10.06.2008 - 6.2 Konsolidierung des städtischen HaushaltsErstes ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.2
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hagen-Mitte
- Datum:
- Di., 10.06.2008
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- VB 1/M
- Bearbeitung:
- Sonja Schwarzbach
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Hinweis der
Schriftführerin:
Ein Schreiben des Schulleiters der Realschule Emst vom 30.05.2008 ist als
Tischvorlage ausgelegt und als Anlage 5 Gegenstand der Niederschrift.
Berichterstatter. Herr Prof. Dr. Bajohr
Auf Bitte von Herrn Glaeser, stellt Herr Prof. Dr. Bajohr ausführlich die
dramatische finanzielle Situation der Stadt Hagen, anhand der in der
Verwaltungsvorlage genannten Zahlen dar.
Wegen dieses Tatbestandes drohe der Stadt wahrscheinlich zum Jahr
2009/2010 eine Überschuldung, die eine selbständige Handlungsweise unmöglich
mache.
Aus diesen Gründen müsse man alles tun, um diesen Zustand so kurz wie
möglich zu halten.
Herr Löwenstein hält es
für dringend erforderlich, die Kosten der Stadt zu senken, meint aber, dass das
strukturelle Defizit durch das Sparpaket nicht verringert werde.
Er befürchtet, dass die zusätzlichen Zinsen höher als die Einsparungen
ausfallen werden. Ebenso sieht Herr Löwenstein einen Imageschaden für die
Stadt, wenn alle Einsparungen durchgeführt werden und potentielle Investoren
von der Situation abgeschreckt werden.
Auch nach Meinung von Herrn Stroschein bestehe bei der jetzigen
Finanzsituation der Stadt dringender Handlungsbedarf. Hierzu fehle dem
Sparpaket jedoch das klare Konzept. Es handele sich um eine zufällige
Ansammlung von Sparvorschlägen ohne ein wirkliches Konzept zu erkennen. Die
Ratsfraktion „Bürger für Hagen“ habe schon in den vergangenen
Haushaltsberatungen Konzepte für Einsparungen vorgelegt, die jedoch nur unzureichend
Berücksichtigung fanden.
Die Bürger würden weiterhin zur Kasse gebeten, wobei die Verwaltung noch
über ein üppiges Personalpolster verfügt, dass zu reduzieren sei.
Herr Glaeser ruft nun verschiedene Punkte des Sparpaketes, wie
interfraktionell besprochen auf und lässt über diese diskutieren und abstimmen.
zu OB-09 Reduzierung
Zahl der Bezirksvertretungen
Nach dem Willen der CDU-Fraktion soll die Anzahl der Bezirksvertretungen
auch die historisch gewachsenen Stadtteile widerspiegeln. Herr Löwenstein regt
an, die Einsparungen durch andere Maßnahmen, z.B. der Reduzierung der
Mitgliederanzahl, jedoch nicht mit der Reduzierung der Anzahl der
Bezirksvertretungen, zu erreichen.
Bei der Höhe der bezirksbezogenen Mitteln sei man mit einem Verzicht auf
den kreditfinanzierten Teil einverstanden, also eine Reduzierung auf 30.000
€.
Herr Homm empfindet im Namen der SPD-Fraktion das Sparpaket grundsätzlich
als Stückwerk und möchte die historischen Zuschnitte der Bezirksvertretungen
nicht verändert wissen. Die Anzahl der Bezirksvertretungen soll bleiben und
auch der Verringerung der bezirksbezogenen Mittel werde nur unter Protest
zugestimmt.
Herr Löwenstein erhebt einen Beschlussvorschlag zum Antrag, über den Herr
Glaeser abstimmen lässt.
Beschluss:
Die Reduzierung der Zahl der Bezirksvertretungen
von 5 auf 3 wird abgelehnt.
Die Bezirksvertretung
Hagen-Mitte bittet den Rat unter Beachtung der bestehenden Siedlungsstruktur
eine Konzeption zu erarbeiten, die auch bei Beibehaltung der Anzahl der
Bezirksvertretungen das beabsichtigte Sparziel erreicht.
