09.11.2022 - 3.1 Vorschlag der Fraktion Bürger für Hohenlimburg ...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:

 

Herr Arnusch wünscht sich eine Stellungnahme von Herrn Kriegel aus der Sicht des Kanu-Club Hohenlimburg.

Herr Kriegel gibt an, dass die Stellungnahme des Servicezentrums Sport vorläge und berichtet über die Aktivitäten des Kanu-Club Hohenlimburg.

So biete man bereits seit 2018 das Lenne-Rafting für jedermann an. Nach einer schwierigen Anfangsphase sei man in der Zeit der Pandemie noch weiter ausgebremst worden. Von einem zu Beginn hierfür eingestellten Mitarbeiter habe man sich nach kurzer Zeit wieder trennen müssen, da dieser den Erwartungen nicht habe gerecht werden können und vom Verein finanziell nicht mehr tragbar gewesen sei.

Das Rafting werde weiterhin angeboten. So habe man in diesem Jahr 15 bis 20 Veranstaltungen durchgeführt. Problematisch sei es, dass geeignete Personal dafür zu bekommen, da es dafür einer speziellen Eignung als Raftguide bedürfe. So müsse man viele Gruppenanfragen für das Wochenende ablehnen, da es kein geeignetes Personal dafür gäbe. Ein weiteres Problem seien mögliche Überschneidungen mit dem Kanusport, da die Kanu-Slalomstrecke ein Bundesstützpunkt und Landesleistungszentrum für Kanuslalom sei und dementsprechend mit Bundes- und Landesmitteln gefördert worden wäre. Gerne würde man das Angebot ausbauen, aber durch die genannten Probleme sei dies nicht möglich.

Herr Arnusch wirbt erneut für den Antrag der Fraktion Bürger für Hohenlimburg / Die PARTEI. Der Antrag sei für die gesamte Stadt geschrieben, um an verschiedenen Wasserstandorten mögliche Angebote für die Bürger zu ermitteln. Der Konzeptentwurf sei für einen langen Zeitraum auf Hagen und auf das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept für das Stadtteilzentrum Hohenlimburg bezogen. Hier möchte man einen Anziehungspunkt für die Lenne und für die Innenstadt schaffen. Es sei bekannt, dass weder der Kanuverein noch die Stadt Hagen entsprechende Mittel zur Verfügung hätten. Wünschenswert wäre eine Prüfung, ob es einen privaten Investor gebe oder zumindest eine Kooperation mit einem solchen möglich wäre. Den Kontakt mit der privaten Wirtschaft und eine entsprechende Entwicklung könne lediglich eine Wirtschaftsentwicklung übernehmen, so Herr Arnusch.

Das Servicezentrum Sport sei zuständig für die Entwicklung und auch der Aufsicht der Kanustrecke. Dies sei auch der Homepage des Kanu-Klubs und des Servicezentrums Sport zu entnehmen. Dementsprechend sei das Servicezentrum Sport in der Pflicht, die Entwicklung zu öffnen. Weiter sei auf der Homepage zu lesen, dass Menschen eingeladen seien, Sportarten mitzubetreiben und anzufragen. Es ginge jetzt lediglich um eine Weiterentwicklung dieses Konzeptes, um es den Bürgen hier und auch an anderen Standorten anbieten zu können. Als Beispiel nennt Herr Arnusch den am Hengsteysee ansässigen Kann-Club. Herr Arnusch warnt vor einer voreiligen Ablehnung des Antrages. Man müsse zusammen mit der Hagener Wirtschaftsentwicklung ein Konzept entwickeln.

 

 

An Herrn Raab gerichtet, geht Herr Arnusch auf die Beschlussvorlage ein. In einer Passage hieße es, dass eine Erweiterung des Freizeitangebotes der Kanustrecke würde die ohnehin schon beengte Situation weiter verschlimmern. Laut der Internetseite des Kanuvereins, mache man dort Zeiten zwischen 10:00 bis 15:00 Uhr, freitags, samstags und sonntags frei. In diesem Zusammenhang verstünde Herr Arnusch nicht den Hinweis auf eine beengte Situation.

