09.02.2006 - 7 Ausbauplanung "Offene Ganztagsschule" in Hagen ...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 7
- Sitzung:
-
Sitzung des Jugendhilfeausschusses
- Gremium:
- Jugendhilfeausschuss
- Datum:
- Do., 09.02.2006
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Kortmann und Frau
Haack erläutern die Vorlage.
Die dargestellten Folien sind
dem Protokoll als Anlage beigefügt.
Herr Strüwer
bedankt sich bei allen Beteiligten für die Erstellung der gelungenen Vorlage
und schlägt vor, diese anschließend nach den Teilbereichen A D zu beraten.
Herr Reinke
beantragt, die Beratung der Vorlage in der heutigen Sitzung als erste Lesung zu
betrachten. Es seien noch viele offene Fragen zu klären.
Er spricht beispielsweise die
Problematik der dritten Gruppe in der Dümpelstraße in Halden an, die aus
finanziellen Gründen geschlossen werden
soll, obwohl der Bedarf weiterhin vorhanden sei. Er bittet in diesem
Zusammenhang um eine Übersicht der Kosten in der Tondernstraße und der dritten
Gruppe in der Dümpelstraße.
Herr Strüwer
schlägt vor, über den gestellten Antrag von Herrn Reinke zu entscheiden. Es sei
sicherlich Aufgabe der Fachausschüsse, die Interessen aus den Bezirken zu
bündeln und zusammenzuführen, um dann dem Rat eine Entscheidungsgrundlage zu
liefern. Er hielte es daher für sinnvoll, den Ratstermin auf den 30.03.2006 zu
verschieben. Der Jugendhilfeausschuss könne dann erneut am 14.03.2006 über
dieses Thema beraten. Er möchte von Herrn Kortmann wissen, ob diese
Terminfolgen seinen Interessen entgegenstehe. Dies ist nicht der Fall.
Herr Fischer regt
an, eine Entscheidung über den Antrag erst nach der Beratung der Teilbereiche
zu fällen.
Herr Strüwer ist
damit einverstanden und stellt den ersten Teilbereich A zur Diskussion.
Herr Gebauer
spricht den Stadtbezirk Nord an, der seines Erachtens ein eigener Lebensraum
sei. Es sei unverständlich für ihn, dass es in der Grundschule Helfe keinen
offenen Ganztag geben solle. Er bittet Herrn Kortmann um Aufklärung.
Herr Kortmann
berichtet, er habe in den letzten Tagen aus diesem Grunde mit dem Schulleiter
der Grundschule Helfe telefoniert. Trotz intensiver Beratung habe sich die
Schulkonferenz nicht zu einer Zustimmung zur Einführung der offenen
Ganztagsschule in Helfe und auch in
Eckesey durchringen können.
Herr Gebauer
möchte wissen, ob für die Grundschule Helfe denn zu einem späteren Zeitpunkt
die Möglichkeit bestünde, noch in den offenen Ganztag einzusteigen.
Er nimmt an, dass dies
wahrscheinlich dann an den Finanzen scheitern würde.
Frau Haack weist
darauf hin, dass es in Helfe schon immer das Angebot einer Halbtagsbetreuung
bis 13.00 Uhr gegeben habe. Dieses Angebot habe den Eltern gereicht. Sie hätten das Angebot der offenen
Ganztagsschule nicht angenommen. Die Halbtagsbetreuung bis 13.00 Uhr sei nach
wie vor gewährleistet.
Herr Goldbach
antwortet Herrn Gebauer auf seine Frage hin, dass es in 1 bis 2 Jahren wahrscheinlich
keine Investitionszuschüsse des Bundes mehr geben würde. Für die Schaffung
räumlicher Voraussetzungen des offenen Ganztages müsste die Stadt dann die
Kosten allein tragen. Die Betriebskosten für den offenen Ganztag seien derzeit
landesweit auf 25 % der Kinder ausgelegt. Daher wäre auch nicht gesichert, dass
man dann dafür auch Betriebskostenzuschüsse bekommen würde.
Herr Fischer
möchte bezüglich der räumlichen Möglichkeiten im Hinblick auf die Erweiterung
der Gruppen 2007/2008 wissen, ob es hier schon Ideen geben würde, wie das
verwirklicht werden könnte. Als Beispiel führt er hier die vierte Gruppe in der
Emil-Schumacher-Schule an.
Herr Kortmann
erwidert, dass man hier langfristig auch z.B.
im Hinblick auf nebenstehende Gebäude planen müsse. Dafür würden auch in
2007 die 500.000 aus der Schulpauschale benötigt, mit den 110.000 pro
Gruppe wäre da nichts zu bewerkstelligen.