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Abstimmungsergebnis: |
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X |
Einstimmig beschlossen |
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Dafür: |
|
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Dagegen: |
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Enthaltungen: |
zu 20-04
und 20-05 Abbau/ Reduzierung Zuschuss
Toilettenanlagen
Herr Glaeser bringt seine Verwunderung über die Schließung der
öffentlichen Toilettenanlagen am Johanniskirchplatz ohne politischen Beschluss
zum Ausdruck. Die HEB öffnet die Toiletten nur noch an Samstagen.
Herr Homm schließt sich dieser Meinung an und regt an, eventuell einen
privaten Betreiber für die städtischen Toilettenanlagen zu finden.
Es werden keine Anträge gestellt.
zu 45-06 Übergang des Hohenhofs in private Trägerschaft
Herr Thormählen erinnert an einen Vertrag, wonach die Stadt Hagen verpflichtet
sei, den Hohenhof insgesamt zu erhalten.
Frau Grebe sieht da keine Hindernisse, dieses zu gewährleisten.
Herr Thormählen und Frau Richter erfragen die Gründe für die sehr hohen
Energie- und Reinigungskosten, die entstanden seien. Frau Grebe erwidert, dass
es sich hier um Zahlen handele, die durch die GWH ermittelt wurden.
Es werden keine Anträge gestellt.
zu 32-01 Stelleneinsparungen Ordnungsamt
Herr Homm sieht diesen Einsparungsvorschlag als sehr problematisch an.
Wenn die Hälfte der Außendienststellen gestrichen werde, finde auch keine
Schwarzarbeitsermittlung mehr statt.
Herr Prof. Dr. Bajohr begründet die Streichung mit der Entbehrlichkeit
dieser Aufgabe, da hier der Zoll zuständig und die Aufgabe damit eine Aufgabe
des Bundes sei.
An der Diskussion über die Einsparung von Personal bei der
Ordnungspartnerschaft beteiligen sich die Herren Glaeser, Stroschein, Tropitz,
Homm, Löwenstein und Frau Richter sowie Herr Prof. Dr. Bajohr und Herr Liedtke
für die Polizei.
Seitens der Bezirksvertretung wird überwiegend die Meinung vertreten,
dass die Ordnungspartnerschaft mit der Streichung weiterer Stellen nicht mehr
aufrecht erhalten werden könne. Da es sich jedoch um eine sehr wichtige
öffentliche Aufgabe handele, sollen die Stellen erhalten bleiben.
Auf Bitte von Herrn Glaeser nimmt Herr Liedtke aus Sicht der Polizei ausführlich
zu den Stelleneinsparungen in diesem Bereich Stellung. Er betont in seinen
Ausführungen, dass ohne den Partner Ordnungsamt, die anfallenden Aufgaben
alleine von der Polizei nicht erledigt werden können. Diese Stelleneinsparungen
hätten somit automatisch den Wegfall der Ordnungspartnerschaft zwischen dem
Ordnungsamt und der Polizei zur Folge.
Lediglich Herr Stroschein empfindet die Stellen, angesichts des
Einsparzwanges in diesem Bereich, als entbehrlich.
Herr Glaeser beantragt zu diesem Punkt den Wortlaut aus dem Beschluss der
Bezirksvertretung Haspe zu übernehmen und lässt darüber abstimmen:
Beschluss:
Die vorgeschlagenen Stellenstreichungen bei der Stadtsauberkeit und der Ordnungspartnerschaft werden abgelehnt.
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Abstimmungsergebnis: |
|
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X |
Einstimmig beschlossen |
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Dafür: |
15 |
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Dagegen: |
0 |
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Enthaltungen: |
0 |
Herr Homm stellt den Antrag, auch die geplanten Stelleneinsparungen im Bereich
der Schwarzarbeitsermittelung abzulehnen.
Herr Glaeser lässt über diesen Antrag abstimmen.
Beschluss:
Die vorgeschlagenen Stellenstreichungen bei den Außendienstmitarbeitern für Schwarzarbeitsermittlung werden abgelehnt.
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Abstimmungsergebnis: |
|
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X |
Mit Mehrheit abgelehnt |
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Dafür: |
5 |
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Dagegen: |
10 |
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Enthaltungen: |
0 |
zu 67-03 Neuausrichtung der Grünflächen
Frau Richter und Herr Homm kritisieren diese Einsparungsmaßnahme
ausdrücklich. Nicht nur das Stadtbild würde negativ beeinflusst, sondern auch
der Luftreinhaltung würden diese Pläne entgegenstehen. Herr Homm beantragt zu
diesem Punkt den Beschluss der Bezirksvertretung Haspe zu übernehmen.
