06.12.2006 - 7.3 Zuschüsse für Kindertageseinrichtungen in kirch...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.3
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 06.12.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Dr. Schmidt nimmt Bezug auf die in der Vorlage enthaltene etwas
schwierige Tabelle. Bis zum Jahre 2009 werde sich – statistisch gesehen
– eine Überdeckung von ungefähr 400 Kindergartenplätzen ergeben. Allerdings
gebe es Unsicherheiten aufgrund des Anmeldeverhaltens, da scheinbar wegen der
aktuellen Diskussion viele Eltern motiviert seien, ihre Kinder anzumelden. Es
gebe außerdem einen verstärkten Run auf die U3-Plätze, was er sehr begrüße. Es
sei eine wunderbare Sache, dass Eltern ihre Kinder über die vom Rat
festgesetzte Bedarfsquote hinaus anmelden würden. U3 habe inzwischen eine
Bedarfsdeckung, die sich 10% nähere, der Landesdurchschnitt liege bei 6 bis 7%.
Lt. Ratsbeschluss könne man bis zu 15% hinaufgehen, mit einer Kostengrenze in
Höhe von 1,5 Millionen Euro. Diese Entwicklung sei sehr positiv. Das Land sehe
eine Sprachstandserhebung für alle Vierjährigen vor, was das überproportionale
Anmeldeverhalten ebenfalls begründe. Bis zur nächsten
Jugendhilfeausschusssitzung würden die aktuellen Anmeldezahlen noch einmal
aufbereitet, was nicht einfach sei, da manche Eltern ihr Kind auch doppelt und
dreifach anmeldeten. Man werde jedoch nicht knapp kalkulieren und in den
Stadtteilen Puffer vorhalten, auch wenn dies Kosten verursache, um ausreichend
Kindergartenplätze garantieren zu können. Wenn im Jahre 2009 trotz guten
Anmeldeverhaltens viele Plätze über seien, müssten weitere Einrichtungen geschlossen
werden. Infrastruktur abzubauen schmerze immer. Sicherlich dürfe man dies nicht
nur unter statistischen und finanziellen, sondern auch unter stadtpolitischen
und sozialpolitischen Gesichtspunkten betrachten. Bei einem abgeschlossenen
Stadtteil wie Holthausen sei eine solche Abwägung nicht leicht. Er könne mit
Hinblick auf die Kindergartenbedarfsplanung nicht empfehlen, diese Einrichtung
weiterzuführen. Dies habe er auch im JHA bereits angedeutet.
Bezüglich des Kindergartens Auf der Heide werde am Freitag
weiterverhandelt, so dass in der nächsten Sitzung des JHA ein Ergebnis
präsentiert werden könne. Es handele sich hier um eine teure Einrichtung. Man
könne dafür plädieren, die Einrichtung in abgespeckter Form, aber im
notwendigen Umfang weiter zu betreiben.
Wenn man alle Maßnahmen zusammenrechne, die am Vortage im JHA genannt
worden seien, die die Wünsche der Kindergärten und Eltern grob erfüllten, sei
man bei einem Volumen in Höhe von rund 900.000,00 €, die im nächsten Jahr
an die Träger gezahlt werden müssten. Man spare auf der anderen Seite ungefähr
1,15 Millionen Euro, d.h. man gebe nicht ganz aus, was man einspare. Der
Konsolidierungsauftrag des Rates sehe jedoch eine reine Einsparung in Höhe von
1,2 Millionen vor. Man stütze damit die Trägervielfalt, was er befürworte. Die
finanzielle Lage der Kirchen sei noch katastrophaler als die der Stadt, man
habe aber auch eine andere Lage, was die Beschäftigten angehe. Bei der Stadt
gebe es derzeit keine betriebsbedingten Kündigungen, die anderen Träger könnten
jedoch Entlassungen vornehmen. Irgendwann könne es daher zu der Diskussion
Arbeitsplatz gegen Arbeitsplatz kommen. Eine harte Diskussion, die man nicht
vergessen sollte.
Herr Leisten meint, aufgrund der leeren öffentlichen Kassen erlebe man,
wie man von einer Schließungsdiskussion in die nächste rutsche. Man habe lange
überlegt, diese Vorlage überhaupt zu beraten, was zwei inhaltliche Gründe habe.
Erstens beinhalte die Vorlage falsche Rechenergebnisse, zweitens seien die
zugrunde gelegten Zahlen zu einem Zeitpunkt erhoben worden, als viele Eltern
noch mit ihren Kindern im Urlaub gewesen seien. Am heutigen Tage könnten diese
Zahlen nicht mehr aufrechterhalten werden. Ferner sei noch unklar, wie viele
Hohenlimburger Schulen in absehbarer Zeit am Offenen Ganztagsschulbetrieb
teilnähmen, was Auswirkungen auf die Ü6-Plätze habe.
