16.08.2006 - 6.4 Einführung eines Flächenpools und Ökokontos für...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.4
- Gremium:
- Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
- Datum:
- Mi., 16.08.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB69 - Umweltamt
- Bearbeitung:
- Kai Gockel
Wortprotokoll
Herr Wölm schlägt vor, dass zum einen die Verwaltungsvorlage als erste
Lesung betrachtet wird, zum anderen dem Beschluss folgenden weitergehenden
Beschlussvorschlag als Punkt 3 zuzuführen:
Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl regt an, dass vorhandene, bereits
eingerichtete Flächen im Flächenpool bzw. Ökokonto mit aufgenommen werden.
An der nachstehenden Diskussion beteiligten sich Frau
Priester-Büdenbender, die Herren Dr. Lemme, Schulz (SPD), Heimhard und von der
Verwaltung Herr de Vries vom Umweltamt.
Herr Dr. Lemme stimmt dem erweiterten Beschlussvorschlag zu und merkt
dazu an, dass bereits in der Vergangenheit sowohl auf pivater Ebene als auch
vom Regionalverband Ruhr Flächen im Sinne dieser Vorlage entsprechend
umgewandelt wurden, diese aber nie erfasst und mit Ökopunkten versehen wurden.
Auch diese Flächen könnten für Baumaßnahmen in Anspruch genommen werden.
Demnach würden, ohne die Erweiterung des Beschlusses, Flächen außer Acht
gelassen, die aber längst vorhanden seien.
Zudem würden nunmehr die Richtlinien des Landes NRW bei Bemessungen und Berechnungen
von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen eine viel einfachere Ermittlungsgrundlage
darstellen.
Frau Priester-Büdenbender begrüßt die erwartete Vorlage. Trotzdem ergeben
sich daraus einige Fragen bezüglich der unterschiedlichen Bewertungsverfahren
und er finanziellen Auswirkungen.
Darüber hinaus seien die Flächen, die für ein Flächenkonto in Betracht
kämen – sei es seitens der Stadt oder aber durch potentielle Privatleute
– nicht in der Vorlage aufgeführt.
Ferner gibt Frau Priester-Büdenbender zum Ausdruck, dass die Erweiterung
des Beschlusses eine sinnvolle Ergänzung sei.
Herr Dr. Lemme bittet die Verwaltung vorzustellen, wie die
unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe miteinander verglichen werden und wie die
Neuregelung durch das Landesgesetz aussehe, auch im Vergleich zur Hagener
Liste.
Herr Schulz (SPD) schließt sich der Bitte von Herrn Dr. Lemme an.
Herr Heimhard möchte wissen, wie es sein könne, dass gemäß der Vorlage
des Teiles 3 auf der Seite 6 bezüglich der Frage “Welche Voraussetzungen
müssen erfüllt sein?” nur die Landschaftsbehörde Beteiligung erfährt.
Herr Heimhard ist der Meinung, dass gleichermaßen eine Beteiligung des
Forstamtes erforderlich sei.
Herr de Vries informiert zunächst kurz über die Anfänge der damals neuen
Eingriffsregelung und erklärt, dass trotz gesetzlichen Auftrages ein sehr
großer Unterschied über die Handhabe der Eingriffsregelung bestand, sodass
unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe entwickelt wurden, die nur schwer
miteinander verglichen werden konnten.
Durch den politischen Beschluss des Ökokontos wurde das so genannte
Arge-System entwickelt, welches zukünftig einheitlich für alle gelten und
angewendet werden soll.
Dabei handele es sich um ein Punktesystem. Ein daraus entstehendes
Ergebnis wird mit dem, was an Flächen zerstört werde, abgeglichen.
Ferner fordere der Gesetzgeber eine Auflistung sämtlicher, auch in der
Vergangenheit entstandener, Ausgleichsflächen und Maßnahmen, was mit einem
großen Aufwand verbunden sei.
Herr de Vries stellt anhand einer Karte die bisher gesammelten
Kompensationsflächen vor, welche jedoch noch nicht vertraglich gesichert sind.
Diese Zusammenstellung werde zukünftig immer umfangreicher und defizieler
werden.
Auch sollen Verknüpfungen mit einer Reihe von Informationen bezüglich der
zum Beispiel vorhandenen Tierwelt, des Eigentümers etc. vorgenommen werden,
sodass am Ende ein großes, informatives Planwerk entstehe.
Auf die Frage von Herrn Heimhard teilt Herr de Vries mit, dass auch die
Forstbehörde, die ein eigenes Verfahren besitzt, bei Verfahren den Wald
betreffend, beteiligt wird.
Herr Wölm lässt nach Feststellung keines weiteren Diskussionsbedarfes
nunmehr über den zu Beginn des Tagesordnungspunktes formulierten
Beschlussvorschlag abstimmen.
Darüber hinaus bittet Herr Wölm um einen Kartenausschnitt des Bezirkes
Eilpe/Dahl, welchen Herr de Vries zusichert.
Beschluss:
Der Rat
der Stadt Hagen beschließt:
1. die Einführung eines Flächenpools und
Ökokontos für die Eingriffsregelungen nach dem Baugesetzbuch und dem
Landschaftsgesetz NRW zum 01.09.2006 und
2. die Einführung des
Bewertungsverfahrens ARGE für die Ermittlung von Eingriffen und dessen
Ausgleich/Ersatz in der Bauleitplanung und nach Landschaftsgesetz für das
Stadtgebiet Hagen in Verbindung mit dem Biotoptypenschlüssel der Landesanstalt
für Ökologie.
Darüber
hinaus bittet die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl allen nachfolgenden Gremien
folgenden Zusatzbeschluss zu fassen:
3.
Vorhandene, bereits eingerichtete Flächen, werden im
Flächenpool bzw. Ökokonto mit aufgenommen.
Des Weiteren berät die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl diesen Tagesordnungspunkt in erster Lesung.
