04.06.2009 - 6.7 Entgeltordnung für das Kunstquartier Hagen (Ost...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Aufgrund intensiver Vorberatung in der SPD-Fraktion hat sich diese entschlossen, einen Änderungsantrag (Anlage 5 der Niederschrift) in den Haupt- und Finanzausschuss einzubringen und in die weitere Beratung der Bezirksvertretung Hagen-Mitte, des Kultur- und Weiterbildungsausschusses sowie des Rates der Stadt Hagen einzuspeisen, teilt Herr Weber mit. Herr Weber erklärt weiter, dass seine Fraktion die Auffassung vertritt, dass - wenn wie hier eine gute Qualität angeboten wird - angemessene Eintrittspreise verlangt werden können.

 

Herr Gerbersmann geht auf die schwierige Situation der angemessenen Preisfindung ein. Dazu sind einerseits die Einnahmen zu optimieren, andererseits die Besucher jedoch nicht durch zu hohe Eintrittsgelder von einem Museumsbesuch abzuhalten. Die Verwaltung stützt ihren Vorschlag auf die Eintrittspreise, die andere Museen ähnlicher Größe und von ähnlicher Qualität des Ausstellungsgutes veranschlagen. Dabei hat man sich z. B. am Folkwang Museum Essen und am Lehmbruck Museum Duisburg orientiert. Er weist ferner darauf hin, dass die Preise mit der Emil-Schumacher-Stiftung abgestimmt wurden.

 

Herr Dr. Belgin erläutert, dass der Vorschlag der SPD-Fraktion zur Anhebung der Eintrittspreise mit der künftigen Philosophie des Kunstquartiers nicht in Einklang steht. Er geht auf die Arbeit von Hilmar Hoffmann ein, der in den 70er und 80er Jahren versucht hat, die von ihm in Köln gegründeten Museen sozialverträglich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In der heutigen Zeit bedeutet dies, keine hohen Hürden aufzubauen. Der Vergleich mit anderen Museen zeigt, dass sich die vorgesehenen Eintrittspreise im Mittelfeld der Eintrittspreise anderer Museen bewegen. Zum Vergleich, der mit dem Museum Ludwig in Köln angestellt wird, erläutert Herr Dr. Belgin, dass im Kunstquartier Hagen rd. 3.300 m² Ausstellungsfläche vorhanden sind und im Museum Ludwig rd. 10.000 m² zur Verfügung stehen. In Hagen wird Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt. Das Museum Ludwig verfügt über 98 Gemälde von Picasso, und es spannt einen Bogen über die gesamte Moderne. Herr Dr. Belgin bietet, sofern es gewünscht wird, an, eine Führung durch das Museum Ludwig zu machen, damit ein Vergleich gezogen werden kann. Das Museum Ludwig erhebt einen Eintrittspreis von 9 €. Er geht ferner auf den im Vorschlag gezogenen Vergleich mit dem Bode- und dem Pergamonmuseum ein und erklärt, dass es sich hier um spezialisierte Museen auf der Museumsinsel handelt und man ferner beachten muss, dass sie sich mit Berlin in einer Metropole befinden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sich das Kunstquartier Hagen unter Wert betrachten sollte. Sofern man sich für die Anhebung der Eintrittspreise auf 9 € entscheidet, hätte Herr Dr. Belgin gerne den Ausstellungsetat auf 1 Mio. € angehoben, damit er die dementsprechenden Ausstellungen zeigen und Besucherzahlen generieren kann. Herr Dr. Belgin stellt den Fraktionen eine tabellarische Aufstellung der Eintrittspreise anderer Museen zur Verfügung (Anlage 6 der Niederschrift).

