11.09.2014 - 5 Verlagerung des Stadtmuseums Hagen in das Junge...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Dr. Blank möchte sich in seinem mündlichen Bericht nur noch auf die zentralen Punkte der Beschlussvorlage fokussieren.

Er stellt heraus, dass die Grundlage dieser Vorlage die bereits beschlossene Maßnahme „Verlagerung des Stadtmuseums in ein städtisches Gebäude“ sei. Das Gemeindeprüfungsamt schlug infolge der Beratungen zur Erstellung des Haushaltssanierungsplanes die Verlagerung des Stadtmuseums in die Räumlichkeiten des „Jungen Museums“ in die Säulenhalle im Souterrain des Osthaus Museums vor, sofern keine alternativen Standorte gefunden werden könnten. Derzeit ließen sich keine alternativen Standorte finden, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die ehemals geplante Alternative, das alte Sparkassengebäude auf der Hochstraße, verkauft wurde. So stünde man jetzt vor der Situation eine Planung umzusetzen bzw. zu konzipieren, wie man das Stadtmuseum von den Räumlichkeiten mit seinen Exponaten in das Junge Museum unterbringen könne, ohne dieses zu zerstören. Diese Möglichkeit zeige die Vorlage 0685/2014 auf.

Herr Dr. Blank berichtet weiter, dass sich in Hagen mit einer Verlagerung des Stadtmuseums einige museale vorteilhafte Entwicklungen ergeben würden, u.a. durch die Zentralisierung des musealen Angebotes, Synergieeffekte durch die verschiedenen Museumsangebote und eine Optimierung der personellen Strukturen, insbesondere im Kassen- und Aufsichtsbereich. Des Weiteren sei eine Verbesserung von Vermarktungs- und Werbemaßnahmen am Standort Kunstquartier möglich und zuletzt nne der Museumsstandort durch die zentrale Infrastruktur für Veranstaltungen und Vorträge wesentlich attraktiver gestaltet werden.

Abschließend stellt Herr Dr. Blank die 5 Säulen des Konzeptes „Verlagerung des HCH“ gemäß der Vorlage 0685/2014 vor.

Er betont, dass es sich bei der vorgestellten Konzeption durchaus um eine realisierbare Konzeption handele, die sicherlich noch mit weiteren Details durchgeplant werden müsse.

 

Herr Söhnchen bedankt sich bei Herrn Dr. Blank für den Bericht und übergibt das Wort an Herrn Huyeng.

 

Herr Huyeng merkt im Hinblick auf die Beschlusslage an, dass seinerzeit im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen eine Verlagerung des HCH in eine geeignete städtische Immobilie beschlossen worden sei (Vorlage 0333/2012). Er bestätigt, dass derzeit keine geeignete städtische Immobilie zur Verfügung stehe. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass die heutige Vorlage seitens der Verwaltung als 1. Lesung eingegeben werden müsse, da diese Vorlage noch keine finanziellen Auswirkungen enthalte. Diese hingen stark von den Verhandlungen der Rückzahlungsverpflichtungen mit dem LWL ab und von den, noch zu führenden Verhandlungen mit dem Vermieter, vor allen Dingen im Hinblick darauf, das das Stadtarchiv am alten Standort verbleiben solle. Für die intensivere Erörterung dieser Fragen werde die heutige 1. Lesung und das Einverständnis des KWA benötigt, damit die Verwaltung in diese Richtung weitere entsprechende Verhandlungen aufnehmen könne. Erst dann können entsprechende finanzielle Kalkulationen präsentiert werden.

 

Herr Söhnchen bedankt sich bei Herrn Huyeng für die erweiterten Ausführungen und betont die Wichtigkeit Dieser für die heutige Beschlussfassung.

Er bittet um eine nähere Erklärung, wie man sich die geplante Präsentation von Exponaten aus dem Stadtmuseum im Hagener Rathaus vorstellen müsse.

Er merkt an, dass man das Angebot eines Online-Museums auch unabhängig von einem Umzug des Stadtmuseums betrachten könne.

 

Herr Asbeck möchte die heutige Vorlage nicht als 1. Lesung betrachten sondern lediglich als Einbringung in den Kultur- und Weiterbildungsausschuss, damit sich die Fraktionen intensiver mit dieser Konzeption befassen können. Weiterhin merkt er an, dass sich für ihn diese Konzeption mit einer ganz anderen Zielsetzung darstelle, als sie bisher im KWA diskutiert wurde.

