08.03.2006 - 8.1 Ausbauplanung "Offene Ganztagsschule" in Hagen ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 8.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Hohenlimburg
- Datum:
- Mi., 08.03.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Kortmann erläutert, dass
erst nach Vorlagenerstellung bekannt geworden sei, dass der Landeszuschuss nun
doch nicht anders als angekündigt gekürzt werde, weshalb man unter Ziff. 4
des Beschlussvorschlages den Satz nach dem Wort angepasst enden lassen müsse.
Ansonsten verweise er auf den Inhalt der umfangreichen Vorlage und stehe Fragen
gern zur Verfügung.
Herr Leisten möchte wissen,
warum überhaupt eine Anpassung der Elternbeiträge vorgeschlagen werde, obwohl
die erwartete Kürzung des Landeszuschusses nicht eintreffe.
Herr Dr. Schmidt erwidert, man
habe die angestrebte Höhe der Beiträge nicht erreicht. Es bestehe ein ganz
erhebliches Defizit. Rechne man dies hoch auf die letzte Stufe der offenen
Ganztagsschule, dann betrage dies mehrere hunderttausend Euro.
Außerdem habe man versucht,
eine neue Skala der Elternbeiträge auszuarbeiten, wobei der mittlere
Einkommensbereich nahezu gleichgeblieben sei, im unteren Einkommensbereich
weniger gezahlt und im obersten Einkommensbereich mehr gezahlt werden müsse.
Dies sei unabhängig von der erwarteten Kürzung durch das Land geschehen, um
eine vernünftige Refinanzierung hin zu bekommen. Über diese Einteilung könne
man sich sicherlich trefflich streiten, im Jugendhilfeausschuss habe man
darüber auch zunächst eine erste Lesung gemacht. Sollten bezüglich der
Elternbeiträge Probleme bestehen, empfehle er, die Vorlage bis auf diesen Punkt
zu beschließen und die Beiträge noch einmal zu diskutieren oder diese dem
Jugendhilfeausschuss zur Entscheidung zu überlassen.
Herr Palsherm erwidert, auch
der Haupt und Finanzausschuss habe zunächst eine erste Lesung gemacht und regt
an, den Punkt um einen Monat zu verschieben, da hier ja noch Klärungsbedarf
bestehe.
Herr Leisten stimmt zu, da er
auch noch einige offene Fragen sehe, unter anderem bezüglich der
Wesselbachgrundschule und der Grundschule Rummenohl. Eine erste Lesung sei ihm
daher ebenfalls sehr lieb.
Herr Dr. Schmidt sieht eine
erste Lesung nur ungern.
Herr Hulvershorn meint, in
diesem Falle könne man auf die Verwaltung keine Rücksicht nehmen.
Herr Kortmann möchte als Hinweis
geben, dass trotzdem die in der Vorlage beschriebenen Dinge an den
Zuschussgeber nach Arnsberg weitergegeben würden um nicht Gefahr zu laufen, am
Ende keine Zuschüsse zu bekommen. Sollte die Politik sich aber doch anders
entscheiden, werde man dies formal zurückziehen. Als Hinweis zur Katholischen
Grundschule Wesselbach wolle er noch sagen, dass seit zehn Tagen eine Anfrage
in Arnsberg vorliege, ob die Schule als Schule im Außenbereich gelte und damit
dauerhaft das Programm 13+ fahren könne oder nicht. Das könne heute noch
nicht beantwortet werden, da Arnsberg sich noch nicht geäußert habe.
Herr Reinke sagt, auch wenn
die Vorlage nun geschoben werden solle, gebe es doch einen Punkt, den er gern
ansprechen wolle. Bezüglich der Kindergartenbedarfsplanung gebe es im Bereich
Halden mit dem Kindergarten in der Dümpelstraße ein Problem. Dort solle die
dritte Gruppe geschlossen werden, obwohl der Bedarf für eine dritte Gruppe
erkennbar sei. Er bitte hiermit darum, das Anliegen der Haldener Bürger und
Bürgerinnen und des Kindergartens zu unterstützen. Damit die Möglichkeit
geschaffen werde, im Jugendhilfeausschuss kurzfristig zu beraten und zu
beschließen, solle der von ihm ausgeteilte Beschlussvorschlag seitens der
Bezirksvertretung, der eine Empfehlung für den Jugendhilfeausschuss beinhalte,
noch in dieser Sitzung beschlossen werden. Mit Schließung der dritten Gruppe
seien Kündigungen verbunden, die noch im März ausgesprochen werden würden. Der
Jugendhilfeausschuss tage bereits nächste Woche.
Herr Dr. Schmidt erwidert, es
habe in der Vergangenheit problematische Gespräche seitens der evangelischen
und katholischen Kirche und auch der Stadt Hagen gegeben.
Man habe sich gesagt, in
Ortsteilen, in denen noch keine offenen Ganztagsschulen vorhanden seien,
sollten noch altersgemischte Gruppen in den Kindergärten so lange wie möglich
erhalten bleiben. In Notfällen könne man noch Veränderungen vornehmen.
