18.04.2007 - 6.1 Teilschulentwicklungsplanung Grundschulen Stadt...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
- Datum:
- Mi., 18.04.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB40 - Schule
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
An der folgenden Diskussion beteiligen sich die Herren Dr. Lemme, Schulz
(SPD), Priester, Neuhaus, Dahme, Wölm, Springiewicz, Heimhard, Dr. Bleicher, Frau
Priester-Büdenbender, Frau Ellner und von der Verwaltung Herr Hermann vom Amt
für Schulverwaltung und Hochschulwesen.
Herr Dr. Lemme erklärt zur Situation bezüglich des neuen Landesrechtes,
dass heute die Eltern bestimmen können, welche Schule ihr Kind besuchen soll.
So sei es gerade wichtig, die Vielzahl der Standorte aufrecht zu
erhalten, indem man die Verbundschulen einrichtet. Würde dies nicht geschehen,
so könne man in wenigen Jahren dazu gezwungen werden, aufgrund des Absinkens
der Anmeldezahlen auf nur einen Zug, diese Schule zu schließen. Dies entspreche
dem Landesrecht. Ausnahme seien die Schulen im ländlichen Raum. Gerade hier müsse
von der Möglichkeit Gebrauch gemacht werden, eine Verbundschule einzuführen, um
einer möglichen Schulschließung, aufgrund zurückgehender Anmeldezahlen,
vorzubeugen.
Aus diesem Grund befürwortet Herr Dr. Lemme die Einführung der
Verbundschulen.
Frau Priester-Büdenbender vertritt in dieser Frage eine andere Meinung.
Zunächst sei das angesprochene Landesrecht eine Kann-Vorschrift. Bezüglich der
Standortsicherung kommt bei Frau Priester-Büdenbender die Frage auf, warum ein
Teilstandort Rummenohl eingeführt werden soll, wenn gleichzeitig eine
wohnortnahe Versorgung für die Kinder gefordert werde. Dies ergebe keinen Sinn.
Vorerst müsse doch über die Schulen, die diese Regelung für sich in
Betracht ziehen, diskutiert werden. Für die bisher gut funktionierenden Schulen
wie die in Rummenohl und Dahl, sei eine solche Regelung jedoch nicht
erforderlich. Gerade aufgrund der gefallenen Grundschulbezirke biete sich nun
die Chance, dass noch weitere Anmeldungen hinzukommen.
Weiterhin werde aufgrund der Einführung über Einsparungen gesprochen. Was
den
städtischen Haushalt betreffe, so könne man nur mit einer Schulschließung
ca. 300 000 Euro einsparen, weil dieser Betrag etwa die Unterhaltungskosten
ausmache.
Frau Priester-Büdenbender appelliert an die Offenheit den Bürgern
gegenüber. So solle man aufrichtig die möglichen Konsequenzen im Zusammenhang
mit der Beibehaltung der Selbstständigkeit einer Schule sprechen, nämlich dass
es auch passieren könne, dass eine Schule aus den genannten Gründen in wenigen
Jahren geschlossen werden muss. Obwohl es also keine erkennbaren Vorteile bringt,
die Schule in Rummenohl als Teilstandort einzurichten, wird jedoch davon
gesprochen, dass die Einführung einer Verbundschule auch eine Standortsicherung
bedeutet.
Frau Priester-Büdenbender bittet deshalb darum, über jeden Verbundvorschlag
einzeln abstimmen zu lassen. Es spreche nichts dagegen, dem Verbund bei den
Schulen zuzustimmen, die diesen auch wollen.
Herr Schulz (SPD) bringt zum beabsichtigten Verbund der Schulen in Eilpe
und Delstern zum Ausdruck, dass seit Aufhebung der Schulgrenzen, die Delsterner
Schule nunmehr erfolgreicher dastehe, als die in Eilpe. So sei es ebenfalls
nicht einzusehen, warum die Delsterner Schule nun ein Teilstandort der Eilper
Schule werden soll. Erkennbare Vorteile seien auch hier nicht gegeben.
