29.01.2020 - 5.1 Jahresplanung Fachbereich Kultur 2020
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.1
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 29.01.2020
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 17:05
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Anja Spiecker-Kondritz
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Dr. Belgin erläutert die Jahresplanung 2020 für das Osthaus Museum. Der diesjährige Schwerpunkt läge in Fernost. Bereits eröffnet worden seien die Ausstellungen eines koreanischen Künstlers aus Düsseldorf „Sen Chung – Paintings“, sowie die Ausstellung einer Düsseldorfer Künstlerin „Gudrun Kemsa – New York, New York“. Für ihre Fotografien besitze die Künstlerin die erforderliche Geduld und Gabe, das richtige Licht und den richtigen Augenblick einfangen zu können. Dem folge nach Rückkehr von einer jahrelangen Tournee eine Ausstellung aus der eigenen Sammlung „ Die Expressionisten“. Die aktuelle Werbung für diese Ausstellung zeige das Gemälde mit dem Titel „ Mädchenkopf mit rotem Turban und gelber Agraffe“ aus dem Jahre 1912 von Alexej von Jawlensky, auch bekannt unter dem Zusatz des Titels die „Barbarenfürstin“. Zusätzlich zu den zurückgekehrten Werken würden Grafiken gezeigt. Parallel zeige man Werke zur Ehren des Hagener Künstlers Paul Drücke. Dies seien Skulpturen, zum Teil auch sehr schwere Skulpturen. Der Künstler habe dem Osthaus Museum im Jahre 2004 einen Großteil seiner Werke gespendet.
Mit einer weiteren Hagener Künstlerin zeige er Malereien von Christine Laprell. Die Künstlerin arbeite seit einigen Jahren in Italien. Dies merke man den Bildern auch durch eine sehr große Leichtigkeit an. Die zwei edelsten Ausstellungsräume würden von ihr bespielt.
Weiter zeige man aus dem fernen Osten einen sehr bedeutsamen chinesischen Künstler in der Ausstellung Zhong Biao – Revelation. Dieser habe vor fünf Jahren an der Biennale in Venedig teilgenommen und beherrsche sein Handwerk, indem er es verstünde, sehr großformatige Bilder in Acryl und auch in anderen Techniken zu malen. Gezeigt würden Menschen, Dinge des Alltags, das Meer, Häfen, Autos etc. Wenn man den Zusammenhang des Bildes in seiner großformatigen Art sehe, sei eine bestimmte Haltung erkennbar. Es gäbe hier ein paar Geheimnisse. Dies sei in der chinesischen Kunst nicht unüblich.
Des Weiteren zeige er eine Ausstellung eines Düsseldorfer Künstlers „Stefan Kaluza – Unruhig wandern“. Dabei handele es sich um Fotografien einer seiner interessanten Reisen, und zwar von seiner Polenreise. Die Ausstellung zeige Bilder von den heutigen Einwohnern und ihrem normalen Leben im Alltag, sowie Landschaftsaufnahmen. Der Hintergrund des Betrachters seien dabei die Lagerstätten aus Auschwitz-Birkenau, die aber selbst nicht zu sehen seien. Die Arbeiten seien häufig in schwarz weiß, aber auch farbig ausgeführt. Die Bilder zeigten zwar etwas anderes, gemeint sei aber die Tortur Architektur der Krematorien, sozusagen Auschwitz im Rücken, aber ohne die Kamera jemals auf den eigentlichen Ort des Geschehens gerichtet zu haben.
In einer Portraitstunde mit einem zweiten chinesischen Künstler „ Tong Yanrunan – Face to Face“ entstünde über einen Zeitungsaufruf eine Hagener Portraitserie von unbekannten Personen. Es gehöre zu den Lieblingsthemen des Künstlers, Portraits von Menschen anzufertigen, die er spontan treffen würde. Innerhalb von 5 Tagen entstünden so 5 – 6 Portraits. Die Ausstellung zeige Portraitserien vorhergehender Aktionen, die durch die hergestellten „Hagener Portraits“ erweitert würde. Auf die „Hagener Serie“, die hier entstünde, sei er,- Herr Dr. Belgin,- sehr stolz. Nach ihrer Ausstellung würden diese später in einen Katalog einfließen. Die Portraits würden anschließend nicht ausgehändigt. Über die Aushändigung eines einzelnen Portraits an das Museum stünde er aber noch in Verhandlungen mit dem Künstler.
