29.03.2006 - 2 Kindergartenbedarfsplanunghier: Betreuung von K...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Mi., 29.03.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Dr. Schmidt sagt
ein paar einleitende Worte. Man könne die vorgelegte Vorlage als Quadratur des
Kreises beschreiben. Die Verwaltung habe eine umfassende Bedarfsanalyse
vorgelegt, die in etwa dem Landestrend entspreche. Die Verwaltung habe aus
dieser Bedarfsanalyse heraus zwei Szenarien entwickelt. Die eine Variante lege
einen Bedarfsdeckung in Höhe von 15% zugrunde, die andere Variante eine
Bedarfsdeckung von 20%.
Quadratur des Kreises deshalb,
weil man sich im Verwaltungsvorstand eingehend mit dieser Thematik beschäftigt
habe und sich einig gewesen sei, dass man der Forderung des Ausbaus Hagens als
familienfreundliche Stadt natürlich Rechnung tragen wolle. Andererseits habe
man sich natürlich auch mit der Finanzierungsfrage im Rahmen der allgemeinen
Haushaltslage beschäftigen müssen und sei zu dem Ergebnis gekommen, zunächst
1,5 Millionen Euro Deckelung vorzuschlagen. Als Fachdezernent müsse er
natürlich sagen, dass diese Summe viel zu gering sei, um ein annähernd
befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Der Haushaltssicherung sei aber in
gleicher Weise Rechnung zu tragen. Er bittet die Ausschussmitglieder, die
Diskussion unter Sichtweise der dargestellten Überlegungen zu führen.
Frau Haack erläutert die Vorlage anhand von Folien, die dem Protokoll
als Anlage beigefügt sind.
Herr Gebauer
bezieht sich auf einen Brief des Ministeriums, aus dem hervorgehe, dass das
Jugendamt für jedes zusätzlich aufgenommene Kind einen pauschalen
Landeszuschuss bekomme und möchte wissen, ob dies in der Rechnung mit
berücksichtigt sei.
Weiterhin zitiert er den § 24
Abs. 3 SGB VIII und möchte wissen, ob es hier schon eine Rangfolge gebe, welche
Eltern vorrangig bedient würden.
Herr Machatschek teilt
hierzu mit, dass es Aufnahmegrundsätze gebe, in denen auch die vorrangige
Berücksichtigung von Eltern geregelt sei.
Hierzu möchte Herr Dr.
Schmidt die Diskussion anregen und meint, dass dies ein ganz entscheidender
Punkt sei, der uns künftig beschäftigen werde. Diese Aufnahmebedingungen
müssten hier im Ausschuss neu gestaltet werden. Hier könnten entscheidende
soziale Akzente gesetzt werden.
Zu der ersten Frage von Herrn
Gebauer berichtet Frau Haack, dass Voraussetzung für einen solchen
Zuschuss sei, dass ein weiteres Kind aufgenommen würde, nachdem alle
Kapazitäten ausgeschöpft sein, d.h. es dürfe keine freien Plätze mehr geben.
Dies sei selten der Fall.
Herr Dücker
bedankt sich zunächst ganz herzlich bei der Verwaltung für diese Vorlage. Er
fände sie sehr aufschlussreich und sorgfältig erarbeitet. Sie bilde eine Basis, um in den kommenden Jahren darauf
aufzubauen.
Da die heutige Beratung
sozusagen als erste Lesung betrachtet würde, würde man anschließend in die
Fraktionen gehen, um nochmals ausführlich darüber zu beraten.
Mit dieser Vorlage habe man
eine Art Notpapier, denn man gehe hier von 15% Deckung aus, obwohl man von einem
Bedarf von über 20 % ausgehen könne.
Von den angenommenen 15% sei
nur die Hälfte finanziert, so dass nur eine 7,5 %ige Deckung vorhanden sei. Hierbei spielten auch die Elternbeiträge
noch eine wichtige Rolle. In Hagen sei ein Großteil der Eltern finanziell
schwach gestelllt, so dass ein Großteil die Elternbeiträge nicht zahlen
könnten. Hier müssten Abstriche gemacht werden. Um hier zu einer Lösung zu
kommen, müsse noch mehr mit den freien Trägern zusammengearbeitet werden. Hier
müsse versucht werden, noch einige neue Modelle zu bekommen. Politisch müssten
mehr Anreize gegeben werden, sich in der Tagespflege zu betätigen. Bund und Land dürften sich nicht länger aus der
Verantwortung ziehen, sondern müssten einen Teil der notwendigen Mittel
zuschießen. Dies müsse in den Fraktionen intensiv diskutiert werden.
Frau Klos-Eckermann hat
auch Bedenken, wenn sie lese, dass man sich in den nächsten Jahren mit einem
Zuschuss der Stadt in Höhe von 1,5 Millionen begnügen müsse.
Das könne so nicht akzeptiert
werden. Darüber müsse noch diskutiert werden.
Zum Thema freie Elternbeiträge
führt sie aus, dass, wenn sie sich vorstelle, ein Teil der Eltern bereits jetzt
über 300 Euro Elternbeiträge zahle, hier keine zusätzlichen Belastungen mehr
möglich seien. Die in Aussicht gestellten Steuerentlastungen seien sicher nicht
zu dem Zweck gemacht worden, dass die Kommune den Restbetrag gleich wieder
einkassiere.
