05.05.2022 - 4.5 Bebauungsplan Nr. 6/20 (701) Gewerbegebiet Grun...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.5
- Gremium:
- Stadtentwicklungsausschuss
- Datum:
- Do., 05.05.2022
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:30
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Jendrik Hoppmann
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Knoche, Geschäftsführer der Familie ABUS, bedankt sich, auch im Namen der Familie August Bremiker und Söhne, für die Möglichkeit der Vorstellung des Unternehmens und des Planungsvorhabens. Die Firma ABUS wurde 1924 gegründet und befindet sich jetzt in der fünften Generation. Herr Knoche würde sich sehr freuen, wenn der Ausschuss die Gelegenheit finden würde, das Unternehmen in Wetter/Volmarstein zu besuchen, um kennenzulernen, was ABUS im Herzen darstelle.
Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person erklärt er anhand einer Präsentation „Die ABUS Gruppe Auf Einen Blick“ und begründet das geplante Bauvorhaben auf dem eigenen Campus. Er beschreibt die mit der Lage verbundenen Vorteile.
Die Präsentation ist der Niederschrift beigefügt.
Herr Mücke ist zuständig für die Bauleitplanung und die Änderung des Flächennutzungsplanung. Mit einer Präsentation erläutert er die Landschaftsbildanalyse und die verschiedenen Ansichten auf das geplante Hochregallager. Er weist daraufhin, dass es keine Sichtfeldbeziehungen aus dem Freiraum im weiteren Umfeld gebe. Innerhalb des näheren Umfeldes innerhalb eines Kilometers wurde sieben Sichtfeldpunkte
bezüglich der Sichtfeldbeziehung visualisiert und betrachtet.
Die Präsentation der Niederschrift beigefügt.
Herr Keune merkt zum Stand und Verlauf des Verfahrens und zur Einordnung des Landschaftsbildgutachtens an, dass bereits ein Aufstellungsbeschluss gefasst wurde. Im nächsten Schritt plane man die frühzeitige Beteilung der Bürger und Träger öffentlicher Belange und Behörden. Bei einem normalen Verfahrensverlauf wäre an dieser Stelle eine Vorstellung im Ausschuss nicht erfolgt, da die Grundzüge bereits im Aufstellungsbeschluss dargestellt worden seien. Aufgrund der kritischen Betrachtung der Landschaftsbildanalyse habe man die Politik aber vorab informieren und einbinden wollen. Es werde hier noch kein Beschluss über einen Bebauungsplan gefasst. Die detaillierte Planung könne heute noch nicht vorgestellt werden. Klimarelevante Standards würden natürlich berücksichtigt. Aber man stehe erst am Anfang des Verfahrens.
Herr Meier erklärt, dass es ihm wichtig sei, gute Arbeitsplätze zu schaffen und die Region zu stärken. Die anvisierte Schaffung von rund 270 Arbeitsplätzen begrüße er.
Die SPD unterstütze ein solches nachhaltiges Projekt.
Herr Dr. Ramrath begrüßt grundsätzlich, dass man mit einem Premiumunternehmen wie der Familie ABUS Wirtschaftskraft nach Hagen hole. Bezüglich der entstehenden Arbeitsplätze möchte er wissen, wie sich diese aufteilen. Zu dem Thema Stellplätze sei ihm noch nicht klar, ob diese ausreichend seien und nur für Mitarbeiter oder auch Kunden und Partner angedacht seien. Weiterhin fragt er zur Gewerbesteuer, ob die Stadt Hagen nach einem Zerlegungsprozess davon profitiere. Da dieser Ausschuss auch für Beschäftigung zuständig sei, plädiere er für ein eifriges Vorantreiben der Planung.
Herr Knoche teilt zu den Parkplätzen mit, dass diese im Schichtbetrieb für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen und durch die abwechselnde Belegung auch Platz für Kunden etc. vorgehalten werde. Nach seinem Kenntnisstand werden Steuern auch an die Stadt Hagen abgeführt, da es Hagener Stadtgebiet sei. Die Zerlegungsschlüssel seien ihm nicht bekannt.
Herr Schmidt äußert, dass man ebenfalls positiv dem Vorhaben gegenüberstehe.
Er möchte wissen, welche Klimaschutzziele die Familie ABUS verfolgen und ob ein zukünftiges CO2 neutrales Arbeiten angestrebt werde.
Herr Knoche teilt mit, dass mit der zentralen Funktion der Logistik Klimaziele berücksichtig seien, indem man den Verkehr der Logistik stark einschränke. Die Shuttle-Logistik entfalle mit diesem Standort. Des Weiteren habe man ein ganzes Team, welches an dem Thema Nachhaltigkeit wie E-Mobilität, Photovoltaik, etc. arbeite.
Auch die Nutzung vorhandener, natürlicher Ressourcen wie Regenwasser, welches mit Zysternen aufgefangen werde, um die Parkanlagen auf der Fläche zu bewirtschaften, gehöre zu den Klimazielen. Ebenso die Schaffung von vielen Grünflächen mit Teichanlagen etc. Das Thema nehme man sehr ernst.
Herr Thieser sei klar, dass jedes Bauvorhaben in die Landschaft eingreife. Dieses Vorhaben könne er sich an diesem Standort aber gut vorstellen. Durch Pflanzungen könne vieles noch landschaftlich verschönert werden. Er plädiere ebenfalls, dieses Vorhaben zu unterstützen.
Herr Grzeschista fragt nach den Rückstauflächen für den LKW-Verkehr.
