12.11.2008 - 4.7 Bürgerantrag zur Einrichtung eines Boule- Platz...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.7
- Sitzung:
-
Sitzung des Beschwerdeausschusses
- Datum:
- Mi., 12.11.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Elke Kramer
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Romberg ruft den Bürgerantrag auf. Der Antragsteller ist anwesend und berichtet,
dass die Boule- Spieler/innen seit drei Jahren regelmäßig auf dem Platz hinter
Café Busche auf Emst spielen. In letzter Zeit sei es verstärkt dazu gekommen,
dass der Platz vorwiegend freitags und samstags von Jugendlichen benutzt werde,
um sich dort zu treffen und Alkohol zu konsumieren. Dies führe zu Belästigungen
der Anwohner/innen und zu erheblichen Verunreinigungen und Schäden. Um danach
überhaupt auf der Anlage spielen zu können, müssten umfangreiche Säuberungen
durchgeführt werden. Mittlerweile hätten die Anwohner/innen Angst, die Polizei
zu rufen. Er bitte deshalb darum, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen und dafür
zu sorgen, dass regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden. Herr Romberg
meint, dass dies ja schon fast ein neuer Antrag sei. Der Ausschuss habe sich
aufgrund des Bürgerantrags eigentlich mit der Frage zu beschäftigen, ob ein
neuer Boule- Platz angelegt oder die bestehende Anlage ausgebaut werden soll.
Die bisherigen Auffassungen, die zu diesem Thema vertreten würden, wiesen
allerdings in die Richtung, dass weder für eine neue noch für den Ausbau der bestehenden
Anlage im städtischen Haushalt Mittel zur Verfügung gestellt werden könnten. Herr
Heider stimmt dem zu, würde es jedoch für richtig halten, den Bürgerantrag
an den Sport- und Freizeitausschuss zu überweisen. Herr Linke, Sportamt,
führt aus, dass das Sportamt für den Boule-Platz eigentlich nicht zuständig
sei, da es sich um keine öffentliche Sportanlage handle. Er habe sich im Zuge
der letzten Sitzung mit dem Antragsteller unterhalten, dabei sei geklärt
worden, dass die Spieler/innen die sanitären Anlagen der Bezirkssportanlage
Emst mit nutzen können. Weitergehende Zusagen könnten nicht gemacht werden. Ein
Ausbau der bestehenden oder der Bau einer neuen Anlage sei aus dem Etat des
Sportamtes nicht zu finanzieren. Aufgrund der finanziellen Situation der Stadt
gebe es auf fast allen Sport- und Freizeitanlagen einen immensen
Investitionsstau, an den Neubau von Anlagen sei nicht zu denken. Herr
Romberg möchte wissen, ob die Boule-Spieler/innen inzwischen in einem
Verein organisiert seien. Herr Linke antwortet, dass dies seiner
Kenntnis nach nicht der Fall sei. Darauf meint Herr Romberg, dass es
überhaupt nicht möglich sein dürfte, Zuschüsse oder Fördermittel für den Ausbau
der Anlage zu organisieren, wenn die Spieler/innen keinem Verein angehörten, die
Sportförderung sei nun einmal vereinsorientiert. Der Antragsteller
ergreift noch einmal das Wort und fragt, warum in anderen Städten das Thema
Demografie aufgegriffen und mehr für den Sport mit Älteren getan werde, in dem zum Beispiel Boule-Plätze angelegt würden und
dies in Hagen nicht möglich sei. Darauf antwortet Herr Romberg, dass die
Finanzlage nicht alles zulasse, was wünschenswert sei. Herr Haneke,
Fachbereich Grünanlagen und Straßenbetrieb, erläutert, dass die Stadt Hagen die
demografische Entwicklung auf vielen Ebenen berücksichtige. Um dem Wunsch des Antragstellers
zu entsprechen, sei den Boule- Spieler/innen eine öffentliche Fläche zur Verfügung
gestellt und als Spielanlage hergerichtet worden. Die Anlage sei inzwischen
auch erweitert und mit Bänken ausgestattet worden. Dies entspreche zwar nur
minimalen Anforderungen, mehr könne aber derzeit in diesem Bereich nicht getan
werden. Sofern der Antragsteller in den eigenen Reihen Sponsoren finden würde
sei man gern bereit, logistische Unterstützung zu leisten. Frau
Priester-Büdenbender greift diesen Beitrag auf und ermuntert den
Antragsteller dazu, sich mit den übrigen Spieler/innen zusammen zu schließen
und einen Verein zu gründen bzw. sich einem bestehenden anzuschließen. Die
Vereine verfügten heute über sehr viele Möglichkeiten, selbst entsprechende
Anlagen zu finanzieren und hierfür Fördermittel auf verschiedenen Ebenen zu
beantragen. Herr Heider meint, dass sich die Spielergemeinschaft dann
auch an die Bezirksvertretung Mitte wenden und einen Zuschuss zum Betrieb der
Anlage beantragen könnte. Herr
Schisanowksi stellt die Frage, ob die Boule-Spieler/innen bei der Unterhaltung
der Anlage von der Verwaltung unterstützt werde. Herr Haneke bejaht
diese Frage. Die Anlage werde von der zuständigen Dienststelle zusammen mit den
Spieler/innen betreut. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut, wenn auch
tatsächlich in der letzten Zeit sehr häufig Fälle von Vandalismus vorgekommen
seien. Herr Kurrat greift die vorhergehenden Wortbeiträge auf und meint,
er könne sich gut vorstellen, die Anlage eines Boule Platzes in ein Konzept
aufzunehmen, wie es vor Kurzem in der Bezirksvertretung Mitte diskutiert worden
sei. Dort gebe es Überlegungen, im Hagener Norden einen sogenannten
Seniorenspielplatz einzurichten. Möglicherweise käme dies auch für den Bezirk
Mitte in Frage. Voraussetzung sei allerdings in der Tat, dass sich die
Spieler/innen in einem Verein organisierten. Herr Romberg hält dies für
eine gute Idee und fasst als Ergebnis der Beratung zusammen, dass den
Boule-Spieler/innen zu empfehlen sei, sich im Verein zu organisieren, um
anschließend mit ihren Vorstellungen an die zuständigen Gremien, zum Beispiel
an die Bezirksvertretung Mitte, heranzutreten. Ansonsten könne der Bürgerantrag
für erledigt erklärt werden. Über diesen Antrag lässt Herr Romberg abstimmen.
Beschluss:
Der Bürgerantrag wird für erledigt erklärt.
Dem Antragsteller und der Gemeinschaft der Boule- Spieler/innen wird
empfohlen, sich entweder einem bestehenden Sportverein anzuschließen oder einen
eigenen Verein zu gründen, um bessere Voraussetzungen zur Unterstützung ihrer
sportlichen Aktivitäten zu schaffen.
