26.02.2020 - 3.2 Vorschlag der Fraktion Bündnis 90 / Die GrünenH...

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Kämmerer erläutert, dass der Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität in seiner Sitzung am 29.01.2020 dem Empfehlungsbeschluss aus der letzten Sitzung des Unterausschusses Mobilität gefolgt sei. Den ergänzenden Sachantrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen vom selben Tag habe man zur Einbindung in den Prozess in den Unterausschuss verwiesen.

 

Herr Sporbeck erläutert zum Antrag, dass seine Fraktion auf eine zeitnahe Entwicklung des Nachtexpresses Wert lege. Verbindungen in den Hagener Süden und Osten hätten derzeit bis zu 55 Minuten Umsteigezeit, wenn man mit dem Zug anreise. Hier müsse es Verbesserungen geben. Durch Entzerrung der vier Relationen nach Haspe und der zwei Nachtverbindungen in den Hagener Norden müssten diese weitgehend kostenneutral umsetzbar sein.

Das Problem der Umsteigeverbindungen sei in etwa 80 % der Fälle lösbar.

Als Großstand mit Oberzentrumsfunktion müsse man anstreben, Spätverkehrslinien in der Zukunft im Halbstundentakt fahren zu lassen.

Die Lösungen seien voraussichtlich nicht kurzfristig erreichbar; sodass man eventuell ein Stufenkonzept einführen müsse. Einen ersten Schritt zum kommenden Fahrplanwechsel würde man jedoch sehr begrüßen.

 

Herr Winkler weist darauf hin, dass immer wieder der Ratsbeschluss vom 05.07.2018 (Vorlage 0682/2018) angeführt werde. Nicht wenige seien der Auffassung, dass dieser Ratsbeschluss durch die Sondersitzung des Rates keine Gültigkeit mehr habe. Der Ratsbeschluss sei offiziell nicht aufgehoben worden; gleichwohl gehe die Mehrheit davon aus, dass dieser durch das damalige Konzept der Hagener Straßenbahn ersetzt worden sei.

Es müsse klargestellt werden, ob der Ratsbeschluss noch gelte und ggf. aufgehoben werden müsse.

 

Herr Koch blickt darauf zurück, dass man im Sommer 2019 alternativ zum Ratsbeschluss vom 05.07.2018 auf Basis erarbeiteter Vorschläge ein Spätverkehrsnetz eingeführt habe. Am 15.12.2019 sei das Angebot mit Zustimmung der Gremien noch einmal aufgestockt worden. Mit dem aktuellen Stand habe man eine Verbesserung von 1,2 Millionen zusätzlichen Kilometern und eine bessere Abstimmung des Tagesverkehrs mit dem Spätangebot erreicht.

Seitdem würden noch nicht viele Daten und Erfahrungen vorliegen, sodass er die Einführung eines neuen Konzeptes als problematisch ansehe, zumal derzeit auch aufgrund eines Krankheitsfalles die Planungskapazität für einen größeren Umbau des Busnetzes nicht ausreiche. Auch der straßenbahninterne Gremiengang über den Aufsichtsrat müsse beachtet werden.

Er vertrete die Auffassung, dass für eine Umstrukturierung erst eine Auswertung der Erfahrungen des seit Dezember 2019 geltenden Angebotes vorliegen sollte. Aufgrund des anderen Freizeitverhaltens im Sommer sollte man auch diese Zeit berücksichtigen.

In Konkurrenz stehe noch die Überlegung, den Spätverkehr bis Mitternacht auszudehnen und den Nachtexpress seiner ursprünglichen Bedeutung nach an den Wochenenden zeitlich hinten anzuhängen.

 

Herr Homm unterstützt, dass zunächst Erfahrungen mit dem derzeitigen Nachtverkehr abgewartet werden sollten. Danach sollte man über eine Verlängerung des Verkehrsangebotes bis Mitternacht nachdenken und als nächsten Schritt dann die von Herrn Sporbeck geschilderte Variante angehen.

 

Herr Sporbeck möchte wissen, welcher Zeitraum nach Auffassung der Hagener Straßenbahn abgewartet werden sollte.

 

Herr Koch verweist nochmals auf das geänderte Freizeitverhalten im Sommer. Man gehe da häufiger abends aus oder besuche Veranstaltungen etc.. Er rate deshalb dazu, die Nutzungsentwicklung im Sommer einzubeziehen und gehe davon aus, dass man am Ende des Jahres über eine aussagekräftige Datenbasis verfüge.

Auch Überlegungen, wie die Umsteigeverbindungen optimiert werden könnten, würden Zeit benötigen. 

Die unterschiedlichen Varianten zum Nachtangebot könnten am Jahresende kalkuliert und verglichen werden.

