02.09.2020 - 5.1 Jahresberichte freie Kulturzentren 2019
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.1
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 02.09.2020
- Status:
- öffentlich (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:03
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Astrid Jakobs
- Beschluss:
- zur Kenntnis genommen
Wortprotokoll
(Anmerkung der Schriftführung: auf die inhaltlichen Ausführungen wird auf die Vorlage 0559/2020 verwiesen) .
Herr Voigt erkundigt sich,- wie auch bereits im vergangenen Jahr schon,- nach den seiner Meinung nach recht hohen Zinsaufwendungen des Werkhofes Hohenlimburg und der noch verbleibenden Laufzeit des Darlehens.
Herr Bach erläutert, dass es sich bei den von Herrn Voigt nachgefragten Zinsausgaben um Zinsen für einen internen Kredit zwischen der Werkhof GmbH und dem Werkhof e.V. handeln würde. Der Kreditvertrag sei im September 2007 abgeschlossen worden und habe noch eine Laufzeit von 4 weiteren Jahren.
Herr Eiche äußert den Wunsch, grundsätzlich mehr Geld für die Freien Kulturzentren zur Verfügung stellen zu wollen. Bei seiner Internet Recherche sei er auf der Seite der Pelmke unter Kooperationen auf einen Arbeitskreis Antifaschismus gestoßen.
Auf der Seite „ Antifa Hagen“ habe er demokratiefeindliche Äußerungen gefunden.
(Anmerkung der Schriftführung: Herr Eiche verliest die entsprechende Seite der Antifa, an welcher er Anstoß nimmt. Dem Wunsch von Herrn Eiche, die betreffende Seite dem Protokoll als Anlage beizufügen, kann nicht entsprochen werden, da diese Information erst nach Sitzungsende übergeben bzw. übersandt worden ist.)
„Rassismus ! Konsequent gegen Rassismus zu sein heißt zudem, konsequent Staat, Nation und Kapital Scheiße zu finden. Informiert Euch, seid kritisch. Lest Marx und alles andere. Seid aktiv ! Schule ist scheiße ! Unserer Meinung nach ist Schule ein Instrument von Herrschaft. Schule tötet durch Leistungsdruck und Repression. Ihr lernt Werte, die Euch zu unkritischen Sklaven/innen machen, ohne dass Ihr Eure Fesseln seht. Es ist wesentlich leichter, Menschen zu fleißigen Arbeitssklaven zu machen. Was ist Nationalismus ? Nationalismus äußert sich in der Idealisierung von vermeintlichen Werten wie Sprache, Kultur, Herkunft und der Bedeutung der eigenen Nation.“
Herr Eiche bittet den verantwortlichen Betreiber der Pelmke, Herrn Breuer, diese Zusammenarbeit zu überdenken, bzw. darauf hinzuwirken, diese zu unterlassen, da derartige Äußerungen auch von Jugendlichen gelesen würden. An dieser Kooperation würde er sich seit Jahren sehr stoßen.
Herr Dr. Geiersbach bedankt sich bei den Freien Kulturzentren für deren Arbeit und Berichte, die er sehr erfreulich und inhaltsreich finden würde. Auch er erklärt, diesen gerne mehr Mittel zur Verfügung stellen zu wollen. Mit großer Wehmut denke er bereits an die Berichte im kommenden Jahr, die coronabedingt ganz anders ausfallen würden. Es handele sich hier um Zentren der Soziokultur. Da im Kulturbüro noch nicht verausgabte Mittel zur Verfügung stünden, befürworte er auch eine zusätzliche Unterstützung der Freien Kulturzentren. Mit Freude sehe er, dass der Anspruch und Auftrag der damaligen Gründung von allen in großer Breite erfüllt werde. Er hoffe, dass die Freien Kulturzentren nicht noch weiter von der Coronapandemie niedergedrückt würden.
Diesem Beitrag schließt sich auch Herr Walter an. Er hofft, dass die Freien Kulturzentren mittel-und langfristig in ihrer Substanz erhalten bleiben könnten bei einer immer bunter werdenden Gesellschaft. Wenn sich die von Herrn Eiche zitierten Äußerungen bewahrheiten sollten, sei auch er der Auffassung, dass die Pelmke ihre Kooperationen überdenken sollte.
Herr Fuchs schlägt vor, dass ein Kulturzentrum näher vorgestellt werde, da dies im Ausschuss Tradition sei.
Herr Breuer, erläutert kurz das seit bereits 33 Jahren bestehende und stets breit aufgestellte Programm der Pelmke. Dieses umfasst u.a. Kurse, ein Kino, kulturelle Projekte, sowie die Kneipe als Treffpunkt im Stadtteil. Als Betreiber der Pelmke habe er große Unterstützung durch Ehrenamtliche erfahren. Die Pelmke bildet bereits seit 6 Jahren aus. Auch beschäftigt die Pelmke 16 Menschen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen. Über die Gastronomie würden normalerweise die notwendigen Mittel erwirtschaftet. Seit dem 16.03.2020 sei jedoch alles anders. Die Gastronomie ist geschlossen. Kurzarbeit ist zu 50 % angemeldet. Über das Internet versuche man über Streaming, Konzerte einzuspielen. Aktuell werde versucht, langsam wieder in den Normalbetrieb zurückzukehren. Das Streamen sei immer mit einem Spendenaufruf verbunden worden. Ab kommenden Samstag könne das Kino wieder besucht werden. Unter Coronabedingungen seien 20 Besucher/innen zugelassen. Mit Beginn des Herbstes erfolge nun die Umstellung auf Indoor-Veranstaltungen. Damit sei „ die Stunde der Wahrheit gekommen“. Lesungen würden wieder angeboten, jedoch seien die Anmeldezahlen noch recht verhalten. Ab September ginge es um die Existenz der Pelmke. In den ersten drei Monaten als die Einnahmen weggebrochen seien, habe man mit Hilfe von Spendengeldern wirtschaften können. Im Frühjahr habe man die Soforthilfe vom Land erhalten. Ab September werde die Pelmke vermutlich ins Minus geraten. Ein Manko sei u.a. die fehlende Lüftung im Kinosaal. Unter Coronabedingungen sei diese aber für den Betrieb erforderlich. Eine Zusammenarbeit mit der GWH sei an dieser Stelle angedacht. Die Kosten für eine Belüftungsanlage lägen bei ca. 60.000 - 70.000 €, wovon ein Eigenanteil von 10 % für den Kulturbetrieb verbliebe, den die Pelmke ohne Spendengelder nicht aufbringen könne. Es gäbe Förderprogramme, z.B. „Neustart Kultur“ für derartige Anschaffungen. Die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen seien noch beschäftigt , im Bereich der geringfügig Beschäftigten hingegen sähe anders aus.
Herr Söhnchen bedankt sich für den Bericht von Herrn Breuer und die Arbeit und den Einsatz von allen Mitarbeiter/innen der Freien Kulturzentren. Er wünscht den Kulturschaffenden alles Gute, insbesondere auch für den weiteren Verlauf der Pandemie.
Anlagen zur Vorlage
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543,7 kB
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(wie Dokument)
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270,6 kB
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