Weiter berichtet Herr Dr. Belgin, dass er für die Dauer von 5 Monaten über das Institut für Kulturaustausch in Tübingen die Ausstellung „Reshapes Reality – 50 Jahre Hyperrealistische Skulptur“ habe ausleihen können. Dabei ginge es immer um das Gegenüber, das Dreidimensionale, um physisch naturgetreue Erscheinungen des menschlichen Körpers und Figuren, die zum Teil Irritationen beim Betrachter auslösen könnten. Daher würden hier,- wie bereits bei Hermann Nitsch geschehen,- entsprechende Texte vorbereitet, um junge Besucher unter 18 Jahren und andere Besucher darauf hinzuweisen, dass einige Werke ggf. ihr ästhetisches oder religiöses Empfinden stören könnten. Den Titel der Ausstellung habe er zunächst so übernommen, jedoch bevorzuge er hingegen die deutsche Bezeichnung „Fast lebendig“, welchen er bereits der Hagen Agentur vorgeschlagen habe. Dies könne ggf. noch geändert werden.
Als einen dritten chinesischen Künstler zeige er die Ausstellung „Wang Huansheng – Los.ge.löst. Dabei handele es sich um moderne chinesische Kalligrafie, eine Art des Linienzeichens. Der Künstler habe ihm erklärt, dass man in China fast 3 Jahre benötige, um diese althergebrachte Technik der Linienzeichnung zu erlenen. Laut Herrn Dr. Belgin handele es sich hier bei den bereits erwähnten chinesischen Künstlern um den am traditionellsten Arbeitenden.
Katharina Mayer sei eine Düsseldorfer Künstlerin aus der Becher –Schule. Sie zeige in ihrer Ausstellung „Familia“ Serien von Familien in unterschiedlichen Anordnungen. Es handele sich sozusagen um Inszenierungen von Familien. Die eine oder andere Familie werde man sicher wiedererkennen.
Die Ausstellung Rassendiagnose „Zigeuner“ Der Völkermord an den Sinti und Roma habe er aus Heidelberg vom Verein der Sinti und Roma ausgeliehen. Diese Ausstellung werde im Jungen Museum gezeigt. Dabei ginge es um die grausame Art und Weise der Behandlung dieser Menschen und deren Rezeption nach 1945 bis heute.
Bernd Ackfeld aus Köln habe sehr humorvolle Bilder hergestellt, indem er verschiedene Bohrungen vorgenommen habe, z. B. habe er die bekannte Brandt Zwieback Dose mit Bohrungen bzw. Löchern versehen und Lichter hineingestellt , so dass das Kind auf der Dose mit den Augen leuchten würde.
Assadour sei ein Künstler, der in Beirut geboren sei und aus einer armenischen Familie stamme. Er habe eine bestimmte Formensprache. In seiner Jugend habe ihn der russische Konstruktivismus sehr interessiert, danach der Surrealismus. Buchstaben die fehlten, hätten eine bestimmte Bedeutung. Er lebe heute seit über 30 Jahren in Paris. Am Anfang seiner Karriere habe er den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich verarbeitet.
Bei der Ausstellung von Ulrike Rutschmann im Jungen Museum handele es sich um ein Projekt, das sie im Augenblick noch herstelle. Zuletzt habe Ulrike Rutschmann bei den Hagenern Künstlern und dem Westfälischen Künstlerbund ausgestellt.
Herr Söhnchen bedankt sich bei Herrn Dr. Belgin für seinen Vortrag.
Herr Eiche erkundigt sich, ob alle Werke von Paul Drücke im Museum zu finden wären.
Herr Dr. Belgin bejaht dies. Dabei würde es sich in erster Linie um Skulpturen aus der Tier-und Naturwelt handeln, mit der Paul Drücke sehr liebevoll und humorvoll umgegangen sei. Etwa 20 Kleinskulpturen und 11 weitere Skulpturen in der ersten Etage würden ihm zu Ehren parallel zur Ausstellung der Expressionisten gezeigt.
