielt
das Thema Personalentwicklungskonzept eine wichtige Rolle, damit in Zukunft
eine konkrete Abfrage möglich ist, wo bedarfsorientiert ausgebildet werden kann
und wo darüber hinaus arbeitsmarktpolitische Signale gesetzt werden können und wollen.
Herr Krippner teilt mit, dass die SPD-Fraktion die Meinung der Bezirksregierung nicht
teilt. Der vorgeschlagene Weg, das Problem im Konsens zu klären, sei richtig. Im
Übrigen gehe eine Signalwirkung für die heimische Industrie und das Handwerk
aus, wenn die Stadt Hagen ihrer Ausbildungsverpflichtung nachkommt. Zudem ist im
Falle eines negativen Ausganges der Verhandlungen immer noch die Möglichkeit
gegeben, innerhalb eines Jahres gegen die Aufhebung im Klageverfahren vorzugehen.
Herr Riechel merkt an, dass mittlerweile zwei Ratsbeschlüsse vorliegen, die von der Bezirksregierung
beanstandet werden. Dieses wird damit begründet, dass eine Nothaushaltskommune
nicht ausbilden dürfe. Für die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen sei es daher
eine rechtliche Grundsatzfrage, ob die Bezirksregierung überhaupt befugt ist,
diese Anordnungen zu treffen. Deshalb sei der Klageweg der richtige Weg. Er
spricht sich auch dafür aus, zunächst im Rahmen eines Gespräches mit der
Bezirksregierung ein positives Ergebnis zu erlangen. Wenn dieses nicht gelingt,
sollte eine einstweilige Verfügung erwirkt werden, damit der Ratsbeschluss
rechtzeitig umgesetzt und sich die Jugendlichen im Februar 2010 noch bewerben
könnten. Ansonsten mache eine Klage keinen Sinn.
Herr Oberbürgermeister Dehm sagt einen zeitnahen Bericht über die Gespräche zu,
damit weiterhin Handlungsoptionen bestehen. Er verweist auf die Diskussionen im
Regierungsbezirk Düsseldorf zu dem Thema, ob Nothaushaltskommunen überhaupt
noch ausbilden dürfen. Des Weiteren geht er davon aus, dass es eine
grundsätzliche Regelung zum dem Thema geben wird. Im Übrigen darf nicht
vergessen werden, dass ein sehr ambitioniertes Konsolidierungsziel im Bereich der
Personalkosten festgelegt worden ist und daher jede Neueinstellung auf das Ziel
angerechnet werden muss. Allerdings kann eine Stadtverwaltung sich nicht
dauerhaft von “Ausbildung“ verabschieden.
Herr Riechel beantragt, den Klageweg zu beschreiten, falls die Verhandlungen nicht erfolgreich
abgeschlossen werden.
Herr Oberbürgermeister Dehm weist darauf hin, dass bereits ein fester Termin
für Januar 2010 angesetzt ist und er dann zeitnah darüber berichten wird. Es ist
aber grundsätzlich jetzt schon zu spät für das Ausbildungsjahr 2010, da die
Auswahl der Auszubildenden meist Ende des Jahres – in diesem Fall Ende
2009 – abgeschlossen ist. Daher sieht er keinen großen Sinn darin, einen
Vorratsbeschluss zu treffen. Er schlägt vor, dass er die Fraktionen bis Mitte
Januar über das Ergebnis der Gespräche mit der Bezirksregierung informiert.
Sofern dann weiterhin die Notwendigkeit des Klageverfahrens gesehen wird,
könnte der Rat immer noch zu einer Sondersitzung zusammen kommen. Außerdem sei
ein solcher Beschluss eine relativ ungute Ausgangssituation für Gespräche.
Herr Kayser führt aus, dass ein sofortiger Beschluss zu diesem Thema nicht hinderlich
sei und damit auch eine mögliche Sonderratssitzung Ende Januar 2010 erspart
würde.
Herr Dr. Ramrath sah dieses anders. Es sei der falsche Weg, die Verhandlungen mit der
Bezirksregierung aufnehmen zu wollen und gleichzeitig einen instrumentellen Beschluss
dahinter zu schieben. Dieses führe zu einer Atmosphäre, die eine vernünftige
und offene Verhandlungslösung erschweren. Die Verhandlungen sollen doch ergebnisoffen
geführt werden. Klar sei, dass sich die Stadt Hagen und die Bezirksregierung in
den Positionen einander annähern müssen und dann ein Vorschlag im Rat
präsentiert wird, der zustimmungsfähig ist, so dass es einer Klageerhebung
nicht bedarf. Daher sollte der Rat die Verhandlungen abwarten und dann eine
Entscheidung in Kenntnis der neuen Situation treffen.
Herr Thieser merkt an, dass die Atmosphäre bereits getrübt ist. Daher könne es nicht
zum Nachteil sein, wenn man der Bezirksregierung von vornherein sehr deutlich
mitteilt, dass, sofern es nicht zu einem sachgerechten, vernünftigen Gesprächsergebnis
kommt, dieser Rat dann auch bereit ist, im Klageverfahren die Zuständigkeit
endgültig klären zu lassen. Darüber sei sich die Bezirksregierung sicherlich
schon bewusst, ein Beschluss habe aber einen anderen Charakter. Im Übrigen hält
er es für sinnvoll, wenn die Verwaltung eine Aufstellung über die
ausscheidenden Mitarbeiter vorlegen würde. Dann ist auch die Möglichkeit gegeben, die Anzahl von
Ausbildungsplätzen im Rahmen eines Personalbedarfsplanes unter Berücksichtigung
der Personalkosteneinsparung inhaltlich begründen zu können. Deswegen werde die
SPD-Fraktion dem Antrag von der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zustimmen.
