20.10.2005 - 5.3 Vorschlag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.3
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 20.10.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Vorschlag zur Tagesordnung
- Federführend:
- Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
- Bearbeitung:
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Riechel erklärt, dass
mit dem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der als Anlage 4 Gegenstand
der Niederschrift ist, die Mark E aufgefordert werde, die Transparenz über die
Preisgestaltung im Geschäftsfeld “Gas” herzustellen. In seiner
weiteren Berichterstattung bezieht sich Herr Riechel insbesondere auf
die zusammenhängenden Preissteigerungen von Bezugs- und Verbraucherpreise und
geht in diesem Zusammenhang auf die vorliegende Stellungnahme der Mark E ein.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordere Oberbürgermeister Demnitz als
Aufsichtsratsvorsitzender und die beiden Mitglieder im Aufsichtsrat Herrn
Jochen Weber und Herrn Christoph Gerbersmann dazu auf, Ihren
Einfluss geltend zu machen, bis Mark E ihre Preise offen lege.
Herr Thielmann gesteht der
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu, dass die anfallenden Preissteigerungen ärgerlich
seien. Die möglichen Ursachen lägen allerdings an der fehlenden
Wettbewerbsfähigkeit auf dem Gasmarkt und nicht an Mark E als Unternehmen.
Herr Jochen Weber bezweifelt,
dass sich die erwünschte Transparenz der Bezugs- und Verbraucherpreise mit der
Öffnung des Gasmarktes einstellen werde. Die Stellungnahme von Mark E zeige,
dass sich eine in Anspruch genommene Vorteilsnahme, angeblich auf Kosten der
Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, nicht bestätigt habe. Allerdings werde
von Mark E als Dienstleistungsunternehmen nicht nur eine gewisse Transparenz,
sondern auch ein erhöhtes Maß an Kundenfreundlichkeit erwartet. Der
Aufsichtsrat sei verpflichtet darauf zu achten, dass mit Preissteigerungen
verantwortungsbewusst umgegangen werde. In diesem Zusammenhang müsse allerdings
sichergestellt sein, dass sich für Mark E kein wirtschaftlicher Nachteil
ergeben würde.
Herr Sondermeyer bezieht sich
in seinem Wortbeitrag auf die bestehenden sozial schwachen Personenkreise und
betont, dass die Bürgerinnen und Bürger einen Rechtsanspruch auf Transparenz
ihrer Rechnungen haben.
Herr Riechel bemerkt, dass
Mark E nicht als einziger Energieanbieter in der Kritik stehe. Tatsache sei
aber, dass Mark E verschiedene Angebote zur Transparenzherstellung bisher
ablehne. Die Stellungnahme von Mark E stelle sich sehr undeutlich dar, weil
sich die Differenz zwischen den Preissteigerungen der Einkaufspreise und der Endverbrauchpreise
sehr hoch erweise.
Herr Flebus informiert
darüber, dass seine Partei den Antrag unterstützen werde.
Entgegen der Auffassung von Herrn
Riechel sieht Herr Dr. Ramrath keineswegs eine erhebliche Differenz
zwischen Bezugs- und Endverbraucherpreise. Dies sei von der
Landeskartellbehörde bestätigt worden. Die Umlegung der Preise auf den
Verbraucher erfolgte sogar unterproportional. Darüber hinaus müsse die
Kapitalrendite von Mark E beobachtet werden, um auf Dauer eine hinreichende
Investitionstätigkeit sicherzustellen.
Herr Riechel erwidert, dass sich die Prüfung des Kartellamtes auf die Preise einzelner Unternehmen im Wettbewerb beschränke und sich nicht an der Billigkeit orientiere.
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt klar,
dass sich die Mark E nicht mehr im mehrheitlichen Besitz der Stadt Hagen
befände. Die Renditeerwartungen des Unternehmens seien zu niedrig und müssen
gesteigert werden, um das Unternehmen auf Kurs zu halten. Dies sei aber
unabhängig von den Gaspreissteigerungen zu betrachten.
Beschluss:
Der Rat der Stadt Hagen empfiehlt der Mark E als
dem lokalen Gasversorger, die angekündigte nächste Gaspreiserhöhung nicht
durchzuführen. Von weiteren Erhöhungen ist abzusehen, bis die absolute Erhöhung
des Abgabepreises der Mark E und die absolute Erhöhung des Importpreises im
wesentlichen übereinstimmen (bezogen auf das 3. Quartal 2003). Der Rat
beauftragt ferner seine Vertreter in der Gesellschafterversammlung und im
Aufsichtsrat der Mark E, sich in den Gremien der Mark E dafür einzusetzen.
