09.06.2021 - 5.2 Vorschlag der SPD-Fraktionhier: Umbenennung der...

Beschluss:
geändert beschlossen
Reduzieren

Wortprotokoll

Hinweis der Schriftführerin:

Dieser Tagesordnungspunkt wurde aus terminlichen Gründen von Herrn Mook nach dem Tagesordnungspunkt I.7. beraten. Die Protokollierung erfolgt jedoch in der Reihenfolge der Tagesordnung.

 

Herr Meier erläutert ausführlich den Antrag zur Umbenennung und zur Konzeptionierung einer zeitgemäßen und lokalen Erinnerungs- und Gedenkkultur in Bezug auf NS-Verbrechen. Neben der Benennung der Übergriffe der Nationalsozialisten auf die Familie Cohen nennt er hier insbesondere die Neuauflage von Gedenkbüchern und Gesamtschau der „Stolpersteine“ in Hagen. Auch regt er eine entsprechende Konzeptionierung für das Stadtmuseum an sowie eine Möglichkeit über das Internet entsprechende Quellen zu erreichen. In diesem Zusammenhang bemängelt er die weiterhin bestehende Nichterreichbarkeit der Hohenlimburger Quellen seit der Eingemeindung.

 

Er hofft mit diesem Antrag entsprechende Anstöße zu geben und wünscht sich für die nächste Sitzung auch eine eventuelle Stellungnahme von Herrn Dr. Blanck zu diesen Themen.

 

Herr Mook sagt zu Beginn seiner Ausführungen eine schriftliche Beantwortung der Fragen in der nächsten Sitzung zu, die einen Tag vor dem offiziellen Stadtjubiläum stattfindet. Man sei seit über einem Jahr in enger Abstimmung mit dem Urenkel von Simon Cohen und die Verwaltung befürworte ausdrücklich die Umbenennung der Marktbrücke in „Simon-Cohen-Brücke“ und er sagt eine entsprechende Vorlage mit einer historischen Würdigung von Herrn Dr. Blanck für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Hagen-Mitte zu.

 

Weiter führt er aus, dass Hagen eine der wenigen Städte mit einer sehr ausgeprägten Erinnerungskultur an diese Zeit sei. Dies werde nicht nur von der Stadtverwaltung, sondern auch von privaten Initiativen, insbesondere dem Hagener Geschichtsverein, gepflegt. Im Weiteren geht er ausführlich auf elf verschiedene Aktionen ein, die in den letzten Jahren stattgefunden haben. Diese werden noch bis zur nächsten Sitzung schriftlich dargelegt.

 

Herr Quardt bedankt sich bei Herrn Mook für die ausführliche Berichterstattung und regt eine bessere Publikation der Aktionen an, damit diese stärker wahrgenommen werden.

 

Herr König berichtet, dass die Entschädigung an die Familie Cohen sehr problematisch war und bittet von dieser Zeit nicht vom 3. Reich, sondern vom Nazi-Reich zu sprechen. Er empfindet es in diesem Zusammenhang als zweifelhaft, dass dem Wegbereiter dieser Zeit, nämlich Hindenburg, mit einem Straßennamen in Hagen noch gedacht werde.

 

Herr Meyer schließt sich der Meinung von den Herren Quardt und König an und sieht, dass zu diesem Thema noch Vieles auszuarbeiten sei. So seien viele Nazis nach dem Krieg in ihren Funktionen geblieben und weiter so versorgt gewesen.

 

Herr Panzer macht auch deutlich, dass diese Zeit noch der Aufarbeitung bedarf und zeigt sich sehr zufrieden mit den Ausführungen von Herrn Mook.

 

Frau Adamczak berichtet von einem Besuch in Jerusalem und der dortigen Gedenkstätte an die Judenverfolgung und sagt, dass solche Dinge nie wieder passieren dürfen.

 

Frau Bartscher betont, dass für die Arbeit mit Jugendlichen zu diesem Thema engagierte Lehrer nötig seien, um den Jugendlichen das Thema näher zu bringen, damit diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät.

 

Herr Quardt schlägt vor, nach den Ausführungen und Zusagen von Herrn Mook, auf eine Beschlussfassung zu verzichten. Dagegen wird kein Widerspruch erhoben.

Reduzieren

Beschluss:

Die Verwaltung wird gebeten, in der nächsten Sitzung der BV-Mitte zunächst so weit wie möglich zu folgenden Punkten Stellung zu nehmen:

 

1.Umbenennung der Marktbrücke in "Simon-Cohen-Brücke"

 

1.1 Welchen Kenntnisstand gibt es derzeit zu den Ereignissen in der Progromnacht, die auch anschließend im Zusammenhang mit den Übergriffen der Nationalsozialisten auf die Familie Cohen stehen?  

 

1.2 Welche Vorgehensweise ist aus Sicht der Verwaltung notwendig und angemessen, um die Marktbrücke als einen Gedenkort für Hagen zu etablieren und in "Simon-Cohen-Brücke“ umzubenennen?

 

1.3 Wie kann die Kooperative K in dieses Verfahren eingebunden bleiben? 

 

 

2.Konzept für eine zeitgemäße, lokale Erinnerungs- und Gedenkkultur in Bezug auf die NS- Verbrechen

 

2.1 Wie sollte ein pädagogisches Konzept einer zeitgemäßen, lokalen Erinnerungs- und Gedenkkultur in unserer Stadt aussehen? 

 

2.2 Gibt es ggf. Beispiele zeitgemäßer, pädagogischer Konzepte aus anderen Städten oder Handreichungen von Land und Bund dazu? 

 

2.3 Wie könnte eine Konzepterstellung erfolgen, bei der auch interessierte Bürger*innen, lokale Geschichtsvereine und Schulen sowie Opfergruppen beteiligt würden?

 

Reduzieren

Abstimmungsergebnis:

 

X

 Ohne Beschlussfassung

 

 

Reduzieren

Anlagen zur Vorlage