Herr Voigt erkundigt sich nach dem Gewinn von ca. 140.000,- €, die die Europa Tournee der Expressionisten dem Osthaus Museum eingebracht habe. Die Summe erscheine ihm nach einem Zeitraum von 3 - 4 Jahren an 6 großen wie weiteren kleineren Stationen zu gering zu sein. Er bittet darum, dem Protokoll,- falls möglich,- eine Aufstellung der seinerzeit ausgehandelten Verträge und Konditionen mit der Agentur zur Verfügung zu stellen. Weiter erkundigt er sich nach der Möglichkeit, ob es machbar sei, einen entsprechenden Deal mit den Galerien auszuhandeln, die die Hagener Werke ausstellten und mit Werken aus dem eigenen Bestand auffüllen würden, so dass es dem Osthaus Museum später möglich wäre, im Gegenzug deren Exponate, die während der Tournee im Zusammenhang mit den Hagener Expressionisten gezeigt wurden, ausleihen zu können.
Herr Dr. Geiersbach fragt nach, warum das von Herrn Dr. Belgin in der Vergangenheit angekündigte Fest anlässlich der Rückkehr der Expressionisten ins Osthaus Museum nicht stattfände. Er zweifelt an, ob deren Darstellung in der Öffentlichkeit angemessen sei und der Fachbereich Kultur genügend Werbung dafür betreiben würde. Nur durch einen Zufall habe er von dieser Ausstellung erfahren. Die Einladung zur Eröffnung habe er,- Herr Dr. Geiersbach,- zwar in der vergangen Woche erhalten, jedoch sei ihm die Inszenierung der Expressionisten zu schlicht gehalten.
Herr Dr. Belgin weist darauf hin, dass der Fachbereich Kultur sehr wohl Werbung betreiben würde. Dies könne man z.B. an den Einladungen und der Zeitung erkennen. Aber durch verschiedene Konsolidierungsmaßnahmen (10 % Kürzung) in den letzten Jahren habe der Fachbereich 30.000,- € jährlich weniger zur Verfügung. Damit sei überbordende Werbung nicht mehr möglich, denn auch dieses Budget sei ein Ergebnis der Konsolidierungsrunden und schlage hier zu Buche, vor allem im Ausstellungsbereich und der Werbung.
Herr Dr. Fischer merkt an, dass er sich über die großzügige Spende des Hagener Malers Paul Drücke zugunsten des Osthaus Museums sehr freue und gehe davon aus, dass ihm von entsprechenden Repräsentanten der Stadt auch dafür gedankt werde. Anschließend nimmt er Bezug zu einem Zeitungsartikel der Westfalenpost vom 18.01.2020, in welchem es um Schenkungen und Dauerleihgaben von Bildern ginge, in diesem konkreten Fall insbesondere um die Veräußerung des „Seestücks“ von Gerhard Richter. Herr Dr. Belgin äußere dort, „dass sich mögliche Donatoren zurückziehen würden, weil sie befürchteten, dass die Sachen anschließend doch verkauft würden“. Laut Herrn Dr. Fischer habe es dies in der Vergangenheit noch nie gegeben, dass sich Donatoren hätten zurückziehen müssen. Auch sei noch nie ein Bild verkauft worden, ohne dass diese zuvor dazu befragt worden seien. Ein einziges Bild sei in all den Jahren veräußert worden. Zuvor habe man die Donatoren jedoch gefragt. Etwas derartiges,- wie im Artikel dargestellt worden sei,- habe es im Ausschuss bislang nicht gegeben. Dieses Bild sei verkauft worden auf Wunsch des damaligen Museumsleiters. „An solche Dinge hier zu denken halte er für wahnsinnig“. Er selbst sei seit 40 Jahren Mitglied des Kulturausschusses. Die Äußerung von Herrn Dr. Belgin im zitierten Zeitungsartikel hielte er für schwerwiegend falsch.
Herr Söhnchen hakt nach, ob dies eine Frage von Herrn Dr. Fischer sein solle oder aber als eine Aussage zu verstehen sei.
Herr Dr. Fischer erwidert darauf, dies habe er sowohl als Frage und als Aussage gemeint.
