09.05.2017 - 4 Hagener Planetenmodell- Verbleib von 4 Platten-...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Dr. Blank gibt einen Einblick in Bedeutung und Geschichte des Hagener Planetenmodells. Die Idee eines maßstabsgerechten, begehbaren Planetenmodells sei 1959 durch den damaligen Stadtarchivar Walter K. B. Holz publiziert worden. Dies stelle die weltweit erste Initiative für ein solches Modell dar, so wie das Hagener Planetenmodell weltweit als das erste und mittlerweile eines der größten Planetenmodelle gelte. Der Grundgedanke bestehe in einer Darstellung des Sonnensystems, mit damals neun Planeten im Maßstab 1 zu einer Milliarde, um die Dimensionen auch pädagogisch nachvollziehbar zu gestalten. Den Mittelpunkt bilde die am die Rathausturm angebrachte Sonne, im Stadtgebiet erstrecke sich das System bis Boele und Dahl. Seit 1971 begleite ein eigener Förderverein die Arbeit. 1970 sei die zentrale Skulptur „Astrozentrum“ eingeweiht worden, die 2006 in den Volkspark gelangte. Im August 1971 seien die Planetenplatten im Stadtgebiet verlegt worden. Heute werde das Planetenmodell von dem Förderverein „Förderkreis Hagener Planetenmodell“ und der Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Hagen e.V. betreut.

 

Herr Eiche fragt, ob es dazu einen Begehungsplan gäbe.

 

Herr Dr. Blank antwortet, im Internet sei eine virtuelle Tour durch das Stadtgebiet mit den einzelnen Stationen zu finden, unter der Adresse www.planetenmodell-hagen.de.

 

Herr Specht erläutert, Ausgangspunkt der ursprünglichen Anfrage zum Planetenmodell sei ein Zeitungsartikel gewesen, welcher vier verschwundene Platten erwähnt habe. Inzwischen läge eine Antwort der Verwaltung vor, die dieses bestätige. Bis vor kurzem habe die Untere Denkmalbehörde behauptet, das Modell sei komplett. Dass die Platten nicht ohne weiteres mehr aufzutreiben seien, würde nicht überraschen, aber dass man niemanden gefunden habe, der in irgendeiner Form verantwortlich sei oder diesbezüglich haftbar zu machen wäre, habe irritiert. Die Fraktion halte eine Wiederherstellung für erstrebenswert. Bewusst sei man sich der damit verbundenen Probleme, die aber für überwindbar gehalten würden. So das Problem, dass Sponsoren gefunden werden müssten; die ursprünglichen Platten seien auch von Hagener Unternehmen gesponsert gewesen, und zu klären sei, inwiefern da noch Ansprüche bestünden. Es könnte auch Schwierigkeiten geben mit überbauten Standorten, so dass Aufstellungsorte neu berechnet werden müssten.


Herr Fritzsche bittet zu klären, was der Hintergrund dafür sei, dass die Vorlage am 30. März im Rat zurückverwiesen worden sei an den Kultur- und Weiterbildungsausschuss. Außerdem solle geklärt werden, welche vier Platten denn eigentlich genau fehlten.

 

Herr Dr. Blank muss in dieser Frage passen: es sei nie richtig eruiert worden, welche Platten fehlten, vermutlich seien es Merkur und Venus. Eigentlich würden alle Platten überarbeitet werden müssen, da durch neuere Erkenntnisse der Raumforschung die Abstände und die Werte beim Umfang nicht mehr stimmen würden. Dies zu überarbeiten, sei eine unendliche Geschichte.

 

Herr Dr. Geiersbach erinnert sich, dass die Konstruktion des Planetenmodells ursprünglich für viel Aufmerksamkeit gesorgt habe - es gäbe Monographien dazu, anhand derer man rekonstruieren könne, was wo fehle. Er zweifele aber daran, dass alle Stellen noch zugänglich seien. Die Frage, ob man dies überhaupt 1 zu 1 rekonstruieren wolle, sei nicht trivial, und nicht eben mal so beschließbar. Denkbar sei auch, mit Platzhaltern oder ähnlichen, auch kleineren Dingen zu arbeiten. Es sei schon Aufgabe des Kultur- und Weiterbildungsausschusses, festzulegen, wie man in die Zukunft hinein mit der Frage umgehe: ob man fehlende Platten ersetzen wolle, wer beauftragt werde müsse, ob man ein Gutachten beauftragen möchte. Der Ausschuss müsse sich eine Meinung bilden, mit welchem Ziel man vorgehen wolle.

 

Herr Eiche ergänzt die Ausführungen von Herrn Dr. Geiersbach. Es gäbe die Möglichkeit, dass jemand die Platten mitgenommen habe in dem Glauben, sie würden sonst vernichtet oder nicht weiter verwendet. Ob man dies nicht über die Zeitungen erfragen könne, und falls jemand die Platten freiwillig wieder hergeben wolle, solle er natürlich straffrei ausgehen. Man könne ja versuchen, an das Gewissen zu appellieren. Er persönlich fände es wichtig, das Planetenmodell wiederherzustellen, weil Hagen über die Stadtgrenze hinaus dafür bekannt sei. Man müsse jemanden finden, der dafür Unterstützung akquirieren könne.

