06.06.2018 - 5.3 Jahresberichte freie Kulturzentren 2017

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Wortprotokoll

Im Rahmen der jährlichen Berichte der freien Kulturzentren erhält je ein Zentrum die Gelegenheit, sich ausführlicher vorzustellen.

Herr Söhnchen begrüßt Herrn Korfluer als Vertreter des AllerWeltHaus. Herr Korfluer stellt das Kultur- und Bildungsprogramm, die Mitarbeiterstruktur sowie verschiedene Bereiche der Einrichtung vor. Abschließend geht Herr Korfluer auf die finanzielle Situation der Einrichtung ein. Der Zuschuss der Stadt Hagen sei mehrfach gekürzt worden und stagniere seit 2009, so dass der Verein bei den Gehältern im Kulturbereich und bei den Programmkosten zuschießen müsse. Dabei sei ein Limit erreicht, da laut Mietvertrag der Verein gleichzeitig für den Unterhalt des Gebäudes verantwortlich sei. Ende 2016 sei eine Diskussion über die Verlängerung des Mietvertrages angestoßen worden, bei der auch Kritik am Erscheinungsbild des Hauses geäußert worden sei. Auch wenn es hierbei Handlungsbedarf gäbe, sehe sich der Verein mit der paradoxen Situation konfrontiert, dass die Stadt Hagen Eigentümerin des Gebäudes sei, und den Verein als Mieter, welcher bereits erheblich in die kommunale Immobilie investiert habe, für bauliche Mängel verantwortlich mache, deren Beseitigung normalerweise dem Vermieter obliege. Seit 2017 arbeiteten Lokalpolitiker aus der Ratsfraktion und der Bezirksbürgermeister Herr Quardt gemeinsam mit dem Vorstand des Trägervereins an einer zukunftsfähigen Weiterentwicklung des Kultur- und Bildungszentrums, was auch schon konkrete Ergebnisse gezeigt habe, man bemühe sich zudem um Mittel aus Städtebauprogrammen. 

Herr Fritzsche dankt allen Kulturzentren für die tolle Arbeit angesichts der bei allen Kulturzentren leider sehr überschaubaren städtischen Zuschüsse. Er möchte wissen, wann Vertragsverlängerungsverhandlungen zu den Ende Dezember 2019 auslaufenden Verträgen stattfänden, da die Zentren ja Planungssicherheit bräuchten.

Frau Jakobs sagt zu, dass man nach der Sommerpause 2018 in die Gespräche einsteige.

Herr Dr. Fehske dankt für die enorme Gastfreundschaft, die das AllerWeltHaus mit dem Projekt „From East to West Flüchtlingen erweise, diese würden sich an diesem Ort sehr wohl fühlen.

Herr Dr. Geiersbach dankt ebenfalls. Aus allen vier Berichten ginge hervor, dass an der Personalsituation beziehungsweise der Zuschusssituation seitens der Stadt etwas getan werden müsse. Dies sei ein Appell an die anwesenen Vertreter der Politik, dass man in die nächste Haushaltsrunde gehen solle mit dem Ziel, hier einen Zuschlag zu erreichen. Es sei deutlich geworden, dass es seit 2009 keine Erhöhung gegeben habe, die Gehaltskosten seien aber natürlich erheblich gestiegen seitdem. Die Zentren brächten ein Vielfaches mehr an Leistung, als was sie von der Stadt als Zuschuss kriegten, dies erwarte man auch, aber wenn man sehe, mit wenig Personal und wie geringer Finanzierung für dieses Personal die Zentren auskommen müssten, dann könne man als Kultur- und Weiterbildungsaussschuss nicht mehr sagen, dass es einfach genau so weiter gehen könne. Es sei an den anwesenden Fraktionen, aber auch an der Verwaltung und an Frau Kaufmann, dies früh genug zu kommunizieren, dass der KWA es für notwendig halte, diese wichtigen Einrichungen weiterhin, und zwar besser zu fördern als bisher. Auch wenn man nicht die Illusion habe, dass große Sprünge möglich wären, müsse es doch hier die Perspektive geben, dass Zuwächse möglich seien. 

Herr Walter schließt sich dem Dank an und entgegnet, dass dies alles wünschenswert wäre. Er warne aber davor, in einer Situation, wo die Stadt in finanzieller Hinsicht gerade erst wieder das Licht am Ende des Tunnels sehe, schon jetzt nach außen hin Signale zu senden, dies sei verfrüht. Jeder sehe hier die Knappheit der Mittel, und trotz der knappen Finanz- und Personaldecke erreichten die Zentren enorm viel, was wichtig und unterstützungswürdig sei. Man müsse froh sein, dass man einen Sparkommissar vermieden habe. Man solle keine Begehrlichkeiten wecken und keine falschen Signale an die Bezirksregierung senden. Nicht die Politiker brächten die Gelder, sondern es seien Gelder der Bürger, und diese seien knapp gesät.

Frau Kaufmann hält es nicht für den richtigen Zeitpunkt, diesen Aspekt des Themas zu vertiefen, möchte aber an dieser Stelle ebenfalls danken und sagen, dass die Zusammenarbeit mit den freien Kulturzentren sehr gut verlaufe, man immer auch mit Veranstaltungen gern vor Ort sei. Zu Beginn des letzten Jahres habe es im AllerWeltHaus Gespräche um dessen Zukunft gegeben. Auch bei dem eben besprochenen ISEK seien die Zugänge zu den Flüssen angesprochen worden. Dies sei dem AllerWeltHaus zur Gefahr geworden im Sinne der Frage, ob man den Mietvertrag überhaupt verlängern solle. Sie selbst habe Kritik geäußert, möchte aber dem AllerWeltHaus an dieser Stelle ein Lob aussprechen, wie positiv die Reaktion bei der gemeinsamen Begehung vor Ort gewesen sei und was seitdem alles geleistet worden sei. Man könne sich nun in Verhandlungen begeben für die Vertragsverlängerung, und die Attraktivierung des Außenbereiches sei eine Herausforderung, die man gemeinsam leisten müsse und wo man fragen könne, wo die Stadt auch baulich unterstützen könne.

Herr Strüwer merkt an, es sei nie darüber diskutiert worden, wie wichtig das AllerWeltHaus selbst sei für Stadt und Region, sondern über den Standort und das Gebäude selbst. Es sei legitim, über attraktive Alternativen nachzudenken, wenn etwas in desolatem Zustand sei und hohe Summen verschlinge.

Herr Söhnchen schließt sich dem Dank aller Fraktionen an.

 

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Beschluss:

Der Sachstandsbericht wird zur Kenntnis genommen.

 

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Abstimmungsergebnis:

X

Zur Kenntnis genommen

 

 

 

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Anlagen zur Vorlage