27.01.2009 - 5 Ablehnung eines Angebots der Übernahme von zwei...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Di., 27.01.2009
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 45 Osthaus Museum Hagen
- Bearbeitung:
- Gabriele Knust
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Frau Kramps erinnert, man
habe sich schon in der letzten Sitzung des KWA mit diesem Thema befasst, sie
selbst habe zu dem Zeitpunkt die Nachricht von Herrn Bezirksvorsteher Ferdinand
Wölm bekommen, dass er eventuell dort eine Verwendung für beide Plastiken habe
und noch etwas Zeit benötige, um das zu überprüfen.
Gestern habe sie jedoch Herrn Wölm getroffen und er habe gesagt,
die BV-Eilpe könne die Kosten, die für die Übernahme der Plastiken entstehen
würden, nicht decken, es sei zu teuer und er müsse doch darauf verzichten.
Damit sei man nun wieder am Ausgangspunkt der Situation angelangt. Im
letzten KWA sei die Frage aufgetaucht, wie hoch denn die Kosten für die
Aufstellung der Plastiken und die Folgekosten eigentlich seien. Sie fragt, ob
man heute Näheres dazu hören könne.
Vorher möchte Herr Hartmann noch wissen, ob sich denn die HGW
inzwischen zu diesem Thema geäußert habe, es sei ja in der KWA-Sitzung gesagt
worden, dass möglicherweise die BV-Eilpe/Dahl oder die HGW eine
Verwendungsmöglichkeit für die Plastiken haben.
Sowohl Frau Kramps als auch die Verwaltung haben diesbezüglich
keine Reaktion von der HGW erhalten.
Herr Millhoff berichtet,
nachdem es erst so ausgesehen habe, dass
eine Lösung bei der BV-Eilpe/Dahl zu
finden sei, habe man sich zunächst zurückgehalten. Er selbst habe ja auch noch
die Bahnhofstraße als Standort vorgeschlagen. In der Höhe des Schalthauses an
der Neumarktstraße gebe es einen überdachten Teil, der auch für die Aufstellung
der Plastiken infrage kommen könnte, wenn die Mark E einverstanden sei. Er habe
auch schon das Gespräch gesucht, ein Ergebnis liege aber noch nicht vor. Auch
für diese Gespräche sei es wichtig, etwas über die Höhe der Kosten zu erfahren.
Frau Dr. Schulte
berichtet, man habe versucht, die Kosten zu ermitteln. Die Angaben, die man von
verschiedenen Firmen bekommen habe, bewegen sich naturgemäß in einem vagen
Bereich, da die Verwaltung noch keinen konkreten Standort nennen konnte.
Man habe Vorgaben zum Transport, zur Reinigung, zur Aufstellung innerhalb
Hagens und zu verschiedenen Arten der Anbringung gemacht. Im Ergebnis sei eine
sehr weite Spannbreite der Kosten
geliefert worden.
Eine denkmalgerechte Reinigung würde im Bereich von ca. 500,- €
liegen, für den Transport und die Aufstellung bewegen sich die Kosten zwischen 2.217,- € bis zu 6.900,-
€. Die Kosten für die Statik seien noch nicht einmal enthalten, da man
noch nicht wusste, in welche Wand die Kunstwerke eingelassen werden sollen.
Wenn man alle Punkte berücksichtige, könnten die Kosten bei ca. 8.000,- €
liegen.
Herr Gerbersmann stellt
klar, die Verwaltung bleibe bei ihrer ursprünglichen Stellungnahme, dass es der
Stadt Hagen nicht möglich sei, diese Kosten zu übernehmen.
Frau Kramps ist an klaren
Worten interessiert, denn die Vorlage beinhalte die Übernahme der Plastiken
durch die Stadt Hagen. Darüber hinaus könnten Interessenten ja weiter
verhandeln, um in den Besitz der Kunstwerke zu kommen. Hier müsse aber klar
sein, dass seitens der Stadt keine Gelder dafür fließen können.
