09.05.2017 - 5 Bericht der Volkshochschule Hagen (VHS) und der...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

(Anmerkung der Schriftführerin: Die Zusammenfassung der Wortbeiträge zu den Tagesordnungspunkten 5 und 6 erfolgt gemeinsam unter dem Tagesordnungspunkt 5)

 

Herr Söhnchen lässt die Tagesordnungspunkte 5 und 6 zusammenfassen.

 

Frau Kaufmann spricht ihren Dank dafür aus, dass es die beiden Einrichtungen in Hagen gäbe und dass der Kultur- und Weiterbildungsausschuss es möglich mache, dass die beiden Institution in dieser Form weiter arbeiten könnten. Sie betont die Wichtigkeit dieser Institutionen für die gemeinsame Arbeit, auch mit Blick auf die Zuwanderung und weitere Herausforderungen der letzten Jahre. Volkshochschule und Musikschule zeichneten sich dadurch aus, flexibel und qualifiziert Aufgaben zu diskutieren und zu übernehmen, sowie Probleme zu lösen. Dafür sei ihnen Anerkennung und Dank gezollt.

 

Frau Sonnenberg freut sich über das Lob und berichtet über das vergangene Jahr der Volkshochschule anhand der Vorlage 0390/2017. Im Anschluss gibt Frau Sonnenberg einen Ausblick auf die kommenden Bildungsangebote anhand der Vorlage 0394/2017.

 

Herr Rösner schließt sich an und trägt den Bericht über die Musikschule 2016 anhand der Vorlage 0390/2017 vor. Anhand der Vorlage 0394/2017 folgt Herrn Rösners Darstellung der Angebote der Musikschule in 2017/2018.

 

Herr Söhnchen dankt für die umfangreichen Berichte mit ihrer zurückschauenden und vorausschauenden Perspektive.


 

Herr Asbeck hat Nachfragen zur ersten Vorlage. Am Anfang sei dort geschrieben, die Volkshochschule habe sich der Herausforderung der Flüchtlingssituation und der Integrationskurse kompetent und umfassend gestellt, das Angebot sei verdoppelt worden, was allerdings nur mit einer personellen Aufstockung sowohl im Verwaltungsbereich als auch bei den Dozenten möglich gewesen sei. Weiter hinten in der Vorlage stünde, finanzielle Auswirkungen habe dies aber nicht gehabt. Wenn etwas aufgestockt würde, müsse dies aber finanzielle Auswirkungen haben. Dies beträfe einen Kernpunkt, der er schon letzten Jahr im Bericht vermisst habe, nämlich dass keinerlei Zahlen über finanzielle Auswirkungen und finanziell motivierte Verlagerungen innerhalb der Aufgabengebiete genannt würden. Diese gehörten aber dazu, da die Politik sich dafür interessieren müsse.
Weiterhin weist Herr Asbeck darauf hin, dass bei Programmen von Bund und Land Personal eingestellt werde. Solche Programme würden eine Zeitlang finanziert, liefen dann aber aus, und dann würde die Stadt diese Aufgabe womöglich selbst fortführen. Er fragt, was passiere, sobald eine solche Förderung auslaufe, ob es sichergestellt sei, dass das Ganze kostendeckend abgewickelt werden könne, und auch nach Ablauf der Förderung finanzierbar sei.
Im Punkt gesundheitliche Prävention zählt Herr Asbeck Angebote wie Yoga, Pilates, Qigong, Tai Chi auf und hakt nach, ob es Aufgabe der Volkshochschule sei, solcherart Wünsche der Bevölkerung abzudecken. Diese könnten auch privat befriedigt werden, so es hierfür genügend Anbieter auf dem freien Markt gäbe. Die Volkshochschule tanze auf vielen Hochzeiten. Ob dies Aufgabe des Staates sei, und gingen diese Angebote nicht zu sehr in Konkurrenz zu den privaten Betreibern - man solle sich beschränken auf das, was förderwürdig sei aus Sicht des Staates.
Ohne die Aufgabe an sich in Frage zu stellen, möchte Herr Asbeck ferner darauf hinweisen, dass es auch im Bereich Schulabschlüsse und Grundbildung Einrichtungen gäbe, die dies abdeckten, genannt wurden das Rahel-Varnhagen-Kolleg und das Cuno-Berufskolleg. Würden da Lücken gefüllt, oder hätten wir unnötige Doppelstrukturen mit vermeidbaren Kosten. Der Bereich sei unbestritten sehr wichtig, aber solle in Koordination mit anderen Institutionen erfolgen.

