12.02.2009 - 5.24 Konjunkturpaket IIGesetz zur Umsetzung von Zuku...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.24
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 12.02.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- VB5 Vorstandsbereich für Stadtentwicklung, Bauen und Sport
- Bearbeitung:
- Tanja Rauschmayr
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Oberbürgemeister Demnitz verweist auf den als Tischvorlage ausgelegten
interfraktionellen Beschlussvorschlag, der als Anlage 4 Gegenstand der Niederschrift ist.
Herr Marscheider bittet darum, über den Punkt zwei des
Beschlussvorschlages getrennt abzustimmen, weil seine Fraktion, Bürger für
Hagen, diesem Punkt nicht mittragen werde. Die Bestimmungen zum Konjunkturpaket
II seien weder von der Bundes- noch Landesregierung klar definiert.
Mit der Zuweisung aus dem Konjunkturpaket II in
Höhe von 26 Millionen Euro, so Herr Röspel, könnten in Hagen wichtige
Impulse für Bildung, Ökologie und die heimische Wirtschaft gegeben werden.
Notwendige Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungseinrichtungen und der
kommunalen Infrastruktur würden sich nun realisieren lassen. Zwischen dem
Notwendigen und Wünschenswerten gelte es abzuwägen und Akzente so zu setzen,
dass ein nachhaltiger positiver Effekt für die Stadt und die Menschen entstehen
würde. Die Fraktionen des Rates haben daher die eingebrachte Verwaltungsvorlage
zum Anlass genommen, die bereits im Haupt- und Finanzausschuss getätigten
Aussagen zu bekräftigen und zu konkretisieren. Die heutige Beschlussfassung zu
den beiden zentralen Projekten Ischelandhalle und Tierheim seien richtungweisend.
Dabei müssten die beteiligten Personen und Vereine umgehend in die Planung und
Diskussion mit einbezogen werden.
Darüber hinaus stellen die zu erwartenden Mittel
einen wichtigen Meilenstein in Bezug auf die Übermittagsbetreuung und den
Ganztagbetrieb an die weiterführenden Schulen in Hagen dar. Die Belange der
Feuerwehr, insbesondere der freiwilligen Feuerwehr, dürften bei der
Gesamtbetrachtung nicht aus dem Blickfeld verloren gehen. Es müsste geprüft
werden, welche Möglichkeiten aus dem Konjunkturpaket II für das Feuerwehrgerätehaus
in Dahl abgeschöpft werden können. Die Anwendung eines vereinfachten Vergabeverfahrens
sowie die Umsetzung kleinteiliger Ausschreibungen zum positiven Nutzen der
heimischen Wirtschaft, würde die CDU-Fraktion sehr begrüßen.
Das zügige Handeln der Bundesregegierung, so Herr
Jochen Weber, mache deutlich, dass der Bundesrepublik Deutschland
möglicherweise die schwerste Wirtschafkrise seit der Nachkriegszeit bevorstehe.
Der Vorteil im Zusammenhang mit dem Konjunkturpaket II für die Stadt Hagen
bestehe darin, dass mit dringenden notwendigen Infrastrukturmaßnahmen
kurzfristig begonnen werden könnte. Die Landesregierung habe zugesichert, einen
großen Betrag aus dem Konjunkturpaket weiterzureichen und es bestehe zumindest
die Hoffnung, dass die zu erwartenden Verwaltungsverordnungen ebenfalls wie das
von der Bundesregierung erlassene Gesetz zum Konjunkturpaket II kurz gefasst
werden. Durch die bereits bestehenden Rahmenbedingungen könnten die beiden Projekte
Ischelandhalle und Neubau des Tierheims nun beschlussreif vorbereitet werden.
Ziel der Bundesregierung sei es, auf dem Arbeitsmarkt möglichst kurzfristig
zündende Initiativen zu starten, d.h., dass der Baubeginn noch 2009 erfolgen
sollte.
Zusätzlich müsste im weiteren Verfahren darüber
diskutiert werden, welche weiteren Projekte am sinnvollsten einzubauen sind.
Vorrang habe aufgrund der gesetzlichen Vorgabe Schule und Bildung. Darüber
hinaus gelte es zu prüfen, welche Infrastrukturmaßnahmen wünschenswert,
nachhaltig und sinnvoll seien. Maßnahmen aus dem Programm „Stadtumbau
West“ und „ Soziale Stadt Wehringhausen“ sollten sich in dieser
Diskussion wiederfinden. Der Zustand der vorhandenen Schulen habe eine
besonders hohe Priorität, so dass die entsprechenden energetischen nachhaltigen
Investitionen getätigt werden müssten. In diesem Zusammenhang müssten
kurzfristig Gespräche mit der Verwaltung, aber mit externen Personen, z.B.
heimischen Handwerkern, geführt werden, was leistbar ist. Dabei sollte die
freihändige und die eingeschränkte Vergabe so berücksichtigt werden, dass die
heimischen Unternehmen davon profitieren und Arbeitsplätze sichern können.