 

Herr Weber verweist auf die Diskussion zur Haushaltssituation der Stadt Hagen und erklärt, dass nach langer intrafraktioneller Diskussion der Eintrittspreis von 9 € als Mittelwert zustande gekommen ist. In den letzten Jahren ist mit Blick auf das Schumacher-Museum immer dessen "Einzigartigkeit in der Welt" herausgestellt worden und nun werden Eintrittspreise, die der Bedeutung der Museen seiner Ansicht nach nicht gerecht werden, diskutiert. Herr Weber geht davon aus, dass viele Besucher wegen des Schumacher-Museums anreisen werden und dass der von seiner Fraktion vorgeschlagene Eintrittspreis einen Bruchteil der Gesamtkosten der Anreise ausmacht. Seiner Meinung nach ist es gerechtfertigt, für 2 hervorragende Museen die von der SPD-Fraktion vorgeschlagenen Eintrittspreise festzusetzen. Sofern die Besucherzahlen sinken sollten, kann in ca. 5 Jahren die Preisstruktur überdacht werden. Herr Weber geht jedoch davon aus, dass die Besucherzahlen auf einem guten Niveau gehalten werden können. Darüber hinaus würde dies nicht zu einer jährlich wiederkehrenden Diskussion um Preiserhöhungen führen, sondern für mehrere Jahre eine Stabilität garantieren.

 

Herr Thielmann stimmt den von Herrn Gerbersmann und Herrn Dr. Belgin angeführten Aspekten zu. Bringt man ein Museum "an den Markt", so operiert man nicht mit Eintrittspreisen, die abschreckend wirken. Er bittet die SPD-Fraktion, ihren Vorschlag noch einmal zu überdenken. Ferner geht er auf die Ermäßigungen ein und erklärt, dass ihm diese in einer Höhe von 50 % geläufig sind. Hier wird eine Ermäßigung von 66 % vorgeschlagen, was er für ungewöhnlich hält und wofür er eine Begründung erhalten möchte.

 

Die CDU-Fraktion hat ebenfalls Überlegungen zu vergleichbaren Museen angestellt, erklärt Herr Röspel. Die Eintrittspreise der Kunsthalle Emden liegen - so der Einwurf von Frau Klos-Eckermann auf die entsprechende Frage - bei 7 €. Er kann sich vorstellen, statt 6 € 7 € Eintritt bei den Erwachsenen zu nehmen und kritisiert die Vorschläge der SPD-Fraktion als zu hoch, insbesondere im Bereich der Familienkarte. Herr Röspel geht davon aus, dass es erst in der Ratssitzung am 25.06.2009 zu einer Beschlussfassung kommen wird.

 

Herr Sondermeyer schlägt vor, den Bereich der Ermäßigungsberechtigten noch einmal zu überarbeiten. Menschen mit Behinderungen, die einer Begleitperson bedürfen, haben in ihrem Schwerbehindertenausweis den Vermerk "B" eingetragen, so dass dies an Stelle der Hinweise "a G" und "G" treten müsste. Ferner erschließt es sich ihm nicht, warum hier von der Regel, dass Schwerbehinderte generell ab einer Schwerbehinderung von 50 % eine Ermäßigung erhalten, abgewichen wird, indem man nur mit dem Vermerk "a g" und "G" in den Genuss der Ermäßigung gelangen soll. Auch hier bittet er um entsprechende Korrektur.

 

Herr Oberbürgermeister Demnitz fasst zusammen, dass die Entscheidung auf die Ratssitzung am 25.06.2009 verschoben werden soll und bis dahin geklärt wird, ob eine Annäherung der Ratsfraktionen zu erzielen ist.

 

Bedenken, so zu verfahren, bestehen nicht.

 

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Beschluss:

 

1. Der Rat der Stadt Hagen beschließt  die  Entgeltordnung für das Kunstquartier Hagen (Osthaus Museum Hagen und Emil Schumacher Museum) und den Hohenhof, wie sie als Anlage Gegenstand der Verwaltungsvorlage 0444/2009 vom 25.05.2009 ist.

 

2. Am Eröffnungswochenende 28., 29. und 30. August 2009 ist der Eintritt frei.

 

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Abstimmungsergebnis:

X

Die Beschlussfassung wird auf die Ratssitzung am 25.06.2009 verschoben.

 

Dafür:

 19

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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Anlagen zur Vorlage

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Anlagen

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