Herr Strüwer fragt
im Hinblick auf die langfristigen Planungen, ob denn absehbar sei, ob die
Schulkonferenzen der betreffenden Schulen dort mitziehen würden. Könnte es da
noch Probleme geben? Weiterhin nimmt er
Bezug auf die Thematik 13plus. Für den Grundschulbezirk Rummenohl sei dort
aufgeführt, dass es 27 Kinder gebe, die in 13plus seien, aber man davon
ausgehe, dass man die offene Ganztagsgrundschule in diesem Bereich nicht realisieren könne und dass es
Ausnahmetatbestände zur Fortführung von 13plus gebe. Sei das für Rummenohl so
möglich?
Auf diese Frage anwortet Herr
Kortmann, dass dies nach dem Erlasstext und den Mitteilungen des Städtetages
für den ländlichen Bereich und
Randbereiche von Großstädten als Ausnahmetatbestand möglich sei. Die
katholische Bekenntnisschule Wesselbach in Hohenlimburg reflektiere auch auf diesen
Ausnahmetatbestand. Für beide Schulen
werde eine konkrete Anfrage in Arnsberg gestellt werden.
Bei den Schulkonferenzen gehe
man davon aus, dass es keine abweichenden Voten geben werde.
Herr Strüwer
schließt den Teil A ab und geht zum Teil B über. Er stellt zunächst den
Stadtbezirk Haspe zur Diskussion. Frau Haack habe das Thema Kinderhorte in
Haspe schon angesprochen. Zum Thema Kinderhorte sei es wichtig, dass von Seiten
der Verwaltung etwas dazu gesagt würde, da es dort im Vorfeld zu Irritationen
gekommen sei.
Herr Steuber
zitiert aus dem Erlass des Ministeriums für Schule und Weiterbildung
Vom 26.01.06. Die
Landesregierung ginge davon aus, dass Horte dann langfristig nicht mehr
erforderlich seien. Der Entwicklungsprozess werde aber nicht automatisch im
Jahr 2007 abgeschlossen sein. Die Landesregierung werde daher Horte ab 2008 im
Umfang von bis zu 20 % der 2005 zur Verfügung stehenden Landesmittel weiter
fördern, bis auch diese durch die offene Ganztagsschule im Primarbereich
ersetzt werden können. Horte könnten insbesondere für Kinder mit besonderem
Förderbedarf und für Regionen mit
problematischer Sozialstruktur über einen längeren Zeitraum notwendig sein.
Hier gelte es, adäquate Regelungen zu finden. Die Landesregierung unterstütze
die bereits von Kommunen und Trägern eingeleiteten Prozesse, Hortangebote in
die offene Ganztagsschule im Primarbereich zu überführen. Diese Prozesse
sollten fortgeführt werden.
Herr Strüwer fragt
nach, ob sich hier für Hagen ein neuer Ansatz bieten könne oder ob das für
Hagen nicht relevant sei.
Frau Haack hält
das für nicht ganz unproblematisch. Was den Kinderhort Haspe angehe, sei von
vorneherein klar gewesen, dass er in den offenen Ganztag übergehen würde. Es
gehe ja nur um diese eine Verschiebung. Zu den anderen Kinderhorten überläßt
Frau Haack Herrn Haensel die Gelegenheit, sich zu äußern.
Herr Haensel
bezieht sich auf die Knüwenstraße im Stadtteil Kabel. Hier stehe man trotz der
vorhandenen Probleme zu dem gemeinsam gefassten Beschluss, die beiden
Hortgruppen abzuschaffen. Er möchte eine kleine Korrektur anbringen. Man habe
nicht 15 betreute Grundschulkinder, darunter 20 mit Migrationshintergrund. Das
könne natürlich nicht sein. Es seien 24 Kinder von den 30, die im
Grundschulalter seien und davon hätten 20 Kinder Migrationshintergrund.
Herr Strüwer
schließt den Stadtbezirk Haspe ab und geht weiter zum Stadtbezirk Mitte.
Frau Gerber
möchte wissen, inwieweit aktuelle Anmeldezahlen berücksichtigt werden konnten.
Sie wisse zum Beispiel von der
Einrichtung Cunostraße, dass hier eine hohe Anmeldezahl aus der näheren
Umgebung vorliege und ob die Möglichkeit bestünde, die Schließung der Gruppe um
ein Jahr zu verschieben.
