14.11.2013 - 5.13 Reduzierung des Realschulangebotes zum Schuljah...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Weber regt an, dass Fragen der Bürger zu der Thematik zugelassen werden sollten.

 

Der Rat entspricht dieser Anregung.

 

Zuvor erläutert Herr Dr. Schmidt den Vorschlag der Verwaltung. Er fasst zusammen, dass sich der Rat bereits für die Errichtung von Sekundarschulen ausgesprochen hat. Mit diesem Beschluss werde sich aber nicht gegen die Hagener Realschulen ausgesprochen. Die zu errichtenden zwei Sekundarschulen stellen eine entscheidende Weichenstellung der Schulentwicklungsplanung dar. Er merkt an, dass der Schulausschuss die Variante A beschlossen hat. Die daraus entstehende  Dreizügigkeit sichere die Unterrichtsqualität, die jeder einzelne Schüler individuell benötigt. Zudem kann dann auch langfristig ein Gebäude eingespart werden. Falls die erforderliche Anmeldezahl, 75 Schüler, für die Errichtung einer Sekundarschule 2014/2015 nicht erreicht wird, könnten für das Schuljahr 2015/2016 in Haspe wieder Realschüler angemeldet werden.

 

Herr L. gibt zu bedenken, dass bei einer Beschlussfassung der Alternative a) die 52 Jahre alte Traditionsrealschule langfristig geschlossen werde.

 

Frau R. habe eine grundsätzliche Frage zur Sekundarschule. Ihre zwei Kinder seien Schüler einer Realschule. Der Schulalltag habe gezeigt, dass die Lehrer dort bislang nicht ausreichend für einen Sekundarschulunterricht qualifiziert seien. Daher fordert sie, dass das Personal zunächst entsprechend fortgebildet werden muss.

 

Herr Becker entgegnet, dass nach Vorliegen der erforderlichen Anmeldezahlen die Lehrer für diese Schulform vor Beginn des Schuljahres fortgebildet werden. Es sollen Lehrer aus aktuellen Schulformen lehren und ihre Qualitäten ergänzen. Hospitationen an bereits bestehenden Sekundarschulen seien vorgesehen.

 

Herr L. möchte wissen, ob sich die Lehrer für die Sekundarschulform speziell qualifizieren müssen bzw. wie dieses erfolgen soll, da die Sekundarschulform noch nicht vorgehalten wird.

 

Herr Dr. Schmidt antwortet, dass die Anmeldezahlen abzuwarten sind. Allerdings bestehen an beiden geplanten Standorten bereits intensive Planungsgruppen aus verschiedenen Schulformen, um den jeweiligen Standort und ein Schulprofil bis zum Jahresende zu entwickeln. Die Eltern der Viertklässler werden zeitnah über das Profil informiert. Er ist der Auffassung, dass sich eine Vielzahl von Lehrern für diese Schulform interessieren und die bereits vorhandene Berufserfahrung einsetzen werden.

 

Ein Einwohner merkt an, dass der Rat vor allen bedenken sollte, was Bildung wert ist und nicht was sie kostet.

 

Der Schüler Markus möchte wissen, was mit den aktuellen Fünft- und Sechsklässlern passiert, wenn in der Zukunft fast alle Lehrer zur Sekundarschule gewechselt haben.

 

Frau B., Schülersprecherin der Realschule Haspe, führt aus, dass die Fünftklässler  Angst um ihre Schule haben und sie nicht weiß, was sie diesen auf die Frage sagen soll, zu welcher Schule sie zukünftig gehen müssen.

 

Herr Dr. Schmidt antwortet, dass alle auslaufenden Schulen bis zum Abschluss der letzten Klasse betrieben werden. Wenn in Einzelfällen nur noch eine Klasse vorhanden ist, wird eine tragbare und wirtschaftliche Lösung gefunden.

 

Des Weiteren möchte der Schüler Markus wissen, wie bzw. wo ein Fünftklässer der Realschule Haspe im nächsten Jahr beschult wird, falls er nicht versetzt wird.

 

Herr Walter erklärt, dass es sich bei der fünften Klasse um eine Erprobungsstufe handelt. Eine Nichtversetzung ist in dieser Klassenstufe nicht vorgesehen.

             

Herr Dr. Geiersbach regt dazu an, die Alternative B zu beschließen. Die Realschule Haspe soll damit erhalten bleiben und die Zügigkeiten der Realschulen in Mitte abgesenkt werden, um die Gründung der Sekundarschule zu ermöglichen. Er erinnert an den Beratungsvorlauf und die Elternbefragung. In Haspe wurde sich für die Gründung einer Sekundarschule ausgesprochen. Der Rat hat den Standort Haspe aber nicht beschlossen. Die Gründung der Sekundarschule werde von der SPD-Fraktion unterstützt, aber nur, wenn die Realschule in Haspe nicht geschlossen wird oder an diesem Standort anstatt dessen eine Sekundarschule gegründet wird. Den Schülern sei ein Schulweg von Haspe nach Altenhagen oder dem Remberg nicht zumutbar. Aufgrund dessen werde die SPD-Fraktion die Alternative A ablehnen. Da die Alternative B die weitergehende ist, wird gebeten, diese zuerst abzustimmen.

 

Herr Thielmann erklärt, dass für die FDP-Fraktion der Elternwille an erster Stelle stehe und Grundlage für die Entscheidung einer Schulgründung sei. Aufgrund des Elternwillens habe die FDP-Fraktion in der Vergangenheit die vorgezogene Schließung der Realschule Emst abgelehnt. Die Sekundarschulform wurde auf Landesebene beschlossen. Im ländlichen Raum, wie Breckerfeld, sei dieses  sicherlich sinnvoll. Für Hagen sei die Einführung zunächst als Angebotsschule denkbar. Daher werde eine Schließung der Realschule Haspe nicht unterstützt und der Variante B zugestimmt.