Herr Sondermeyer legt Wert darauf, dass es sich bei der
Verwaltungsvorlage nicht um eine verbindliche Planungsgrundlage handele und
mögliche Bedenken zu den noch anstehenden Maßnahmen vorgebracht werden könnten.
Darüber hinaus müsste die Ausgabe der finanziellen Mittel im Verhältnis mit
erhaltener Effizienz gesetzt und den Anforderungen einer barrierefreien Stadt
Rechnung getragen werden. Möglicherweise werde durch die Realisierung von
solchen Maßnahmen dem demographischen Wandel entgegengesteuert, so dass sich
mehr neue Bürger in Hagen ansiedeln würden. Auch gegenüber der Bundes- und
Landesregierung sollte ein deutliches Signal gesetzte werden, dass bei der
Zuweisung von zusätzlichen Aufgaben auch die finanziellen Mittel bereitgestellt
werden müssten.
Herr Riechel erklärt für die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen, dass diese den gemeinsamen
Beschlussvorschlag mittragen werden. Klare Aussagen bezüglich der Förderstruktur
und -kulisse sowie zum sinnvollen Mitteleinsatz für die vorbereitenden Maßnahmen
seien erforderlich. Verständnis bringt Herr Riechel gegenüber
aufkommenden Begehrlichkeiten entgegen, warnt aber vor den langfristig
entstehenden Betreiberkosten und dem bisher fehlenden Finanzierungskonzept. Die
Verwaltung müsste bei der Vorbereitung der Maßnahmen diese Aspekte ebenfalls
berücksichtigen. Zusätzlich sei unklar, in welcher genauen Höhe die
Investitionen für Bildung und Infrastruktur getätigt werden dürften.
Herr Thielmann stimmt inhaltlich der CDU und SPD Fraktion zu und regt an, schnell und
sinnvoll zu handeln. Die Landesregierung habe ihr Versprechen gehalten und die
finanziellen Mittel an die Kommunen weitergeleitet. Zu beachten sei, dass wenn
die Gebäudewirtschaft Hagen (GWH) die erforderlichen Architekturleistungen
selbst nicht leisten könnte, externe Dienstleistungen in Anspruch genommen
werden müssten.
Herr Jochen Weber geht davon aus, dass die Verwaltungsvorlage inklusive
der Maßnahmenliste heute nicht zum Beschluss erhoben werde, sondern lediglich
eine Kenntnisnahme über die bisherige Vorarbeit der Verwaltung in dieser
Angelegenheit sei.
Herr Oberbürgermeister Demnitz teilt die Auffassung von Herrn Jochen Weber
und lässt wie folgt über den interfraktionellen Beschlussvorschlag abstimmen.
Beschluss:
In Ergänzung des Beschlusses des Haupt- und Finanzausschusses vom 29.1.2009 –TOP 5.1 Drucksachen-Nr.: 0032/2009- beschließt der Rat:
1. Die Maßnahmeliste der Vorlage 0136/2009 wird nur als erste Überlegung der Verwaltung für den Einsatz der Mittel auf dem z.Zt. bestehenden Informationsstand zur Kenntnis genommen. Diese Liste muss fortgeschrieben und den endgültigen Regelungen angepasst werden, sobald diese vorliegen. Bis dahin kann sie noch nicht als verbindliche Planungsgrundlage betrachtet werden.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
2. Die Projekte Sanierung und Modernisierung Ischelandhalle und Neubau Tierheim sind für eine zeitnahe Vergabe beschlussreif vorzubereiten.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Mit Mehrheit beschlossen |
3. Für die abschließende Entscheidung über das Gesamtpaket sind für die vom Rat zu treffende Auswahl in beiden Investitionsschwerpunkten eine ausreichende Anzahl geeigneter zusätzlicher Projekte vorzustellen, die den Vergabekriterien für die Mittelverwendung entsprechen.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
4. Mit Aufträgen aus dem Konjunkturpaket II können Arbeitsplätze im heimischen Handwerk und in der regionalen Wirtschaft erhalten und gesichert werden.
Das im Gesetz vorgesehene vereinfachte Vergabeverfahren dient der Beschleunigung der Investitionen und dem gezielten Einsatz der Mittel vor Ort und in der Region. Der Rat fordert die Verwaltung auf, wenn nötig die Hagener Vergaberegelungen entsprechend anzupassen und ggf. zur Beschlussfassung vorzulegen.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
5. Die Maßnahmen des Konjunkturpakets II sind zwingend in 2009 und 2010 umzusetzen. Die Verwaltung wird beauftragt sicherzustellen, dass dies mit den vorhandenen personellen Kapazitäten in den ausführenden Bereichen, insbesondere der GWH, gewährleistet ist. Sollten die zusätzlichen Aufgaben nicht aus dem Bestand leistbar sein, sind dem Rat rechtzeitig Alternativen vorzuschlagen.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |
Anlagen zur Vorlage
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(wie Dokument)
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111,1 kB
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Anlagen
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(wie Dokument)
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238,2 kB
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