Herr Hermann stellt dazu mitteilend klar, dass Schulen nicht willkürlich
zusammengelegt werden können. Das Schulgesetz formuliere es als eine
Soll-Vorschrift. Somit sei es eine grundsätzliche Verpflichtung der Kommune,
für konkret die Schulen, die weniger als 192 Schüler haben, darüber
nachzudenken und entsprechende Vorschläge zu unterbreiten, zumal die
Mindestanzahl der Schüler an keiner Schule im Stadtgebiet Eilpe/Dahl erreicht
werde. Diese Vorlage sei nunmehr das Ergebnis des gesetzlichen Auftrages.
Frau Priester-Büdenbender ist der Auffassung, dass dies nicht zur
Stärkung der Infrastruktur, insbesondere die der Außenbezirke beitrage.
Zudem wundert sich Frau Priester-Büdenbender über die in der Vorlage
aufgeführte Beratungsfolge, in der als letztes beschlussfassendes Gremium der
Schulausschuss stehe. Ihrem Erachten nach seien Grundschulen Angelegenheiten
der Bezirksvertretungen, in Angelegenheiten mit besonderem Ausmaß müsse der Rat
entscheiden.
Herr Hermann teilt dazu mit, dass der Tenor des Beschlussvorschlages
nicht der endgültige Beschluss zur Umstrukturierung einer öffentlichen
Einrichtung im Sinne der Gemeindeordnung sei.
Herr Wölm ist ebenfalls der Auffassung, dass bereits in dieser Vorlage
der Rat für die Beschlussfassung zuständig sei.
Herr Neuhaus versucht deutlich zu machen, dass sich die CDU-Fraktion
bisher immer für die Grundschulen, insbesondere in Rummenohl und Dahl,
eingesetzt habe. Auch habe man sich dafür stark gemacht, dass Ganztagsbetrieb in
Rummenohl eingeführt wurde. Man könne der Verwaltung doch keinen Vorwurf daraus
machen, dass diese sich nun Gedanken um das weitere Bestehen der jeweiligen
Standorte macht.
Zumal die vertretene Ratsfraktion der SPD im Schulausschuss eine ganz
andere Meinung dazu gehabt habe, als die, die nun hier zum Ausdruck komme.
Herr Dahme teilt dazu mit, dass die Entscheidung der SPD-Ratsfraktion als
auch die der Mitglieder im Schulausschuss bisher noch nicht gefallen ist.
Außerdem könne man dennoch das Recht in Anspruch nehmen, eine möglicherweise
andere Meinung zu vertreten, zumindest in der Bezirksvertretung.
Ansonsten scheine doch Einigkeit über die Erhaltung der Schulstandorte
gegeben. Vielmehr bestehe Uneinigkeit über den einzuschlagenden Weg dahin.
So bestehe eine erheblich größere Gefahr darin, dass ein Teilstandort geschlossen
werde. Dies könne ein erster Schritt sein, der eine mögliche Schulschließung
erleichtern würde, da diese bereits als Teilstandort geführt werde. Auch aus
Sicht der Eltern, die nun frei entscheiden können, welche Schule ihr Kind
besuchen soll, stelle man sich eher die Frage, ob diese Schule auf Dauer
Bestand habe.
Aus diesem Grund plädiert die SPD-Fraktion gegen die Einführung der
Teilstandorte Rummenohl und Delstern.
Frau Ellner teilt mit, sich bei der Abstimmung zu enthalten. Sie möchte
sich zunächst informieren, indem sie Gespräche mit den Rektoren führen will.
Auch Herr Dr. Lemme hat Bedenken dahingehend, dass nicht vorgegangen
werde, wie von der Verwaltung vorgeschlagen und teilt aus diesem Grund mit,
sich ebenfalls enthalten zu wollen. Darüber hinaus versucht Herr Dr. Lemme
deutlich zu machen, dass die vom Land vorgeschlagene Regelung zweifellos die
richtigere sei - diese den Elternwille und den Schulstandort garantiere.
Herr Springiewicz teilt mit, dass er den Willen der Eltern als vorrangig
betrachte und somit zum jetzigen Zeitpunkt dem Vorschlag der Verwaltung nicht
zustimmen werde.