Herr Asbeck hinterfragt außerdem den Begriff „hochaltrig“ in Hinsicht darauf, dass auch eine solche Vorlage ernsthaft formuliert sein müsse.

 

Herr Becker lädt Frau Sonnenberg dazu ein, darauf zu antworten, greift aber selbst auch einige Fragen auf. Es sei eine sehr grundsätzliche Fragestellung, die die Volkshochschulen seit ihrer Gründungphase begleite, nämlich, ob Volkshochschulen nur dazu da seien, Dinge anzubieten, die sonst kein anderer anbiete, oder ob es Anspruch der Volkshochschule sei, ein ganzheitliches Bildungsangebot zu machen. Letzteres beinhalte auch Kurse im Bereich Sprache oder Gesundheit, die man in der Tat zumindest teilweise, dann aber oft hochpreisiger privat einkaufen könne. Bisher wäre die Stadt Hagen, aus Herrn Beckers Sicht richtigerweise, der Meinung gewesen, dass es sinnvoll sei, den Menschen in Hagen ein ganzheitliches Angebot zu machen. So dass derjenige, der etwas tun wolle, dies auch in öffentlicher Verantwortung tun könne. Herr Becker will in diesem Punkt sehr an den Kultur- und Weiterbildungsausschuss wie auch an den Rat appellieren, sich von dieser Grundidee nicht zu verabschieden.


Herr Becker setzt hinzu, natürlich könnten sich gerade Menschen, die über viel Geld und über gute Bildung verfügten, patchworkartig die passenden Angebote auch bei anderen Anbietern suchen. Aber wie im Weiterbildungsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen formuliert, habe man den Auftrag, die Grundbildung, also das grundständige Bildungsangebot für die Menschen in der Stadt sicherzustellen. Dazu gehöre nach Herrn Becker Sicht auch Gesundheitsbildung. Ob man das nun in Form von Tai Chi oder in Form von Yoga mache, könne man im Detail sicher unterschiedlich sehen, aber dass Gesundheitsbildung Bestandteil der Grundbildung sei, die den Menschen in dieser Stadt angeboten werden solle, davon ist Herr Becker überzeugt. Bezogen auf den Deckungsbeitrag 1, also das Verhältnis von direkten Kosten eines Kurses und dem, was an Einnahmen erzielt werden könne, gehöre der der Bereich Gesundheitsförderung zu denjenigen, wo schon seit langem, auch in Absprache mit der Kämmerei, Kurse nur dann stattfinden könnten, wenn dieser Deckungsbetrag 1 positiv sei, also die direkten Einnahmen die direkten Ausgaben überstiegen.
Zur Thematik der Schulabschlüsse, fährt Herr Becker fort, seien wir in unserer Stadt breit aufgestellt. Wer, aus welchen Gründen auch immer, im Alter von 16 oder 18 Jahren den Schulabschluss nicht erworben habe, stünde nicht am Ende seiner Bildungskarriere, sondern habe auch die Möglichkeit, diesen nachzuholen. Der Hauptanbieter für diesen Bereich, da stimme er Herrn Asbeck zu, sei das Rahel-Varnhagen-Kolleg, und wir in Hagen könnten alle dankbar dafür sein, dass es dieses Kolleg gebe. Die Volkshochschule stehe seit über 15 Jahren in engem Kontakt mit dem Rahel-Varnhagen-Kolleg, um sich die Frage zu stellen, ob alle Bildungsbedürfnisse über das Rahel-Varnhagen-Kolleg abgedeckt werden könnten, oder ob es kleine Lücken gäbe, die das Kolleg allein nicht abdecken könne. Seit über einem Jahrzehnt gäbe es eine zusätzlich dritte Variante, es würden Angebote der Volkshochschule in Kooperation mit dem Varnhagen-Kolleg realisiert, die in der Regel sogar eine Förderung im Rahmen des Europäischen Sozialfonds generieren könnten, weil bestimmte Komponenten vom Kolleg nicht allein geschafft werden könnten, und andere Komponenten wiederum von der Volkshochschule nicht allein geschafft werden könnten.

