20.03.2007 - 7.1 Umgestaltung der Fläche des ehemaligen Koenigse...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Di., 20.03.2007
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB69 - Umweltamt
- Bearbeitung:
- Heike Thurn
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Hulvershorn macht darauf aufmerksam, dass es sich hier um eine
Ergänzungsvorlage der Verwaltung handele und übergibt das Wort an den
Umweltdezernenten, Herrn Dr. Bleicher.
Herr Dr. Bleicher unterstreicht, dass er selbst als gebürtiger
Hohenlimburger sich ebenfalls über eine Wiederanstauung des Koenigsees gefreut
hätte. Inzwischen sei aber klar, dass dies aus tatsächlichen und rechtlichen
Gründen nicht möglich sei. Während des Runden Tisches beim
Regierungspräsidenten in Arnsberg sei die Planung intensiv diskutiert worden,
Hohenlimburg solle mit der nun gefundenen Lösung ein attraktives Naherholungsgebiet
erhalten. Herr Dr. Bleicher erläutert an dieser Stelle die aushängenden Pläne
und weist darauf hin, dass im Vergleich zur letzten Verwaltungsvorlage die Wasserfläche
vergrößert worden und auch von der Straße aus besser wahrnehmbar sei. Es werde
ein Rundweg angelegt, zudem würden noch einzelne Stege in die Fläche hineingebaut
und Erklärungstafeln aufgestellt, um das Gebiet noch erlebbarer zu machen. Ein außerschulischer
Lernort solle entstehen. Es sei geplant, Sitzbänke entlang des Weges
aufzustellen, der ursprünglich angedachte Grillplatz solle jedoch nicht realisiert
werden.
Eine Absolventin des Studiums der Umweltwissenschaften werde sich als
Praktikantin in den nächsten drei bis vier Monaten mit diesem Thema
auseinandersetzen und einen Lehrpfad entwickeln. Das Pumpenhaus solle erhalten
bleiben, die anderen Gebäude würden abgerissen. Ein Kinderspielplatz werde
ebenfalls mit in die Planung aufgenommen. Er wolle noch einmal darauf
hinweisen, dass man sich intensiv mit den Plänen der Herren Reichling und Dr. Bücker
auseinandergesetzt habe, aus rechtlichen Gründen sei jedoch auch diese Lösung
nicht realisierbar.
Er glaube, hier sei ein guter Kompromiss gefunden worden, der
Wasserfläche und Naturschutz in all seinen Facetten erlebbar mache.
Herr Leisten lässt die vergangene Entwicklung und den vergangenen Verlauf
der Diskussion noch einmal Revue passieren. Er habe inhaltlich Sympathie für
das im Zuschauerraum hochgehaltene Transparent („See statt
Tümpel“), jedoch sei in Arnsberg in aller Deutlichkeit klargemacht
worden, dass Europarecht, Bundesrecht und landesrechtliche
Ausführungsbestimmungen eine Wiederanstauung unmöglich machten. Es nütze
nichts, sich wie ein kleines Kind in den Sandkasten zu setzen und „Ich
will aber“ zu rufen. Man müsse erkennen, wann die Grenze des Machbaren
erreicht sei. Es sei wichtig, hier ein erlebbares Biotop und Naherholungsgebiet
zu erhalten. Er zolle hiermit den Herren Reichling und Dr. Bücker Respekt vor
ihrer beachtlichen Leistung und persönlichem Einsatz. Er wolle hiermit anregen,
den beiden Biologen eine Mitarbeit an der Ausgestaltung der Geländefläche
anzutragen.
Herr Buschkühl erläutert noch einmal , warum eine Wiederaufstauung der
Wasserfläche nicht möglich sei und geht dabei vor allem auf die Gefährdung der
Anwohner durch die Brüchigkeit des Dammes, das geschützte Biotop und die
begrenzten zur Verfügung stehenden Finanzmittel in Höhe von 514.000 € für
die Umgestaltung des Geländes ein. Man könne sich der Vernunft nicht
verschließen. Man könne sich über rechtliche Bestimmungen streiten,
letztendlich gebe es aber nur einen Umgang mit dem Recht: Man halte sich daran.
Niemand sei unter Druck gesetzt worden.
Herr Niederköppern hält es für lächerlich, dass das Wasserrecht im
Zuständigkeitsbereich der EU liege. Dies sei nur durch das Wahlverhalten im
Rahmen der Europa – und Bundestagswahlen möglich gewesen.