Frau Haack
antwortet, dass die aktuellen Anmeldezahlen bei der Fertigung der Vorlage keine
Rolle gespielt hätten. Diese Vorlage drehe sich ausschließlich darum, was sich
in der offenen Ganztagsschule verschiebe und welche Konsequenzen dies auf die
aktuelle Kindergartenplanung habe. Aus diesem Grund seien die Anmeldezahlen
auch nicht berücksichtigt worden. Die Anmeldungen in den Kindertageseinrichtungen
liefen im Moment und es könne erst ca. in 4 bis 5 Wochen festgestellt werden,
wieviele Kinder übrig blieben. Es gebe natürlich auch Dreifach- und
Vierfachanmeldungen. Dann würde sich nach Auswertung dieser Daten die Zahlen
bei manchen Einrichtungen auch erheblich reduzieren.
Herr Machatschek fügt
hinzu, dass Mitte März mit Ergebnissen zu rechnen sei.
Herr Schurgacz berichtet
, dass zum Kindergarten An der Egge 3 a schon gesicherte Zahlen vorlägen. Die
Einrichtung sei voll belegt. Dies seien alles Kinder aus dem Einzugsgebiet des
Kindergartens. Es bestehe eine
Warteliste mit 13 Kindern.
Die Gruppe könne nicht wie
in der Vorlage dargestellt in diesem Jahr geschlossen werden.
Herr Schledorn
bemerkt, dass man sich im Moment im Hinblick auf die Kindergartenplanung in
einem schwierigen Prozess befinde. Er hält es für den richtigen Weg, die
Verwaltung zu bitten, den Prozess in Ruhe und Sachlichkeit weiterzuführen und
die Verhandlungen mit den Trägern zu führen. Dann sei man auf einem guten Weg.
Herr Strüwer macht
deutlich, dass dies zunächst die Möglichkeit hier sei, Problempunkte
anzubringen. Von Seiten der Verwaltung bestehe ja dann noch die Möglichkeit,
die aufgezeigten Problemfelder zu beleuchten.
Herr Schurgacz macht
nochmal deutlich, dass den bestehenden Bedarfen trotz der bestehenden Planung
Rechnung getragen werden müssten.
Herr Strüwer weist
nochmal darauf hin, dass hier und heute keine Kindergartenbedarfsplanung
gemacht werde.
Frau Haack fasst
zusammen, dass man nach Vorliegen der endgültigen Anmeldezahlen nochmal endgültig schauen müsste, wo Gruppen
geschlossen und wo welche weitergeführt werden müssten. Das mache aber erst
Sinn, wenn die Fakten vorlägen.
Herr Fischer
möchte auf den engen Zusammenhang
zwischen der Entwicklung in der Schule und der Folgenentwicklung in
Tageseinrichtungen hinweisen. Man dürfe die eingeschlagene Richtung nicht aus
den Augen verlieren.
Herr Haensel nimmt
Bezug auf das Haus Zoar im Bezirk Emil-Schumacher-Straße in Wehringhausen. Mit
dem Träger dieser Einrichtung sei kein Einvernehmen hergestellt worden. Hier sei noch Gesprächsbedarf vorhanden.
Herr Steuber sieht
die Gefahr, dass hier verschiedene Planungsprozesse miteinander vermischt
würden. Er bittet jedoch, für einen bestimmten Zeitraum an der gefassten
Planung festzuhalten.
Herr Reinke
könnte sich vorstellen, dass die Ankündigung der Verwaltung, heute eine alle
Bereiche umfassende Vorlage vorzulegen, zu dieser Irritation geführt habe.
Herr Steuber teilt
mit, dass nicht bei allen Vorlagen eine einheitliche Verwaltungsmeinung
gebildet werden konnte und bedauert, dem Ausschuss daher heute noch keine
Vorschläge dahingehend machen zu können. Sie mussten daher in den internen
Beratungsgang zurückgehen.
Herr Strüwer geht
davon aus, dass bei Beschlussfassung ganz klar getrennt werden müsse, was mit
offenem Ganztag zu tun habe und was nicht.
Herr Fischer nimmt
Bezug auf die von Herrn Haensel angesprochene Einrichtung Haus Zoar. Er führt
aus, dass es auch im offenen Ganztag Kinder gebe, die eine besondere
Hilfestellung benötigten. Hier habe man in der Vergangenheit die Möglichkeit
gehabt, mit Haus Zoar zusammenzuarbeiten. Bräche dieses Angebot damit weg oder
bliebe es erhalten?