Herr Knoche erklärt, dass es üblich sei den ankommenden LKW ein Zeitfenster einzuräumen, um effektiv zu sein und Rückstau zu vermeiden. Dies läge im eigenen Interesse, da Wartezeiten der LKW in Rechnung gestellt würden.
Herr Mücke erklärt anhand eines Planes die Rangier- und Abfertigungsflächen.
Eine Linksabbiegerspur und Ampelreglung soll den fließenden Verkehr der Grundschöttler Straße so wenig wie möglich beeinträchtigen. Man werde alle Gutachten zur frühzeitigen Beteiligung vorlegen.
Herr Panzer teilt mit, dass man das Gesamtprojekt grundsätzlich positiv sehe. Man habe das Projekt sowohl bei der Änderung des Regionalplanes als auch bei der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens positiv begleitet. Die schiere Größe des jetzt projektierten Bauvorhabens schrecke zunächst und auch weiterhin ab.
Was die Gewerbesteuer angehe dürfe es nicht sein, dass die Arbeitsplätze in Wetter und die Parkplätze in Hagen bleiben. Es handele sich hier um einen regionalen Kooperationsstandort. Die Steuern der Firma Abus insgesamt müssen fair zwischen den Städten Wetter und Hagen aufgeteilt werden.
Die bisher vorgelegte Planung sei allerdings monströs. In das projektierte Hochregallager würde das davor in Richtung Grundschötteler Straße angestrebte Regenrückhaltebecken vom Volumen her mehr als 370 mal hineinpassen.
Die südliche Außenwand hat eine Fläche von mehr als 6300 m²! Die westliche Dachkante des Gebäudes wäre ca. 50 m höher als die Grundschötteler Straße!
Viele wichtige Fragen würden durch diese Vorlage überhaupt nicht behandelt. Ob das Dach des Gebäudes eine Höhe von 240 m.ü.N.N. haben dürfe, könne jetzt noch von niemandem beurteilt werden. Vor allem sei es keine politische Entscheidung. Der Beantwortung dieser Frage könne man sich erst nach der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Bürgeranhörung stellen, beides stehe aber noch aus.
Den Beschlussvorschlag der Verwaltung lehne man aus diesen Gründen ab.
Die Stadt Hagen habe den Klimanotstand ausgerufen, die Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr habe gezeigt, wie wichtig dieser Schritt war. Das Vorhaben der Firma Abus muss den Gegebenheiten des Grundstückes Rechnung tragen, ökologische Gesichtspunkte müssen sorgfältig berücksichtigt werden. Man stehe erst am Anfang des Planungsprozesses."
Das Angebot der Unternehmensbesichtigung würde er gerne in Anspruch nehmen.
Herr Keune geht auf den nicht ganz eindeutigen Beschlussvorschlag ein. Daher schlägt er den im Anschluss gefassten Beschluss vor.
Frau Masuch fragt nach der Bodenfestigkeit und ob in der Höhe eine Variabel bestehe oder diese maximale Höhe feststehe.
Herr Knoche erläutert, dass die Bodenfestigkeit technisch geprüft werde und dass man in der Wirtschaftlichkeit der Herstellung und des Betriebes auf diese max. 30 m Höhe angewiesen sei.
Herr Meier erläutert, dass man die 30 m Höhe auch mitgehen würde.
Herr Mücke geht auf den Beitrag von Herrn Panzer zur Entwässerung ein.
Er erklärt, dass ein renommiertes Fachplanungsbüro sich u. a. auch mit diesem Thema beschäftige und Planungen weiter konkretisiert würden.
Herr Römer stimmt den Bewertungen der Vorredner zu und bedankt sich bei der Familie ABUS für die Vorträge und bei der Verwaltung für die Anbahnung des Projektes. Auch er stehe dem Projekt positiv gegenüber und schlägt vor, das Vorhaben positiv zur Kenntnis zu nehmen.
Herr Panzer möchte für die weitere Diskussion die entsprechenden Gutachten abwarten und gibt noch Optimierungsvorschläge mit auf den Weg.
Herr Dr. Diepes erklärt, dass man heute, auch um die Transparenz zu wahren, das Vorhaben vorgestellt habe. Man stehe noch vor der frühzeitige Beteilung und selbstverständlich könne es sein, dass es im Planverfahren Detailanpassungen gebe.Dieses Verfahren sei einer bestimmten Dynamik unterworfen und es könne zu Veränderungen kommen. Es sei heute nichts Statisches zu beschließen. Es sei lediglich zu beschließen, dass man in den nächsten Schritt gehen könne, mit dem Wissen, das dieses vorgestellte Hochregallager realisiert werden soll, mit allen Kompensationsmaßnahmen, die damit zusammenhängen.
Herr Pollok fragt nach bereits vorhandenen Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen und ob diese auch für das neue Projekt eingeplant seien.
Herr Knoche teilt mit, dass man Menschen mit Handycap beschäftige und dies, je nach Möglichkeit, immer mitbedacht werde.
Herr Dr. Ramrath gibt zu bedenken, dass zu beachten sei, dass keine verfahrensrechtlichen Fehler gemacht werden, um Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.
Daher schließt er sich dem Beschlussvorschlag von Herrn Keune an.
Herr Klepper bedankt sich bei den Vertretern von ABUS für die ausführliche Projekterläuterung.
Herr Knoche bedankt sich für die gute Diskussion und das Interesse.
Anlagen zur Vorlage
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746,2 kB
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5,7 MB
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