Herr Dr. Belgin antwortet dazu, dass er vor ca. 10 Jahren in der Westfalenpost eine Aussage zur Veräußerung des „Seestücks“ getroffen habe, worauf ihm sein damaliger Vorgänger, Herr Prof. Dr. Fehr, schriftlich juristische Schritte angekündigt habe, wenn er dies nicht unterließe. Herr Prof. Dr. Fehr habe erklärt, dass nicht er selbst das Bild verkauft habe, sondern dies der Wunsch des damaligen Kulturausschusses gewesen sei. Er sei dazu beauftragt worden. Wo jetzt die Wahrheit liege, könne er nicht beantworten. Er,- Herr Dr. Belgin,- könne dies nicht nachvollziehen, weil er damals noch nicht als Museumsdirektor in Hagen beschäftigt gewesen sei. Verschiedene Sammler hätten ihm gegenüber später signalisiert, dass durch den Verkauf des Werkes von Gerhard Richter Schenkungen für sie an das Hagener Museum nicht mehr in Frage kämen aus Sorge vor späteren Veräußerungen durch das Museum. Menschen in anderen Städten bekämen das mit, wenn öffentlich diskutiert würde, Bilder zugunsten von Konsolidierungsmaßnahmen veräußern zu wollen. Vor ca. 5 Jahren habe ein Hagener Lokalpolitiker der anderen Partei im WDR Fernsehen erneut eine entsprechende Diskussion entfacht. Herr Dr. Belgin erklärt, dazu müsse man wissen, dass Gerhard Richter ein Künstler der Champions Liga sei. Seine Werke gehörten heute auf dem Kunstmarkt zu den teuersten der zeitgenössischen Kunst. Wer auch immer so eine Veräußerung auslöse, - ein Kulturausschuss oder ein Museumsdirektor,- völlig gleich, müsse wissen, was dies nach sich ziehe, wenn der Künstler von dem Verkauf erführe. Dieser ließe das nicht einfach so stehen. Ein Museum, ein Museumsdirektor habe dann den Ruf weg, dass Werke zu Konsolidierungszwecken veräußert würden. Dieser Ruf sei zwar bereits vor seiner Zeit in Hagen verspielt worden, aber für ihn persönlich als Museumsdirektor sei das heute sehr bitter. Heutzutage habe man noch die Möglichkeit, Bilder durch Schenkungen einzelner Künstler zu bekommen oder über Stiftungen mit deren Hilfe man das ein oder andere Werk für 3.000,- € – 4.000,- € bekommen könne und auch durch Fördervereine, die bereit seien, dem Museum kleinere Werke zu überlassen. Jedoch gäbe es seitdem nicht mehr die Möglichkeit, Werke im Wert von z.B. 50.000,- € aufwärts zu erhalten.
Herr Dr. Fischer erinnert an den „Irrsinn, der noch heute in manchen Hagener Wirrköpfen vorhanden sei, die Stadt Hagen habe damals das Hagener Folkwang Museum verkauft. Dies sei Unsinn. Es könne nichts verkauft werden, was einem nicht gehöre. Aber dieser Irrsinn laufe dem Kulturausschuss bis heute nach- nun käme mit der aktuellen Äußerung von Herrn Dr. Belgin in der Zeitung ein zweites Märchen hinzu. Dies fände er genauso schlimm wie der Ruf, der diesbezüglich dem Osthaus Museum und damit indirekt Herrn Dr. Belgin nachlaufe“. Er betont ausdrücklich, dass dies damals nicht aus dem Kulturausschuss gekommen sei. Vielmehr sei der Ausschuss dazu gebracht worden seitens des damaligen Museumsdirektors. Dieser konnte nicht ohne einen vorherigen Beschluss verkaufen. Später habe es dazu einen Ratsbeschluss gegeben, nachdem zuvor ein Beschluss im Kulturausschuss gefasst worden sei. Der damalige Museumsdirektor Herr Prof. Dr. Fehr sei mit dem Anliegen an die Politik herangetreten. Er habe dies damit begründet, dass das Gemälde „Seestück“ nicht ins Konzept des Osthaus Museums passen würde. Das Bild habe anschließend den vierfachen Ertrag eingebracht als der damalige Museumsdirektor den Lokalpolitikern in Aussicht gestellt habe. Das einzige, was Politik damals hinzugefügt habe, sei die Auflage gewesen, dass der Erlös aus dem Verkauf nur für den Bereich Kultur verwendet werden durfte. Das sei auch so geschehen. Damals sei der Kulturausschuss lediglich dem Rat des Museumsdirektors gefolgt, erläutert Her Dr. Fischer „so wahr er hier säße“. Daher fände er es sehr schlimm, wenn der damalige Verkauf heute der Politik zugeschoben werde. Diese habe damals nichts dazu beigetragen.