Herr Stricker gibt an, dass er nach den Ausführungen von Herrn Kriegel zu der Erkenntnis gekommen sei, dass eine Nutzung der Kanustrecke als Leistungszentrum vor ginge. Sportler müssten jederzeit Zugang zu diesem Leistungszentrum haben, somit sei eine Auflistung der freien Zeiten auf der Internetseite des Kanuclubs, lediglich als theoretisch zu betrachten. Es wäre wünschenswert, sich über eine bessere Einbringung in die Freizeitgestaltung aller Hagener Flüsse und Gewässer Gedanken zu machen, dies könne auch mit der Hagen Wirtschaftsentwicklung gemacht werden. Man müsse aber nicht mit einem Projekt an der Kanustrecke beginnen, da dies scheinbar nicht dafür geeignet sei. Aus diesem Grund lehne die Fraktion der SPD diesen Antrag ab.

Herr Thieser weist an dieser Stelle auf die bestehenden Konflikte in der Umsetzung hin. Diese würden auch bestehen bleiben, wenn man einen Beschluss fasse.

Frau Heuer sagt, dass sie grundsätzlich eine touristische Nutzung der Hagener Gewässer und auch der Lenne unterstütze. Im Fall der Kanustrecke müsse man aber auf die Aussagen des Vereins hören. Die Entscheidung, einer Kooperation läge ausschließlich bei dem Verein. Es müsse eine andere Stelle gefunden werden.

Herr Arnusch wiederholt, dass bereits ein entsprechendes Angebot seitens des Vereins bestehen würde und möglicherweise eine Kooperation des Geräteverleihs mit einem privaten Anbieter geprüft werden könne. Es ginge nicht darum, jemand etwas zu verbieten, sondern den Sport in Hohenlimburg zu fördern und den Menschen etwas anbieten zu können. Genauso ginge es aber auch um alle weiteren Standorte in Hagen.

Herr Eisermann hält eine zukünftige Weiterentwicklung des Lenne-Zugangs, für das INSEK-Verfahren für beachtenswert. Im Rahmen dieses Verfahrens könne man in der Zukunft Möglichkeiten der Kooperation auch mit dem Kanu-Club prüfen. Eine Mehrheitsfähigkeit sei aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben.

Herr Gronwald fragt Herrn Arnusch, ob eine andere Stelle der Lenne die Möglichkeit eines Raftings böte oder ob dies lediglich im Bereich der Kanustecke gegeben sei?

Herr Arnusch antwortet, dass Rafting ja bereits auf der Kanustrecke angeboten würde. In den übrigen Bereichen daneben sei er sich nicht sicher. Er glaube aber, dass der besondere Anreiz auf der Kanustrecke liegen würde, da sie alle Möglichkeiten biete.

Herr Gronwald fragt Herrn Kriegel, in welchem Jahr die Förderung der Anlage für den Leistungssport gewesen sei? In der Regel stünde eine Belegungsfrist von circa 25 Jahren an.

 

 

Herr Kriegel antwortet, dass es in den Jahren 1989/1990 eine erste Förderung gegeben habe. Weitere Förderungen habe es in den Jahren 2002 und 2014/2015 gegeben. Zuletzt habe die Förderhöhe 800.000 Euro zusammen aus Bundes- und Landesmitteln betragen.