Der Kindergarten Auf der Heide biete Öffnungszeiten bis 17.00 Uhr, was
ein besonderes Angebot bedeute, die spezielle Rolle des Kindergartens
Holthausen sei schon mehrfach betont worden. Er fordere daher Rat und
Verwaltung auf, diese beiden Kindergärten weiter zu betreiben. Zu der Zügigkeit
wolle er jetzt nicht Stellung nehmen.
Herr Reinke bezieht sich auf die Sitzung des Jugendhilfeausschusses, in
welcher er sich ebenfalls für den Erhalt des Kindergartens Holthausen
eingesetzt habe. Er empfehle den Mitgliedern der Bezirksvertretung, heute einen
Beschluss zu fassen.
Frau Fischbach macht auf Rechenfehler in der Verwaltungsvorlage in Teil 3
Seite 2 aufmerksam.
Herr Dr. Schmidt stimmt zu, dass solche Fehler nicht passieren dürften.
Er bedanke sich für den Hinweis.
Herr Strüwer erläutert, die vorliegenden Zahlen seien Grundlage für die
Einschätzung, wie hoch die Überhänge an Kindergartenplätzen zukünftig seien. Es
gehe darum, dem demographischen Wandel Rechnung zu tragen. Ergäben sich andere
Zahlen, müsse man entsprechend reagieren. Liege die Anmeldequote bei den
Kindergartenplätzen höher, müssten auch mehr Plätze zur Verfügung gestellt
werden. Ab dem nächsten Jahr würden Sprachstandserhebungen durchgeführt, was
dazu führe, dass Kinder mit Sprachdefiziten verstärkt in den Kindergärten
angemeldet würden. Wichtig sei eine gute Kommunikation zwischen den Trägern und
eine darauf aufbauende gemeinsame Planung. Nächste Woche finde eine
Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses statt, auf welcher mit erhärtetem
Zahlenmaterial der Verwaltung die Kindergartensituation noch einmal beraten
werde. Es müsse klar sein, dass bei weiter zurückgehenden Zahlen Schließungen
vorgenommen werden müssten, die selbstverständlich sozial ausgewogen sein
müssten. Diese Diskussion werde Jahr für Jahr neu geführt werden müssen.
Herr Eschenbach bittet Verwaltung und Politik, sich für den Erhalt des
Holthausener Kindergartens einzusetzen. Seiner Ansicht nach sei Holthausen eine
gewachsene Struktur, dem müsse Rechnung getragen werden. Es handele sich hier
um ein kleines Dorf, welches eine solche Einrichtung brauche, es müsse eine
Lösung gefunden werden.
Der Kindergarten Auf der Heide sei ja bereit abzuspecken, trotzdem müsse
man sich auch darüber noch einmal Gedanken machen.
Herr Dr. Schmidt berichtet von der Verwaltung zugegangenen
Unterschriftslisten aus Holthausen. Die Bewegung zum Erhalt des Kindergartens
sei sehr stark. Aufgrund der Auflösung der Grundschulbezirke werde eine
Zusammenarbeit zwischen Kindergärten und Grundschule generell schwieriger. Er
rate dringend dazu, eine durch Wohnortnähe definierte Planungsgrundlage zu
schaffen.
Herr Niederköppern spricht sich aufgrund der abgelegenen Lage von
Holthausen trotz des demographischen Wandels gegen eine Schließung des
Kindergartens Holthausen aus.
Herr Dr. Neimeier meint, die Kindergartenplanung sei ein hochsensibles
Thema. Es gehe darum, ortsnah Kindergartenplätze zu erhalten. Die Frage sei, wo
die Politik Fehler gemacht habe. Es seien Existenzen in Frage gestellt worden,
auch in Holthausen.
Seine Bitte sei nun, keine Existenzen in Frage zu stellen, sondern die
Anzahl der Kindergartengruppen dem demographischen Wandel und der tatsächlichen
Entwicklung anzupassen.
Herr Dr. Schmidt äußert Verständnis für diese Intention, meint jedoch,
dass eine Anpassung an den demographischen Wandel innerhalb eines ein-,
anderthalb- oder zweigruppigen Kindergartens nicht funktioniere. Man müsse
Einrichtungen schließen, das könne man nicht schönreden. Klare Entscheidungen
seien besser als drumherumzureden.
Herr Leisten trägt einen alternativen Beschlussvorschlag vor.
Daraufhin ergeht folgender
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Abstimmungsergebnis: |
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Einstimmig beschlossen |
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x |
Mit Mehrheit beschlossen |
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Einstimmig abgelehnt |
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Mit Mehrheit abgelehnt |
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Abgelehnt bei Stimmengleichheit |
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Ohne Beschlussfassung |
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Zur Kenntnis genommen |
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Dafür: |
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Dagegen: |
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Enthaltungen: |
Die Sitzung wird für eine Pause von 18.05 Uhr bis 18.15 Uhr unterbrochen.
