26.08.2021 - 7.2 Planung zum Bau einer Tagesklinik für Kinder un...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7.2
- Sitzung:
-
Sitzung der Bezirksvertretung Haspe
- Gremium:
- Bezirksvertretung Haspe
- Datum:
- Do., 26.08.2021
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB53 - Gesundheit und Verbraucherschutz
- Bearbeitung:
- Anke May
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Herr Arlt erläutert und begründet die Vorlage.
Herr Schmidt stellt die Präsentation vor, welche als Anlage 1 Gegenstand der Niederschrift ist.
Herr Prof. Dr. Fricke verdeutlicht die Wichtigkeit der Tagesklinik für Hagen und bedankt sich bei dem Gesundheitsamt für die bisherige gute Zusammenarbeit. Er erklärt, dass Hagen eine ortsnähere Versorgung bekommen müsse. Tageskliniken sollen nicht mehr als 50 Kilometer vom Wohnort entfernt sein. Kinder entwickeln sich am besten weiter, wenn auch andere Kinder in der Nähe sind. Er führt aus, dass es sich bei den Patient*innen um Kinder mit Entwicklungsstörungen handelt.
Herr Bradenbrink hält den Standort für falsch gewählt verweist darauf, dass sich bereits mehrere Bauvorhaben auf dem Quambusch bereits in Planung befinden, wie z.B. die Wohnbebauung auf dem ehemaligen Sportplatz Quambusch sowie das Bauvorhaben für gemeinschaftliches Wohnen für Menschen mit einer psychischen Behinderung. Er befürchtet, nach Fertigstellung dieser ganzen Bauvorhaben ein erhöhtes Verkehrsaufkommen gerade in dem Bereich Am Quambusch, Jungfernbruch und Nordstraße.
Herr Thieser weist darauf hin, dass in der Verwaltungsvorlage nicht auf die verkehrliche Problematik eingegangen werde. Er selbst hält die Einrichtung an sich für enorm wichtig und sinnhaft aber nicht an diesem Standort. Er weist auch auf den Neubau der Kindertagesstätte genau in diesem Zufahrtsbereich hin. Durch das Bauvorhaben werde ein großer Teil der Grünfläche zerstört. Herr Thieser möchte wissen, wie sich die Verkehrsplaner das entstehende Verkehrsaufkommen vorstellen und verweist auf die bereits bestehende Parkplatzproblematik auf dem Quambusch.
Herr Gronwald berichtet aus dem Ausschuss für Krankenhaus und Gesundheit vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Die steigenden Bedarfe solcher Kliniken sind vorhanden und auch dringend notwendig. Er sieht ebenfalls die entstehende Verkehrsproblematik genau in diesem Bereich. 30 Beschäftigte und Hol- und Bringverkehr der Eltern benötigen Parkplätze auf dem Quambusch. Er möchte wissen, aus welchen Stadtteilen die Hagener Kinder kommen, die jetzt schon im Krankenhaus Herdecke betreut werden und fragt, ob es kein anderes Hagener Grundstück gibt und warum ausgerechnet dieses Grundstück auf dem Quambusch ausgewählt wurde.
Herr Romberg teilt die Ansichten seiner Vorredner. Aus seiner Sicht wäre es hilfreich gewesen, die vorgestellte Präsentation im Vorfeld zu erhalten, daher möchte er die heutige Beratung als 1. Lesung betrachten. Durch die sternförmige Bauweise werde eine Menge Fläche verbraucht. Er möchte wissen, warum kein massiverer Baukörper geplant wurde, welche weniger Fläche verbrauchen würde. Durch 30 neue Arbeitsplätze könnten auch 30 weitere Fahrzeuge zur bereits vorhandenen Parkplatzproblematik auf dem Quambusch beitragen. Seiner Meinung nach belasten die An- und Abfahrverkehre der Eltern für ihre Kinder zur Klinik und zur neugebauten Kindertagesstätte. Hierzu hätte er gerne genauere Ausführungen der Fachverwaltung.
Herr Wisotzki weist darauf hin, dass der Bereich in dem die Tagesklinik gebaut werden soll, früher als Luftzufuhrschneise bezeichnet wurde. Hier wurde der Wind aus Westen zum Quambusch geleitet. Jetzt soll der letzte offene Teil auf dem Quambusch auch noch zugebaut werden. Er möchte wissen, ob die Fachverwaltung die topographischen Verhältnisse auch geprüft hat. Das zu bebauende Grundstück ist ein Hanggrundstück, die sog. Schlittenwiese, welche die Kinder vom Quambusch seit Jahrzehnten zum Schlitten fahren nutzen. Die geplante sternförmige Bebauung in den Hang hinein sei seiner Meinung nach nicht einfach zu gestalten. Er greift den Vorschlag von Herrn Romberg, die Vorlage in 1. Lesung zu beraten, auf und schlägt vor, einen Ortstermin mit der Fachverwaltung vor der Ratssitzung zu organisieren. Laut des vorgelegten Plans wird ein Flügel des Gebäudes 25 Meter lang, der zweite Flügel 18 Meter lang und der dritte Flügel 20 Meter lang.
