16.03.2006 - 6.3 Ausbauplanung "Offene Ganztagsschule" in Hagen ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.3
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 16.03.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:03
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr
Dr. Schmidt weist darauf hin, dass der Schulausschuss bisher nur in
erster Lesung beraten hat. Trotzdem schlägt er vor, heute im Haupt- und
Finanzausschuss zu beraten und ggf. eine Entscheidung zu treffen. Er weist dazu
auf die Beratung im Jugendhilfeausschuss am 14.03.2006 hin. Dort wurde zum
Punkt 2 eine Änderung aufgenommen. Es soll keine allzu "statische"
Beschlussfassung zum Kindergartenbedarfsplan erfolgen, sondern es soll die
Möglichkeit bestehen, kleinere Veränderungen, die bereits erkannt worden sind,
noch im Zuge weiterer Vorlagen abarbeiten zu können. Darüber hinaus weist er
auf die aus seiner Sicht besonders wichtige Diskussion zu Punkt 4 des
Beschlussvorschlages hin. Hier wurde seitens der Verwaltung vorgeschlagen, die
Elternbeiträge neu zu staffeln, vor allem unter dem Aspekt, dass das Land die
Zuschüsse kürzt. Diese Zuschusskürzung ist nicht erfolgt. An diesem Punkt hat
sich dann die Diskussion entsponnen, mit dem Ergebnis, dass die Festlegung für
die kommende Schulzeit bereits erfolgt ist und den Eltern keine Neuberechnung
zugemutet werden soll. Daraus resultiert nun die Empfehlung des Jugendhilfeausschusses,
erst zum Schuljahr 2007 / 2008 die Elternbeiträge neu zu entwickeln. Aus Sicht
von Herrn Dr. Schmidt könnten diese beiden Veränderungen als
Abstimmungsgrundlage genommen werden.
Herr
Strüwer spricht die neu zu erarbeitende Beitragsstaffelung für
2007 / 2008 an. Dies wurde nicht vor dem Hintergrund gemacht, ein erhöhtes
Einnahmevolumen zu erzielen. Ziel ist es, eine größere soziale Gerechtigkeit
bei der Bemessung der Elternbeiträge sicher zu stellen. Die konkrete
Betrachtung der sozialen Faktoren soll insgesamt auch dazu führen, dass für das
kommende Schuljahr eine größere Sicherheit über die zu realisierenden Einnahmen
erzielt werden kann.
Herr
Sondermeyer stellt die Frage, ob auch Überlegungen bezüglich der
Mittagsverpflegung angestellt wurden. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass
die Landesregierung Überlegungen angestellt hat, Einrichtungen, die eigentlich
zur Schließung vorgesehen waren, durch die Kommunen weiter betreiben lassen zu
können. Er stellt dazu die Frage, ob es seitens der Stadt Hagen Planungen gibt,
z. B. Kindergärten zu erhalten, die zur Schließung vorgesehen waren.
Herr
Dr. Schmidt teilt zur ersten Frage mit, dass in der letzten Woche
erneut intensive Gespräche mit den Trägern bezüglich der Mittagsverpflegung
geführt worden sind. Dabei haben die Träger signalisiert, dass sie es nicht für
praktikabel halten würden, wenn ihnen bestimmte Beträge zugewiesen würden, da
hierdurch auch diejenigen Ansprüche anmelden würden, die die Verpflegung ihres
Kindes / ihrer Kinder selbst finanzieren können. Daher wurde vereinbart, dass
ein Mindestbeitrag von 1 pro Essen bezahlt werden soll. Dies soll auch für
Eltern gelten, die sich das Essensgeld nur schwer leisten können. Der
Restbetrag, der für die Mahlzeiten benötigt wird, soll dann aus vorhandenen und
weiter zu akquirierenden Spendenmitteln finanziert werden.
Zu
der zweiten Frage verweist Herr Dr. Schmidt auf den geltenden Ratsbeschluss,
wonach die Stadt Hagen ausfallende Landesmittel nicht übernimmt. Es besteht
weiterhin das Ziel, bis 2007 weitere Ganztagsbetreuungsangebote abzubauen und
hier zugunsten der offenen Ganztagsschulen umzuschichten. Herr Dr. Schmidt geht
weiter davon aus, dass seitens des Landes ab 2007 keine Förderung außerhalb der
offenen Ganztagsschulen mehr stattfinden wird.
Herr
Strüwer weist darauf hin, dass der Abbau von
Kindergartengruppen - unabhängig davon, ob diese konfessionell oder städtisch
geführt werden - daraus resultiert, dass die Zahl der Kinder zu gering ist, um
alle derzeit zur Verfügung stehenden Gruppen in den nächsten 3 Jahren weiter
offen halten zu können. Auf dieser Grundlage hat der Rat der Stadt Hagen mit
den anderen Trägern ganz gezielt eine Vereinbarung getroffen, um den
flächendeckenden Bedarf auch realisieren zu können.
Herr
Oberbürgermeister Demnitz bittet vor dem Hintergrund der umfangreichen
Beratungsfolge zu überlegen, ob eine Beschlussfassung - wegen der vorliegenden
Empfehlungen des Jugendhilfeausschusses sowie der Bezirksvertretung Eilpe /
Dahl - nicht bis zur Bündelung im Schulausschuss zurückgestellt und dann im Rat
erfolgen werden sollte.
Herr
Röspel schließt sich dieser Sichtweise an und plädiert auch
für eine Bündelung im Schulausschuss.
Da
gegen diese Vorgehensweise keine Bedenken bestehen, fasst Herr
Oberbürgermeister Demnitz zusammen, dass - wie von ihm skizziert -
verfahren werden soll.
Beschluss:
1. Der
Rat der Stadt Hagen nimmt die Ausbauplanung zur Einführung der offenen
Ganztagsschule und deren Auswirkungen auf die Konsolidierungsmaßnahmen 40-M01,
40-M04 und 40-M05 zur Kenntnis.
2. Der
Rat der Stadt Hagen nimmt die daraus resultierenden Veränderungen in der
Fortschreibung der Kindergarten Bedarfsplanung und deren Auswirkungen auf die
Konsolidierungsmaßnahme 55-M12 zur Kenntnis.
3. Der
Rat der Stadt Hagen beauftragt die
Verwaltung die abgestimmten Maßnahmen entsprechend dieser Vorlage umzusetzten.
4. Die
Elternbeiträge für den Besuch der offenen Ganztagsschule werden ab 01.08.2006
wie vorgeschlagen angepasst und zur Kompensation des gekürzten Landeszuschusses
eingesetzt.