 

Herr Eiche bedankt sich für die ausführliche und verständliche Beschlussvorlage und äußert seine grundsätzliche Begeisterung bezüglich der vorliegenden Konzeption. Rückfragen ergaben sich für ihn in Bezug auf die Modalitäten der LWL-Rückzahlung, die seiner Meinung nach bei einer hundertprozentigen Rückzahlungsverpflichtung seitens der Verwaltung nicht zu stemmen sei. Des Weiteren fragt er nach, inwieweit diese Konzeption die derzeitige Haushaltssperre betreffen werde und letztendlich, warum das Stadtmuseum überhaupt umziehen müsse.

 

Herr Fritzsche teilt mit, dass er die Maßnahme weiterhin für falsch halte und diese auch weiterhin ablehne. Durch die Verringerung der Ausstellungsfläche verfüge die Stadt in Zukunft nicht mehr über eine dauerhafte und kontinuierliche Präsentation der Stadtgeschichte. Dafür erhielte man eine Art „Gemischtwarenladen“ im Osthaus-Museum. Diese Lösung käme keinem gerecht, da Teile des Osthaus-Museums ebenfalls verlagert werden müssten, insbesondere vom Jungen Museum. Um dennoch die Stadtgeschichte präsentieren zu können gäbe es lt. Vorlage die Konzeption des dynamischen Museums dieses halte er aber für einen „Flickenteppich“ und schwierig umzusetzen. Die Idee des virtuellen Museums begrüßt Herr Fritzsche ausdrücklich, schließe sich aber ganz der Meinung von Herrn Söhnchen an und halte eine Umsetzung auch ohne die Verlagerung des Stadtmuseums für möglich.

Er zweifelt aber den Konsolidierungserfolg der vorgelegten Maßnahme an, da weite Teile der Wippermann-Passage für das Stadtarchiv angemietet bleiben müssten. Für ihn sei es fragwürdig, ob bei der anvisierten Verlagerung des Stadtmuseums und des Depots ein signifikanter Einsparungsbetrag herauskäme, vor allen Dingen vor dem Hintergrund, dann eine zwar nicht mehr so stark frequentierte,  aber dafür hervorragende Dauerausstellung zur Stadtgeschichte zerschlagen zu müssen.

Herr Fritzsche fragt nach den Besucherzahlen 2013, insbesondere die des Wasserschloss Werdringen. Weiterhin bittet er um eine Mitteilung des Ergebnisses eines Gesprächstermins zwischen der Verwaltung und dem Vermieter der Wippermann-Passage, der am 24.06.2014 stattgefunden haben sollte. Er bittet um eine Erläuterung, welche Teile des Osthaus-Museums bei einer Verlagerung des Stadtmuseums nicht mehr gezeigt werden könnten.

 

Herr Walter schlägt der Verwaltung vor, bei den Verhandlungen mit dem Vermieter nicht nur eine Mietkündigung in Betracht zu ziehen, sondern auch in Verhandlungen einzutreten, die auf eine günstigere Mietpreiszahlung als bisher gerichtet seien. Weiterhin regt er an, in die Überlegungen der Verlagerung auch das Polizeipräsidium in der Prentzelstrasse mit einzubeziehen. Die Polizei wird mittelfristig dort ausziehen. Man hätte dann die Möglichkeit dort ein zentrales Museum als Museumsquartier zusammenzubinden. Aufgrund des geschichtlichen Hintergrundes des Gebäudes in der Prentzelstrasse biete sich hier ein NS-Dokumentationszentrum an, für welches man evtl. Fördergelder beantragen könne.

 

Frau Buchholz schließt sich dem Vorschlag von Herrn Asbeck an und möchte die vorgelegte Beschlussvorlage zunächst in der SPD-Fraktion beraten. Die Beschlussfassung gehe ihr zum jetzigen Zeitpunkt zu weit. Angedacht sei zunächst eine ergebnisoffene Prüfung des Vorschlages, da auch andere Lösungen durchaus denkbar seien.

 

Herr Söhnchen bedankt sich bei den Beitragenden und übergibt das Wort an Herrn Huyeng und Herrn Dr. Belgin.

 

