06.10.2009 - 3 Haushaltskonsolidierung - Pakt mit dem Hagener ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 3
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Di., 06.10.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- SZS - Servicezentrum Sport
- Bearbeitung:
- Katja Bannenberg
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Asbeck bittet damit einverstanden zu sein,
die Tagesordnungspunkte 3 und 4 wegen des sachlichen Zusammenhanges gemeinsam
zu behandeln und außerdem die heutige Beratung genau wie in der
Bezirksvertretung Mitte als 1. Lesung zu betrachten. Außerdem verweist er auf
die einstimmigen und mehrheitlichen Beschlüsse der Bezirksvertretungen
Hohenlimburg, Nord und Eilpe/Dahl. Die Bezirksvertretung Haspe habe die IG
Sport beauftragt, mit den Hasper Vereinen die Vorlage zu diskutieren, Gespräche
zwischen der Verwaltung und den Vereinen zu vermitteln und ein abgestimmtes Konzept
in der Bezirksvertretung vorzustellen.
Gegen die oben vorgeschlagene Verfahrensweise
werden keine Bedenken erhoben.
Herr Meier verweist auf den o. g. Beschluss der
Bezirksvertretung Haspe. Dort sei die IG Sport beauftragt worden, Gespräche mit
den Vereinen zu führen. Ähnliches habe auch in Emst stattgefunden, wo von den
beiden großen Parteien auf Stadtteilebene Gespräche mit den dortigen Vereinen
Gespräche geführt worden seien. Ergebnis sei gewesen, den Standort Loheplatz für
den Sport zu erhalten, da an dem konkurrierenden Standort an der Haßleyer
Straße im Bereich der Bezirkssportanlage ein für Emst dringend notwendiger
Vollsortimenter vorgesehen sei. Dies sei
auch Bestandteil des vom Rat beschlossenen Einzelhandelsgutachtens gewesen, was
jedoch in keiner Form in die Sportplatzvorlage eingeflossen sei. Ein
entsprechender Hinweis in der Vorlage hätte sicherlich zur Entscheidungsfindung
beigetragen. Darüber hinaus seien die
Kostenansätze im Zusammenhang mit der Verlagerung des Loheplatzes, wo dann eine
Wohnbaufläche vorgesehen wäre, bezogen auf die evtl. Veräußerungsgewinne zu
optimistisch angesetzt. Die Kosten für die Verlagerung könnten möglicherweise
zu niedrig angesetzt sein, so dass zu befürchten sei, dass ein
Konsolidierungsbeitrag nicht erzielt werden könne. In dieser Hinsicht sollte
also der Intention der Vorlage nicht weiter gefolgt werden, sondern die
Verwaltung sollte gebeten werden, Kosten für die Verwendung von Kunstrasen auf dem
Loheplatz zu prüfen. Die Kosten hierfür könnten mit ca. 500.000 Euro weitaus geringer
sein als eine Neuanlage, wobei der Verein Hagen 1911 ca. 100.000 Euro selbst
tragen würde. Somit könnten evtl. 400.000 Euro aus dem Konjunkturpaket bzw. dem
Pakt für den Sport finanziert werden.
Bei Herrn Dr. Ramrath besteht große Skepsis, dass
die Zahlen, die in der Vorlage zusammengetragen wurden, realistisch seien und
als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen könnten. Die Vorlage diene doch
dem Zweck, haushaltskonsolidierend zu wirken, also Erlöse zu erzielen, die dem
Haushalt zu gute kommen. Dies müsse auch dieser Ausschuss im Auge behalten und
nicht nur die rein städtebauliche Seite. Bezogen auf den Loheplatz sollte eine
klarere Kostenschätzung geliefert werden, die auch belastbarere Kosten
aufzeige. Dies beträfe auch die Verlagerung des Platzes.
Des Weiteren spricht er den Klutertplatz an,
wofür er eine Einbeziehung in die Kostentabelle vermisse. Auch hier sollte eine
Erlös – Kostendarstellung vorgenommen werden, ob dieses Projekt überhaupt
Sinn mache. Er müsse nach dem Abriss des Vereinsgebäudes fragen, welches sich
nicht in städtischem Eigentum befinde. Es ginge nicht nur um Entschädigungen
sondern auch um Alternativlösungen bei einer Verlagerung, Eine Neugründung des
Bodens müsse berücksichtigt werden, unter dem sich auch noch die Kluterthöhle
befinde. Es sollten ebenfalls belastbarere Zahlen vorgelegt werden.
