14.11.2007 - 2 Verlängerung der Budgetvereinbarungen mit den v...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 14.11.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 41 Kulturbüro
- Bearbeitung:
- Angelika Josten
Wortprotokoll
Herr Gerbersmann erinnert, der Rat habe aufgrund der Vorgaben des Innenministeriums
den schrittweisen Abbau von freiwilligen Leistungen durch Beschluss definiert
und die Verwaltung beauftragt, für das Haushaltssicherungskonzept 2008 eine
pauschale Kürzung von 10 Prozent in
diesem Bereich vorzunehmen.
In der Folge habe man mit den Kulturzentren
entsprechende Verhandlungen geführt und als Ergebnis empfehle man nun, die
Verträge erst mit Wirkung vom 01.01.2009 anzupassen, weil die Kulturzentren
ihrerseits für das Jahr 2008 bereits vertragliche Verpflichtungen eingegangen
seien.
Er stellt auch klar, dass es sich um eine
vertragliche Anpassung handele und nicht um einen neuen Vertrag, diese
Anpassung solle eine Wirkung von vier Jahren entfalten. Dies sei kein einfacher
Vorschlag und man sei sich bewusst, dass die Kulturzentren eine wichtige Arbeit
leisten, die weit über den kulturellen Auftrag hinaus gehe, dennoch gebe es die
Notwendigkeit dieser Kürzungen. Allerdings sei dies Ergebnis aus seiner Sicht
an der Grenze des Vertretbaren.
Herr Hartmann empfindet die in der Vorlage enthaltene
Anpassung als ein recht großzügiges Angebot an die Kulturzentren.
Verwundert haben ihn jedoch die scharfen
Repliken der Zentren, die als Anlage der Vorlage beigefügt wurden. Er bezieht
sich auch auf den vorangegangenen nichtöffentlichen Gesprächstermin mit
Vertretern der Politik und den Zentren, wonach er mehr Entgegenkommen der
Zentren erwartet habe.
Frau Kramps unterbricht Herrn Hartmann und erinnert,
man habe sich untereinander geeinigt, dass dieses Gespräch nichtöffentlich bleiben solle, deshalb wolle sie
auch später in der nichtöffentlichen Sitzung darüber berichten.
Herr Hartmann stellt klar,
er wolle auch nicht aus diesem Gespräch zitieren.
Jedoch werde beispielsweise in der Stellungnahme des AllerWeltHauses ein Szenario
dargestellt, das er nicht nachvollziehen könne. Er bittet daher, darüber noch
einmal nachzudenken.
Auch auf die Pelmkeschule möchte er eingehen. Dort werde gerne mit den
niedrigen Preisen argumentiert. Dies sei ein heheres aber zugleich auch ein
ideologisches Ziel. Auf die Besucherzahl von 8.600 pro Jahr abgestellt, bedeute
eine Kürzung von 7.500 € einen Betrag von 0,90 € pro Besucher im
Jahr. Er meint, es müsse möglich sein, einen solchen Betrag aufzufangen.
Nun habe man ein Jahr Planungssicherheit, er bittet, sich
zusammenzusetzen und zu schauen, wie anderweitig Gelder zu generieren seien.
Ansonsten hält er die Vorlage für ein gutes Angebot an die Kulturzentren.
Herr Sondermeyer weist den
Vorwurf, ein Kulturzentrum oder eine andere Kultureinrichtung werde aus rein
ideologischen Gründen betrieben, deutlich zurück.
Er spricht den Zentren an dieser Stelle noch einmal ein Lob aus, denn sie
hätten sich in den letzten Jahren ganz massiv darum bemüht, die Kosten zu
reduzieren.
Zudem möchte er analog zum Theater auch für diesen Bereich wissen, an
welchen Stellen genau gekürzt werden solle. Pauschal einfach 10 Prozent zu
kürzen, funktioniere seiner Meinung nach nicht und deshalb werde seine Fraktion
diesen Beschlussvorschlag auch nicht mittragen
können.
Herr Fritzsche stellt für
seine Fraktion fest, dass man die Arbeit der Zentren sehr schätze. Mit den
Einsparungen der letzten Jahre sei schon die Schmerzgrenze überschritten
worden. Gerade auch die Pelmkeschule nehme eine soziokulturelle Funktion wahr,
die nicht in Mark und Pfennig bezifferbar sei. Seine Fraktion werde den
Kürzungen nicht zustimmen, da man die Befürchtung habe, eine Abwärtsspirale in
Gang zu setzen, die die Existenz dieser Kulturzentren gefährde.
Herr Hartmann geht auf Herrn
Sondermeyer ein und berichtigt, er habe nicht sagen wollen, dass die
Kulturzentren aus ideologischen Gründen betrieben werden. Er habe gemeint, wenn
man die Preise auf niedrigem Niveau halten wolle, obwohl der Markt das nicht
mehr hergebe, handele es sich um eine schöne Ideologie. Wenn es aber nicht
funktioniere, müsse man eben andere Wege gehen. Ein Weg könne schon sein, die
Eintrittspreise nur um einen Euro pro Besucher zu erhöhen.
Herrn Jobst geht es darum,
die dezentralen Kultureinrichtungen in unserer Stadt in ihrer Bedeutung zu
erhalten. Genau wie beim Theater gebe es Grenzen, bei deren Überschreitung man an die Substanz
gehe. An dieser Grenze sei man mit diesem Beschluss jetzt angelangt. Wenn man
die Zentren erhalten wolle, dürfe man über diesen Schritt nicht hinausgehen.
Herr Behm meint, man
befinde sich in einer sehr schwierigen Situation, wenn man für Einsparungen
plädiere, setze man sich leicht der Kulturfeindlichkeit aus. Es sei eine alte
Erfahrung, dass Einsparungen zu einem frühen Zeitpunkt an der richtigen Stelle
helfen, das Gesamte zu schützen. Der Appell zur Sparsamkeit an allen Stellen,
an denen Kulturarbeit geleistet wird, sei ein wichtiger Beitrag gerade zum
Erhalt dieser Einrichtungen.
Herr Sondermeyer gibt Herrn
Behm im Prinzip recht, stellt aber die Frage, wie weit es denn noch gehen solle, die
Kulturzentren hätten in den letzten Jahren bereits immer wieder einsparen
müssen.
Auch Herrn Millhoff fällt es sehr schwer, diesen
Beschlussvorschlag mitzutragen, es sehe aber auch keine andere Möglichkeit. Man
sollte die Wichtigkeit der Einrichtungen noch mehr nach Außen tragen und möglicherweise versuchen, in der
Bürgerschaft Gelder einzuwerben.
Frau Kramps bestätigt die
Aussage von Herrn Gerbersmann, dass man mit dieser Maßnahme an die
Grenzen des Vertretbaren gehe. Was hier passiere, sei sehr schmerzlich.
Der Auffassung von Herrn Hartmann, es handele sich hier um ein
gutes Angebot an die Zentren, kann sie nicht folgen. Sie erinnert nur zur
Klarstellung an die letzte Runde, in der die Verwaltung und auch die Politik
zusammengesessen und versprochen haben, keine weiteren Einsparungen mehr
vorzunehmen.
Wie eingangs erwähnt, soll die Beschlussfassung im nichtöffentlichen Teil
der Sitzung erfolgen, der Beschluss werde aber natürlich unverzüglich
öffentlich gemacht.
Anlagen zur Vorlage
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