Herr Huyeng antwortet auf die Frage von Herrn Eiche. Der Umzugsgedanke sei infolge eines Berichtes der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA - Anmerkung der Schriftführerin) entstanden. Das Stadtmuseum, das heutige HCH, ist in gemietete Räume untergebracht, so sei die Grundidee entstanden, das HCH, unter Umständen auch das Stadtarchiv, in städtische Immobilien unterzubringen, um die anfallende Miete einsparen zu können. Vor diesem Hintergrund sei dann im Juni 2012 die Konsolidierungsmaßnahme als Teil des Haushaltssanierungsplans beschlossen worden. Die Verwaltung käme nun dieser Aufgabe der Konsolidierungsmaßnahme nach und versuche, die Miete des HCH zu verringern, um annähernd den beschlossenen Konsolidierungsbetrag zu erreichen. Er stellt klar, dass der Konsolidierungsbetrag den Umzug des HCH ohne das Stadtarchiv beinhalten würde. Dies wurde seinerzeit auch so berechnet. Fraglich sei aber trotzdem, ob die jährliche Einsparung durch den Umzug erreicht werden könne. Herr Huyeng berichtet weiter, dass es bereits erste Gespräche  mit den Vermietern gegeben habe. Diese seien durchaus konstruktiv verlaufen. Der Mietvertrag endet im Jahr 2018 und der Vermieter zeige ein berechtigtes Interesse daran, keinen Mietausfall bis zu diesem Zeitpunkt zu haben. Zu verhandeln seien hier einige Rechenbeispiele bei weiterer Anmietung der Räume für das Stadtarchiv über das Jahr 2018 hinaus. Weitere Einzelheiten können nur im nichtöffentlichen Teil der Sitzung bekannt gegeben werden.

Herr Huyeng erklärt weiter, dass die derzeitige Haushaltssperre in dieser Angelegenheit keine Rolle spiele. Die Haushaltssperre sei bis zum Ende des Jahres 2014 befristet. Durch die Umsetzung dieser Konsolidierungsmaßnahme soll auf Dauer und jährlich Geld eingespart werden. Es werde, auch dieses sei eine Aussage das GPA, in Hagen insgesamt auf das Prokopfeinkommen gerechnet viel zu viel Geld für den Kulturbereich ausgegeben. Eine Reduzierung der Ausgaben sei unumgänglich.

Herr Huyeng stellt klar, dass es für die Verwaltung zunächst keine Rolle spiele, ob es sich heute um eine Einbringung der Vorlage in den Ausschuss oder um die 1. Lesung handele. Es werde heute lediglich ein erstes Konzept vorgestellt, welches die ersten konzeptionellen Ideen wiederspiegeln solle um den vorgegebenen Auftrag, Unterbringung des Stadtmuseums in eine städtische Immobilie umsetzten zu können. Zu berücksichtigen sei weiterhin, dass die Funktionalität des „Jungen Museums“ durch die vorgestellte Konzeption nicht eingeschränkt werden würde. Es käme zwar zu einer Verlagerung in den heutigen Christian-Rohlfs-Raum aber nicht zu einer Einschränkung des heutigen Angebotes. Ein denkbares Modell wäre auch, dass von Herrn Walter angesprochene Polizeipräsidium Prentzelstrasse. Leider würde sich hier zum einen kein Konsolidierungserfolg zeigen und zum anderen sei der Erhalt einer Förderung durch den LWL zum derzeitigen Stand sehr fraglich, da nur einzigartige Ausstellungen gefördert werdenrden.

 

Herr Dr. Belgin schließt sich den Ausführungen von Herrn Huyeng an, möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, die Diskussion auch aus museulogischer Sicht zu führen und den Zeitaspekt nicht außer Acht zu lassen. Er weist ausdrücklich darauf hin, dass ab 2016 der beschlossenen Konsolidierungsbetrag gespart werden müsse. Er stimmt den Einwänden von Herrn Fritzsche zu, dass bei einer Verlagerung des „Jungen Museums“ in den Christian-Rohlfs-Saal eine Reduzierung der Exponate stattfinden müsse, da es sich dann um eine räumliche Verkleinerung des „Jungen Museums“ von jetzt ca. 220qm auf dann ca. 150qm handeln würde. Trotzdem könne die Verlagerung problemlos erfolgen. Des Weiteren bittet Herr Dr. Belgin zu bedenken, dass man bei einer Verlagerung des Stadtmuseums in das Kunstquartier nicht mehr vom Kunstquartier sprechen könne, sondern von einem Museumsquartier, da dann dort sowohl Kunst-  als auch historische Ausstellungsstücke zu finden wären. Dieses müsse dann auch offiziell mit der Emil-Schumacher-Stiftung kommuniziert werden.

Auf die Rückfrage nach der Höhe der Besucherzahlen des Stadtmuseums und des Wasserschlosses Werdringen für das Jahr 2013 verspricht Herr Dr. Belgin die genaue Zahlen nachzuliefern.

 

Herr Söhnchen bedankt sich bei den Ausführenden und bittet um weitere Wortbeiträge, Fragen oder Meinungen dies bezüglich. Auf Anregung von Herrn Asbeck stellt Herr Söhnchen fest, dass diese Vorlage im November, nach Beratung in den Fraktionen, erneut auf die Tagesordnung kommen solle.