Herr Walter versichert, dass in der Zeit, in der er Mitglied des Kulturausschusses sei, niemals ernsthaft die Veräußerung von Kunstwerken zugunsten des Haushaltes thematisiert worden sei,- auch in anderen Fraktionen und von anderen Parteien nicht. Dies sei zu keinem Zeitpunkt ein Thema gewesen. Es sei auch in der Sache unsinnig, da man mit dem Verkaufserlös eines einzelnen Bildes nur einen punktuellen Ausgleich schaffen, aber niemals nachhaltig einen Haushalt konsolidieren könne. Dies gelänge nur durch eine konsequente Einnahmenerhöhung oder durch Einsparungen von Ausgaben. Dieser Eindruck, dass Politiker derart verfahren würden, sei zwar in der Bevölkerung populär, jedoch müsse dieser Vorwurf schnell ausgeräumt werden. Frau Hinz (Westfalenpost) sei hier auch anwesend und würde dies sicherlich aufnehmen.
Frau Kaufmann erklärt, sie wolle die Thematik an dieser Stelle nicht mehr weiter aufnehmen. Sicherlich könne das historische Thema gerne,- von beiden Seiten beleuchtet und nach Sichtung alter Protokolle,- als Information im Ausschuss vorgetragen werden, um der historischen Wahrheit genüge zu tragen“. Im Zusammenhang mit dem Zeitungsartikel habe sie auf Nachfrage der Presse, der Journalistin Monika Willer, zum Thema Gesamtwert eines Konvoluts, wenn dieses auf Reisen ginge, hätte sie selbst sich gemeinsam mit Herrn Dr. Belgin zurückhaltend zum Wert geäußert. Diesen Wert habe man bewusst nicht nennen wollen. So sei auch bislang mit Nachfragen aus der Politik bezüglich Angaben zu Versicherungswerten umgegangen worden. Als Beispiel für Verkäufe von Kunstwerken in NRW zugunsten von Haushaltssanierungen, habe sie auf die Versteigerung von Bildern von Andy Warhol hingewiesen. Jedoch habe sie persönlich dazu weiter ausgeführt, dass Veräußerungen von Kunstwerken in ihrer Amtszeit nicht zur Diskussion stünden, auch nicht im Rat .Grundsätzlich stehe sie dafür ein, dass dies ein Erbe seien, welches man sehr treuhänderisch verwalten müsse, um es auch für zukünftige Generationen zu bewahren. Sie wisse auch, dass hier niemand solche Absichten hege. Ihr hätte zu diesem Zeitpunkt nur ein Ausschnitt eines älteren Zeitungsartikels vorgelegen, in welchem sich der zuvor angesprochene Hagener Lokalpolitiker in der Vergangenheit diesbezüglich geäußert habe. Von ihr aus sei dies nicht persönlich gemeint gewesen, dass hier jemand die Absicht habe, Kunstwerke verschleudern zu wollen.
Herr Söhnchen erteilt Frau Redlberger vom Kulturbüro das Wort.
Frau Redlberger gibt dem Kulturausschuss einen Überblick über das Jahresprogramm 2020 des Kulturbüros. Das diesjährige Kulturtreffen habe bereits im Januar stattgefunden und sei sehr gut besucht gewesen. Zu diesem Anlass träfen sich immer in lockerer Atmosphäre Kulturschaffende, Kulturförderer, Kulturpolitiker, Sponsoren und Pressevertreter zum Austausch. Über den Besuch des einen oder anderen Vertreters der Politik habe man sich gefreut.
Mit dem Hagener Kulturtreffen im März befinde man sich derzeit noch in der Planung. Drei illustre Gäste seien aber bereits eingebunden. Dabei gehe es um das Thema Medien. Der Veranstaltungsort sei die Hagener Stadtbücherei. Die Ausschussmitglieder erhielten dazu noch eine Einladung.
