19.06.2013 - 6.1 Schulentwicklungsplanung 2011 ff für den Bereic...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.1
- Gremium:
- Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
- Datum:
- Mi., 19.06.2013
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB48 - Bildung und Kultur
- Bearbeitung:
- Horst Hermann
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des Diskussionsergebnisses:
Herr Dahme eröffnet den Tagesordnungspunkt und damit die Diskussion.
Mit ausführlicher Beschäftigung zu der Frage, so Herr Dahme, wurde seine Meinung darin bestärkt, die Schule nicht schließen zu wollen, sodass er dafür plädiere, den Vorschlag der Verwaltung abzulehnen. So praktiziere die Schule seit 1993 den gemeinsamen Unterricht und gehöre damit zu den ersten Schulen, die sich in dieser Zeit nicht nur eine entsprechende pädagogische Kompetenz sondern darüber hinaus auch einen guten Ruf erarbeitet habe. Im Hinblick auf den Weg zur schulischen Inklusion ab dem Schuljahr 2014/2015 müssen an anderen Stellen mühsam Konzepte und Strukturen aufgebaut werden, die seiner Auffassung nach an der Astrid-Lindgren-Schule in Delstern längst vorhanden seien. Durch die Schließung des Teilstandortes Delstern wären die von der Landesregierung gewünschten Voraussetzungen für ein gemeinsames Lernen sehr erschwert bis unmöglich. Schon jetzt biete der Standort an der Selbecker Straße sehr beengte Raumkapazitäten, erst recht, wenn Kinder aus dem Standort Delstern dort unterkommen müssen. Dagegen biete der prognostizierte Schülerrückgang der Astrid-Lindgren-Grundschule mit beiden Standorten die Chance dringend benötigte Therapie- und Gruppenräume zu realisieren.
Ohne die Grundschule Volmetal mit der Astrid-Lindgren-Schule gegeneinander ausspielen zu wollen, sei Herr Dahme davon überzeugt, dass bei Schließung des Standortes Delstern die Grundschule Volmetal für die Eltern keine Alternative sei.
An der nachfolgenden Diskussion nehmen Frau Ellner, Frau Köppen, Frau Hentschel, Frau Priester-Büdenbender, die Herren Dahme, Schulz, Beyer, Grzeschista, Aßmuth, Heimhard, Neuhaus, Jobst, Pfeiffer und von der Verwaltung die Herren Hermann und Huyeng teil.
Neben den bereits genannten Gründen, so Frau Ellner, sei auch das Neubaugebiet oberhalb der Delsterner Straße ein weiterer Grund den Teilstandort zu erhalten.
So habe man bereits in der Vergangenheit schon vielfach im Hagener Süden verzichten müssen, insbesondere im Hinblick auf die Zusammenlegung der Schulen, so Herr Schulz. Aus diesem Grunde schließe sich die SPD-Fraktion den Ausführungen des Bezirksbürgermeisters ausnahmslos an.
Herr Beyer hält sowohl die Stellungnahme der Schulverwaltung als auch die der Astrid-Lindgren-Schule für schlüssig. In beiden Schreiben können die Argumente gut nachvollzogen werden. So sei es dennoch auch Aufgabe der Politik ebenso Meinungen zu äußern, die nicht der Mehrheit angehören. Demzufolge vertrete auch er die Auffassung, dass die Schullandschaft in ihrer städtischen Gesamtheit zu betrachten und zu bewerten sei. Aus diesem Grunde glaube er nicht an einen langfristigen Bestand beider Standorte in der jetzigen Form und werde dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zustimmen.
Frau Priester-Büdenbender möchte von Herrn Huyeng wissen, inwieweit die anderen Inklusion praktizierenden Schulen den Bedarf und die damit verbundene Arbeit auffangen können und inwieweit die anderen Schulen mit entsprechenden Räumlichkeiten und Personal ausgestattet seien, wenn die Schulschließung des Teilstandortes Delstern beschlossen werde.
Herr Huyeng macht deutlich, dass der Schulentwicklungsplan alle Schulen der Stadt Hagen betrachten muss. Im Rahmen dieser Gesamtbetrachtung erwäge man, ob und an welchen Schulen Inklusion möglich ist. So sei das Thema Inklusion erst vor zirka 3 Jahren in Deutschland angekommen und man wisse teilweise selbst noch nicht so genau, wie dies in den Schulen umgesetzt werden kann oder soll. Doch sei er davon überzeugt, dass in etwa 5 Jahren alle Schulen für diesen gemeinsamen Unterricht, sowohl was das Personal aber auch die Räumlichkeiten betreffe, entsprechend ausgestattet sein werden. So könne die Bezirksvertretung aus ihrer Sicht heute nur eine Empfehlung an den Rat aussprechen. Der Rat werde aber bei seiner Entscheidung alle Schulen der Stadt Hagen zu berücksichtigen haben. Erfahrungsgemäß könne er sagen, dass bestehende Konzepte auch in andere Schulen transferiert werden können. So hänge funktionierende Inklusion im Wesentlichen von dem Einsatz der Lehrkräfte ab.
