05.12.2018 - 4.2 Radverkehrskonzept der Stadt Hagen
Grunddaten
- TOP:
- Ö 4.2
- Gremium:
- Sport- und Freizeitausschuss
- Datum:
- Mi., 05.12.2018
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:05
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Jörg Winkler
Wortprotokoll
Die Tagesordnungspunkte 4.1 und 4.2 werden von Herrn Thieser zusammen aufgerufen, um eine gemeinsame Diskussion der Punkte zu ermöglichen. Die Beschlüsse erfolgen getrennt.
Herr Grothe erläutert, dass die Vorlagen zu den Punkten derzeit durch alle Ausschüsse laufen und am 13.12.2018 im Rat beschlossen werden sollen. Unter dem Stichwort ‚neue Mobilität – Mobilitätskonzept‘ spielt das Thema Radverkehr für die Stadt Hagen eine besondere Rolle. Über einen Zeitraum von 10 Jahren soll der heutige Radverkehrsanteil in Höhe von 3% auf rund 6% erhöht werden. Örtlich betrachtet kann dies dazu führen, dass das Fahrrad zukünftig bei der Verkehrsmittelwahl eine stärkere Rolle spielen kann. Die beiden vorliegenden Konzepte sind miteinander vernetzt. Hier richtet sich das regionale Rezept auf die Alltagsroute aus. Generell unterschieden wird aufgrund der unterschiedlichen Ansprüche und Bedürfnisse in Alltags- und Freizeitrouten. Im regionalen Konzept des RVR werden entsprechende Strecken von einer Gebietskörperschaft zur anderen in der Vorlage vorgestellt. Hierbei handelt es sich um das Tal der Ennepe nach Herdecke/Wetter und im Weiteren eine Verbindung über Hohenlimburg, eine Richtung Schwerte, eine Richtung Breckerfeld und eine weitere Richtung Lüdenscheid/Schalksmühle. Es wird davon ausgegangen, dass für dieses Netz zukünftig Fördermittel generiert werden. Die dann verabschiedeten Strecken werden durch den RVR weiterbehandelt, die Verbindungen werden im Weiteren konkretisiert. Das städtische Radverkehrskonzept ist in verschiedene Kategorien unterteilt. In beiden Routen sind insgesamt etwa 410 Kilometer an Strecken vorhanden. Im Rahmen der alltäglichen Routen ist Nachholbedarf gegeben. Hierzu wurde das Stadtgebiet durch einen Gutachter untersucht und entsprechende Lösungsvorschläge gemacht. Insgesamt werden 81 Maßnahmen vorgeschlagen, die sukzessiv umgesetzt werden können. Weitere Detailarbeit wird nach Beschluss erfolgen. Mit diesem Konzept wird die Stadt sich im nächsten Schritt beim ADFC als fahrradfreundliche Stadt bewerben. Hierdurch wäre als fahrradfreundliche Stadt die Sicherung von Priorität bei Fördermaßnahmen gegeben.
Herr Römer ist in der gestrigen Sitzung des Stadt- und Entwicklungsausschuss aufgefallen, dass Gedanken gar nicht angeschnitten wurden, die durch Herrn Grothe in der jetzigen Sitzung genannt werden. Um die Attraktivität zu steigern, könnte entlang der Volme oder auch der Ennepe ein Fahrradweg erstellt werden, um in die Stadt zu gelangen.
Frau Heuer möchte wissen, ob die Karten vom RVR für die Verwaltung zur Verfügung gestellt werden können. Diese sind aktuell nicht abrufbar.
Frau Neuhaus stellt fest, dass auch in dieser Planung das Volmetal erneut keine Berücksichtigung findet.
Hierzu teilt Herr Grothe mit, dass diese besagte Verbindung noch ergänzt werden muss. Ein entsprechender Hinweis an den RVR wird ergehen. Bezogen auf die Verfügbarkeit der Karten wird mitgeteilt, dass noch zu klären ist, ob und wann diese verfügbar sind. Zu den Radwegen an den Flüssen führt Herr Grothe aus, dass diese Maßnahme als ein Brückenbauwerk die teuerste Variante darstellt. Auch der dann vorgenommene Eingriff in den Naturraum muss berücksichtigt werden. Zur Radwegsführung diesbezüglich werden drei Varianten im Detail geprüft. Das RVR teilt hierzu mit, dass sie, bei verfügbaren Routen neben der Straße, diese ebenfalls finanzieren würden. Bedingung ist, dass der Autofahrer so ungestörter auf der Hauptstraße fahren kann. Grundvoraussetzung ist das Hagener Konzept, zweite Voraussetzung das regionale Konzept. Mit diesen kann auf die entsprechenden Institutionen zugegangen werden.
