17.04.2018 - 4.2 Das Bauhausjahr 2019 in Hagen

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Wortprotokoll

 

Mittels einer Power Point Präsentation stellt Frau Dr. Schulte die Planungen zum Bauhausjahr 2019 vor. Sie weist darauf hin, dass sich nach der Erstellung der Vorlage neue Entwicklungen, z.B. neue Kooperationspartner, ergeben hätten. Im Bauhaus-Jahr 2019 werde durch einen Verbund von Hagener Kulturschaffenden unter dem Motto „Hagener Impulse“ gemeinsam ein Programm entwickelt und beworben. Frau Dr. Schulte erläutert kurz die Geschichte des Bauhauses und seines Einflusses auf die Moderne des 20. Jahrhunderts. Das Bauhaus habe einen Nährboden in verschiedenen Reformbewegungen des 19. Jahrhunderts, und das Ruhrgebiet und Hagen seien erhebliche Faktoren gewesen. Karl Ernst Osthaus habe mit Gropius, den Gründer des Bauhauses, nicht nur viele gemeinsame Projekte entwickelt, zwischen den beiden habe es auch ein Vertrauensverhältnis und eine Duzfreundschaft gegeben. Frau Fr. Schulte zitiert dazu Schreiben von Gropius und erklärt Henry van de Veldes Vermittlerrolle. Osthaus habe einen nicht geringen Anteil daran, dass Gropius in Weimar das Bauhaus gegründet habe. Nicht nur in Hagen werde das Bauhausjahr begangen, sondern in ganz NRW und im Bund. Es gäbe einen bundesweiten Bauhausverband, der sich aus den Bauhaus-Orten Berlin, Dessau, Weimar sowie dem Bund, vertreten durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung des Bundes und zehn Bundesländern sowie weiteren Partnern zusammensetze. NRW habe sich für das Bauhausjahr ein Motto gegeben, wie dies jedes Bundesland getan habe. In NRW laute das Motto „100 Jahre bauhaus im westen. Gestaltung und Demokratie. Neubeginn und Weichenstellungen im Rheinland und in Westfalen.“ Gerade das Thema Weichenstellungen könne man sehr gut auf Hagen beziehen.

Den Begriff Hagener Impuls habe man gewählt und in den Plural gesetzt, weil er kunsthistorisch positiv besetzt sei. Die Mittel der Museen, aber auch der anderen Hagener Institutionen seien begrenzt, und nach dem Motto „Minus mal minus ergibt plus“ schließe man sich zusammen, um gemeinsam etwas zu entwickeln, womit man in Hagen über ein Jahr hinweg das Thema an verschiedenen Orten immer wieder sichtbar machen wolle. Die Liste der Beteiligten werde erweitert. Wichtige Faktoren seien Marketing und Tourismus, wozu man schon eng mit der Hagen Agentur im Gespräch sei. Es sollen verschiedene Formate und Instrumente entwickelt werden, wie ein Flyer, eine Art Kalender, ein Internetauftritt, die Hagen Agentur plane spezielle Gästeführungen und Frau Fischer habe auf der Tourismusbörse ITB mit Vertretern der Städte Essen und Krefeld gesprochen, mit denen ein touristischer Dreierverbund entwickelt werden solle z.B. mit Bustouren zum gegenseitigen Besuch. Derzeit werde eine Wortbildmarke erarbeitet, die das Hagener Impuls Logo verwenden solle, aber auch Bezug nehme auf das stilisierte Motiv der „100“, das alle Projekte mit Bezug auf das Bauhaus verbinde.

Die geplanten Ausstellungs- und Kooperationsprojekte stellt Frau Dr. Schulte anhand der Vorlage vor und erläutert die Hintergründe. Dabei weist sie darauf hin, dass insbesondere der Hohenhof als Paradebeispiel für den Weg vom Jugendstil zu einer funktionalen sachlichen Gestaltung präsentiert werde solle. Damit der Hohenhof als Glanzstück präsentiert werden könne, seien einige Vorarbeiten notwendig. Im Inneren seien die historischen Räume im Zustand von 1984, Farbe blättere ab, der Bau habe Wasserschäden. Zusammen mit der Baunterhaltung, der Unteren Denkmalbehörde und dem Landesdenkmalamt sowie einem Facharchitekten für Denkmäler habe man einen Restaurierungsplan entwickelt, der in großen Teilen noch dieses Jahr umgesetzt werden solle und sich sowohl auf Innenräume als auch die Fassade erstrecke. Hierzu laufe derzeit ein Antrag. Der Hohenhof werde also zeitweilig Baustelle sein.

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Frau Kaufmann schildert, wie sich das Thema seit 2017 entwickelt habe. Leider flössen die Mittel zum Bauhausjahr an Hagen vorbei, obwohl man ein wichtiger Standort sei. Dies sei sehr ernüchternd. Sie hofft, dass man für den Hohenhof noch Mittel bekomme. Frau Kaufmann betont, welch umfängliche Arbeit seitens Frau Dr. Schulte und weiterer Mitarbeiter geleistet worden sei, und wie von allen Seiten die Bereitschaft gezeigt worden sei, hier mitzuarbeiten. Man habe jetzt ein hochinteressantes Gesamtprogramm, das zeige, in welchem Umfang man auch trotz fehlender Mittel Synergien schaffen könne. Bestimmte Teile stünden im Vordergrund, wie die Ausstellung im Osthaus Museum, der Briefwechsel mit Gropius usw., aber insgesamt gesehen besinne sich die Stadt auf ihre historischen, bauhausbezogenen Wurzeln und man könne auf diesem Wege eine Identifikation mit dem Thema entwickeln bzw. beleben. Sie hoffe auch auf eine Wiederbelebung des wunderbaren Logos des Hagener Impuls. Frau Kaufmann dankt, dass all dies ermöglicht wurde. Herr Söhnchen schließt sich stellvertretend für den KWA dem Dank an.

