16.12.2008 - 7 Landesprogramm "Kein Kind ohne Mahlzeit"- Teiln...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Di., 16.12.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB40 - Schule
- Bearbeitung:
- Dietmar Bock
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Strüwer begrüßt die
zu diesem Tagesordnungspunkt erschienenen Kollegen der Schulverwaltung Herrn
Kortmann, Herrn Hermann und Frau Rottmann.
Die Vorlage sei zunächst nur für die Beratung im Schulausschuss und Haupt- und Finanzausschuss vorgesehen
gewesen. In der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss habe er angeregt,
diese auch im Jugendhilfeausschuss zu beraten. Es sei der Wunsch geäußert
worden, in Erfahrung zu bringen, inwieweit das Landesprogramm „Kein Kind
ohne Mahlzeit“ auch ausgeweitet werden könne auf Schulen, die bisher in
diesem Programm in Hagen nicht vorhanden seien. Man habe sich ja bisher auf den
OGS - Bereich beschränkt. Es gebe möglicherweise finanzielle Spielräume, auch
andere Schulen in das Landesprogramm aufzunehmen. Er bittet Herrn Kortmann, zu
diesem Themenfeld Stellung zu nehmen.
Herr Kortmann weist auf
die ausgelegte Tischvorlage hin (siehe
Anlage zu TOP 7).
Er bedankt sich bei dieser Gelegenheit bei den Kooperationspartnern der
Offenen Ganztagsgrundschule und den Kollegen des Fachbereiches Jugend &
Soziales für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Bei dem zu leistenden Eigenanteil handele es sich um eine freiwillige
Leistung. Daher müsse man vorsichtig operieren. In der Vorlage werde dargelegt,
wie man mit der Sparkassenspende mit dem jetzigen Kreis bis zum Schuljahr
2009/2010 zurechtkäme. Man habe leider keine Idee, wie man noch mehr Geld
akquirieren sollte.
Man habe in dem Papier dargestellt, wie es aussehen würde, wenn man auf
andere Schulen ausweiten würde. Es gebe das Problem, die tatsächlichen Zahlen
der teilnehmenden Schüler beim Mittagessen z. B. in den Gesamtschulen zu
erfassen. Bei der Suche nach einer Kommune, die den „Rüttgers-Euro“
gleich in allen Schulen umgesetzt hätte, sei man unter anderem auf
Gelsenkirchen gestoßen. Man habe die Daten der Stadt Gelsenkirchen bei der
Fertigung des Papiers zugrunde gelegt.
Herr Hermann erläutert die
Tischvorlage.
Auf eine Verständnisfrage von Herrn Strüwer erklärt Herr Kortmann,
dass 1 € von den Eltern, 1 € von Herrn Rüttgers und 50 Cent von der
Kommune zu leisten seien.
Herr Strüwer stellt fest,
dass der Eigenanteil für 2007 und 2008 durch eine großzügige Spende der Sparkasse
in Höhe von jährlich 100.000 € nachgewiesen worden sei.
Könne man daraus den Schluss ziehen, dass wenn man in Hagen das Angebot
auf alle Schulen ausgeweitet hätte, wäre dann unter den
Finanzierungsmodalitäten eine Umsetzung möglich gewesen? Welche Beträge seien
denn beim Land beantragt worden, wie viel sei davon in die Mahlzeiten
eingeflossen und wie viel werde zurückgezahlt?
Die erste Frage von Herrn Strüwer wird von Herrn Kortmann bejaht. Der
Punkt sei der, dass für die Schulverwaltung nicht ganz deutlich gewesen sei,
welche Beträge letztendlich aus der Sparkassenspende fließen würden. Daher sei
die Verwaltung verhalten an die Sache gegangen. Man habe sich seinerzeit auch
mit der Politik darauf geeinigt, den OGS - Bereich zu wählen, da dort alle
Kinder an den Mahlzeiten teilnehmen könnten.
Wenn man jetzt den Bereich ausweiten wolle, müsse man Planungssicherheit
haben, wo das Geld herkomme und zwar kontinuierlich.
Herr Strüwer möchte wissen, ob die in der Tischvorlage
genannten Zahlen (Teilnehmerzahlen/Anzahl der bedürftigen Kinder) prozentuale
Zahlen seien, die man unter Vergleichsgesichtspunkten so festgesetzt habe oder
ob diese sich durch konkrete Abfragen in den Schulen ergeben hätten.