Insofern ist Herr Becker der Überzeugung, dass keine unnötige Doppelstruktur vorliege, und dieses kleine Fenster, im Sinne eines bei der Volkshochschule im Vergleich zum Rahel-Varnhagen-Kolleg kleinerem Volumens, sei ein produktives Fenster, von dem jedes Jahr zig Jugendlichen in Hagen profitieren würden.
Im Bereich der Bildungsberatung möchte Herr Becker Herrn Asbeck beruhigen, da es hierbei zeitlich befristete Verträge gäbe, die ein Gewerkschaftler negativ interpretiert wohl prekär nennen würde. Die Dozenten und Dozentinnen würden über Zeitarbeitsverträge, die entweder an einen bestimmten Kurs oder an ein bestimmtes Projekt gebunden seien, finanziert. So sei sichergestellt, dass über die Laufzeit der Programme hinaus keine weiteren Personalkosten entstünden - so schade dies inhaltlich wäre, weil gerade Projekte im Bereich der Bildungsberatung Menschen ganz konkret in der jeweiligen Lebenssituation hülfen. Diese sinnvollen Angebote könne die Volkshochschule aus eigener Kraft nicht realisieren, deshalb sei man dankbar, dass es diese Bundesprogramme gäbe. Sollte es sie nicht mehr geben, sieht Herr Becker keine Möglichkeit, oder auch rechtliche Notwendigkeit aufgrund etwaiger Bindungen von Personal, diese Angebote auf städtische Kosten fortzusetzen.



Zum Punkt finanzielle Auswirkungen ergänzt Herr Becker, der Bericht als solcher habe keine finanziellen Auswirkungen. Insofern sei auch die Kämmerei einverstanden gewesen, rein formal diese Spalte so ausgefüllt zu sehen. Zu der Frage, inwiefern eine Kosten- und Leistungsrechnung Bestandteil eines solchen Berichts sein solle, habe er das Gefühl gehabt, dass dies in anderen Fällen, zum Beispiel beim Bericht des Museums, nicht so intensiv Bestreben der Politik gewesen sei. Aber wenn der Kultur- und Weiterbildungsausschuss grundsätzlich der Ansicht sei, dass das Verwaltungshandeln nicht nur inhaltlich reflektiert, sondern auch im Kultur- und Weiterbildungsausschuss noch einmal per finanziellen Kennzahlen thematisiert werden solle, was dann wohl auch für alle Kulturbereiche gelten solle, dann müsste der Kultur- und Weiterbildungsausschuss sich noch einmal grundsätzlich in dieser Richtung positionieren. Der Bericht sei an diesem Punkt guten Gewissens so abgefasst worden. Um kurz die finanzielle Frage in puncto Integrationsbereich zu beantworten: dort habe man die Gegenfinanzierung insbesondere durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in einem so hohen Maße gehabt, das trotz der Tatsache, dass eine Pädagogin und eine Verwaltungskraft beschäftigt worden seien, und auch auf zusätzliche Dozenten und Dozentinnen zurückgegriffen worden sei, was die direkte Unterrichtsleistung anginge, im Saldo von Einnahmen und Ausgaben im Plus gelegen. Die erbetenen Information würde man, unabhängig von der Grundsatzentscheidung, noch nachliefern.

 

Frau Sonnenberg bestätigt, die im Bericht erwähnte Konsolidierungsmaßnahme von 100.000 Euro sei erreicht worden, da man auch mit den zusätzlichen Einnahmen im Integrationskursbereich so viel erwirtschaftet habe.
Mit Formulierungen wie „Ältere und Hochaltrige“, so Frau Sonnenberg, reagiere man darauf, dass man jedes Jahr andere Nachfragen zu Altersgrenzen bekomme, so dass man jedes Jahr auch neu über diese Formulierungen nachdenke. Im letzten Programmheft seien Kurse für Ältere annonciert gewesen, die für Menschen ab 50, und Angebote für Hochaltrige, welche ab 75 Jahren gedacht gewesen seien. Starre Altersgrenzen seien aber inzwischen aufgehoben worden, jeder solle sich da selbst einordnen, im Übrigen sei der Begriff hochaltrig im VHS Jargon durchaus üblich.
Bezüglich der Bildungsberatung unterstreicht Frau Sonnenberg die Aussagen Herrn Beckers. Für die beiden Programmpunkte Bildungsprämienberatung als Angebot des Bundes, und Bildungsscheckberatung als Maßnahme des Landes, seien in der Volkshochschule zwei Festangestellte zuständig, nämlich sie selbst und Herr Faßdorf. Sollten diese beiden Programme, was sie nicht hoffe, eingestellt werden, würden Herrn Faßdorf und sie selbst sicherlich andere Aufgaben wahrnehmen.