 

Herr Sporbeck weist mit Blick auf den Ratsbeschluss darauf hin, dass in diesem einstimmig ein Konzept beschlossen worden sei. Aufgrund des inzwischen neuen Verkehrsnetzes, das berücksichtigt werden müsse, vertrete er die Auffassung, dass dieses nicht mehr spiegelbildlich umgesetzt werden solle. Die Grundprinzipien, die im Beschluss stecken würden, würden jedoch weiterhin gelten.

Wenn man mit dem Regionalexpress aus dem Raum Düsseldorf/Köln komme, sei es bei der Anschlussminute 32 nahezu unmöglich, den planmäßig drei Minuten später fahrenden Nachtexpress-Bus zu erreichen, was zu über fünfzig Minuten Wartezeit bis zum nächsten Bus führe.

Man strebe daher ein Konzept an, in dem es zwischen der Innenstadt und den Stadtteilzentren Boele, Eilpe, Haspe, Hohenlimburg und Vorhalle möglichst zwei gleichmäßig verteilte Fahrten pro Stunde gebe.

Darüber hinaus habe man den Wunsch, dass für Bahnreisende die Anschlüsse vom Hauptbahnhof in den Hagener Süden und Osten verbessert werden.

In diesem Zusammenhang müsse man auch darüber nachdenken, ob die Anschlussminute 32 weiterhin sinnvoll oder ob die Minute 02 besser geeignet sei.

Die Veränderungen im Eisenbahnverkehr im letzten Dezember würden vom Nachtexpressnetz in großen Teilen nicht aufgefangen.

Er plädiere dafür, kurzfristig eine Optimierung der Verknüpfungen zu prüfen.

Bezüglich der Idee, das Tagesnetz in die schwache Verkehrszeit bis Mitternacht auszudehnen, halte er es in Anbetracht der Kosten von rund einer halben Million Euro für sinnvoller, eher andere Mängel im Verkehrsnetz abzustellen.

Um damit anzufangen, seien als Diskussionsgrundlage Vorlagen aus Richtung der Verwaltung und der Hagener Straßenbahn erforderlich.

 

Herr Klepper verweist darauf, dass solche Fachdiskussionen vermutlich für die meisten Mitglieder des Gremiums kaum nachvollziehbar seien. Dies sei in dieser Form nicht mehr beabsichtigt gewesen. Vielmehr sollten solche Angelegenheiten der Hagener Straßenbahn zur Prüfung mitgegeben werden.

Die Anregungen von Herrn Sporbeck seien sicher in weiten Teilen richtig, sodass die Hagener Straßenbahn sie prüfen und zu gegebener Zeit eine Rückmeldung dazu geben sollte.

In Zukunft sollte man diese sehr fachspezifischen Diskussionen nicht mehr in diesem Gremium führen und auch der Hagener Straßenbahn genug Zeit geben, um auf solche Anregungen zu reagieren. Man habe sich deshalb auch darauf verständigt, am Tag der Sitzung keine Fragen mehr einzubringen, sondern rechtzeitig vorher.

 

Herr Heiermann unterstützt den Vorschlag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, die Änderungen zum Sommerfahrplan umzusetzen. Man könne dann immer noch untersuchen, wie die Änderungen angenommen würden.

Er schlage daher vor, dem Vorschlag zuzustimmen.

Was Herr Koch ausgeführt habe, halte er auch für sinnvoll.

Man könne am Ende des Jahres prüfen, ob man eventuell wieder ein paar Linien herausnehme.

 

Herr Kämmerer fragt, ob so verfahren werden könne, dass die Hagener Straßenbahn nach dem Sommer zum Nahverkehr berichte und man dann ergebnisoffen darüber diskutiere.

 

Herr Koch teilt dazu mit, dass man unter Einbeziehung der von Herrn Sporbeck erwähnten Punkte beispielsweise bereits die Anschlusssituation und die Aktualität der zusätzlichen Kosten bei einer zeitlichen Verlängerung des Tagnetzes prüfen wolle. Bis zum Ende des Jahres wolle die Straßenbahn Hagen unter Beachtung des Gremiendurchlaufes auf Analysedaten gestützte Vorschläge unterbreiten.

 

Herr Winkler regt an, als Beschlusstext einen Prüfauftrag für den Zeitraum bis zum Jahresende zu formulieren.

Ziel sei, zum 25.06.2020 einen Ratsbeschluss zum Nahverkehrsplan zu erreichen. Prüfungen, die in diesen Zeitbereich fallen würden, könnten die Abläufe verzögern.

 

Herr Sporbeck möchte wissen, ob es hinsichtlich der Umsetzung des Beschlusses des Ausschusses für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität zur Vorlage schon Neuigkeiten gebe.

 

Herr Lausen stellt die derzeit geplanten Fahrplanänderungen zum Fahrplanwechsel am 14.06.2020 vor, die teilweise auf die nachfolgenden Tagesordnungspunkte zu den Vorlagen 0050/2020 und 0164/2020 vorgreifen würden :

SB72: Führung jeder Fahrt nach Vossacker anstelle von Vorhalle Mitte. Dadurch gleichmäßiger Takt Vossacker – Stadtmitte.

