06.02.2006 - 4.2 der SPD-Fraktion: Verkehrsproblematik Eilper St...

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Wortprotokoll

Herr Grzechista trägt im Folgenden anhand verschiedener Folien mittels eines Overheadprojektors das Projekt “Eilper Tunnel” vor.

 

Zunächst schildert er die unzumutbaren Wohnverhältnisse aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in der unteren Selbecker Straße. Er erläutert, dass z. Zt. dieser Straßenabschnitt mit der Anzahl von täglich ca. 17.000 Fahrzeugen belastet ist und zeigt zur Erläuterung die der Niederschrift beigefügten Anlagen 15 und 16. In diesem Zusammenhang weißt Herr Grzechista darauf hin, dass sich in diesem hoch belasteten Straßenabschnitt auch die Grundschule Eilpe befindet. Außerdem erläutert er, dass im Moment dort ca. 280 Wohneinheiten leer stehen, was auch im direkten Zusammenhang mit der hohen Verkehrsdichte zu sehen ist.

 

Weiter geht Herr Grzechista auf die als Anlage 17 der Niederschrift beigefügten Folie ein, und erläutert, dass es sich bei diesen Zahlen um die aktuelle Verteilung des Verkehres im Straßennetz handelt.

 

Herr Grzechista stellt nun die Idee einer Tunnelverbindung, ausgehend von der Eilper Straße etwa in Höhe der z. Zt. geschlossenen Veranstaltungsstätte “Tor2” bis zur Selbecker Straße, etwa in Höhe der nicht mehr betriebenen Gaststätte Felsenkeller, vor. Hinter den jeweiligen Straßen befindet sich eine Steilwand bzw. eine 10 – 12 Meter hohe Betonmauer. Der direkte Durchstieg würde sich bei geradem Verlauf auf eine Länge –von ca. 450 – 500 Meter erstrecken. Ein vergleichbarer Tunnel ist in der Nähe von Velbert mit finanziellen Mitteln in Höhe von 20 Mio. Euro entstanden.

 

Jetzt stellt Herr Grzechista drei verschieden Varianten vor, die er mit Hilfe von EDV Verfahren zur Verkehrsplanung erstellt hat, die auch bei der Stadt Hagen verwendet werden.

 

Die erste Möglichkeit (Anlage 18) beschreibt die geringste Auslastung des Tunnels. Hier könnten nicht ganz die Hälfte der Verkehre durch den Tunnel abgeführt werden, die bisher durch die untere Selbecker Straße fließen. Die Selbecker - und Eilper Straße würden bei dieser Variante kaum baulich verändert. Trotzdem würde sich schon hier eine positive Kosten-Nutzenrechnung ergeben.

 

Die zweite Variante (Anlage 19) beinhaltet restriktive Maßnahmen wie Durchfahrverbote und einen leichten Rückbau der beiden Straßen. Bei diesem Model könnten über 10.000 Fahrzeuge durch den Tunnel abgeführt werden.

 

Das optimalste Szenario wäre die radikalste Lösung (Anlage 20), d.h. mittels erheblichem Rückbau der Selbecker- und Eilper Straße, sowie Zwangssperrung, könnten ca. 13.000 bis 14.000 Fahrzeuge durch den Tunnel abgeleitet werden. Diese Möglichkeit würde allerdings auch weitere finanzielle Mittel erfordern.

 

In seinen weiteren Erläuterungen legt Herr Grzechista die zweite Variante zu Grunde. Er stellt nochmals die erhebliche Entlastung der Selbecker Straße heraus, weißt aber auch auf die starke Entlastung der Eilper Straße vom Eilper Denkmal bis zum “Tor2” hin, die auch Thema im Projekt “Stadtumbau West” ist. Der Straßenabschnitt vom “Tor2” bis zur “Tankstelle Tucht” müsste allerdings ein höheres Verkehrsaufkommen in Kauf nehmen. In Höhe der Einmündung der Eilper Straße auf die B54 würden dann alle Verkehrsströme wieder zusammengeführt.

 

Schließlich fasst Herr Grzechista zusammen, dass ca. 10.000 Fahrzeuge weniger durch den Eilper Ortskern fahren würden und eine um ca. 700 – 800 Meter kürzere Strecke zurücklegen müssten, was bedeutet, dass 500 Liter Treibstoff pro Tag weniger im Eilper Ortskern verbrannt werden. Ein weiterer positiver Effekt wäre die schnellere Erreichbarkeit der oberen Selbecke für Rettungsfahrzeuge. Hier könnten dann die Rettungsfahrzeuge 1 – 1,5 Minuten schneller eintreffen.

 

Herr Wölm dankt Herrn Grzechista für die Ausführungen und gibt die Diskussion, an der sich Frau Ellner, sowie die Herren Wölm, Christian Schulz, Grzechista, Dr. Lemme und Herr Neuhaus beteiligen, frei.

 

Zur Sprache kommt die Finanzierung des “Eilper Tunnels”. Hier wäre eine Bezuschussung durch das Land in Höhe von 80 Prozent denkbar. Herr Dr. Lemme weißt darauf hin, dass in diesem Zusammenhang auch eine Möglichkeit für Rechtsabbieger bei der Einmündung Eilper Straße – B54 nochmals zu überdenken ist, zumal mit Hilfe des Projektes Stadtumbau West hierfür finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

 

Auch wird der Aspekt der Erreichbarkeit des “Eilpe-Zentrums” wird diskutiert.

 

Herr Wölm betont, dass durch eine mögliche Landesförderung für den “Eilpe-Tunnel” keine der weiteren größeren verkehrslenkenden Maßnahmen in Hagen, wie z.B. die Bahnhofshinterfahrung oder die Boeler Ortsumgehung, beeinflusst werden.

 

Herr Neuhaus weißt darauf hin, dass es wichtig ist darauf zu achten, keine gegenläufigen Maßnahmen im Bereich des “Stadtumbau West” von der Verwaltung oder vom Planungsbüro umzusetzen, bzw. von der Bezirksvertretung zu beschließen.

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Beschluss:

 

1.)   Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl fordert den Rat der Stadt Hagen auf das Projekt Tunnelbau Eilpe in die Generalverkehrsplanung Hagen zu übernehmen.

 

 

2.)   Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl erwartet nach der Sommerpause die ersten Stellungnahmen.

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Abstimmungsergebnis:

X

 Mit Mehrheit beschlossen

 

Dafür:

 9

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 2