Frau Haack weist
darauf hin, dass die Punkte, die letztes Jahr so vereinbart worden seien, auch
bestehen geblieben seien.
Herr Fischer zieht
das Fazit, dass man feststellen müsse, dass die Daten, die hier in Bezug auf
Kindergartenplanung drinständen, bei Bedarf an anderer Stelle diskutiert werden
müssten.
Herr Dücker hält
diese Lösung für problematisch, weil diejenigen im Vorteil seien, die diese
Daten für die Kindergärten hätten und die im Nachteil seien, wo diese Daten
noch nicht vorlägen.
Herr Schurgacz
erklärt, dass die Kindergartengruppe in der Einrichtung Pfefferstück wegen der
hohen Nachfrage nicht abgebaut werden kann. Die Kosten hierfür würden von der
katholischen Kirche getragen.
Herr Strüwer
schließt den Stadtbezirk Mitte ab und geht weiter zum Stadtbezirk Nord,
Hohenlimburg und Eilpe-Dahl.
Herr Gebauer
möchte wissen, was sich hinter den Überlegungen zu der Liebfrauengrundschule
verbirgt.
Frau Haack
antwortet dazu, dass bisher die Freiherr-vom-Stein-Schule offene Ganztagsschule
gewesen sei. Es habe einzelne Anfragen von Eltern von Kindern aus der
Liebfrauenschule gegeben. Da sich der Bedarf insgesamt noch nicht so
herausgestellt habe, seien die Kinder in die Ganztagsbetreuung der
Freiherr-von-Stein-Schule mit übernommen worden. Es seien Überlegungen im
Gange, dass es, wenn die Liebfrauenschule die eine Gruppe bekäme, auch zu
gemeinsamen Strukturen käme.
Herr Strüwer
leitet über zu den Teilen C und D.
Herr Kortmann
berichtet, dass der bisherige Stellenanteil von 0,1 nach den neuesten Erlassen
der Landesregierung wieder kapitalisiert werden könne. Lediglich der neue
Stellenanteil von 0,1 müsse mit Lehrerstellen besetzt werden.
Frau Opitz-Hildebrand teilt
mit, dass die Schulen mit diesem Verfahren einverstanden seien.
Herr Strüwer nimmt
Bezug auf das wichtige Thema der Elternbeiträge.
In diesem Zusammenhang stellt Frau
Klos-Eckermann den Antrag, die Verwaltung zu beauftragen, den finanziellen
Bedarf zu ermitteln, den Kindern, deren Eltern die finanziellen Mittel nicht
aufbringen können, ein kindgerechtes Mittagessen zur Verfügung zu stellen
(Notfalltopf). Die Zahlen sollten in der nächsten Sitzung des
Jugendhilfeausschusses am 14.03.06 vorgestellt werden.
Herr Grzeschista lobt
die Analyse, aus der man erkennen könne, welcher Teil der Eltern in
Abhängigkeit ihres Einkommens ihre Kinder in die Einrichtungen schickten. Er
bäte um eine Gegenüberstellung auf gleicher Basis strukturiert, welche Eltern
ihre Kinder in die Kingergärten schickten. Daraus könne man dann ableiten,
welcher Teil der Bevölkerung die offene Ganztagsschule besser annehme.
Frau Haack kann
diese Fragen anhand der vorliegenden Daten
beantworten und erläutert die Zahlen.
Herr Gebauer weist
unter Bezugnahme auf die Beitragstabelle darauf hin, dass für die Geschwisterkinder
der halbe Beitrag gezahlt werden müsste. Das unterscheide sich von der
Beitragszahlung für die Kindertageseinrichtungen. Es falle nicht allen Eltern
leicht, diese Beträge aufzubringen, die Kinder gemeinsam im offenen Ganztag
unterzubringen.
Herr Steuber teilt
mit, dass geplant sei, mit dem Anmeldeformular gleichzeitig eine Ermächtigung
zur Lastschrift mitzuschicken, da in der Vielzahl der Fälle ein
Zwangsvollstreckungsverfahren keinen Erfolg verspreche.
Herr Strüwer
stellt den anfangs gestellten Beschlussvorschlag zur Abstimmung.
Beschluss:
Die Vorlage wird in erster
Lesung zur Kenntnis genommen.
Gleichzeitig wird der Rat der
Stadt Hagen gebeten, erst in der Ratssitzung am 30.03.06 endgültig einen
Beschluss zu fassen, nachdem alle
Bezirksvertretungen über die Vorlage beraten haben und der Jugendhilfeausschuss
in seiner Sitzung am 14.03.06 erneut darüber beraten hat.
