26.10.2023 - 6.2 Hagenhorizonte2035 Zukunftsinitiative für den W...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.2
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Do., 26.10.2023
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Dagmar Kreuzer
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
Herr Dr. Schmitt beschreibt HAGENhorizonte als einen Prozess, der viele der hier
Anwesenden beschäftigt hat (Anmerkung der Schriftführung: er wird begleitet von
Frau Kirsten Fischer, Herrn Burkhard Schwemin und Herrn Jörg Siegmann, von der
Hagen Wirtschaftsentwicklung GmbH) und zu dem der Impuls noch von der
vorherigen Geschäftsführung stammt. Der Prozess wird von einem sog. inneren
Zirkel gesteuert, der neben der Wirtschaftsentwicklung auch Beteiligte aus der
städtischen Verwaltungsspitze einschließt, Herrn Keune (VB 5), ebenso die
Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) sowie die
FernUniversität in Hagen. Mit der wissenschaftlichen Begleitung wurde das
Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos AG beauftragt. Zu Beginn des Prozesses gab
es zahlreiche Workshops, es wurden Experteninterviews mit vielen, relevanten
Hagener Akteuren geführt, aus der Wirtschaft, Forschung, Verbänden und Kammern.
Nach einem sehr dynamischen Start kam es mit der Pandemie zu einer Zäsur,
ebenso durch das Hochwasserereignis und auch durch den Geschäftsführerwechsel.
Der Prozess wurde mit Dienstantritt der neuen, aktuellen Geschäftsführung wieder
aufgenommen. Es gab eine Art Zwischenbericht mit allem was bis dahin erarbeitet
wurde, mit rund 30 Projekten. Aktuelle Ereignisse konnten derzeit noch nicht
berücksichtigt werden, so z.B. das Hochwasserereignis, Sprengung der Rahmede_Talbrücke, die Energiekrise. Die Zahl „30“ zeigt, dass sich auf wenige
Leuchtturmprojekte zu beschränken einem breiteren Ansatz gewichen ist. Es wurden
Felder mit Relevanz ermittelt- Industrie, Tourismus, Innenstadt, um diese noch
stärker zu akzentuieren. Zu Beginn des Jahres wurde ein überarbeiteter
Zwischenbericht vorgestellt, die Zahl der Projekte hatte sich da bereits auf 38 erhöht.
Dies wurde allgemein als zu viel wahrgenommen und in der Folge auf 27 Projekte
reduziert, daneben gibt es diverse Daueraufgaben. Trotzdem die Zahl 27 immer noch
recht hoch erscheint, konnte damit ein gesamtstädtischer Ansatz verwirklicht werden.
Rund ein Dutzend Projekte sind aktuell bereits in der Umsetzung bzw. stehen kurz
davor. Diese Projekte bilden den Kern des Endberichts, welcher der Vorlage
angehängt ist. Dieser besteht aus einer gründlichen Ausgangsanalyse des
Wirtschaftsstandorts Hagen bei der auch Erkenntnisse aus früheren Untersuchungen
miteingeflossen sind, ebenso aber auch Aktuelles wie Unternehmensbefragungen,
das neue Einzelhandelskonzept, etc. Daraus hat Prognos AG ein strategisches
Zielsystem abgeleitet, welches sich in acht Handlungsfeldern wiederspiegelt, wie z.B.
Vitale Innenstadt, Hagen Produktion, Hagen Tourismus. Der gesamtstädtische
Ansatz war erfolgreich, z.B. die FernUniversität wie auch der Unternehmerverein sind
jeweils mit drei Projekten involviert. Insgesamt wird mit rund 20 Partnern gearbeitet.
Alles in allem ein gutes Zwischenergebnis. Der offizielle Startschuss für die
Umsetzung erfolgt am morgigen Freitag, 28.10.2023, im Rahmen einer Veranstaltung
im M12. Manche Projekte mit entsprechender Reife konnten schon vor dem
offiziellen Start umgesetzt werden.
Der Endbericht ist trotz der Terminologie „Endbericht“ als eine Bestandsaufnahme zu
verstehen. Es geht um einen Zeitraum bis zum Jahre 2035, was auch bedeutet, dass
neue Ereignisse, Krisen etc den weiteren Verlauf beeinflussen können, sich
Prioritäten verschieben, weitere Aufgaben hinzukommen, Projekte ihre Relevanz
verlieren. Dazu gibt es eine Projektstruktur, welche das entsprechend steuern kann.
Die einzelnen Projekte können der Anlage der Vorlage entnommen werden. Die
Wirtschaftsentwicklung steht zur Beantwortung etwaiger Fragen zur Verfügung.
Frau Heuer bedankt sich für die tolle Initiative, an der ihr besonders gut gefällt, dass
sie schon so konkret ist, die Beteiligten explizit benannt sind, und auch dass sie so
sehr breit aufgestellt ist. Sie fragt nach der zukünftigen Gesprächs-/Expertenrunde,
bei der die Kommunalpolitik ausgeklammert sei. Die Politik könne bei der Umsetzung
hilfreich sein.
Frau Heuer beantragt, dass aus den acht Einzelbereichen halbjährlich oder jährlich
berichtet wird, um die Fortschritte beobachten zu können.
Herr Dr. Schmitt bedankt sich für die Anregung. Die Verknüpfung mit der
Kommunalpolitik ist kein Problem, da sie zur Steuerungsgruppe gehört und es den
SBW gibt. Der Endbericht sollte den Anfang regelmäßiger Berichterstattung im SBW
darstellen, so dass direkt Kritik geäußert werden kann, Anmerkungen aufgenommen
werden können und ein Austausch stattfinden kann.