Sie selber sei im Moment mit dem Projekt „Planet Hagen“ ausgelastet, welches alle 2 Jahre stattfinde. Künstler/innen und Kreative stünden Besuchern in ihren offenen Ateliers und an 26 kreativen Orten diesmal erstmalig an 2 Tagen im April zur Verfügung. Am zweiten Besuchertag stünden allen Interessierten nochmals 15 von den 26 Orten zur Verfügung. Ein Begleitprogramm mit Lesungen, Tanz und Musik werde vom Kulturbüro veranstaltet, um einer breiten Bevölkerungsschicht Zugang zur Kunst zu ermöglichen.
Weiter veranstalte das Kulturbüro von März bis Juni ein „Regionenschreiberprojekt Stadt.Land“. Dabei handele es sich um ein Programm des Landes, welches in 10 Kulturregionen des Landes stattfinde. Die Regionenschreiberin für Südwestfalen bereist die Region. Das Kulturbüro plane eine Lesung mit ihr, sowohl mit Kinder-, als auch Erwachsenenliteratur im Rahmen des Projektes „SchwarzWeissBunt“.
Für das jährliche Kulturfestival „SchwarzWeissBunt“ im Juni würden Kooperationspartner zusammen gebracht, um die kulturelle Vielfalt der Stadt und ihrer Bürger/innen zu präsentieren. Das kulturelle Programm richte sich an ein diverses Publikum. Das Spektrum reiche vom Fußballturnier über Kochevents bis hin zum politischen Vortrag. Im vergangen Jahr habe man mit 30 Partner/innen gearbeitet. Möglicherweise gäbe es diesmal weniger Veranstaltungen, dafür aber mehr Kooperationen. Dies sei die Idee von SchwarzWeissBunt.
Als einen eigenen Beitrag werde das Kulturbüro eine Ausstellung mit internationalen Karikaturen im Jungen Museum zeigen. Dabei ginge es um politische Karikaturen aus 63 Ländern, u. a. aus dem Iran zum Thema Flucht und Migration, um mit Vorurteilen aufzuräumen, dass es politische Karikaturen nur bei uns gäbe.
Das kulturelle Sommerprogramm des „Muschelsalates - Umsonst und Draußen“ immer mittwochs werde derzeit zusammengestellt. Aus diesem Grunde ließe sich Frau Jakobs auch für heute entschuldigen und ließe Grüße ausrichten. Bands seien bereits organisiert worden.
Für das Projekt „Extraschicht“ gäbe es Neuerungen. Das Kulturbüro habe die HAGENPEG Beteiligungs-und Projektentwicklungs GmbH dafür gewinnen können, die Planung und Durchführung der Veranstaltung zu übernehmen. Als Kooperationspartner unterstütze das Kulturbüro das Projekt finanziell und hole die erforderlichen Genehmigungen ein.
Im Oktober finde im Kunstquartier eine Kriminacht des internationalen Krimifestivals „Mord am Hellweg“ statt. Dieses Projekt finde alle 2 Jahre statt. Man sei besonders gespannt auf die Krimigeschichte der Autorin, Katja Bohne, die eine Krimikurzgeschichte schreiben werde, die in Hagen spielen würde. Diese werde von ihr präsentiert.
Zwei ganzjährige Projekte zur kulturellen Bildung folgten. Mit den Projekten „Kulturstrolche“ und „Kultur und Schule“ werde versucht, Kinder aus Familien, die bezüglich ihrer Bildung benachteiligt wären, zu fördern. Mit Hilfe beider Projekte verfolge man das Ziel, Zugang zu kultureller Bildung zu eröffnen. Das Konzept der „Kulturstrolche“ sei für dieses Jahr noch einmal überarbeitet worden.
Der „Projektefond“ sei gedacht für Hagener Kulturschaffende, um Unterstützung zu schaffen für deren Projekte und Ideen. Ein aktuelles Beispiel befände sich im Hagener Hauptbahnhof. Dieses könne man zweidimensional mit Hilfe seines Smartphones genießen, indem man eine App lade. Zu erkennen seien zwei Tänzer des Pina Bausch Ensembles. Auch in 2020 sei der Projektefond wieder offen, um Künstler/innen in ihrer Arbeit zu fördern.