 

Herr Dr. Geiersbach weist darauf hin, man sei an diesem Tage nicht bei Budgetberatungen. Er gehe davon aus, dass die Volkshochschule und die Max-Reger-Musikschule sich im Rahmen dessen bewegen würden, was man dazu beschlossen habe. Er könne sich sehr gut erinnern, dass seinerzeit auch schon die Erwartung bestanden habe, dass bei den Integrationskursen und den besonderen Förderungen eine Kompensation kommen würde, die die damals beschlossenen Einschnitte abfedern könne. Also bewege sich das auf der erwarteten Linie, und er sei froh darüber, dass dies so möglich gewesen sei.


Herr Dr. Geiersbach zeigt sich sehr erfreut über das umfassende Bildungsangebot, welches dynamisch gestaltet werde angesichts der sich ändernden Anforderungen, damit sei schließlich auch eine erhebliche Anstrengung verbunden. Die Volkshochschule sei heute nicht mehr das, was sie vielleicht vor 20, 30 Jahren gewesen sei, als man bestehende Blöcke jedes Jahr wiederholt habe. Heute gäbe es neue Elemente, neue Zielgruppen, neue Altersgruppen, z.B. im Bereich digitaler Bildung. Ihn habe das Vorgetragene überzeugt und er sei froh, dass man eine Volkshochschule habe, die so gut mit den Anforderungen, die sich gesellschaftlich stellten, umgehe. Bei der Max-Reger-Musikschule - und dies liege vielleicht an der neuen Leitung, so dass er dies hier lobend erwähnen könne - sei eine andere Form des Auftretens in der Öffentlichkeit zu beobachten. Man nehme die Max-Reger-Musikschule anders war. Es werde nicht nur im stillen Kämmerlein an den Instrumenten geschult, sondern man setze auch auf die Darstellung nach außen. Musik als Kommunikationselement nach außen zu bringen, fände er besonders gut, und die Dichte des Programms falle ihm positiv auf. Hagen habe eine Fülle der Angebote. Das Open Air Konzert auf dem Elbers Gelände sei ein tolles Erlebnis gewesen, ebenso wie andere Angebote. Das Thema Budget käme in nächster Zeit wieder auf die Tagesordnung, und er hoffe auf eine fraktionsübergreifende Einigung.

 

Herr Asbeck möchte eine Frage nachholen, im Bericht sei „Jedes Kind ein Instrument“ (JeKi) erwähnt. Dieses Angebot laufe ja nun leider aus. Wie solle dies weiter gehandhabt werden.

 

Herr Becker antwortet, JeKi bekäme als Nachfolgeprojekt JeKits, aus „Jedem Kind ein Instrument“ werde somit „Jedem Kind ein Instrument, Tanzen und Singen“. Dies sei eine Neuorientierung seitens der Landesregierung. Das Problem von JeKi sei gewesen, dass es zu erfolgreich gewesen sei. Immer mehr Kommunen außerhalb der Kernkommunen hätten gern teilgenommen. Das Land habe eine kleine Aufstockung vorgenommen, allerdings nicht ausreichend, um das Projekt in die Fläche zu verlängern, so dass die Summen jetzt geringer seien als damals bei JeKi. Aus zwei geförderten Jahren sei ein gefördertes Jahr geworden. Der Ansatz in Hagen sei, die Eltern zu überzeugen, bei wirklichem Interesse eine intensivere Förderung nicht nur für das eine Jahr als ausreichend zu erachten, sondern dies länger zu tun. Das Ganze heiße dann JeKits plus, ginge aber wegen fehlender Landesmittel nicht ohne deutlichere Elternbeiträge als diejenigen, welche im zweiten JeKi-Jahr angesetzt gewesen wären.

 

Herr Söhnchen dankt für die Berichte und schließt sich dem Lob erneut ausdrücklich an.

 

 

 

 

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Beschluss:

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 

 

X

Zur Kenntnis genommen

 

 

 

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