Frau Masuch schließt sich inhaltlich an die Aussage von Frau Heuer an und bedankt sich für die umfassende Übersicht. Sie fragt nach einigen strategischen Ansätzen und damit verbundene Projekte: Skepsis habe sie bezüglich Tourismus und einigen Schaufensterprojekten als imagefördernd. Tagestouristen fördern zwar die Mobilität, viel mehr sollte die Zielgruppe die hohe Zahl an Einpendlern sein, die eventuell
Bewohner werden und die Stadt weiterbringen könnten. Zweiter Punkt: Thema
Kommunikation- soll ein integrierter Kommunikationsansatz verfolgt werden? Dann
sollten sämtliche städtische Gesellschaften beteiligt sein, da die Kommunikation da
anscheinend auseinanderlaufe und unübersichtlich sei. Die Frage sei, inwieweit der
SBW miteinbezogen würde oder ob es nur um eine Kenntnisnahme gehe.
Herr Dr. Schmitt bestätigt, dass Tourismus und Image zusammenhängen. Die
Befragungen der Unternehmen haben ergeben, dass das Image des Standorts
Hagen der am zweitschlechtesten bewerteten Standortfaktor ist und sich auf viele
Arbeitsbereiche der Unternehmen auswirkt, z.B. auch auf das Thema
Fachkräftemangel. Hagen hat ein Imageproblem, so die Reflektion aus der
Befragung der Unternehmer. Hagen kann mit guten „touristischen Produkten“, wie es
Frau Fischer formuliert, mit positiven Merkmalen das Image nach außen prägen. Ein
Beispiel das Projekt „Hagen Trails“, ein möglichst attraktives Angebot für
Mountainbiker in den Hagener Wäldern, welches aber auch der Sicherheit und dem
Naturschutz gerecht wird. Das kann Anziehungspunkt mit einer gewissen Strahlkraft
sein, es besteht hier auch eine Lagegunst. Wenn das gelingt, dann ist Hagen mit
seinem Waldreichtum, mit Freizeitsport, Aufenthaltsqualität nach außen hin im
Gespräch und das kann dem Thema Image durchaus zuträglich sein. Tourismus
kann beim Image wirken, bei Einpendlern wie eigentlich bei Jedermann, der sich
damit befasst. Was die Kommunikation angeht- das wissenschaftliche Fundament für
den Strategieprozess- ist zu „eckig“, es wird etwas verständlicheres benötigt. Es wird
eine Auswahl an Projekten mit Strahlkraft ins „Schaufenster gestellt“ in Form eines
Printproduktes, worin sechs Projekte sehr anschaulich mit Bildmaterial und Grafiken
dargestellt werden, welches mit der Internetseite korrespondiert und dort ggf.
aktualisiert wird, mitunter durch die Eingaben von den beteiligten Partnern.
Rückkopplung und Einflussnahme durch die Kommunalpolitik- wurde schon auf die
Frage von Frau Heuer beantwortet.
Frau Masuch zeigt sich mit dem Tourismusansatz noch nicht zufrieden. Es wird
Aufmerksamkeit erregt, zuletzt durch das Hengsteysee-Areal. Es gibt aber auch
Kollisionen mit dem Wald, es ist ein höherer Aufwand zu betreiben, was in der
Stadtentwicklungsrunde besprochen werden sollte.
Im Übrigen tragen auch die Unternehmen, allein schon rein äußerlich, zum Image der
Stadt bei. Da gibt es auch noch Ansatzmöglichkeiten, die sich möglicherweise aus
dem „Grüne Brücke“- Projekt ergeben.
Herr Ehrhardt denkt, dass es ein sehr interessantes Projekt ist, weil sich auch sehr
viele Leute daran beteiligt haben und auch aktiv an den Projekten beteiligen. Die
Stadt hat große Probleme in vielen Bereichen, z.B. hat die Firma Westfalia einen
Insolvenzantrag gestellt. Es gibt viele Unternehmen, die Hagen verlassen. Da wäre
es wünschenswert, mutiger zu sein, größer zu denken. Denkbar wäre ein großer
runder Tisch mit allen Fachbereichen sowie potentiellen Investoren, um die
Möglichkeiten der Umsetzung von Projekten zu beraten. In Zusammenarbeit mit der
Wirtschaftsförderung kann eine Art „Willkommenskultur für Investitionen“ ausgebaut
werden.
Herr Panzer hat den Eindruck, dass es sich um „alten Wein in neuen Schläuchen“
handelt. Bei den strategischen Zielen bzw. Themenfeldern steht, welcher Punkt das
aus dem Programm ISEK in 2020 war. Prognos AG hat viele interessante
Informationen gebracht, die Broschüre ist professionell gemacht. Dennoch ist es
fraglich, ob damit ein Prozess in Gang kommt.
Diskussionen über den Standort wurden bisher selten geführt. Tourismus ist nur ein
weicher Standortfaktor, es gibt sicher noch andere.
Es wird begrüßt, wie Frau Heuer zugesagt, regelmäßig umfassend zu allen
Projekten zu berichten, damit der Projektprozess greifbarer wird.
Herr Klepper bittet Herrn Dr. Schmitt künftig entsprechend nach Aktualität zu berichten, wenigstens einmal im Jahr
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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6,5 MB
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