15.07.2004 - 52 OrdnungspartnerschaftBeschluß der Bezirksvertre...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 52
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 15.07.2004
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB32 - Öffentliche Sicherheit und Ordnung
- Bearbeitung:
- Hans Sporkert
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Horn weist auf den
ausliegenden Beschlussvorschlag der SPD-Fraktion hin, der der Niederschrift als
Anlage 3 beigefügt ist.
Herr Demnitz erläutert den
geänderten Beschlussvorschlag und betont, dass die SPD-Fraktion die Anregung
aus der Bezirksvertretung Nord zum Anlass genommen habe, das Thema im Rat noch
einmal zu diskutieren.
Herr
Gerbersmann entgegnet, dass für eine Zustimmung der CDU-Fraktion
eine konkrete Vorgabe fehle. Eine Ausdehnung der Ordnungspartnerschaften auf
das ganze Stadtgebiet sei wünschenswert, könne aber nur funktionieren, wenn in
erheblichem Umfang zusätzliches Personal eingesetzt werde. Dies sei durch
Umschichtungen innerhalb der Verwaltung nicht zu erreichen. Die CDU-Fraktion
lehne den Beschlussvorschlag ab.
Herr Thielmann erklärt, bei
dem Vorschlag der SPD-Fraktion handele
es sich in der Tat um ein Anliegen, das die Bürger immer wieder an die Politik
herantragen würden. Im Gegensatz zu Herrn Gerbersmann vertritt er die
Auffassung, dass es immer noch eine ausreichende Zahl von Mitarbeitern in der
Verwaltung für eine Umschichtung gebe. Herr Thielmann beantragt, Anfang
2005 von der Verwaltung einen Maßnahmen- und Zeitplan zur stufenweisen
Umsetzung in den Stadtbezirken vorgelegt zu bekommen. Die Mitglieder der FDP im
Rat der Stadt würden dem Beschlussvorschlag mit der beantragten Ergänzung
zustimmen.
Frau Sauerwein vertritt die Auffassung, dass es sich bei den
Ordnungspartnerschaften auch um eine Vermischung von sozialen Problemen
handele, die nicht allein von Polizei und Ordnungsamt gelöst werden könnten.
Für diese Aufgaben fehle es an Stellen für Streetworker, um Präventionsarbeit
leisten zu können. Sie betont, im Rahmen der angesprochenen
Personalumschichtung auch die soziale Kompetenz der ausgewählten Mitarbeiter zu
berücksichtigen.
Herr Demnitz stellt fest,
alle Mitglieder des Rates hätten erkannt, dass die Themen Sicherheit, Ordnung
und Sauberkeit ein Problem für viele Einwohnerinnen und Einwohner darstellten
und von der Politik eine Lösung dieses Problems erwarteten. Auch die von Frau
Sauerwein angesprochenen Vorstellung, die Probleme allein durch einen sozialarbeiterischen
Ansatz zu lösen, sei schon aus finanziellen Aspekten heraus nicht möglich. Herr
Demnitz spricht sich für einen parallelen Arbeitseinsatz von
Sozialarbeitern und Repressionen durch Ordnungskräfte aus. Die innerhalb der
Verwaltung bereits bei der “Internen-Mobilitäts-Agentur” (IMA)
beschäftigten Mitarbeiter könnten seiner Meinung nach für entsprechende
Einsätze qualifiziert werden. Es sei der Bevölkerung bei einer Arbeitslosenzahl
von über 4 Mio. Hilfeempfängern außerdem schwer zu vermitteln, dass diese
Personen nicht bereit seien, sich, auch bei einem geringen Entgelt, für die
Allgemeinheit zu engagieren.
Frau Sauerwein kritisiert,
dass dann Billigstarbeitsplätze entstehen würden, während in anderen Bereichen
anständig bezahlte Arbeitsplätze verloren gingen. Im Hinblick auf die im
kommenden Jahr seitens der Stadt vorzuhaltenden rd. 4.500 Beschäftigungsgelegenheiten
sei Sie gespannt darauf, welche sozialen Probleme in diesem Zusammenhang zu
erwarten seien.
Frau Grehling nimmt Bezug
auf die Diskussion in der Bezirksvertretung Nord. Als das Thema
Ordnungspartnerschaft beraten worden sei, sei auch die Frage gestellt worden,
inwieweit die Verwaltung Personal durch Umschichtung beisteuern könnte. Wenn
die Polizei meine, durch die Neuorganisation einen anderen Ablauf garantieren
zu können, der auch im Hagener Norden eine Erweiterung der
Ordnungspartnerschaft ermögliche, dann könne dies nicht auf die Stadt
übertragen werden. Frau Grehling betont, dass durch
Personalumschichtungen im Bereich der IMA evtl. Möglichkeiten gefunden werden
könnten, die allerdings wegen des beabsichtigten Stellenabbaus bei der
Verwaltung auch nur befristet sein könnten. Sie gibt zu bedenken, dass
geeignetes Personal allerdings auch nur in einem begrenzten Umfang zur
Verfügung stehe.
Herr Demnitz ergänzt, er
verstehe, dass die Kämmerin keine sofortige Zusage geben könne. Wenn der Rat
der Stadt allerdings seinem Willen Ausdruck verleihe, die Ordnungspartnerschaften
auf das gesamte Stadtgebiet auszudehnen, dann müsse die Verwaltung, in
Abstimmung mit der Polizei und anderen Ordnungspartnern, einen Plan zur
stufenweisen Umsetzung erarbeiten. Er regt an, sich bei der Stadt Dortmund nach
den Erfahrungen bei der Umsetzung der Ordnungspartnerschaften zu erkundigen.
An der
weiteren Diskussion zum Personaleinsatz und zu den entstehenden zusätzlichen
Personalkosten beteiligen sich die Herren Marscheider, Dücker, Gerbersmann
und Frau Kingreen.
Herr Wölm regt an, zu
überprüfen, ob die städtischen Bediensteten, die im Aussendienst tätig seien,
auch für Aufgaben der Ordnungspartnerschaften eingesetzt werden könnten.
Herr Horn stellt den
Antrag der SPD-Fraktion mit der von Herrn Thielmann vorgeschlagenen Ergänzung
zur Abstimmung.
Beschluss:
1.
Zur Verbesserung von Sicherheit und Ordnung in der
gesamten Stadt wird die Ordnungspartnerschaft auf alle Stadtbezirke erweitert.
2.
In Abstimmung mit der Polizei und anderen
Ordnungspartnern ist bis Anfang 2005 ein Maßnahmen- und Zeitplan zur
stufenweisen Umsetzung zu erarbeiten und den Gremien zur Entscheidung
vorzulegen.
3.
Die nach Ziffer 2 notwendige Verstärkung des im Bereich
der Ordnungspartnerschaft tätigen städtischen Personals erfolgt kostenneutral
durch Umschichtung und Umorganisation.
Abstimmungsergebnis: Mit Mehrheit
abgelehnt.
Danach lässt Herr Horn über den
Beschlussvorschlag der Verwaltung abstimmen.