Herr Prof. Dr. Fricke erläutert den Planungsprozess dieser Klinik und erklärt, dass das Gebäude nicht zwingend sternförmig wie vorgeschlagen gebaut werden müsse. Das Planungsbüro habe die Geometrie geprüft. Eine eingeschossige Bebauung könne dort umgesetzt werden.
Herr Wisotzki bedankt sich für den fachlichen Vortrag von Herrn Prof. Dr. Fricke. Er weist darauf hin, dass die Interessen der Anwohner*innen auf dem Quambusch auch berücksichtigt werden müssen. Hierzu zählt auch die verkehrstechnische Anbindung.
Herr Thieser ist der Meinung, dass es auch andere alternative Standorte, die auch umsetzbar sind, in Hagen gebe. Er ist überzeugt, dass die Verwaltung auch passende alternative Standorte im Stadtgebiet Hagen finden könne. Seiner Meinung nach könne kein Förderantrag ohne politische Diskussion im Vorfeld gestellt werden.
Frau Schneidmüller-Gaiser möchte wissen, wie in der Klinik gearbeitet werde, bzw. zu welchen Zeiten die drei Gruppen eingeteilt sind. Handele es sich um drei Gruppen z.B. von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr? Sie bittet den Begriff „stationäre Tagesklinik“ genauer zu erklären.
Prof. Dr. med. Fricke antwortet, dass es hierzu Vorgaben des Sozialleistungsträger ins Deutschland. Die Tagesklinik dient der wohnortnahen Verzahnung von einem therapeutischen Angebot, welches stationäre Züge hat und sich über den ganzen Tag erstreckt. Es müssen 10 Stunden in der Leistungsdichte abgedeckt werden. Das aktuelle Konzept bezieht die Familien der Kinder mit ein. Die Tagesklinik arbeitet von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Die Familiengespräche finden entweder am Anfang oder am Ende statt. Wenn Patient*innen länger als 14 Tage im Krankenhaus liegen, bestünde die Möglichkeit, auch Lehrunterricht stattfinden zu lassen. Bei der geplanten Klinik würde ein Lehrer vor Ort unterrichten. Neben dem Unterricht gibt es noch weitere Therapiemöglichkeiten wie z.B.: Maltherapie, Ergotherapie, Gruppentherapie und die Multi-Familientherapie.
Herr Arlt macht deutlich, dass der Antragssteller das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke und nicht die Stadt Hagen ist. Gleiches gilt auch für das Bauvorhaben. Die Fachverwaltungen halten das Vorhaben für machbar. Er hält den Vorschlag von Herrn Wisotzki bezüglich eines Ortstermins für zielorientiert.
Herr Goertz möchte in einem zweiten Teil des Beschlussvorschlags die Verwaltung auffordern, vor Aufnahme der Grundstücksverhandlungen einen zeitnahen Ortstermin mit der zuständigen Bezirksvertretung Haspe zu organisieren.
Herr Arlt weist darauf hin, dass die Bescheidung des Antrags erst Ende des Jahres erwartet wird. Erst dann würden Grundstücksverhandlungen geführt werden. Er macht deutlich, unter welchem enormen Zeitdruck das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke gestanden habe, um ein entsprechendes Grundstück zu finden.
Herr Gronwald bezieht sich auf die Beratungsfolge der Vorlage und macht deutlich, dass ein gemeinsamer Ortstermin so schnell wie möglich stattfinden müsse.
Herr Romberg möchte wissen, ob ein Bebauungsplan für dieses Vorhaben in dem Bereich vorhanden ist.
Herr Plewe antwortet, dass es ein Bebauungsplan gibt, der die Fläche als Gemeinbedarf festsetzt. Im Wege der Befreiung könne dieses Vorhaben durch das Bauordnungsamt genehmigt werden.
Herr Wisotzki schlägt vor, im Anschluss an den gemeinsamen Ortstermin eine Sondersitzung stattfinden zu lassen, um einen entsprechenden Beschluss zu fassen.
Beschluss:
- Die Vorlage wurde in 1. Lesung beraten.
- Die Verwaltung wird aufgefordert, einen gemeinsamen Ortstermin mit der Bezirksvertretung Haspe und der Fachverwaltung vor der Ratssitzung am 23.09.2021 zu vereinbaren. Folgende Fragestellungen sollen vor Ort geklärt werden:
- Verkehrliche Anbindung, Parkplatzproblematik auf dem Quambusch
- Kurvatur und Geometrie
- Umweltschutztechnische Belange
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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425,7 kB
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