 

Herr Dr. Fehske weist darauf hin, dass eine Platte auf dem Rathausdeck platziert gewesen sei. Heute befinde sich dort die Volme Galerie, wo man nachfragen solle. An gleicher Stelle könne man die Platte jedenfalls nicht wieder anbringen. Die Platten seien auch immer rutschgefährdet gewesen.

 

Herr Dr. Blank erwähnt einen in 2013 oder 2014 veröffentlichten Zeitungsartikel, zu dem sich bezüglich einer Rückgabe niemand gemeldet habe. Ob nun Metalldiebe oder anderes, vieles käme in Frage. Pro einzelnem Planeten gäbe es immer zwei Platten, man müsse also herausfinden, welche Platten noch vorhanden seien, und mit etwas Glück könne man die fehlenden Platten anhand der Zweitausfertigung abgießen. Die Volkssternwarte und der Förderverein sollten einbezogen werden.

 

Frau Engelhardt betont, es handele sich um ein Denkmal und um Kunst, damit könne man nicht lapidar umgehen. Es müsse eine Institution sich darum kümmern, dieser Sache müsse man nachgehen.


 

Herr Dr. Blank verweist auf die Verantwortlichkeit der Unteren Denkmalbehörde. Das Stadtarchiv könne Beratung anbieten, denn dank der dort verwalteten Unterlagen könne man die Geschichte dieses bedeutenden Denkmals rekonstruieren, welche viel mit der Vorstellungs- und Gedankenwelt der 50er Jahre zu tun habe.

 

Frau Kaufmann schlägt vor, dass die Verwaltung sich selbst den Auftrag formulieren solle, den erwähnten Presseaufruf zu vollziehen, Wiederbeschaffungsmaßnahmen zu eruieren und zu beziffern, den Kontakt mit dem Förderverein zu beleben und diesen einzubeziehen in die Thematik, genauso wie die Untere Denkmalbehörde, und dann mit einer klaren Vorlage in eine weitere Sitzung zu gehen, um sich auszutauschen und zu sehen, wie es weitergehe.

 

Herr Eiche bekräftigt, der Förderverein solle eingeladen werden, damit man besprechen könne, wie das dort gesehen werde, und wie der Förderverein vorgehen wolle.

 

Herr Söhnchen merkt an, bei einem Vorgehen nach dem Vorschlag von Frau Kaufmann würde das Thema im KWA noch einmal behandelt werden, dazu könne man den Förderverein einladen.

 

Frau Kaufmann weist darauf hin, dass auch wenn die Vorlage dann wieder im Ausschuss vorläge und eventuelle Maßnahmen beziffert seien, der Kultur- und Weiterbildungsausschusses die Finanzierung nicht übernehmen könne. Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss könne das Thema bearbeiten, Kontakte herstellen und deutlich machen, dass die Zuständigkeit bei der Unteren Denkmalbehörde liege.

 

Herr Söhnchen führt an, das Thema gehe von hier aus weiter auf den Weg, und der Kultur- und Weiterbildungsausschuss beschäftige sich damit erneut.

 

Herr Dr. Fischer möchte ansprechen, wie er die Platten im Originalzustand erlebt habe: diese Platten wären ästhetisch ansprechend gewesen, man sei stehen geblieben, hätte die Aufschriften gelesen. Das habe in dem Moment geendet, als die Platten geschwärzt wurden, in Folge eines Unfalls. Heute fielen die Platten nicht mehr auf, seien verdreckt, ja verkommen. Nun habe er gelesen, sie sollten wieder mit einer anthrazitfarbener Schicht überdeckt werden, so dass nur die Schrift noch lesbar sei. Herr Dr. Fischer bittet die Verwaltung nachzudenken, ob es nicht ein anderes Mittel gäbe, welches die Platten im Originalzustand erscheinen ließe. Zugedeckt mit An-thrazitfarbe hätten sie ihre Wirkung als Kunstwerk verloren.

 

Herr Söhnchen sagt zu, dies werde im Rahmen des weiteren Vorgehens aufgegriffen und besprochen, sobald die Verwaltung die Thematik aufgearbeitet habe.

 

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Beschluss:

 

Der Rat der Stadt Hagen nimmt die Vorlage zur Kenntnis.

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 

 

X

Ohne Beschlussfassung

X

 

 

Die weitere Beratung des Themas soll zu einem späteren Zeitpunkt im Kultur- und W

 

 

 

Die weitere Beratung soll zu einem späteren Zeitpunkt im Kultur- und

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter

 

Kultur- und Weiterbildungsausschuss erfolgen.

 

 

 

 

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Anlagen zur Vorlage