07.02.2024 - 2.1.1 Ruhrtalradweg 1.Bauabschnitt vom Laufwasserkraf...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2.1.1
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Mi., 07.02.2024
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Sabine David
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Der Tagesordnungspunkt wurde gemeinsam mit dem Tagesordnungspunkt I.5.1 beraten.
Herr Keune berichtet, dass die Maßnahme im Verwaltungsvorstand besprochen wurde. Ein Vorgehen von Bauabschnitt zu Bauabschnitt ist möglich und zunächst steht der Teilabschnitt des Ruhrtalradweges zwischen dem Seebadgelände und der Laufwasserkraftwerksbrücke im Fokus. Laut Förderbescheid ist hier in diesem Jahr noch mit dem Bau zu beginnen. Die derzeit vorliegende Entwurfsplanung ist noch hinsichtlich einer Ausführungsplanung zu qualifizieren. Man bemüht sich den neu eröffnenden Beachclub nicht mit flankierenden Baustelleneinrichtungen „abzuriegeln“. Der Bauabschnitt zwischen Strandbad/Seebad und DLRG-Gelände (DLRG Ortsgruppe Hagen e.V.) wird wahrscheinlich erst nächstes Jahr angegangen, so dass ausreichend Zeit bleibt bezüglich Thema Roteiche zu beraten. Möglicherweise wird mit dem Kanu-Club Hagen 1953 e.V. eine Lösung zu einem Grundstückstausch gefunden. Herr Keune stellt klar, dass schon im Vorfeld in 2021 mit dem Kanu- Club gesprochen wurde. Der Kanu- Club hatte es damals abgelehnt Grundstücksteile zur Verfügung zu stellen. In diesen Gesprächen war der Erhalt der Roteiche kein Thema, es ging lediglich um eine gefälligere Wegeführung.
In Gesprächen mit dem neuen Vorstand des Kanu- Clubs wurde von jenem signalisiert, dass er bereit ist über eine Grundstücksoption zu reden. Er hat allerdings auch deutlich gemacht, dass eine Entscheidung im Rahmen einer Mitgliederversammlung getroffen werden wird. Des Weiteren werden mit dem Fördermittelgeber Planungsszenarien besprochen, welche Konsequenzen es gibt, wenn von der aktuellen Planung abgewichen wird. Herr Keune stellt heraus, dass seitens der Verwaltung ernsthaft an einer Variante gearbeitet wird. Das Gelingen hängt von verschiedensten Faktoren ab, die sich im Laufe nächsten Jahres ergeben werden.
Frau Heuer begrüßt die Entwicklung und freut sich über die vorläufige Rettung der Roteiche. Sie möchte den Prozess als Anregung sehen, das Baumthema insgesamt ernster zu nehmen, dass die Verwaltung mit der Politik Lösungen berät und nicht pauschal den einfachen Weg der Fällung wählt.
Herr Meier hält es für stets begrüßenswert, wenn Baumbestand erhalten werden kann, nur seien hier die Voraussetzungen andere gewesen. Der SPD-Fraktion ist, neben dem Erhalt des Baumes, eine klare Wegeführung wichtig. Möglich wäre in mehreren Kehren um den Kanu- Club herumzufahren, mit Rückkehrmöglichkeit zum Hengsteybad. Es wäre ideal, wenn der Weg über das Grundstück des Kanu- Clubs führen würde. Herr Meier begrüßt eine erneute Gesprächsaufnahme mit dem Kanu- Club und betont, dass mit zeitnahen Gesprächen der Sache auch die erforderliche Zeit zur politischen Diskussion gegeben wird.
Herr Panzer bemerkt, dass über 7.600 Bürger innerhalb einer Woche die Petition zum Erhalt der Roteiche unterschrieben haben, ein Auftrag der umzusetzen ist. Herr Panzer bezweifelt, dass heutzutage der Erhalt eines Baumes Grund sein könnte, dass Fördermittel verwehrt werden und bittet die Verwaltung hier zu einer Aussage. Sollte dies zutreffen, muss mit dem Fördermittelgeber direkt Kontakt aufgenommen und dieser spezielle Fall erörtert werden.