Darüber hinaus schlägt Herr Springiewicz vor, die Entwicklung für etwa
drei Jahre abzuwarten, um dann erneut darüber zu beraten.
Herr Dahme möchte die tatsächlichen Vorteile für die Einführung von
Teilstandorten beantwortet wissen. Würde ein Auffüllen von Klassen aus anderen
Standorten nicht gegen die Aufhebung der Schulgrenzen sprechen, sodass Eltern
wohlmöglich aufgrund fehlender Schülerzahlen dazu gezwungen würden, ihre Kinder
zu einem anderen Standort, als den frei gewählten, zu schicken.
Herr Hermann teilt dazu mit, dass das Ziel des Ministeriums sei,
leistungsfähige Grundschulen zu haben. Das Ideal seien hierbei 8 Klassen mit
jeweils 28 Schülern – also insgesamt 192 Schüler. Alle Schulen, die diese
Zahlen nicht erreichen, sollen entsprechend angeschlossen werden. Die Chance,
die Mindestanzahl einer Klasse von 18 Schülern zu erreichen, sei mit der
Einführung von Teilstandorten größer.
Zudem sei im Bereich Eilpe/Dahl von den fünf Schulen möglicherweise bis
zum Sommer noch eine Schulleiterstelle besetzt. Aufgrund der Unattraktivität
dieser Stellen, ist es besonders schwierig diese Stellen wieder zu besetzen.
Darüber hinaus habe die Verwaltung mit dem Vorschlag zu Schule
Franzstraße versucht, notwendige Baumaßnahmen in Höhe von rund 1 Mio. Euro an
der August-Hermann-Franke-Schule zu kompensieren. Dort müsse ansonsten
möglichst zügig Schulraum ausgeweitet werden. Herr Hermann bittet darum, dies
ebenfalls zu bedenken.
Herr Dr. Bleicher sichert im Bezug auf die Beratungsfolge die Überprüfung
zu, ob zum jetzigen Zeitpunkt ein Beschluss vom Rat erfolgen muss oder kann.
Weiterer Diskussionsbedarf besteht nicht, sodass wie folgt abgestimmt
wird:
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl empfiehlt dem Schulausschuss folgenden
Beschluss zu fassen:
Der beabsichtigten schulorganisatorischen Maßnahme,
a)
Errichtung
einer Grundschule "Volmetal" im Verbund mit den Standorten
Rummenohl (Teilstandort) und Dahl wird
zugestimmt.
|
Abstimmungsergebnis: |
|
|
X |
Einstimmig abgelehnt |
|
Dafür: |
|
|
Dagegen: |
|
|
Enthaltungen: |
Der beabsichtigten schulorganisatorischen Maßnahme,
b)
Errichtung
einer Grundschule "Eilpe/Delstern" im Verbund mit den Standorten
Delstern (Teilstandort) und Eilpe wird
zugestimmt.
|
Abstimmungsergebnis: |
|
|
X |
Einstimmig abgelehnt |
|
Dafür: |
0 |
|
Dagegen: |
11 |
|
Enthaltungen: |
2 |
Der beabsichtigten schulorganisatorischen Maßnahme,
c)
Errichtung
einer Grundschule "Oberhagen" im Verbund mit den Standorten
Franzstraße 77 (Teilstandort) und Schulstrasse
wird zugestimmt.
|
Abstimmungsergebnis: |
|
|
X |
Mit Mehrheit beschlossen |
|
Dafür: |
10 |
|
Dagegen: |
1 |
|
Enthaltungen: |
2 |
Des Weiteren beauftragt die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl die Verwaltung,
nach Ablauf von 3 Jahren die Teilschulentwicklungsplanung der Grundschulen im
Stadtbezirk Eilpe/Dahl neu zu bewerten und diese der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
sowie den weiteren beteiligten politischen Gremien in Form einer
Verwaltungsvorlage erneut vorzustellen.
|
Abstimmungsergebnis: |
|
|
X |
Einstimmig beschlossen |
|
Dafür: |
12 |
|
Dagegen: |
0 |
|
Enthaltungen: |
1 |
Die Sitzung wird für eine Pause von 17:22 – 17:30 Uhr unterbrochen.
