03.11.2005 - 6.5 Bereitstellung außerplanmäßiger Haushaltsmittel...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.5
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 03.11.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 46 Theater Hagen/Philharmonisches Orchester Hagen
- Bearbeitung:
- Bianca Hilken
- Beschluss:
- geändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr
Oberbürgermeister Demnitz informiert darüber, dass er das Rechnungsprüfungsamt mit der Sonderprüfung
des Kontraktes von Theater und Orchester beauftragt hat. Zur Begründung führt
er aus, dass aufgrund der benötigten zusätzlichen finanziellen Mittel in Höhe
von 530.000 für das Haushaltsjahr 2005 deutlich wird, dass die
Mittelinanspruchnahme durch das Theater / Orchester in keiner Weise dem
abgeschlossenen Kontrakt entspricht. Herr Oberbürgermeister Demnitz hat daher
im Rahmen einer Sonderprüfung darum gebeten, die Ursachen der Nichteinhaltung
des Kontraktes zu untersuchen, die Verantwortlichkeiten für die
Budgetüberschreitungen festzustellen und Möglichkeiten einer besseren
Finanzkontrolle darzustellen. Der Zwischenbericht soll vom Rechnungsprüfungsamt
bis zum Ende des Jahres abgegeben werden; die Sonderprüfung soll bis zum
31.01.2006 abgeschlossen werden.
Herr
Oberbürgermeister Demnitz verweist darüber hinaus auf die ausgelegte
Tischvorlage mit ergänzenden Informationen zur Verwaltungsvorlage (siehe Anlage
2 der Niederschrift).
Herr Dücker weist darauf
hin, dass fast allen Ratsmitgliedern seit mindestens März 2005 bekannt sein
muss, dass es bestimmte Unstimmigkeiten zwischen Theaterkontrakt und Verwaltung
gibt, die weder im Kultur- und Weiterbildungsausschuss, noch in anderen Gremien
ausdiskutiert worden sind. Daraus resultiert, dass es unterschiedliche
Sichtweisen zu dem gibt, was im Kontrakt geregelt ist. Als Beispiel nennt Herr
Dücker, dass ihm bekannt sei, dass die Tariferhöhungen extern zu betrachten
seien, also zusätzlich und nicht inklusive sind. Hier sei die Verwaltung der
Ansicht gewesen, dass dies inklusive sei. Herr Dücker bittet, die Diskussion
als Chance der Korrektur der Sachlage zu begreifen und als Basis für die
langfristige Sicherung des Theaters / Orchesters anzusehen.
Herr Weber weist darauf
hin, dass ihm beispielsweise nicht bekannt war, dass das Theater / Orchester in
den letzten 3 Jahren den Kontrakt nicht eingehalten hat. Er ist sehr
erschrocken darüber, dass sich eine Summe von rd. 2,5 Mio. im Kontraktbereich
angesammelt hat sowie über die Mehrausgaben in Höhe von 530.000 und über die
Nichterfüllung bestimmter Margen aus dem Strategiekonzept. Nach seiner Rechnung
summiert sich dies auf rd. 3,5 Mio. . Herr Weber plädiert für den
Bestandserhalt des Theaters, ist aber gleichzeitig der Auffassung, dass sich
das Theater nicht aus den Sparbemühungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung
"herausstehlen" darf.
Über die
jetzige Diskussion soll die genaue Defizithöhe sowie die genaue Herkunft
festgestellt werden. Darüber hinaus soll auch geprüft werden, wie in den
vergangenen Jahren die Bemühungen beim Kontrakt stattgefunden haben und
inwieweit das beschlossene Strategiekonzept umgesetzt worden ist.
Herr Weber plädiert
gegen einen Beschluss und dafür, dass die Kostenüberschreitung beim Theater auf
die Folgejahre 2006 und 2007 angerechnet werden sollte. Alles andere hielte er
für ein falsches Signal in die Verwaltung bezüglich weiterer anderer
Sparbemühungen. Es muss aus seiner Sicht künftig auf die Einhaltung der
Sparbemühungen stärker gedrungen werden.
Herr Röspel ist dankbar
für die Tischvorlage der Kämmerei. Er teilt für die CDU-Fraktion mit, dass die
530.000 heute freigegeben werden sollten, damit die Verpflichtungen des
Theaters erfüllt werden können. Aus seiner Sicht wird das Theater aufgrund
einer finanziellen Schieflage negativ von Außenstehenden beurteilt, was in der
Mitarbeiterschaft des Theaters zu großer Verunsicherung führt. Hier gilt es
nun, die finanzielle Schieflage mit einem neuen Kontraktmodell zu korrigieren.
Dies geht aus seiner Sicht nur mit einer Ausgabekontrolle gepaart mit einer
Verbesserung der Einnahmesituation, z. B. durch Gastspiele. Es sollte zwischen
der Kämmerei und dem Theater ein Finanzkontrollsystem eingebaut werden.
Herr
Marscheider stellt die Frage, ob die bereits für das Jahr 2006
eingegangenen Verpflichtungen vom Rechnungsprüfungsamt mit geprüft werden.
Herr
Strüwer hat
Verständnis dafür, dass Schadensbegrenzung betrieben und Imageschaden vom
Theater abgewendet werden soll. Hier wird jedoch seit 2001 mit fingierten
Jahresabschlüssen und Vorschusskassen gearbeitet und suggerierte Einsparungen
wurden anders weiter verwendet. Die Einschaltung des Rechnungsprüfungsamtes
hält Herr Strüwer daher für den richtigen Weg, um auch für die Zukunft vorzubeugen.