 

Herr Dr. Fischer bittet die Verwaltung vorab, um Mitteilung von ein paar Zahlen.

 

Herr Huyeng antwortet, dass er Zahlen erst nennen könne, wenn er in die tatsächlichen Verhandlungen gehen könne. Hierzu benötigte er den Auftrag der Politik. Er erklärt, dass ein ganz wesentlicher Bestandteil die Verhandlungen mit dem LWL über die Rückzahlungsmodalität oder einer evtl. Kofinanzierung für den zukünftige Standort des Stadtmuseums sei. Denn rein museal, so der LWL, wäre die vorgeschlagene Lösung optimal. Das HCH befände sich heute an einer falschen Stelle.

 

Herr Dr. Fischer hält die Präsentation der Zahlen für weitere Diskussion, außerordentlich wichtig. Grundlage der neuen Konzeption sei der Sparwille, der die neue Konzeption erforderlich mache und nicht der Wille eine neue Konzeption vorlegen zu müssen.

 

Frau Buchholz schließt sich den Ausführungen von Herrn Dr. Fischer an. Sie verstehe nicht, warum nicht im Rahmen einer Machbarkeitsstudie Verhandlungen mit den Vertragspartnern geführt werden könnten. Der Einsparbeschluss, der den Umzug des Stadtmuseums beinhalte, liege doch schon vor, somit könnten auch Musterberechnungen geleistet werden.

 

Herr Söhnchen macht die damalige Beschlussfassung nochmal deutlich.

 

Frau Heukeroth möchte gerne gemeinsam den Aspekt Prentzelstrasse prüfen.

 

Herr Huyeng schlägt vor, auf Grundlage der heutigen Diskussion und unter gedanklicher Berücksichtigung der vorliegenden Beschlussvorlage, in fiktive Verhandlungen mit dem LWL und mit den Vermietern eintreten zu wollen. Bezüglich des Aspektes des Polizeipräsidiums sieht Herr Huyeng derzeit wenig Chancen, denn auch in diese Richtung seien bereits Gespräche mit dem LWL gelaufen.

 

Herr Söhnchen stellt klar, dass der Ausschuss nicht automatisch einen Umzug in das „Junge Museum“ zustimmen würde.

 

Herr Fritzsche möchte noch ergänzen, dass der Nebenaspekt, eine Lösung für die historischen Vereine zu finden auch berücksichtigt werden müsse und wenn in die Verhandlungen mit den Vermieter eingetreten werde, solle auch hinterfragt werden, wie hoch das Einsparpotenzial bei einer Abmietung der bereits freigezogenen Büroräume wäre.

 

Frau Heukeroth äußert ihren Eindruck, dass einstimmig ein virtuelles Stadtmuseum begrüßt würde. Sie regt an, auch im Hinblick auf eine bessere Vermarktung, eine gesonderte Auftragserteilung zur Weiterarbeit an dem virtuellen Stadtmuseum zu erteilen.

 

Herr Söhnchen fasst zusammen, dass zunächst kein Auftrag erteilt werden wird. Die Beschlussvorlage werde so mit in die Fraktionen genommen, zeitgleich beginne die Verwaltung Zahlen zu erheben, welche dann im nächsten Ausschuss im November vorgelegt werden könnten.

 

Herr Dr. Fischer und Herr Mechnich betonen erneut die Wichtigkeit der Zahlen. Ohne Zahlen könne der Ausschuss nicht entscheiden.

 

Herr Dr. Fischer verweist an die, seiner Meinung nach, noch zu zahlenden Mietzahlungen ab 2016 des HCH an den jetzigen Vermieter.

 

Herr Huyeng verweist an dieser Stelle zum Schutz des Mieters und des Vermieters auf eine fortsetzende Diskussion im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

 

Herr Söhnchen fasst abschließend zusammen, dass der Ausschuss das Papier heute so zur Kenntnis genommen habe und in der nächsten Ausschusssitzung zur weiteren Beratung wieder aufgenommen werden müsse. Darüber lässt Herr Söhnchen abstimmen.

 

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Beschluss:

Die Verwaltung wird beauftragt, einen Umzug des Stadtmuseums im Sinne der vorgelegten inhaltlichen Konzeption und im Rahmen des genannten Zeitplans vorzubereiten. Eine weitere Beratung mit abschließendem Umsetzungsbeschluss soll in der Sitzung des Kultur- und Weiterbildungsausschusses am 04.12.2014 erfolgen.

 

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt die Beschlussvorlage in der heutigen Sitzung zur Kenntnis und vertagt eine weitere Beratung auf die nächste KWA-Sitzung.

 

 

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Abstimmungsergebnis:

 

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

 

 

 

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