Herr Hermann weist darauf
hin, dass diese differenziert dargestellt werden müsse.
Sofern es um die Auflistung in Abschnitt 1 im Bereich der Offenen
Ganztagsschulen gehe, handele es sich um Ist-Zahlen aus dem laufenden
Schuljahr, wobei man davon ausginge, dass alle Kinder die Möglichkeit hätten,
am Mittagstisch teilzunehmen.
Für den Bereich der Gesamtschulen und der gebundenen
Ganztagshauptschulen in
Abschnitt 2 läge man einmal die Basiszahlen aus der Schulstatistik vom
15.10.2008 zugrunde und bediene sich der Erkenntnisse des Berichtswesens der
Stadt Gelsenkirchen.
Es handele sich hierbei um gute Vergleichszahlen. In Abschnitt 3 bewege
man sich auf Neuland und es handele sich um pure Fiktion.
Herr Gebauer äußert
Zweifel gerade im Hinblick auf den Abschnitt 3. Er glaube nicht, dass die Armut
nach der vierten Klasse aufhöre.
Herr Strüwer möchte
wissen, ob bei dem städtischen Anteil 1 € oder 50 Cent zugrunde gelegt
worden sei.
Herr Hermann erläutert die
zugrunde gelegte Rechenformel wie folgt:
50 Cent pro Mahlzeit x 200 Mahlzeiten pro Schuljahr.
Herr Strüwer stellt fest,
dass man die Situation habe, dass es auch im Bereich des Offenen Ganztags eine
große Zahl von bedürftigen Eltern bzw. Kindern gebe. Er wisse von den Trägern des Offenen
Ganztags, dass diese eine große
Spendenakquise betrieben hätten, um auch diesen Kindern eine Teilnahme an den
Mahlzeiten zu ermöglichen.
Er bittet aus Sicht der Träger um eine Darstellung des Problems.
Herr Gebauer schildert die
Situation aus Sicht des Caritasverbandes.
Es habe sich in der Vergangenheit immer wieder die Frage gestellt, ob man
die Kinder ausschließen müsse, deren Eltern nicht in der Lage oder nicht bereit gewesen seien, den Euro
aufzubringen. Der Caritasverband habe dafür stille Paten eingeworben, die einen
Teil oder alles finanziert hätten.
Herr Fischer schildert die
Situation aus Sicht des CVJM.
Man habe die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die den Euro bezahlten
wollten, sich sehr bemühten. Das Geld werde aber dann bezahlt, wann man es über
habe. Im Offenen Ganztag habe man ein einigermaßen überschaubares System. Im
Bereich der weiterführenden Schulen stellten sich viele offene Fragen. Man sei
im Moment dabei, ein System zu entwickeln, mit dem man einigermaßen auf der
sicheren Seite sei. Man könne sich aber nicht mit einer Schnellvorlage dafür
oder dagegen entscheiden. Man müsse sich überlegen, wie das organisiert werden
solle.
Dr. Schmidt appelliert an
eine pragmatische Vorgehensweise. Bevor
man überlege, ob es sich um 25% oder 30% handele, bleibe festzustellen, dass
man auch die 25 % nicht habe. Die Frage bleibe zu klären, wie man an eine
solche Größenordnung drankomme.
Es bliebe ein Anteil von 100.000 €, der trotz Sparkassenspende
nicht in der Kalkulation drin sei. Die Co-Finanzierung durch die Eltern sei
auch nicht gesichert. Der Hinweis von Herrn Fischer, dass man das nicht mit
einer Kurzvorlage entscheiden könne, sei richtig. Er bäte, die heutige Runde
als Einstiegsdiskussion und als Auftrag an die Verwaltung zu betrachten,
weitere Spenden einzuwerben.
Mit diesem Vorschlag erklärt sich Herr Strüwer einverstanden. Es sei wichtig, über Zahlen zu sprechen, die
nachvollziehbar seien. Man könne sich nur auf die Schulen beschränken, die
Mittagstisch hätten. Er bittet die Schulverwaltung herauszufinden, wie die Situation
an den konkreten Schulen tatsächlich eingeschätzt wird. Parallel dazu schlägt er vor, für eine
gewisse Planungssicherheit ein Gespräch mit der Sparkasse bezüglich der
Verwendung der zukünftigen Sparkassenspende zu führen.