Herr Keune stellt klar, dass der Erhalt des Baumes förderschädlich sein könnte. Der Fall liegt im Bereich der Tourismusförderung, wo angestrebt wird eine leistungsfähige Infrastruktur zu bekommen und die markanten Tourismuspunkte des SeeBades erreichbar und anfahrbar zu halten. Der Baum hat keine Wertigkeit für den Fördermittelgeber, vielmehr steht im Vordergrund, die Ziele der Tourismusförderung zu erfüllen. Inwieweit es davon Ausnahmen geben kann, wird, wie bereits erläutert, mit dem Fördermittelgeber intensiv diskutiert werden.
Frau Masuch fragt nach der Höhe des Fördermittelbetrags und weist darauf hin, dass sie hier Tourismusförderung für den falschen Ansatz hält. Zudem vermutet sie, dass sich seit dem Beginn der Planungen einiges verändert hat. Die ersten Ansätze für die sehr aufwändigen Planungen erfolgten noch vor Corona, Hochwasser und Ukraine-Krieg. Inzwischen kommt es, ihrer Meinung nach, mehr auf Resilienz, Natur- und Artenerhaltung an.
Herr Dr. Diepes antwortet, dass für den ersten Abschnitt 1,5 Mio. € Fördermittel zugesagt sind.
Bezüglich des Strommasten erklärt er, dass die Stadt dort die entsprechende Flächenverfügbarkeit besitzt und somit ausweichen kann.
Mit dem Kanu- Club ist man sehr aktuell nochmal in Gespräche eingestiegen.
Der Fördermittelgeber ist dahingehend informiert und es wird ergebnisoffen diskutiert. Der aktuelle Fördermittelbescheid hat zunächst einmal Bestand. Darin ist der Erhalt des Baumes nicht vorgesehen und eine Wegeführung über eben diesen Bereich angedacht.
Frau Heuer fragt, ob auf Höhe des Strommasten seeseitig das Ufer für den Radweg aufgeschüttet werden muss. Nach aktuellem Plan liegen 1,5 m zwischen Mast und Zaun.
Herr Klepper bittet hier nicht Details der Planung zu diskutieren und übergibt an Herrn Dr. Diepes.
Herr Dr. Diepes erläutert, dass im Bereich zwischen Seebad und DLRG der Weg auch in Richtung des Sees verbreitert werden soll, jedoch ohne die Seekante zu tangieren.
Im Austausch mit RWE, Ruhrverband und Naturverbänden war bei der Planung klar, dass hier sehr schnell die Grenzen erreicht sind, was eine Verbreiterung in den See betrifft. Zwischen den zahlreichen Erfordernissen und den zur Verfügung stehenden Grundstücken ist eine Abwägung erfolgt, sind Lösungen gesucht worden, mit dem Ergebnis, dass dieser Baum weichen muss. Dennoch wird versucht, andere, kreative Lösungen zu finden. Ein müheloses Erreichen des POI Hengstey („point of interest“, Aussichtsplattform am Ufer) und des mit einem siebenstelligen Betrag hergestellten Beachclubs muss aber sichergestellt werden.
Frau Heuer fragt nach dem Beschluss zum Förderantrag aus Juni 2022. Darin heißt es, dass der Antrag auf Förderung nichts mit dem Baum zu tun hat.
Frau Stiller-Ludwig fragt nochmal nach dem Betrag für die Herstellung des Beachclubs.
Herr Dr. Diepes antwortet, dass es sich bei dem Strandhaus/ Beachclub um 5-6 Mio. € handelt.
Herr Keune ergänzt, dass dies die Gesamtinvestition der Hagener Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (HVG) ist.
Anlagen zur Vorlage
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700,9 kB
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(wie Dokument)
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518,5 kB
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