20.10.2005 - 5.1 Vorschlag der SPD-Fraktion zur Tagesordnung gem...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.1
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 20.10.2005
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:10
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- OB/A Amt des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Gesine Specht
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Herr Jochen Weber erläutert den
von der SPD-Fraktion eingereichten Vorschlag zur Tagesordnung, der als Anlage
2 Gegenstand der Niederschrift ist. Ziel des Beschlussvorschlages sei die
Vorlage eines Konzeptes, welches die kurzfristige Bebauung von 100 städtischen
Grundstücken mit Einfamilienhäusern ohne Bauträger möglich mache. Diese
Maßnahme erscheine sinnvoll, um der demographischen Entwicklung entgegenzuwirken.
Dabei sei zu erwähnen, dass der Vorschlag originär aus dem politischen Raum
käme, aber die SPD-Fraktion nun den Vorstoß in die Verwaltung mache.
Herr Thielmann begrüßt den
Vorschlag von Herrn Weber und sichert die Unterstützung seiner Partei zu. Die
FDP-Fraktion bedaure allerdings, dass der Antrag erst jetzt gestellt werde,
zumal schon in der letzten Legislaturperiode einige Baugebiete so modifiziert
wurden, dass einige Grundstücke ohne Bauträgerbindung erworben werden konnten.
Herr Asbeck ist über den
Vorschlag der SPD-Fraktion erfreut, und erwarte von der Verwaltung konkrete
Realisierungsvorschläge. Als Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses
werde er verstärkt auf die Vorschläge der Verwaltung achten. Dabei dürfe die
Finanzierung nicht außer Acht gelassen werden.
Herr Jochen Weber bestätigt auf
Nachfrage von Herrn Sondermeyer, dass die von der SPD-Fraktion im
Beschlussvorschlag vorgesehenen Grundstücke direkt, und zwar ohne
Bauträgerbindung, vergeben werden sollen. Bauwillige Personen sollen dadurch
die Möglichkeit erhalten, im Rahmen des vorhandenen Bebauungsplanes diese
Grundstücke selbst zu bebauen.
Herr Ludwig erklärt, dass
die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen den Antrag der SPD-Fraktion grundsätzlich
unterstütze. Zu bemängeln sei allerdings, dass dem zu erstellenden
Gesamtkonzept Hagen 2030 vorgegriffen werde. Die in dem Demographiepapier
festgehaltene Aussage der beiden großen Fraktionen in Sachen Bestandsanierung
von Gebäuden seien in dem Vorschlag nicht berücksichtigt. Demnach könne seine
Fraktion dem Antrag der SPD-Fraktion nur unter der Prämisse eines
Ergänzungsantrages folgen, der im gleichen Zeitraum und gleicher Größenordnung
ein Konzept von Sanierungsmöglichkeiten für die im Bestand befindlichen Objekte
beinhalte. Zu bedenken sei, dass es junge Familien gäbe, die im Bestand
Eigentum erwerben wollen.
Herr Marscheider signalisiert
der SPD die Unterstützung seiner Fraktion Bürger für Hagen, bittet aber um
Prüfung, ob der Grundstückserwerb auch über Erbpacht abgewickelt werden könnte.
Darüber hinaus bittet er die Verwaltung, den im Beschlussvorschlag angegebene
Termin zur Konzeptvorstellung, Januar 2006, einzuhalten.
Frau Kingreen kritisiert
die Einstellung von Herrn Weber und befürchtet, dass die Sanierungsmöglichkeiten
der bereits im Bestand befindlichen Gebäude auf unbestimmte Zeit verschoben
werde. Wenn auf individuelles Wohnen zurückgegriffen werden soll, dann sind
Maßnahmen der Bestandsförderung ebenfalls zu berücksichtigen.
Herr Romberg hält die
Diskussion zur Flächenversiegelung für müßig. Zwar halte er die Förderung des
Bestandes für erforderlich, doch eine Verbindung der beiden vorgebrachten
Themen halte er für unpraktisch. Er erinnert an die unterschiedlichsten
Möglichkeiten einer Bestandsanierung, die von den verschiedensten Einrichtungen
bereits gefördert werden.
Herr Flebus erklärt für
die Republikaner, dass diese den Antrag der SPD-Fraktion unterstützen werden.
Herr Dr. Ramrath betont, dass
mit dem Vorschlag der SPD-Fraktion ein kommunalpolitischer Schwerpunkt gesetzt
werde. Die Ausweisung von Grundstücken für Einfamilienhäuser spräche gerade die
Zielgruppe der jungen Familien an, die Eigentum in Hagen erwerben wollen.
Dadurch könne Hagen im Wettbewerb zu anderen Gemeinden bestehen. Diese
leistungsstärkeren Familien würden zur Ausgewogenheit einer Stadtkultur und
Stadtgesellschaft, unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse und Ansprüche,
beitragen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz erkennt bei
dem Antragsteller nicht die Absicht, den Ergänzungsantrag der Fraktion Bündnis
90/Die Grünen zusätzlich mit aufzunehmen.
Herr Oberbürgermeister Demnitz stellt fest,
dass der Vorschlag von der Fraktion Bürger für Hagen hinsichtlich einer
Erbpachtmöglichkeit als Anregung anzusehen sei.
Auf eine weitere Nachfrage von Herrn
Sondermeyer, wie viele fertige Baugrundstücke in Hagen zur Verfügung
stehen, antwortet Herr Grothe, dass sich eine detailliert Auskunft
schwierig gestalte, weil sich nicht alle zu berücksichtigen Grundstücke im
städtischen Eigentum befänden. Regelmäßig Anfragen aus der Bevölkerung an
entsprechende Strukturen einer Großstadt wie Hagen verdeutliche die Nachfrage
an Ausweisung von Grundstücken für Einfamilienhäuser in günstigen Preis- und
Wohnlagen.
Beschluss:
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bis Januar
2006 ein Konzept vorzulegen, das die kurzfristige Bebauung von 100 städtischen
Grundstücken mit Einfamilienhäusern ohne Bauträger möglich macht.
Es sollen Grundstücksgrößen von 250 bis 400 qm
angeboten werden. Die Vermarktung der Grundstücke soll spätestens 2007
abgeschlossen sein.