Herr Palsherm macht darauf aufmerksam, es habe in der Presse viele Vorwürfe
gegen die Bezirksvertretung gegeben, angeblich seien viele Dinge nicht
hinterfragt worden. Dies sei nicht wahr, viele Dinge seien in der Vergangenheit
abgeklärt worden.
Man habe sich in Arnsberg den Argumenten nicht länger verschließen können,
auch wenn die SPD-Fraktion ebenfalls immer für eine Flutung eingetreten sei.
Die Bürgerinitiative ProNahmer sei ebenfalls mit der in Arnsberg besprochenen
Kompromisslösung im Großen und Ganzen einverstanden gewesen. Man habe abwägen
müssen, was machbar sei.
Herr Eschenbach ist froh, dass die Fahrt nach Arnsberg stattgefunden hat
und rechtliche Fragen geklärt werden konnten. Er schlage vor, die Errichtung
eines Spielplatzes gleich mitzubeschließen, die nähere Ausgestaltung könne
später noch besprochen werden.
Herr Dr. Braun meint, es sei alles zum bisherigen Verlauf gesagt worden.
Nun solle nach vorn geblickt werden. Die Verdienste von Herrn Dr. Bücker und
Herrn Reichling sollten nicht verkannt werden. Er wolle hiermit Frau Lehmann,
Studentin der Umweltwissenschaften, vorstellen. Sie werde sich in nächster Zeit
mit der kulturhistorischen und naturkundlichen Bedeutung des Sees und der
Biotope auseinandersetzen und eine Dokumentation erarbeiten, die als Grundlage
dienen könne für das, was im Zusammenhang mit dem außerschulischen Lernort
präsentiert werden könne. Frau Lehmann werde sicherlich die Erkenntnisse, die
die Herren Bücker und Reichling erarbeitet hätten, mit einfließen lassen.
Eventuell sei hier eine Zusammenarbeit möglich. Er biete an, eine später noch
zu erstellende Ausführungsplanung in der Bezirksvertretung noch einmal
vorzustellen, eventuell seien noch ein paar Fragen offen.
Herr Leisten geht auf den Vorschlag von Herrn Eschenbach bezüglich des
Spielplatzes ein. Es sei wichtig, dass sich der Spielplatz aus den Mitteln für
die Gesamtmaßnahme finanzieren lasse und damit nicht auf den letzten Platz der
Prioritätenliste gesetzt werden müsse.
Herr Königsfeld berichtet, er habe den Vertrag auf diese Frage hin
untersucht, grundsätzlich sei aufgrund der Vorbemerkung des Vertrages eine
Finanzierung aus der Gesamtsumme möglich. Der Bezirksvorsteher könne daher
einen entsprechenden Beschlussvorschlag unterbreiten.
Herr Eschenbach meint, dies sei ja dann ein schnellerer Weg, ihm gehe es
darum, den Spielplatz von vornherein mit in die Planung einzubeziehen. Wichtig
sei auch, entweder in den Beschlussvorschlag oder ins Protokoll aufzunehmen,
dass eventuell gefährdende, marode Gebäude im Rahmen der Umgestaltungsmaßnahme
entfernt würden.
Herr Dr. Bleicher erwidert, man werde dies im Rahmen der Ausbauplanung in
der Bezirksvertretung noch einmal detailliert darstellen können. Dies solle
nach den Sommerferien, vor Beginn der Bauzeit ab Oktober geschehen.
Herr Hulvershorn verliest seinen Beschlussvorschlag.
Daraufhin ergeht folgender
Beschluss:
Der Bereich des ehemaligen Königsee wird nach der vorgestellten
und genehmigungsfähigen Variante 2 a umgebaut.
Die Maßnahme soll nach der Vegetationsperiode im Herbst 2007-03-20 begonnen werden und zwar durch den Werkhof Hagen.
Der durch Kaufvertrag vom 14.04.04 Ur.Rolle Nr. 1059/2004 des
Notars Jürgen Wilhelm zur Verfügung gestellte Verpflichtungsbetrag
ist für diesen Zweck voll einzusetzen.
Vor Beginn der Maßnahme ist der Bezirksvertretung Hohenlimburg die konkrete Ausbauplanung durch den Werkhof vorzustellen.
Weiterhin wird die Verwaltung beauftragt, zur Steigerung der Attraktivität des Areals einen geeigneten Spielplatz im Bereich des Koenigsees zu planen.
Anlagen zur Vorlage
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