11.03.2004 - 11 Offene GanztagsgrundschuleErgänzung zur Vorlage...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 11
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 11.03.2004
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB40 - Schule
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Horn macht auf die
Ergänzungsvorlage (Drucksachennummer 0117/2004) aufmerksam, die einen
zusätzlichen Punkt 5 als Beschlussvorschlag der Verwaltung enthalte.
Frau Herms macht
nochmals deutlich, dass das Thema ausgiebig diskutiert worden sei und die
nunmehr vorliegende veränderte Erlasslage unterschiedliche Modelle ermögliche.
Sie bedankt sich bei der Verwaltung und den Starterschulen und hofft, dass der
Einstieg in die Ganztagsgrundschule gut gelinge und sich bis zum Jahr 2007 alle
Schulen beteiligen könnten.
Frau Kingreen verweist auf
die Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit der Einführung der offenen
Ganztagsgrundschule in Hagen aufgetreten seien. Sie vertritt die Auffassung,
dass die Eltern im Vorfeld nicht ausreichend informiert worden seien und fordert
die Verwaltung auf, eine verstärkte Aufklärungsarbeit zu leisten und die
Vorbereitungen für einen problemlosen Start zu treffen.
Herr Gerbersmann weist darauf
hin, dass die Skepsis gegen die offene Ganztagsgrundschule in der CDU-Fraktion
weiterhin vorhanden sei. Er stellt fest, dass die Verwaltung aus der
unzufriedenstellenden Erlasslage das Beste gemacht habe. Seine Partei trage die
Vorlage mit, weil sie erkennen musste, dass das Modell der offenen Ganztagsgrundschule
von der Landesregierung so gewollt sei und Hagen letztlich vor der Alternative
stehe, dies so umzusetzen und auszugestalten oder den Kindern und Eltern ab
2007 Einschränkungen im Betreuungsangebot zuzumuten. Herr Gerbersmann
betont, dass sich die CDU für eine echte bedarfsorientierte Ganztagsschule mit
qualifizierter Betreuung einsetze.
Herr Thielmann unterstreicht
die Befürchtung vieler Eltern, dass die offene Ganztagsgrundschule die
Zerstörung vorhandener Strukturen und Angebote mit sich bringe. Er stelle
außerdem die Mittelzusage des Landes für dieses Projekt infrage und vermute,
dass die Kommunen letztendlich auf den Kosten sitzen bleiben würden.
Herr Strüwer macht
nochmals darauf aufmerksam, dass auf Druck der Landesregierung mit der offenen
Ganztagsgrundschule etwas aufgebaut werden musste, da die vorhandenen
Grundangebote ab 2007 aus finanziellen Gründen nicht mehr aufrecht erhalten
werden könnten. Er bedankt sich bei allen Schulen, die sich trotz der
vorhandenen Unwägbarkeiten bei diesem Projekt engagiert haben und bei all
denen, die den Erfolg der Nachmittagsbetreuung garantieren würden und ohne die
eine Umsetzung nicht möglich sei.
Frau Herms begrüßt es,
dass sich die CDU für die Ganztagsschule einsetze, gibt jedoch zu bedenken,
dass dieses Modell zurzeit nicht finanzierbar sei. Trotz der schwierigen
Finanzsituation des Landes und des Bundes sei mit der Ganztagsgrundschule ein
erster Schritt in die richtige Richtung gefunden worden.
Herr Ludwig macht trotz
aller Skepsis und Kritik am Modell der Ganztagsgrundschule noch einmal darauf
aufmerksam, dass die Stadt Hagen Gefahr laufen würde, auf Bundesmittel
verzichten zu müssen, die für Umbaumaßnahmen zwingend notwendig seien, wenn
eine Beteiligung zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen werde. Hinsichtlich des
Betrages von Frau Kingreen macht Herr Ludwig darauf aufmerksam, dass
gerade andere vergleichbare Kommunen in Nordrhein-Westfalen die Einbeziehung
der Eltern bei der Entscheidungsfindung als vorbildlich angesehen hätten. Die
Verwaltung habe bereits frühzeitig eine Umfrage bei den Grundschulen durchgeführt.
Es sei erstaunlich, dass erst jetzt Bedenken aufgetreten seien und viele
Fragen, die in der Presse diskutiert würden, bereits im Zusammenhang mit der
Umfrage beantwortet worden seien. Es sei umso unverständlicher, dass gerade in
Emst Bedenken geäußert würden, weil in diesem Stadtteil die Quote der Eltern, die
den Wunsch nach einer Ganztagsbetreuung geäußert hätten, mit am höchsten
gewesen sei.
An der weiteren Diskussion beteiligen
sich Herr Breddermann, Herr Walter, Frau Herms und Herr Flebus.
Frau Kingreen befürchtet,
dass mit der Ganztagsgrundschule für die Gruppe der Alleinerziehenden
zusätzliche finanzielle Belastungen zu erwarten seien.
Herr Ludwig erwidert,
dass die Kosten für die Ganztagsbetreuung den Werten der bisherigen Kinderhorte
und Tagesbetreuungen entspräche. Er sichert zu, in Einzelgesprächen mit den
Schulen nach Möglichkeiten zu suchen, wie der Gruppe der Alleinerziehenden
geholfen werden könne.
1. Der Rat der Stadt beauftragt die Verwaltung, die in
der Vorlage dargelegte stufenweise
Einführung der Offenen Ganztagsgrundschule in Abstimmung mit den Schulen
(Beschluss der Schulkonferenzen) entsprechend
des vorgelegten Zeitplanes umzusetzen.
2. Die Verwaltung wird
beauftragt, die erforderlichen Investitionsmittel fristgerecht in Stufen bis
zum Jahre 2006 beim Land zu beantragen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, für die Betriebskosten der Offenen Ganztagsgrundschule die Landesförderung zu beantragen und zur kalkulierten Deckung der kommunalen Eigenmittel die in der Vorlage dargestellten Elternbeiträge zu erheben.
4.
Mit der Durchführung der Angebote werden - auf Basis der
vorgestellten Rahmenvereinbarung und in Abstimmung mit den jeweiligen Schulen -
geeignete Träger beauftragt.
5. Die
in der Anlage 1 dieser Ergänzungsvorlage aufgeführten Schulen sollen zum Beginn
des Schuljahres 2004/2005 in Offene Ganztagsgrundschulen umgewandelt werden.
Die für die Förderung aus Bundesmitteln beantragte Anzahl von 21 Gruppen wird
nicht überschritten, d. h. dass die Einrichtung einer 2. Gruppe an der
Hermann-Löns-Schule nur dann möglich ist, wennan anderer Stelle im Stadtgebiet
die Zahl der geplanten Gruppen unterschritten wird.