Linie 510: Die Fahrt um 22:07 Uhr von Hagen Hbf bis Sterbecke entfällt täglich. Letzte Fahrt vom Hbf bis Sterbecke um 21:37 Uhr (neu: auch sonntags). Die Fahrt um 22:07 Uhr wird künftig montags bis samstags als Linie 516 zum Eilperfeld durchgeführt. In Richtung Rummenohl besteht außerdem die Möglichkeit, um 22:11 Uhr ab Hagen Hbf die RB52 in Richtung Dahl und Lüdenscheid zu nutzen. Des Weiteren startet um 22:23 Uhr der NE4 ab Hagen Hbf in Richtung Sterbecke.

An Sonntagen wird die Fahrt um 20:37 Uhr ab Hbf über Eilpe hinaus bis Sterbecke verlängert (Hbf Anschluss vom RE4). Die Fahrt um 21:07 Uhr ab Hbf hingegen verkehrt nur noch bis Eilpe.

Linie 512: Täglich Fahrten nach 21:00 Uhr von Syburg kommend über Bathey.

Linie 516: Um die Lücke von knapp 90 Minuten zwischen der letzten 516 und dem ersten NE3 in Richtung Eilperfeld zu schließen, wird montags bis samstags eine zusätzliche Fahrt um 22:07 Uhr ab Hagen Hbf in Richtung Eilperfeld angeboten. Diese ersetzt die Taktfahrt der 510.

Verlängerung der nach Brockhausen führenden Fahrten bis Werdringen Mo-Sa 9 – 19 und So 11-19 Uhr. Verschiebung der 516 um ca. 7 Minuten und Tausch der Linienäste Brockhausen und Vorhalle Bf für besseren Übergang 516 <> 518/518 in der Relation Herdecke <> Boelerheide. Damit verbunden besserer Übergang von/zur S5. Allerdings kein Anschluss an RB40 mehr. Dies übernimmt 536.

Linie 534: Die Fahrt, welche montags bis freitags um 6:44 Uhr am Hohenlimburger Bf in Richtung Boele startet, beginnt künftig bereits um 6:32 Uhr an der Haltestelle „Im Sibb“.

Linie 536: Aufgrund der Verlängerung jeder Fahrt der SB72 nach Vossacker Wegnahme dieses Abschnitts der 536. Neue Führung der 536: Weststraße – Vorhalle Mitte – Vorhalle Bf. Dadurch stellt 536 Anschluss in Vorhalle von/zur RB40 in/aus Richtung Witten/Bochum/Essen dar. Optionale Weiterführung bis Herdecke bei Bestellung durch Stadt Herdecke.

Linie 539: Neueinrichtung Haltestelle im Bereich Hoesch.

Linie 542: Montags bis samstags endet die Fahrt, die um 18:53 Uhr in Kabel startet, künftig bereits an der Haltestelle „Hasper Torhaus“ anstatt wie bisher an der Haltestelle „Westerbauer Schleife“.

Linie 543: Um die Lücke von knapp 90 Minuten zwischen der letzten 543 und dem ersten NE31 im Bereich Spielbrink zu schließen, wird die Fahrt, die bislang von Helfe kommend um 22:26 Uhr an der Haltestelle „Gewerbepark Kückelhausen“ endet, bis zum Spielbrink verlängert. Des Weiteren wird eine zusätzliche Rückfahrt um 22:49 Uhr vom Spielbrink bis zum Hasper Torhaus eingerichtet. Dort besteht direkter Anschluss an den NE2 und NE4 in Richtung Hagen Innenstadt.

 

Herr Kämmerer dankt für den Bericht und bittet darum, zukünftig solche Auflistungen schriftlich zur Verfügung zu stellen, damit sie besser nachvollziehbarer seien.

 

Herr Keune schließt sich dem an. Die Verwaltung sollte Gelegenheit bekommen, sich auf Vorschläge zur Tagesordnung entsprechend vorzubereiten.

 

Herr Klepper dankt dafür, dass die Hagener Straßenbahn die Diskussionspunkte der letzten Sitzung zu dieser Sitzung bereits aufgearbeitet habe.

 

Herr Kämmerer regt an, als Beschluss einen Prüfauftrag wie von Herrn Winkler vorgeschlagen zu formulieren.

 

 

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Beschluss:

 

Die Verwaltung wird gebeten, die im ergänzenden Sachantrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen aufgeführten Beschlussvorschläge zu prüfen und am Ende des Jahres dazu zu berichten.

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Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

2

 

 

CDU

3

 

 

Bündnis 90/ Die Grünen

1

 

 

Hagen Aktiv

1

 

 

Die Linke

1

 

 

AfD

-

-

-

FDP

-

-

-

BfHo/Piraten Hagen

1

 

 

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

9

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

 

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Anlagen zur Vorlage

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