Herr Fischer empfiehlt im
Hinblick auf die Beantragung des Rüttger-Euros, zunächst das nächste Schuljahr
anzugehen. Bis dahin hätte man zumindest ein paar verlässliche Eckdaten.
Herr Kortmann gibt zu
bedenken, dass man dann mehr Bedürfnisse und weniger Bedarfe abfrage. Den
Abschnitt 3 wolle er zunächst auch ausblenden wollen. Er empfehle auch, zwei
Wege zu gehen. Einerseits stelle man fest, man habe im Moment die Bedarfe für
die Offenen Ganztagsschulen und die Förderschulen im Bereich des Offenen
Ganztages. Man werde noch rund 35.000
€ jährlich für die Gesamtschulen und gebundenen Ganztagshauptschulen
brauchen. Im Frühjahr des nächsten Jahres könne man dann sehen, wie sich diese
Ganztagsoffensive anließe und was an
Eckdaten herauszufinden sei. Dann könne man rechtzeitig noch einmal gemeinsam
beraten und für das Schuljahr 2009/10 beantragen.
Herr Dr. Schmidt würde das
Problem gern ganzheitlich angehen und Abschnitt 3 mit in die Betrachtung
nehmen. Es gehe immerhin um 200.000 € Eigenanteil der Stadt Hagen.
Er würde dringend empfehlen, keine großen Abfragen zu machen. Zunächst
solle man in den zwei nächsten Monaten schauen, ob es überhaupt eine Chance
gebe, jemanden zu finden, der das für einen überschaubaren Zeitraum finanziell
übernähme.
Herr Strüwer hält es für
wichtig, rückzukoppeln, wenn es einen Alarmruf bezüglich bedürftiger Kinder
gebe. Dann finde man immer Möglichkeiten, zu helfen. Es sei ihm ein Anliegen,
dass auch unterversorgte Kinder kurzfristig Berücksichtigung fänden.
Er unterstütze den Vorschlag von Herrn Dr. Schmidt, in den nächsten 2 bis
3 Monaten grundsätzliche Dinge darzustellen bei gleichzeitigem Bemühen, für
zwei Jahre eine Finanzierung hinzubekommen.
Herr Schledorn fragt nach,
warum man zum Beispiel bei der Fritz-Steinhoff-Gesamtschule, die schon immer
einen Mittagstisch anböte, nicht konkret nachfrage, anstatt die Zahlen zu
schätzen. Man könne doch in Erfahrung bringen, wie die Schulleitungen mit den
Schülern umgehen, deren Eltern das Geld für den Mittagstisch nicht aufbringen
könnten.
Herr Finkensiep fragt
nach, ob es richtig sei, dass es für Abschnitt 3 im Moment keine Erlasslage
gebe. Er verstehe das so, dass doch erst einmal der Erlass geändert werden
müsse, um den „Rüttgers-Euro“ zu bekommen. Gebe es irgendwelche
Signale in diese Richtung?
Auf die Anregung von Herrn Schledorn erwidert Herr Kortmann, dass
das Problem sei, dass von über 1000
Schülern im Schnitt nur ca. 50 das Mittagessen in der Mensa einnähmen. Die
Erfahrung zeige, dass das ab dem Jahrgang 5 dramatisch wegbreche. Die Kinder nähmen dann andere Möglichkeiten
der Nahrungsbeschaffung wahr.
Bezüglich der Frage von Herrn Finkensiep teilt er mit, dass der neue
Erlass noch nicht da sei. Aus dem Ministerium gebe es bisher nur vage
Andeutungen in diese Richtung.
Herr Fischer regt an, Grundlagenforschung
zu betreiben, warum denn nur so wenig Schüler an dem Mittagessen teilnähmen.
Das Schulverwaltungsamt könne gar keine Zahlen vorlegen, weil die
Voraussetzungen, nach denen gefragt werden soll, gar nicht existieren.
Herr Strüwer formuliert
den Auftrag an die Schulverwaltung, Grundlagenforschung zu betreiben, wie es
hier in den Schulen aussieht und Vergleichsbeispiele in der näheren Region zu
finden. Darüber hinaus sollen Gespräche mit verlässlichen potentiellen Sponsoren
geführt werden. Im März wolle man dann auf Grundlage der neuen Erkenntnisse
erneut darüber diskutieren. Bis dahin gebe es auch eine klare Erlasslage.
Damit sind die Ausschussmitglieder einverstanden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
21,4 kB
|
