04.06.2009 - 6.12 Kunst im öffentlichen Raum

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Gerbersmann verweist auf den als Tischvorlage vorliegenden geänderten Beschlussvorschlag der Verwaltung (Anlage 8 der Niederschrift). Der 2. Teil des Beschlussvorschlages bezieht sich auf die Forderung des ursprünglichen Antrags der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen nach Aufnahme der Kunstgegenstände unter musealen Gesichtspunkten und Gewährleistung einer dementsprechenden Betreuung. Davon bleibt die bilanzielle Aufbereitung unberührt.

 

Die Stadt Hagen hat die Verpflichtung, ihr Vermögen in der NKF-Bilanz aufzulisten, was aus Sicht von Herrn Riechel in diesem Bereich nur unzureichend erfolgt ist. Er möchte wissen, von wem und bis wann dies nachgeholt wird und ob Fristen einzuhalten sind. Er kann nicht verstehen, dass sich die Verwaltung nicht um die Kunst im öffentlichen Raum kümmern möchte und fordert sie auf, dies zu tun. Einen freiwilligen Verzicht auf die Bilanzierung von Vermögenswerten hält er nicht für geboten.

 

Herr Glaeser pflichtet Herrn Riechel bei. In der Bezirksvertretung Hagen-Mitte gibt es mit Herrn Thormählen ein Mitglied, welches beauftragt worden ist, sich um die Kunst im öffentlichen Raum in diesem Stadtbezirks zu kümmern. Intention der Bezirksvertretung war es mit ihrer Beschlussfassung, sich zunächst mit den bilanziellen Werten zu befassen. Bei einer Unterredung mit Herrn Dr. Belgin hat dieser erklärt, dass er mit der Inventarisierung nicht beauftragt sei. Daher hat die Bezirksvertretung den Beschluss gefasst, dass eine verbindliche Regelung bezüglich der Inventarisierung und Unterhaltung zu treffen ist und die Übertragung an das Karl-Ernst-Osthaus-Museum empfohlen wird. Herr Glaeser bittet, eine eindeutige Regelung seitens der Stadtspitze herbeizuführen. Der Umkehrschluss würde ansonsten bedeuten, dass - wenn die Bezirksvertretung Hagen-Mitte eine Plastik aufstellen möchte - nicht mehr das Osthaus-Museum in die Überlegungen mit einbeziehen muss. Bei Nichtregelung des Sachverhalts wird es künftig keine Rückfragen von der Bezirksvertretung an das Museum mehr geben.

 

Sofern das Karl-Ernst-Osthaus-Museum über die finanzielle und personelle Ausstattung verfügen würde, würde die Aufgabe von dort wahrgenommen, erklärt Herr Gerbersmann, der gleichzeitig mitteilt, dass es außer Frage steht, dass die Kunstwerke bilanziell erfasst werden sollen. Ansonsten verweist er darauf, dass es sich bei der Stadt Hagen um eine Haushaltssicherungsgemeinde und hierbei um eine zusätzliche Aufgabe für das Museum handelt. Die eigentliche Aufgabe der drei fachlich qualifizierten Museumsmitarbeiter besteht darin, Ausstellungen zu planen und durchzuführen, um Publikum anzuziehen. Herr Gerbersmann beschreibt den Gesamtaufwand, der mit der neuen Aufgabe verbunden wäre und erklärt, dass dies mit den vorhandenen Ressourcen nicht umsetzbar ist. Er sichert zu, die in der Vergangenheit beschafften Kunstwerke anhand der Aktenlage bilanziell zu bearbeiten. Nicht alle Kunst, die unter dem Titel "Kunst am Bau" in der Vergangenheit beschafft wurde, wurde an städtischen Objekten angebracht, und es gibt sicherlich einiges, was Umbaumaßnahmen zum Opfer gefallen ist.

 

Herr Dr. Ramrath teilt im Namen der CDU-Fraktion mit, dass diese den Beschlussvorschlag der Verwaltung unterstützt. Er appelliert an die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses, die Maßnahmen nicht im Sinne der Bezirksvertretung Hagen-Mitte auszuweiten. Er befürwortet deutlich die Nutzung weniger aufwändiger Erfassungsmethoden und erklärt, dass jeder Kaufmann die gesetzlich zur Verfügung gestellten Vereinfachungsmethoden bei der Inventarerfassung anwendet. Als Beispiel nennt er hier die Schätzung gleichartiger Gegenstände. Trägt die Verwaltung zu gegebener Zeit vor, wie sie sich mit dem Problem befasst hat und sollte daraufhin der Eindruck entstehen, dass dies nicht sachgerecht ist, kann immer noch darüber nachgedacht werden, ob größerer Aufwand zu betreiben ist. Herr Dr. Ramrath geht jedoch aufgrund des Vorschlags des Kämmerers davon aus, dass die Verwaltung einen praktikablen Ansatz wählen wird.

 

Herr Marscheider hält die Erfassung der Vermögenswerte für erforderlich. Er stimmt jedoch zu, dass dies mit einem vertretbaren Aufwand erfolgen muss. Dabei darf man die Kosten für die Erfassung nicht außer Acht lassen.

 

Herr Strüwer schlägt vor, dass Kontakt mit der Agentur für Arbeit aufgenommen werden könnte, um die Archivierung evtl. im Rahmen einer AB-Maßnahme betreiben zu können.

 

Dieser Vorschlag wird von Herrn Riechel dahingehend ergänzt, dass er es für denkbar hält, einen Kunststudenten im Rahmen seiner Diplomarbeit mit der Inventarisierung von Kunst im öffentlichen Raum zu befassen. Danach sollte die Schätzung des Wertes leichter möglich sein.

 

Herr Oberbürgermeister Demnitz lässt über den Beschlussvorschlag der Verwaltung abstimmen.

 

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Beschluss:

 

Der Rat der Stadt Hagen stellt fest, dass bei 45/Osthaus Museum keine finanziellen und personellen Ressourcen zur Inventarisierung von Kunstwerken im öffentlichen Raum zur Verfügung stehen und deshalb für bilanzielle Zwecke auf Grundlage der beim ehemaligen Hochbauamt geführten Listen und sonstigen Unterlagen nach alternativen Erfassungs- und Bewertungsmöglichkeiten gesucht wird.

 

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Abstimmungsergebnis:

X

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

 16

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 3

 

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Anlagen

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