Herr
Dücker kann
die Vorlage in dieser Form nicht akzeptieren, da sie die Hintergründe nicht
richtig wiedergibt. Er befürwortet die Einschaltung des Rechnungsprüfungsamtes
und ist der Ansicht, dass sich der Kultur- und Weiterbildungsausschuss intensiv
mit dem Kontrakt und der Konsolidierung befassen soll.
Herr Asbeck plädiert
dafür, dass mit der Vergangenheitsbewältigung wie vorgeschlagen, verfahren
werden soll. Die Aufrechterhaltung des Theaters ist aus seiner Sicht nur mit
der Bereitstellung dieser Mittel möglich, jedoch hält er die Vorabbelegung des
Theaters mit weiteren Einsparvorgaben für illusorisch. Statt dessen sollte das
künftige weitere Vorgehen sorgfältig geplant werden. Er weist darauf hin, dass
- sofern die Stadt Hagen am Anspruch, ein Oberzentrum für das Umland zu sein,
festhält - ein Theater gebraucht wird.
Herr
Sondermeyer
schlägt vor, dass evtl. jetzt erst einmal die Beträge bis zum 15.11.2005
genehmigt werden sollten und bis zur Ratssitzung der Restbetrag geprüft werden
sollte. Darüber hinaus ist Herr Sondermeyer darüber erstaunt, dass 500.000
aus der Konzessionsabgabe der mark-E genommen werden sollen.
Herr Koch teilt dazu
mit, dass die Kämmerei nach § 82 der Gemeindeordnung dazu verpflichtet ist,
Deckungsvorschläge zu unterbreiten und sich dafür entschieden hat, einen
Vorschlag bestehend aus 2 Haushaltsstellen an Stelle von vielen kleinen
Haushaltsstellen zu machen.
Herr Weber ergänzt seine
früheren Ausführungen dahingehend, dass er die Qualität des kulturellen
Angebots des Theaters nie in Frage gestellt hat. Lediglich die Sparbemühungen
haben nicht funktioniert. Seiner Ansicht nach sollte die durch Kontrakt
vereinbarte Summe dazu ausreichen, ein qualitativ und kulturell anspruchsvolles
Angebot zu erhalten. Er sieht sich nach außen nicht im Stande zu
transportieren, warum beim Theater eine Ausnahme gemacht werden soll.
Herr
Oberbürgermeister Demnitz teilt zur Frage von Herrn Marscheider mit, dass
der Prüfungszeitraum der Kontraktzeitraum ist. Es wird versucht werden, das
Jahr 2006 mit abzuklären.
Zu Punkt 1 des
Beschlusses des Kultur- und Weiterbildungsausschusses weist die Tischvorlage
darauf hin, dass - sofern der Beschluss nicht für die Bereitstellung der
außerplanmäßigen Mittel gefasst wird - der Oberbürgermeister selbst die Mittel
anordnen wird, weil es keinen anderen Weg gibt.
Zu Punkt 2 des
Beschlusses weist Herr Oberbürgermeister Demnitz darauf hin, dass das, was er
als Sonderprüfung beim Rechnungsprüfungsamt beauftragt hat, vom Umfang her aus
Sicht des Haupt- und Finanzausschusses ausreichend ist. Das Ergebnis wird dann
Ende 2005 / Anfang 2006 hier im Ausschuss zu diskutieren sein.
Zu Punkt 3
teilt er mit, dass er mit einer Sondersitzung des Kultur- und
Weiterbildungsausschusses zur weiteren Beratung über die Weiterführung des
Kontraktes keine Probleme hat.
Beschluss:
1. Die
zusätzlich benötigten Mittel von 530.000 werden bei den folgenden
Haushaltsstellen außerplanmäßig bereitgestellt:
· 3310 540 00008 - Wachdienst - in Höhe von 70.000
· 3310 620
00009 - Werbung, Druck- und Bekanntmachungskosten, Programmhefte - in Höhe von 30.000
· 3310 622 00000 - Ausstattung - in Höhe von 110.000
· 3310 625
00003 - Verträge für Schauspiel und Sondergastspiele - in Höhe von 40.000
· 3310 658
0060X - Urheberanteile, Aufführungsmaterialien, Materialgebühren - in Höhe von 40.000
· 3320 530 00108 - Anmietung Stadthalle - in
Höhe von 85.000
· 3320 526 00005 - Wartung der Instrumente -
in Höhe von 20.000
· 9310 416 01007 - Theater/Orchester Aushilfen
- in Höhe von 135.000
Deckung:
Mehreinnahmen
bei der Haushaltsstelle 8170 220 00004 - Konzessionsabgabe mark-E - in Höhe von
500.000
Mehreinnahmen
bei der Haushaltsstelle 7240 210 0000X - Gewinnausschüttung HEB - in Höhe von
30.000
Abstimmungsergebnis:
einstimmig beschlossen
Ja 17
Nein 0
Enthaltungen 0
2. Nach Vorliegen des Berichtes des
Rechnungsprüfungsamtes werden sich der Kultur- und Weiterbildungsausschuss in
einer Sondersitzung im Dezember 2005 sowie der Haupt- und Finanzausschuss mit
dem Bericht befassen.
Abstimmungsergebnis:
einstimmig beschlossen
Ja 17
Nein 0
Enthaltungen: 0
3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Kompensation
der außerplanmäßigen Mittel in Höhe von 530.000,-- bei der Etatisierung des
Theaterzuschusses für 2006 und 2007 zu prüfen.
Abstimmungsergebnis: mit
Mehrheit beschlossen
Ja 16
Nein 1
Enthaltungen 0
4. Dem Haupt- und Finanzausschuss ist künftig
vierteljährlich Bericht zu erstatten.
Abstimmungsergebnis:
einstimmig beschlossen
Ja 17
Nein 0
Enthaltungen 0