Brandneu sei der diesjährige Kunstpreis „City Artists“. Dies sei eine Initiative des NRW Kultursekretariates, um Bildung und Kunst zu fördern, aber nicht aus dem Nachwuchsbereich. Ziel sei es hier, Künstler mit Berufserfahrung, die bereits das 50. Lebensjahr vollendet hätten, zu fördern. Das Projekt werde ausgeschrieben vom NRW Kultursekretariat. Künstler/innen würden sich dazu in den Städten bewerben, die ihrerseits jeweils eine Jury bilden würden. Bis zu 10 Künstler/innen könnten einen Preis im Wert von jeweils 5.000 € erhalten. Das Projekt werde demnächst erst in der Presse vorgestellt, daher sei es noch nicht Gegenstand dieser Vorlage geworden.
Herr Söhnchen erkundigt sich, ob man Erfahrung habe mit Ferienterminen, denn das Projekt „Planet Hagen“ fände in den Osterferien statt.
Frau Redlberger antwortet, dass der Termin unter Beteiligung der Künstler/innen vom Kulturbüro so festgelegt worden sei. Es sei ein partizipatives Projekt. Erfahrungen direkt mit Ferienterminen habe man bisher nicht.
Herr Söhnchen möchte wissen, warum ein Wuppertaler Ballett beim Projekt „Projektefond“ beteiligt sei und nicht das Hagener Ballett. Er erkundigt sich, wer für die Auswahl zuständig sei.
Frau Redlberger erläutert, dass der Projektleiter Kai Fobbe die beiden Tänzer aus dem Ensemble Pina Bausch dafür ausgewählt habe. Kai Fobbe sei sowohl auf das Hagener Kulturbüro als auch auf viele andere Städte in NRW zugegangen und habe um Förderung gebeten, auch über das Kultursekretariat. Sehr viele Städte hätten sich bereit erklärt, dies zu unterstützen. Es seien ca. 10 Städte in NRW, in denen dieses Projekt in den Bahnhöfen stattfinde. Das Projekt sei somit nicht so hagenspezifisch. Da es an einem Hagener Ort spielen würde, habe man sich entschlossen, es zu unterstützen.
Herr Eiche erkundigt sich zum Programm des „Muschelsalates“ und möchte wissen, ob der Spielort Bleichplatz in Hagen-Eilpe wieder mit einbezogen werde.
Frau Redlberger erwidert darauf, dass die Orte festgelegt würden, wenn die Künstler/innen und Bands feststehen würden. Es müsse zu den Künstlern und deren Angebot passen. Dies werde sich noch zeigen.
Herr Söhnchen bedankt sich für den zweiten Teil der Vorstellung des Jahresprogrammes 2020.
Herr Söhnchen bittet um Vorstellung der Jahresplanung Museum Wasserschloss Werdringen/Stadtarchiv Hagen.
(Anmerkung der Schriftführerin: Eine Vorstellung im Ausschuss war entbehrlich, da alle Teilnehmenden dies bereits gelesen hatten.)
Frau Kaufmann bedankt sich herzlich bei den Kolleginnen vom Kulturbüro für die zusätzliche Übernahme des Projektes „City Artists“. Dies tue Hagen gut. Herr Dr. Fischer könne dies sicherlich durch seine Arbeit im RVR bestätigen und sie selber wisse es auch aus dem Gremium, NRW Kultursekretariat, in welchem sie selber sitze. Von dort,- und auch im Ministerium,- werde zunehmend wahrgenommen, dass Hagen sich wieder beteilige.
Herr Söhnchen erläutert, dass Herr Lotz für heute mit seiner Vorstellung des Jahresprogrammes entschuldigt sei. Das Ausstellungsprogramm des Emil Schumacher Museums werde in der nächsten Sitzung von Herrn Lotz vorgestellt.
Da keine weiteren Fragen zum Jahresprogramm 2020 bestehen wünscht Herr Söhnchen dem kompletten Fachbereich Kultur insgesamt ein erfolgreiches Arbeitsjahr 2020.
.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
475,3 kB
|