Bei regulärem Wasserstand sei ein Rafting nur im Bereich der Kanustrecke sinnvoll, so Herr Kriegel. Die meisten anderen Bereiche der Lenne seien zu flach. Die zur Verfügung stehende Strecke sei ungefähr 300 Meter lang. Ein solch angebotenes Event ginge über 2 Stunden. In dieser Zeit sei eine Einweisung, Einkleidung und eine Vorbesprechung sowie 6 bis 8 Fahrten enthalten. Hier wiederholt Herr Kriegel, dass der Kanu-Club bereits sehr bemüht war, dieses Angebot auszubauen. Die meisten Anfragen zum Rafting kämen an den Wochenenden und hier kommt es häufig zu Kollisionen mit dem Leistungssport. Der Kanu-Club sei lediglich ein Nutzer der städtischen Sportanlage und die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten stießen bereits an ihre Grenzen. Das zum Rafting bereitgestellte kleine Equipment sei sehr notdürftig untergebracht. Im Falle einer Ausweitung des Angebotes müsse eine entsprechende Lagerhalle gebaut werden. Ebenso reiche die bestehende sanitäre Einrichtung nicht aus. Da ebenso Freizeitsportler, besonders an den Wochenenden, die Anlage nutzten, seien die Räumlichkeiten komplett ausgereizt. Auch im Bereich des Hengsteysee müssten entsprechende Möglichkeiten erst eingerichtet und die Betreiberfrage geklärt werden.

Herr Thieser merkt an, dass es im Falle eines attraktiven Geschäftsmodels bereits entsprechende Interessenten geben müsse, dahingehend seien ihm aber keine Anfragen möglicher Betreiber bekannt. Die von der Verwaltung abgegebenen Stellungnahmen, halte er für aufschlussreich.

Herr Gronwald fragt an Herrn Raab, ob bei einer privaten Nutzung geleistete Förderungen zurückgezahlt werden müssten. Es wäre gegebenenfalls besser, dies erst zu prüfen. Erst dann könne man später ein Tragfähiges Konzept vorstellen und beschließen.

Herr Raab sieht in der Mischung aus Leistungssport und privater Nutzung keinen Wiederspruch. Bereits jetzt kämen viele private Sportler aus ganz Deutschland und den Beneluxstaaten zur Nutzung der Strecke. Zur Organisation eines Boots- oder Raftverleihs fehlten dem Kanuverein und auch der Stadt die personellen Mittel.

An dieser Stelle schließt sich Herr Thieser den Worten von Herrn Eisermann an und betont, dass man im bevorstehenden INSEK Konzeptes die Öffnung der Wasserflächen diskutieren werde. Man müsse aber im vorliegenden Antrag zu einer Entscheidung kommen. Die Fraktionen könnten den Inhalt auch noch in den Aufsichtsrat der Hagener Wirtschaftsförderung tragen und zur Diskussion bringen.

Herr Arnusch geht nochmals auf den Antrag ein. So soll eine mögliche Kooperation durch eine Wirtschaftsentwicklung geprüft werden. Die Trainingszeiten des Leistungssports müssten Vorrang behalten.

 

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Beschluss:

1. Die Verwaltung gibt einen Sachstandsbericht zur Entwicklung der „Touristischen Nutzung der Kanu-Slalom-Strecke in Hohenlimburg“ seit dem im SFA am 18. April 2018 vorgestellten Bericht, darunter auch über die quantitative Nutzung der vom KC Hohenlimburg am 23. April 2022 gestarteten Rafting-Saison und die bislang erzielten Einnahmen.

 

2. Die Verwaltung entwickelt, ergreift und unterstützt weitere Maßnahmen, die geeignet sind, freizeitsportliche Angebote wie Kanu-Verleih, Rafting im Bereich der Kanustrecke etc. auszubauen und berichtet dem SFA hierüber vor Beginn der Rafting-Saison 2023.

 

3. Der Ausbau der freizeitsportlichen Aktivitäten auf der Lenne wird eng mit den in diesem Jahr in Hohenlimburg startenden InSEK-Prozessen verknüpft.

 

 

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

CDU

 

4

1

SPD

 

4

 

Bündnis 90/ Die Grünen

 

2

 

AfD

 

 

1

Hagen Aktiv

 

2

 

Bürger für Hohenlimburg / Die PARTEI

1

 

 

FDP

 

1

 

Die Linke

 

 

 

HAK

 

1

 

 

 

x

 Mit Mehrheit abgelehnt

 

Dafür:

1

Dagegen:

14

Enthaltungen:

2

 

 

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Anlagen zur Vorlage

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