Herr Dr. Bücker teilt mit, dass die Fraktion Hagen Aktiv dem Antrag der Fraktion Bündnis
90 / Die Grünen ebenfalls zustimmen würde. Die Entschlossenheit, die damit zum
Ausdruck gebracht würde, sollte Gegenstand der Verhandlung sein.
Herr Oberbürgermeister Dehm schlägt vor, dass die Abstimmung zweistufig
erfolgen sollte. Im ersten Schritt soll über den Vorschlag der Verwaltung
abgestimmt werden. Danach werde der Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur Abstimmung gestellt. Damit
dieser Beschluss realisierbar wird, muss klar definiert werden, was in den
Verhandlungen mindestens erreicht werden soll. Dadurch werde dann vorab festgelegt
ab wann der Klageweg bestritten würde.
Herr Riechel erinnert nochmals daran, dass zwei Ratsbeschlüsse vorliegen. Für Herrn
Richel steht außer Frage, dass der letzte Ratsbeschluss über die reduzierte
Einstellung von 50 Auszubildenden Grundlage für die Klageerhebung sei.
Nach Ansicht von Herrn Oberbürgermeister Dehm geht die Intention
von Herrn Riechel in eine falsche
Richtung, da die Bezirksregierung gerade diesen Ratsbeschluss aufgehoben hat. Die
Voraussetzung für eine konsensuale Einigung sei vielmehr die Bereitschaft sich
auf einem Ausbildungsniveau, welches unter den vorgeschlagenen 50 Plätzen
liegt, wieder zu finden. Andernfalls machten Gespräche mit der Bezirksregierung
keinen Sinn.
Herr Weber vertritt die Auffassung, dass der Rat
sich durch die Reduzierung der Ausbildungsplätze und der Rücknahme der
Übernahmegarantie schon erheblich bewegt habe.
Herr Thielmann erinnert daran, dass die FDP-Fraktion den damaligen Beschluss mehrheitlich
mitgetragen hat. Er äußert sich kritisch denjenigen gegenüber, die argumentieren,
dass der Rat den Regierungspräsidenten verklagen müsse, damit für 2010 noch
Auszubildende eingestellt werden können.
Herr Röspel schließt sich der Auffassung von Herrn Thielmann an. Er schlägt vor,
dass das Ergebnis der Verhandlungen Ende Januar 2010 im Haupt- und
Finanzausschuss beraten wird. In diesem Fall sei weder eine Ratssondersitzung noch
ein sofortiger Beschluss über ein mögliches Klageverfahren erforderlich.
Herr Oberbürgermeister Dehm unterbricht aufgrund der Beratung der Fraktionen
die Sitzung von 16:20 bis 16.40 Uhr.
Herr Oberbürgermeister Dehm informiert darüber, dass die Fraktionen nun über
den Tagesordnungspunkt abstimmen werden.
Herr Thielmann beantragt eine geheime Abstimmung.
Herr Oberbürgermeister Dehm weist darauf hin, dass ein Antrag von mindestens 12
Ratsmitgliedern für eine geheime Abstimmung vorliegen muss.
Er lässt über den Antrag von Herrn Thielmann auf geheime Abstimmung abstimmen.
Der Antrag auf geheime Abstimmung wurde mit Mehrheit beschlossen.
Herr Oberbürgermeister Dehm hält fest, dass zusätzlich zur ursprünglichen Beschlussvorlage
über den Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen abzustimmen ist.
Gegen diese Verfahrensweise bestehen keine Bedenken.
Bevor geheim abgestimmt werden kann, bittet Herr
Oberbürgermeister Dehm die Fraktionen um Vorschläge für die Zählkommission.
Von den Fraktionen werden für die Zählkommission
folgende Personen entsandt:
CDU Herr Voigt
SPD Herr Häßner
Bündnis 90/ Die Grünen Frau Richter
Hagen Aktiv Herr Schmidt
FDP Herr Alda
Herr Oberbürgermeister Dehm verliest folgenden Beschlussvorschlag und lässt
darüber geheim abstimmen:
Beschluss:
1.
Der
Oberbürgermeister wird beauftragt, mit der Bezirksregierung im Verhandlungswege
eine Lösung zu den Themenfeldern Ausbildung und Übernahme zu erzielen und
hierüber dem Rat der Stadt zu berichten.
|
Abstimmungsergebnis: |
|
X |
Mit Mehrheit beschlossen |
|
Dafür: |
52 |
|
Dagegen: |
0 |
|
Enthaltungen: |
1 |
2.
Sofern mit der Bezirksregierung keine Einigung
über die Einstellung von 50 Auszubildenden entsprechend dem Ratsbeschluss vom
10.09.2009 und eine Lösung für die Übernahme erzielt wird, wird der
Oberbürgermeister beauftragt, gegen die Verfügung der Bezirksregierung Klage zu
erheben.
|
Abstimmungsergebnis: |
|
X |
Mit Mehrheit beschlossen |
|
Dafür: |
27 |
|
Dagegen: |
24 |
|
Enthaltungen: |
2 |
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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250,9 kB
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