Herr Dr. Schmidt kann
die Bedenken von Frau Klos-Eckermann nachvollziehen und ist auch der Meinung,
dass hier noch intensive Diskussionen zu führen sein würden. Er sei sich jedoch
sicher, dass man sich hier einigen werde. Er bäte aufgrund der Zeitspanne hier
und heute um ein Signal von Seiten der Ausschussmitglieder, in welche Richtung
die Verwaltung in den nächsten Wochen arbeiten solle, um möglicherweise schon
im Herbst etwas umsetzten zu können.
Herr Decker hat
einige inhaltliche Fragen zu der Vorlage, die von Frau Haack und Herrn Steuber
beantwortet werden.
In diesem Zusammenhang weist Herr
Steuber darauf hin, dass es bezüglich der Beitragsstaffeln einen Wettbewerb
zwischen den Kommunen geben werde. Man müsse auch schauen, wie die
Nachbarstädte mit der Beitragsbemessung umgingen.
Herr Strüwer kann
das nur bestätigen und nimmt Bezug auf einen Zeitungsartikel, in dem
geschildert wurde, welche Angebote die
Stadt Breckerfeld mache, damit junge Familien dort anzusiedelten. Er freue
sich, dass der Rat der Stadt Hagen einstimmig beschlossen habe, in der U
3-Betreuung voranzuschreiten. Eine Bedarfsquote in Höhe von 7,5 % habe sonst
keine Kommune im Umfeld vorzuweisen. Man warte nicht darauf, was vom Land und
vom Bund komme, sondern man sei bereit, einen Beitrag zu leisten, Hagen zu
einer familienfreundlichen Stadt zu machen.
Herr Fischer wünscht sich, dass die verschiedenen Betreuungssysteme
stärker miteinander in Bezug gebracht würden. Die Bedingungen in den Betreuungssystemen seien doch sehr
verschieden.
Herr Schledorn wüßte
gern genau, in welcher Höhe Hagen durch die Einführung von Hartz IV Einsparungen
im Sozialbereich erzielt hat.
Weiterhin führt er aus, es
gebe ja den Anspruch von Hartz IV-Empfängern, Kinder bevorzugt in Betreuung zu
geben. Er möchte wissen, ob es eine systematisierte Zusammenarbeit zwischen
Stadt und ARGE gebe. Er hielte das für zwingend notwendig.
Herr Dr. Schmidt teilt mit, dass es hier eine ausreichende Zusammenarbeit
zwischen Stadt und ARGE gebe, um die entsprechenden Bedarfe abgestimmt behandeln zu können. Die Lücke bestehe bei
der U3-Betreuung.
Die Zahlen zu den Einsparungen im Harz IV-Bereich
lägen in den Fraktionen vor.
Frau
Klos-Eckermann vertritt den Standpunkt, dass für
die jüngsten Kinder das meiste Geld investiert werden müsse. Im Moment sei es
genau umgekehrt.
Herr Steuber berichtet, dass aus der gemachten Befragung hervorgehe,
dass viele Elternwünsche, was die Betreuung angehe, nicht befriedigt seien.
Gewünscht sei mehr Flexibilität, die Herr Fischer gerade schon angesprochen
habe. Er hielte es für ganz wichtig, auch im Hinblick auf die Pisa-Studie für Hagen die Schlüsse daraus zu ziehen, dass
man die Betreuung und Bildung zusammenwachsen lasse. Hier könnten auch schon in
einer früheren Phase Angebote gemacht werden. Es sollten gewisse
Qualitätsstandards beschrieben werden.
Herr Fischer möchte noch mal deutlich machen, dass er die Systeme
nicht gegeneinander setzen wollte, sondern aufeinanderbeziehen wollte. Dies sei
sowohl im Hinblick auf das Inhaltliche nötig, als auch im Hinblick auf den
finanziellen Aspekt.
Herr Strüwer fasst zusammen, dass diese Diskussion als erster Einstieg
für die Diskussion in den nächsten Wochen genommen werden könne, um dieses
Gesamtfeld nochmal ausführlich zu diskutieren. Am 11. Mai tage der Rat und
wolle zu diesem Thema eine Entscheidung treffen. Man sei jetzt als Fachausschuss
gefordert, jetzt schon die
Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass man dieses Neuland, was man betreten
werde, auch zeitnah angehen könne. Man müsse der Verwaltung und den Trägern die
nötige Zeit geben, entsprechende Konzepte zu entwickeln.
Er schlägt vor, die Gesamtvorlage als erste Lesung zu
betrachten und daneben zwei Zusatzbeschlüsse zu fassen.
Er liest diese vor und stellt sie anschließend zur
Abstimmung.
Beschluss:
1. Die
Verwaltungsvorlage wird als 1. Lesung zur Kenntnis genommen.
2. Die
Verwaltung wird beauftragt, die Umsetzung der 1. Ausbaustufe im U3-Bereich
für
das
Kindergartenjahr 2006/2007 in vollem Umfang zu realisieren.
3. Hierbei
ist neben den anderen Maßnahmen die Umwandlung in kleine
altersgemischte Gruppen außerhalb des GTK-NW (Gesetz über die
Tageseinrichtungen für Kinder in NRW) zunächst in den Einrichtungen
Am Bügel,
Dümpelstr. und Büddingstr.
einzuplanen.