Herr Grothe macht deutlich, dass es sich hier nicht um die Wegnahme
luftrelevanter Grünflächen handelt, sondern dass auf kostenintensive
Wechselbepflanzung in Kübeln und Beeten verzichtet werden solle.
Herr Glaeser lässt über den Antrag von Herrn Homm abstimmen:
Beschluss:
Die Neuausrichtung der Grünflächenpflege im Stadtbezirk Mitte wird abgelehnt.
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Abstimmungsergebnis: |
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|
X |
Einstimmig beschlossen |
|
Dafür: |
15 |
|
Dagegen: |
0 |
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Enthaltungen: |
0 |
zu OB-BC
03 und 04 Zuschuss- und
Liniennetzreduzierung ÖPNV
Herr Homm und Frau Richter machen deutlich, dass diese Einsparungen zu
erheblichen Einschnitten im Fahrplan des öffentlichen Personennahverkehrs
führen werden. Diese Maßnahme sei auch für den geplanten Luftreinhalteplan und
die Lebensqualität der Bürger kontraproduktiv.
Herr Homm stellt den Antrag, dem Rat der Stadt Hagen zu empfehlen, das
Liniennetz in der jetzigen Form zu erhalten.
Herr Grothe gibt zu bedenken, dass bei der Höhe der geplanten
Einsparungen der Linienplan in der bisherigen Form wahrscheinlich nicht
beibehalten werden könne. Es gäbe einen Ratsbeschluss vom 30.08.2007 nachdem
bis Oktober 2008 eine Vorlage erstellt werden solle, aus der hervorgeht, wie
das Einsparvolumen von 2 bis 4 Mio. € erreicht werden könne. Man könne
jedoch empfehlen die Erreichbarkeit des gesamten Stadtgebietes zu
gewährleisten.
Über den so formulierten Beschlussvorschlag lässt Herr Glaeser abstimmen.
Beschluss:
Der Rat wird gebeten, bei den geplanten ÖPNV-Einsparungen sicherzustellen, dass eine gute Erreichbarkeit des Stadtgebietes für möglichst viele Nutzer sichergestellt bleibt.
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Abstimmungsergebnis: |
|
|
X |
Einstimmig beschlossen |
|
Dafür: |
15 |
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Dagegen: |
0 |
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Enthaltungen: |
0 |
Anschließend lässt Herr Glaeser über den Beschlussvorschlag der
Verwaltung mit den oben beschlossenen Änderungen abstimmen.
Beschluss:
Die Bezirksvertretung
Hagen-Mitte stimmt den Maßnahmenvorschlägen des ersten Sparpaketes mit
folgenden Änderungen zu:
1) OB-09 Reduzierung
Zahl der Bezirksvertretungen
Die
Reduzierung der Zahl der Bezirksvertretungen von 5 auf 3 wird abgelehnt.
Die Bezirksvertretung Hagen-Mitte bittet den Rat
unter Beachtung der bestehenden Siedlungsstruktur eine Konzeption zu
erarbeiten, die auch bei Beibehaltung der Anzahl der Bezirksvertretungen das
beabsichtigte Sparziel erreicht.
2) 32/01 Stelleneinsparungen Ordnungspartnerschaft
und Stadtsauberkeit
Die vorgeschlagenen
Stellenstreichungen bei der Stadtsauberkeit und der Ordnungspartnerschaft
werden abgelehnt.
3) 67/03 Neuausrichtung der Grünflächenpflege
Die Neuausrichtung der Grünflächenpflege im
Stadtbezirk Mitte wird abgelehnt.
4) OB/BC
03/04 Zuschuss- und Liniennetzreduzierung
ÖPNV
Der Rat wird gebeten,
bei den geplanten ÖPNV-Einsparungen sicherzustellen, dass eine gute
Erreichbarkeit des Stadtgebietes für möglichst viele Nutzer sichergestellt
bleibt.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
2,4 MB
|
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
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(wie Dokument)
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274,6 kB
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