Herr Rarbach fragt an, warum bereits vorhandene Radwege wie der an der Stennertstr. nicht beibehalten und entsprechend saniert werden. Eine Anbindung an Letmathe wird als sinnvoll angesehen und die Nachfrage gestellt, ob diesbezüglich mit den Fahrradverbänden Gespräche geführt wurden?
Hierzu erklärt Herr Grothe, dass hierzu vom ADFC eine im Vorfeld hier bereits beschriebene, alternative Trassenführung in der Diskussion gewesen ist. Ein Planungsauftrag an ein Ingenieurbüro wurde erteilt, um diese drei Varianten zu prüfen, damit dann beschlossen werden kann, welche Variante umzusetzen ist.
Herr Hoffmann gibt an, dass das Thema Öffentlichkeitsarbeit hier einen wichtigen Punkt darstellt. Weitere Perspektiven, die aktuell noch nicht realistisch erscheinen, sollten daher durchaus mit einbezogen werden und nicht vorab finanziell eingeschränkt werden. Die Bewerbung als fahrradfreundliche Stadt wird als sehr ambitioniert angesehen, da Hagen zuletzt eine der fahrradunfreundlichsten Städten gewesen ist. Ein Ansatz hier könnte sein, die Aussage zu tätigen, den Radverkehr um 100 Prozent steigern zu wollen.
Herr Römer ist ebenfalls der Auffassung, dass man sich vor Erstellung eines Stückwerkes, welches ggf. sogar kinderunfreundlich, wenn nicht sogar gefährlich ist, zumindest gedanklich auch mit den attraktiveren Projekten auseinandersetzen sollte. Als Beispiel wird die gute Lösung der Stadt Freiburg angeführt, die den Fahrrad- und auch Fußweg innerhalb des Flusses, welcher durch die Stadt verläuft, angelegt haben. Hier könnte man sich bezüglich der Finanzierung dessen erkundigen.
Herr Klepper bittet darum, dass bei Abstimmung über die beiden Vorlagen die Ergänzungen des Umweltausschusses und des Stadtentwicklungsausschusses übernommen werden.
Herr Thieser verliest die vorgenommenen Änderungen des Umweltausschusses. Es erfolgt die einstimmige Abstimmung über den Tagesordnungspunkt 4.1 in der Beschlussfassung des Umweltausschusses. Als nächstes wird zu Tagesordnungspunkt 4.2. die Ergänzung im Beschlussvorschlag des Umweltausschusses, sowie eigener Ergänzung, verlesen und einstimmig beschlossen.
Beschluss:
Der Sport- und Freizeitausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen folgenden Beschluss zu fassen:
Der Rat der Stadt Hagen nimmt das Radverkehrskonzept zur Kenntnis und
beschließt insbesondere:
- ein ganzjährig attraktives Radwegenetz für den Alltags- und den
Freizeitverkehr zu schaffen,
- den Ausbau, die Erhaltung und Sanierung (insb. Beheben beschädigter
Beläge) der Infrastrukturen für den Radverkehr voran zu treiben
- eine regelmäßige Kontrolle und Unterhaltung der Radverkehrsanlagen –
auch der anderen Radwege – durchzuführen (insb. Reinigung und
Grünschnitt),
- das Radnetz für den Alltagsverkehr in den Winterdienst aufzunehmen,
- Radfahrer möglichst frei von Umwegen an ihr Ziel zu bringen,
- die Verkehrssicherheit zu erhöhen,
- die Infrastrukturen an die Anforderungen von Pedelecs und zu Fuß
Gehenden anzupassen und eine Trennung vom Fußverkehr einer gemeinsamen Führung vorzuziehen,
- wo möglich, Führungen im Straßenbereich (Mischverkehr, Schutzstreifen
oder Radfahrstreifen) Führungsformen im Seitenbereich vorzuziehen,
- die Regelbreiten der ERA 2010 und ggf. der Standards für
Radhauptverbindungen bei Neu-, Umbau anzusetzen und
- Infrastrukturmaßnahmen mit Image- & Kampagnenarbeit zu verknüpfen.
Zur Erreichung dieser Ziele beauftragt der Rat der Stadt Hagen die Verwaltung, die
erforderlichen Voraussetzungen- insbesondere die finanziellen- zu schaffen.
Zur Erfüllung weiterer Kriterien zur Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad und
Fußgängerfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise e. V. (AGFS) beauftragt
der Rat die Verwaltung mit der Aufstellung eines integrierten Konzepts für den
Fußgängerverkehr.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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33,6 MB
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