Sie schlägt daher vor, heute darüber abzustimmen, ob die Übernahme der
Kunstwerke angenommen oder abgelehnt werden soll.
Herr Kurrat bringt spontan
die BV-Mitte ins Spiel, die doch auch immer sehr kunst- und kulturfreundlich
sei und fragt, ob da schon einmal das Gespräch gesucht worden sei.
Frau Kramps meint, die
BV-Mitte habe wohl auch abgelehnt. Es seien eben die Kosten zu hoch. Sie sage
ganz klar, die Stadt Hagen habe nicht das Geld, Zuschüsse zu geben und könne
auch deshalb die Schenkung nicht annehmen, außerdem stehe man dann auch für
Nachfolgekosten in der Verpflichtung.
Frau Asbeck fragt, was
denn die Familie Niestrath zu tun gedenke, wenn die Stadt Hagen diese Plastiken
nun nicht übernehmen würde.
Frau Kramps fragt Frau
Dr. Schulte, ob sie darüber informiert ist, was denn passiert, wenn die
Stadt die Kunstwerke nicht annimmt.
Frau Dr. Schulte glaubt,
dass die Nachlassverwalterin im Moment noch damit rechnet, dass die Stadt
dieses Geschenk annimmt. Man könne erst wieder mit ihr kommunizieren, wenn eine
Entscheidung gefallen ist.
Frau Purps kann sich als
Mitglied der BV-Mitte nicht daran erinnern, dass dieses Thema schon einmal in
der BV-Mitte diskutiert wurde. Auch Herr Klessa und Herr Thormählen,
die hier anwesend sind und der BV-Mitte angehören, haben keine Kenntnis über
eine solche Diskussion innerhalb der BV.
Herr Fritzsche würde es
prinzipiell für die falsche Entscheidung halten, die Plastiken abzulehnen. Er
bittet doch zu versuchen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Vielleicht könne
man die Angelegenheit noch einmal eine Runde verschieben, die BV-Mitte befragen
und gleichzeitig auch noch einmal mit der HGW sprechen.
Das Engagement des KWA weiß Herr Gerbersmann durchaus zu schätzen,
Frau Dr. Schulte habe aber auch gesagt, dass die Stadt bereits aus dem
Nachlass von Eva Niestrath ein immenses Konvolut an Kunstgegenständen übernommen
habe, es könne aber nicht so weit gehen, nun jedes Stück einer Künstlerin, die eine
sehr lange Zeit in Hagen gewirkt habe, zu übernehmen.
Frau Dr. Schulte habe sich
diese Entscheidung vorher sehr gut überlegt und sei zu dem Schluss gekommen,
dass es nicht zu rechtfertigen sei, diese großen Stücke auch noch zu
übernehmen. Er wisse, dass man sich schwer damit tue, so etwas abzulehnen, dennoch
appelliert er, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Er könne auch
versichern, dieser Vorschlag des KEOM sei nicht auf Druck des Kämmerers
erfolgt, sondern der Aufwand rechtfertige sich hier nicht.
Herr Millhoff denkt, die
Entscheidung, dass die Stadt die Kosten nicht übernehmen könne, müsse der KWA
wohl tragen. Dennoch sollte jeder, der Verbindungen habe, versuchen Gespräche
zu führen, damit die Kunstwerke möglicherweise doch irgendwo untergebracht
werden können. Man solle die Angelegenheit im Auge behalten und sich kümmern.
Aber zunächst müsse klar sein, dass die Stadt die Kosten nicht übernehmen könne
und man sollte andere Lösungen suchen.
Frau Kramps fragt Frau
Dr. Schulte, wann sie eine Entscheidung haben muss.
Frau Dr. Schulte
antwortet, die Nachlassverwalterin möchte eine zeitnahe Entscheidung haben,
eine konkrete Deadline gebe es aber nicht. Sie stellt klar, die Nachlassverwalterin
wolle die Kunstwerke der Stadt Hagen nur unter der Bedingung schenken, dass sie
an einem repräsentativen Platz aufgestellt werden, sie möchte nicht, dass die
Dinge nur irgendwo eingelagert werden.