Zum Thema Mittel fügt Frau Dr. Schulte hinzu, dass zum Projekt „Neues Sehen, neue Sachlichkeit“ einige Gelder flössen.

Herr Asbeck gibt seiner Begeisterung Ausdruck: die Planungen seien erfolgversprechend. Er erkundigt sich, welche Maßnahmen beim Hohenhof geplant seien und ob man auch das Umfeld einbezöge, vor allem die Mauer. Dort sei derzeit ein Gerüst und eine Plastikabdeckung zu sehen, das sei unschön. Auch der Behrensbau in der Amselgasse 1 und die Cunovilla sollten in diesem Zusammenhang aktiviert werden. Es wäre schön, wenn der u.a. der Verbindungsweg zwischen Hohenhof und Amselgasse 1 besser begehbar wäre. Der Zustand des Waldes in diesem Bereich sei nicht attraktiv.

 

Herr Walter fragt nach der Sinnlichmachung der Projekte, die nicht mehr umgesetzt wurden aufgrund des frühen Tods von Karl Ernst Osthaus. Ob man diesbezüglich  mal an eine Visualisierung der Pläne gedacht hätte, also eine Computeranimation der nicht realisierten Projekte für Hohenhagen?

Frau Dr. Schulte erwidert, dies scheitere im Prinzip an den Quellen. Man habe viel schriftliches Material, Briefe von Gropius, Endell und van de Velde, es gäbe aber keine Zeichnungen und keine Modelle. Auch Herta Hesse-Frielinghaus habe ihrerzeit Gropius erfolglos nach Zeichnungen gefragt. Man habe also nur Beschreibungen dessen, was geplant werden sollte. Zur der Frage von Herrn Asbeck führt Frau Dr. Schulte aus, an der Mauer solle der erwähnte Abdeckung vor weiterem Verfall schützen. Der Nordbereich sei schon sehr weitgehend und erfolgreich renoviert worden, dies solle in diesem Jahr fertig gestellt werden. Die Maßnahmen seien nach den Gewerken sortiert, innen kämen nun Malerarbeiten und Schablonenfriese, dann Holzwerk, dann die Ausbesserung von Marmorböden und Parkett. An der Fassade gäbe es Kalkablagerungen und andere Aufgaben, bis hin zu Schornstein und Regenrinnen. Was den Garten beträfe, solle der Brunnengarten noch in diesem Jahr im Sinne einer Rekonstruktion bearbeitet werden, so dass der jetzt stillgelegte Brunnen im nächsten Jahr wieder laufen solle. Langfristig denke man auch an die Internationale Gartenbauausstellung (IGA). Es werde hierzu eine externe Fach- Denkmal-Gartenarchitektin hinzugezogen, da der Garten anhand alter Pläne rekonstruiert werden solle im Hinblick auf die Bewerbung zur IGA, die auch gefördert werde. Die hierzu geplanten Maßnahmen würden als Konzept bis Ende des Jahres vorliegen. Die Straße unter den Kastanien bis zum Behrens-Waldtheater werde auch in den Blick genommen, dies seien aber längerfristige Maßnahmen.

Herr Eiche berichtet, bei seinem letzten Spaziergang am Krematorium einiges als renovierungswürdig empfunden zu haben, insbesondere die Treppe beziehungsweise den Mittelabgang. Er fragt ob dort Maßnahmen geplant seien. Frau Dr. Schulte verweist darauf, dass hier ja schon einiges gemacht worden sei, sie aber keine Details kenne, da das Krematorium in einen anderen Fachbereich falle. Herr Söhnchen bittet darum, für das Protokoll eine Stellungnahme abzufragen. [Anmerkung der Schriftführung: Laut Krematoriumsleiter Andreas Sahling wird die Treppe generell jeden Winter, abhängig von der Witterung, gesperrt. Da es sich um eine Sandsteintreppe handele, könne hier nicht gestreut werden. Derzeit sei die Treppe wieder benutzbar.]

Frau Engelhardt hakt bei der Frage der Gelder ein, welche laut Frau Kaufmann an Hagen vorbei geflossen seien. Wie hätte dies im Vorfeld verhindert werden können?

Frau Kaufmann antwortet, dass dies in der Entwicklung der letzten Jahre begründet liege. Hagen zähle nun mal nicht zu den großen Bauhauszentren.

Frau Dr. Schulte ergänzt, dass die drei großen Bauhausstädte ihre Zentren ausbauen würden, große Mittel flössen nach Weimar, Dessau und Berlin. In NRW flössen erhebliche Mittel in wirklich große Ausstellungsprojekte in Düsseldorf, Krefeld und Bottrop. Man müsse für alles auch immer die Komplementärmittel vorweisen, in bestimmter Hinsicht hätte die Stadt Hagen hierfür die Basis nicht. Deswegen die Planung, das ganze Jahr ganz viel Dinge mit ganz vielen Partnern anzubieten dies sei die Hagener Antwort auf eine solche Situation.

 

 

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Beschluss:

 

HAGENER IMPULSE Der Bauhaus-Verbund in Hagen

Im Bauhausjahr 2019 wird durch einen Bauhaus-Verbund von Hagener Kulturschaffenden unter dem Motto „HAGENER IMPULSE bauhaus 100“ gemeinsam ein Bauhausjahr-Programm entwickelt und beworben.

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

4

 

 

CDU

6

 

 

Bündnis 90/ Die Grünen

1

 

 

Hagen Aktiv

1

 

 

Die Linke

1

 

 

AfD

1

 

 

FDP

1

 

 

BfHo/Piraten Hagen

1

 

 

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

16

 

 

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