Bezüglich der Tondernstraße plädiere er nach wie vor dafür, in Halden die
dritte Gruppe auslaufen zu lassen. Man werde sich aber im Jugendhilfeausschuss
sicher noch kompetent darüber unterhalten. Ließe man die Einrichtung
Tondernstraße und die dritte Gruppe in Halden weiterlaufen, koste dies viel
Geld. Auch wenn die Vorlage in zweiter Lesung beschlossen werde, bitte er
darum, dies nicht als unumstößlich anzusehen. Wenn es durch Umzüge oder andere
Probleme zu Verschiebungen käme, würde selbstverständlich flexibel und
unbürokratisch darauf reagiert werden.
Er halte den Vorschlag von
Herrn Reinke für sehr schwierig. Darüber solle im Jugendhilfeausschuss
gesprochen werden.
Herr Reinke meint, man müsse
nur die Möglichkeit dazu bekommen.
Herr Leisten sieht noch
zusätzlich ein inhaltliches Problem. Einerseits werde im Bereich der
Nachmittagsbetreuung der 6-10jährigen in manchen Kindergärten vielleicht etwas
geschlossen, wenn in dem Bereich eine offene Ganztagsschule eingerichtet werde.
Andererseits habe man unter Umständen in dem gleichen Kindergarten dann das
Thema der U3-Betreuung. Er sehe das Problem, dass Gruppen geschlossen würden,
die man für eine andere Altersgruppe wieder benötige. Hier gebe es Themen, die
noch nicht hinreichend verzahnt seien, um bereits jetzt zu entscheiden.
Herr Arnusch möchte zwei
Fragen stellen. Erstens interessiere ihn der Unterschiedsbetrag zwischen den
bisherigen 30,60 und den neu festgesetzten 38,65 . Gehe dieser
Unterschiedsbetrag zu Lasten derer, die zahlungsfähig seien oder zu Lasten der
Stadt?
Zweitens wolle er wissen, ob
die Wünsche der einzelnen Schulleiter berücksichtigt worden seien oder sei nur
nach dem Bedarfsplan festgelegt worden, welche Schule Ganztagsschule werde oder
nicht.
Herr Dr. Schmidt antwortet,
mit den Beiträgen verhalte es sich ganz einfach. Wenn jemand zahlen müsse und
nach einer Mahnung und zweimaligem Besuch des Gerichtsvollziehers seiner
Zahlungsverpflichtung nicht nachkomme, zahle dann die Stadt. Wegen 38 Euro
würden keine Prozesse geführt. Im Gegensatz zum Kindergarten bestehe kein
Rechtsanspruch. Aber wenn man im offenen Ganztag ein Kind habe, dessen Eltern
nicht zahlten, werde es ja nicht herausgeworfen.
Herr Arnusch sagt, so sei die
Frage auch nicht gemeint gewesen.
Herr Dr. Schmidt erläutert
weiter, über die Einrichtung einer offenen Ganztagsschule werde von der
Schulkonferenz entschieden. Insofern könne sich jede Schule nach entsprechender
ausführlicher Beratung mit Architekten und Schulträger entscheiden, auch unter
dem Gesichtspunkt, wie es mit bisherigen Fördermaßnahmen weitergehe, wie z.B.
den Programmen Schule von acht bis eins oder 13+.
Herr Leisten wirft ein, er sei
gebeten worden, den Zusatzantrag zur Dümpelstraße doch noch zu beschließen.
Herr Reinke könne auch noch Näheres dazu sagen.
Frau Fischbach hat noch eine
Frage zu der Wesselbachgrundschule. Es sei ein Antrag gestellt, und es liege
zur Zeit kein Schulkonferenzbeschluss bezüglich eines Ganztagbetriebes vor. Sie
frage, ob diese Beschlussfassung befristet sei. Ob durch den vorliegenden
Antrag eine eventuelle Ganztageslösung verhindert werden könne.
Herr Kortmann hält diese Frage
für etwas missverständlich. Es sei so, dass die Wesselbachschule bisher nicht
offene Ganztagsschule werden, sondern an ihrem alten Programm festhalten
möchte. Ob Letzteres möglich sei, müsse in Arnsberg geklärt werden. Die Schule
müsse das Bewusstsein haben, dass sie möglicherweise ins Leere laufe. Das könne
man der Schule nicht abnehmen.
Herr Hulvershorn fragt nach,
ob der Antrag nun gestellt sei.
Herr Dr. Schmidt sagt Herrn
Reinke zu, die Angelegenheit aufzugreifen. Er werde den Antrag von Herrn Reinke
im Jugendhilfeausschuss zu der Vorlage der Verwaltung hinzunehmen.
Herr Hulvershorn erklärt sich
mit dieser Vorgehensweise einverstanden.
Beschluss:
1. Der
Rat der Stadt Hagen nimmt die Ausbauplanung zur Einführung der offenen
Ganztagsschule und deren Auswirkungen auf die Konsolidierungsmaßnahmen 40-M01,
40-M04 und 40-M05 zur Kenntnis.
2. Der
Rat der Stadt Hagen nimmt die daraus resultierenden Veränderungen in der
Fortschreibung der Kindergarten Bedarfsplanung und deren Auswirkungen auf die
Konsolidierungsmaßnahme 55-M12 zur Kenntnis.
3. Der
Rat der Stadt Hagen beauftragt die
Verwaltung die abgestimmten Maßnahmen entsprechend dieser Vorlage umzusetzten.
4. Die
Elternbeiträge für den Besuch der offenen Ganztagsschule werden ab 01.08.2006
wie vorgeschlagen angepasst und zur Kompensation des gekürzten Landeszuschusses
eingesetzt.