Frau Suda gibt zu
bedenken, es sei doch allen bekannt, dass die Kunstwerke bereits Jahre dort liegen,
sie ist der Meinung, es komme nun wirklich nicht auf einen Monat an. Sie regt
an, der KWA solle das Angebot annehmen, dass Frau Purps noch einmal in
der BV-Mitte nachfragt. Andere könnten die HGW befragen und man könne die
Entscheidung noch einen Monat verschieben. Allen sei klar, dass die Stadt die
Schenkung nicht annehmen könne. Sie möchte aber auch nicht den Eindruck
erwecken, dass einem diese Angelegenheit egal sei.
Frau Kramps regt an, die
HGW müsse dann aber auch einmal angesprochen werden und man müsse hier im KWA
festlegen, wer das übernehmen solle, sonst habe man in vier Wochen wieder kein
Ergebnis.
Bei der BV-Mitte müsse dann dieser Punkt auf die Tagesordnung gesetzt
werden mit dem Hinweis, dass die Stadt Hagen keine Gelder geben werde.
Herr Hartmann schlägt vor,
diese Vorlage heute nicht zu beschließen, sondern sie an die BV-Mitte zu überweisen.
Es müsse klar sein, dass die Stadt nicht für die Aufstellungskosten und auch
nicht für die Unterhaltungskosten aufkommen könne.
Er finde im Übrigen auch nicht so gut, dass die Nachlassverwalterin ein
anderes Konvolut wohl verkauft habe und der Stadt nun diese beiden Plastiken
überlassen will.
Man habe heute drei Mitglieder der BV-Mitte hier, daher hält auch er es
für einen gangbaren Weg, dass sich die BV-Mitte noch einmal mit dieser Sache
beschäftigt.
An dieser Stelle weist Herr Dr. Belgin darauf hin, das neue
Museumszentrum werde am 28.08.09 eröffnet, man arbeite sehr intensiv an dieser
Eröffnung und sei in dieser Phase nicht so aufgestellt, dass man sich mit jeder
Anfrage so akribisch befassen könne. Er hat die Bitte, das Museum derzeit nicht
mit solchen Anfragen zu konfrontieren, denn es binde zuviel Kräfte und Zeit.
Damit ist Frau Kramps auch einverstanden. Man habe sich gerade
kurzgeschlossen, dass Herr Gerbersmann und sie selbst sich die Befragung der
HGW teilen und dass man die BV-Mitte bitten wolle, sich mit dieser Vorlage zu
beschäftigen. Dies wolle man nun so beschließen und die BV-Mitte könne dann bis
zur nächsten Sitzung sagen, ob sie eine Verwendung für die Plastiken habe oder
nicht.
Herr Klessa gibt zu
bedenken, dass die BV-Mitte und der KWA immer zeitgleich tagen.
Frau Kramps sieht darin
kein Problem, in der Praxis laufe es doch so, dass man vor der Sitzung schon
einmal telefonieren könne, was sich im Einzelnen ergeben habe. Eine Entscheidung
ergebe sich ja nicht während der Sitzung, sondern auch schon im Vorfeld.
Alle KWA-Mitglieder sind damit einverstanden, die Vorlage an die BV-Mitte
zu überweisen.
Unbenommen davon sollen alle KWA-Mitglieder, die eine Möglichkeit dazu
haben, auch weiterhin Gespräche mit Interessenten führen. Sie wolle jedoch in
der nächsten KWA-Sitzung eine endgültige Entscheidung treffen, eine weitere
Verschiebung solle es nicht geben.
Beschluss:
Der Kulturausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.
Der Kultur- und
Weiterbildungsausschuss überweist den Beratungsgegenstand an die
BV-Hagen-Mitte, mit der Bitte, sich mit dieser Vorlage zu beschäftigen und
möglichst bis zur nächsten Sitzung des KWA eine Entscheidung zu treffen, ob die
BV-Mitte möglicherweise eine Verwendung für die Steinplastiken hat.