Herr Grothe gibt zu bedenken, dass diese Vorlage
von der Idee her sicherlich nicht verkehrt sei, da es sich zunächst um
generelle Überlegungen handele, mit der Veräußerung von Sportflächen Erlöse zu
erzielen. Problematisch sei sicherlich, dass diese Flächen mehr am Rande von
Siedlungsflächen lägen und mit Restriktionen behaftet seien, die eine Ausweisung
als Wohnbaufläche verhindern würden. Er verweise auf benachbarte Tennisplätze,
Gewerbe oder nur die Lage. Bezogen auf die ermittelten Werte sei er sicher,
dass diese sauber aus der Bodenrichtwertkarte herausgezogen worden seien. Bei
einer Verlagerung wie z. B. des Loheplatzes kämen sicherlich einschließlich der
Umkleidegebäude, Parkplatz und
Erschließung ca. 1,5 – 1,8 Mio. Euro an Kosten zusammen und wäre kaum mit
einem Gewinn verbunden. Genauere Kosten sollten jedoch in der nächsten Beratung
vorgelegt werden können. Wenn man einer Verlagerung des Loheplatzes an die
Haßleyer Straße näher treten möchte, sollte klar sein, dass dann dort der
dringend benötigte Vollsortimenter aus seiner Sicht und der Flächenverfügbarkeit
nicht mehr möglich sei. Auch die geplante Feuerwache müsste auf die andere Straßenseite
verlegt werden. Dies würde auch nicht zur Begeisterung der dort Wohnenden
führen. Im anderen Fall könnten sowohl Einzelhandel als auch Feuerwache auf der
Ostseite der Haßleyer Straße untergebracht werden.
Herr Meier betont, dass nichts gegen eine weitere
Wohnbebauung auf Emst spreche. Im Bereich des Köhlerweges sei dies bereits
eingeleitet. Jedoch sei ein Einzelhandelsstandort für Emst/Eppenhausen/Boloh so
wichtig, dass im Bereich Loheplatz auf eine dortige Wohnbebauung verzichtet
werden sollte. Er spricht auch den Aspekt an, dass bei einer Verlegung des
Loheplatzes dies die Stadt vorfinanzieren müsse, um dann erst anschließend den
Platz vermarkten zu können. Er möchte auch die Verwaltung davor bewahren,
aufwendige Planungen zu bearbeiten, um letztendlich sagen zu müssen, dass es
doch nicht gehe. Die Frage des Kunstrasens müsse in Abwägung mit anderen Sportplätzen
sachlich diskutiert werden.
Herr Panzer begrüßt die Vorlage im Grundsatz,
jedoch müssten die Grundlagen richtig ermittelt werden. Nur dies helfe weiter. Eine
Gesamtabstimmung in der Verwaltung fehle wohl noch.
Frau Suda
irritiert, dass keine konkreten Zahlen vorgelegt werden können.
Herr Asbeck
erwartet für die weitere Beratung belastbarere Zahlen, deshalb sei auch
heute eine Vertagung die richtige Entscheidung.
Herr Grothe hätte sich vor einem Prüfauftrag an
die Verwaltung gewünscht, dass die angedachten Flächen beraten würden, ähnlich
der Beratung für den FNP. Dies könne auch bei der nächsten Beratung erfolgen.
Dafür sollte von der Verwaltung für die Flächen ein Datenblatt erstellt werden,
um dann zu entscheiden, hier lohne eine genauere Planung und dort nicht. Dies
erspare unnütze Arbeit und Kosten.
Mit dem Einverständnis zu dieser Verfahrensweise
beendet Herr Asbeck die Beratung zu dieser Angelegenheit als 1. Lesung.
Beschluss:
1. Der Rat beschließt die in den Punkten 1-4 der Vorlage genannten Maßnahmen.
2. Bei der Vermarktung von bisherigen Sportflächen werden die damit verbundenen Ersatzinvestitionen vorgenommen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt in Verhandlungen mit den Vereinen einzutreten.
4. Der Aspekt der Turnhallen ist 2011 erneut zu diskutieren.
5. Die Verwaltung berichtet jährlich, beginnend mit dem Jahr 2010, über den Sachstand.