 

Herr Hentschel führt für die Ratsgruppe die Linke aus, dass die Alternative B  befürwortet werde, da die Realschule Haspe erhalten werden soll, für den Erhalt von Haspe und die dort wohnhaften Kinder.

 

Frau Neuhaus merkt an, dass im nächsten Jahr in Haspe 240 Grundschüler zu weiterführenden Schulen wechseln. Davon gehen erfahrungsgemäß 1/3 zum Gymnasium. In Haspe wird neben dem Gymnasium noch eine sechs-zügige Gesamtschule und eine Hauptschule angeboten. Andere Stadtteile haben nicht solch ein Angebot. Sie plädiert dafür, die finanzielle Lage der Stadt zu bedenken. Wenn sich für die Variante A ausgesprochen wird, könne in fünf Jahren ein ganzes Gebäude eingespart werden.

 

Herr Klinkert macht deutlich, dass die Hasper Realschüler keine Reservekandidaten für die Sekundarschulen darstellen. Er gibt zu bedenken, dass aber sicherlich im nächsten Jahr keine Schüler mehr angemeldet werden, wenn das Schulangebot einmal ausgesetzt wird. Er plädiert dafür, dass sich die Realschulen untereinander helfen und Fachbereiche bilden. Die Fraktion Hagen Aktiv werde sich aufgrund der ausgeführten Gründe für die Variante B aussprechen.

 

Frau Kingreen erklärt für die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, dass die Kinder qualitativ unterrichtet werden sollen, entsprechend ihrer Neigung und Fähigkeiten. Aufgrund dessen werde eine Differenzierung durch Dreizügigkeit benötigt. Die Gründung von Sekundarschulen in der Stadtmitte sei am sinnvollsten, da diese von allen Stadtteilen gleich erreichbar sind. Sie plädiert, zum Wohle der Kinder und für eine gute Schulentwicklungsplanung, für die Alternative A abzustimmen.

 

Herr Walter gibt zu bedenken, dass das gesamte Schulsystem zu betrachten ist. Die Anmeldezahlen zeigen, dass die Hauptschulen kaum noch Attraktivität bieten. Er merkt an, dass sofern keine Umstrukturierung erfolgt, nach und nach mehrere Schulen von der Bezirksregierung oder dem Land vom Netz genommen werden, wenn diese nicht mehr ausreichend Schüler vorhalten können. An den Real- und Gesamtschulen werden aktuell bereits Schüler angemeldet, die früher zur Hauptschule gegangen wären. Die Sekundarschule kann die Qualitäten der Real- und Hauptschule bündeln und gezielt anbieten. Des Weiteren gibt er zu bedenken, dass in den größeren Städten Bochum und Dortmund die Umstrukturierung mit zwei Sekundarschulen begonnen wurde. Da Hagen weniger Einwohner hat, sollte diese auch nicht mit mehr als zwei Sekundarschulen beginnen.

 

Herr Dr. Preuß weist darauf hin, dass das Schulangebot nicht aus dem Standort bzw. dem Gebäude besteht, sondern aus der Qualität des Unterrichts. In Stadtmitte gibt es keine Gesamtschule, aber in Haspe neben der Hauptschule.

 

Herr Dr. Bücker widerspricht der Auffassung von Herrn Walter. Er plädiert dafür die Realschule Haspe so lange aufrecht zu erhalten, bis an diesem Standort eine Sekundarschule errichtet wird. Es werde zurzeit ein Zweiklassenschulsystem gebildet, da die Privatschulen auf dem Vormarsch seien. Wenn bereits zum jetzigen Zeitpunkt Schulen geschlossen werden, sehe er die Gefahr, dass der Weg für weitere Privatschulen geebnet würde.

 

 

Herr Oberbürgermeister Dehm lässt zunächst über die weitergehende Variante B abstimmen:

 

 

ALTERNATIVE B)

Im Zusammenhang mit der Gründung von zwei Sekundarschulen beschließt der Rat ab dem Schuljahr 2014/15 folgende Zügigkeiten bei den Realschulen:

  • RS Haspe:                               2 Züge
  • RS Heinrich-Heine:                 2 Züge
  • RS Halden:                               2 Züge
  • RS Hohenlimburg:                3 Züge           

  Die Vorlage wird zum 01.08.2014 umgesetzt.

 

 

Die Alternative B wird mit Mehrheit abgelehnt.

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Beschluss:

 

a)     Im Zusammenhang mit der Gründung von zwei Sekundarschulen beschließt der Rat in Abänderung des Beschlusses vom 11.07.2013 r das Schuljahr 2014/15 an der RS Haspe kein Anmeldeverfahren durchzuführen, da es die wirtschaftlichste und pädagogisch beste Alternative ist.

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Abstimmungsergebnis:

 

Ja

Nein

Enthaltung

OB

1

 

 

CDU

20

 

 

SPD

 

15

 

Bündnis 90/ Die Grünen

7

 

 

Hagen Aktiv

 

5

 

FDP

 

4

 

Die Linke

 

2

 

Parteilos

-

-

-

Bürger für Hagen

1

 

 

Pro NRW

1

 

 

 

X

Mit Mehrheit beschlossen

 

Dafür:

30

Dagegen:

26

Enthaltungen:

0

 

 

Anmerkung der Schriftführerin: Zum Zeitpunkt der Abstimmungen war Frau Brigitte Kramps nicht im Ratssaal anwesend.

 

 

Herr Oberbürgermeister Dehm bedankt sich für die Teilnahme bei den Hasper Realschülern.