Herr Aßmuth stimmt ebenfalls für den Erhalt der Schule und nennt zu den bereits genannten Gründen noch weitere Argumente wie: die Grundschulen bilden das Fundament; Grundschullehrer haben es zunehmend schwerer und benötigen daher kleinere Klassen auch im Hinblick auf die schulische Grundausbildung von Schülern mit Migrationshintergrund; mit der Schulerhaltung werde ein Wegzug der Bürger verhindert und entsprechende Schlüsselzuweisungen bleiben erhalten, sodass im Umkehrschluss die damit beabsichtigte Einsparung überhaupt nicht zum Tragen käme.
Herr Grzeschista weiß als ausgebildeter Sonderpädagoge, dass im Rahmen der Inklusionsarbeit nicht nur entsprechend ausgebildetes und engagiertes Personal notwendig sei, sondern erfordere ferner mehr Räumlichkeiten als man heute in Grundschulen zur Verfügung habe. So interessiere man sich in der Bezirksvertretung nicht nur für die Grundschulen sondern für die Entwicklung des gesamten Schulangebotes im Stadtteil. Die Anzahl der zu erwartenden Grundschüler reiche über einen Zeitraum der nächsten 5 Jahre aus, um den Einzelstandort Selbecker Straße zu sichern. Ohne zusätzliche Raumkapazitäten könne dort jedoch keine qualifizierte Inklusionsarbeit stattfinden. Ob die Schaffung dieser Voraussetzungen dort preiswerter sei als der Abbau einer bestehenden Schule, wage Herr Grzeschista stark zu bezweifeln. So rate er der Bezirksvertretung nach den derzeitigen Fakten gegen die Schließung des Standortes Delstern der Astrid-Lindgren-Schule zu stimmen.
Auch Frau Hentschel spricht sich für den Erhalt des Teilstandortes in Delstern aus. So können die dafür vorgebrachten Gründe auch ihrer Auffassung nach nicht widerlegt werden.
Frau Köppen würdigt zunächst das soziale Engagement der Schule und ist darüber hinaus der Meinung, dass Stadtteile gut funktionierende, sozialräumliche Strukturen sowie Orte, an denen Menschen zusammenkommen können, brauchen. Nichts desto trotz fühle sie sich nicht nur den lokalen Gegebenheiten verpflichtet, sondern sehe auch was an anderer Stelle in der Schulentwicklungsplanung betrachtet werde. Was das Gesamtkonzept der Inklusion angehe, so sei sie der Auffassung, dass zukünftig Schwerpunktschulen gebraucht werden; also nicht so viele Förderbereiche wie es derzeitig am Standort Delstern gebe. So ergebe sich ihr Zögern für eine unbedingte Zustimmung daraus, dass sie die Entwicklung des Gesamtkonzeptes im Auge behalten möchte.
Herr Heimhard stimmt ebenfalls für den Erhalt des Standortes, um den Stadtteil für Familien weiterhin annähernd attraktiv zu halten. So biete Delstern schon jetzt kaum noch Möglichkeiten für Kinder.
Herr Neuhaus teilt dazu mit, dass man die geleistete Arbeit an der Schule stets anerkannt und gewürdigt habe. So werden aber immer wieder erneut Einsparungsvorschläge abgelehnt und darüber hinaus will auch niemand zusätzliche Ausgaben leisten. Ferner dürfe man sich nicht anmaßen, die Schulaufsicht, deren Aufgabe es auch sei, auf die Kosten zu achten und zudem von unserem Regierungspräsidenten eingesetzt wurde, so zu kritisieren. Darüber hinaus müsse man dem Schulamt ebenfalls zutrauen, dass es entsprechende Auswertungen im Hinblick auf Inklusion erarbeiten könne, um geeignete Standorte für die Mehrheit der Kinder zu schaffen. So liege die Zukunft dort, wo die Räumlichkeiten sowie die pädagogischen Voraussetzungen seien. Auch werde der Stadtteil nicht nur mit der Schule attraktiv gehalten, sondern durch das gesamte Umfeld. So kommen gerade einmal sechs Kinder aus dem Einzugsgebiet.
Im Schulausschuss werde über die Gesamtsituation zu entscheiden sein, sodass dort die einzelnen Parteien zu einer anderen Bewertung kommen werden, als es heute der Fall ist.
Die Entscheidung des Schulausschusses stehe zunächst noch aus, so Herr Dahme. Ferner habe die CDU dafür Sorge getragen, dass die Schulbezirksgrenzen damals aufgehoben worden sind. Davon profitiere nun auch Delstern, sodass selbst Eltern, deren Wohnort eigentlich näher an einer anderen Schule liege, sich dennoch ganz bewusst für diese Schule entscheiden.
Zu den Ausführungen von Herrn Huyeng, dass es andere Schulen mit entsprechendem Konzept und Personal geben wird, weist Herr Dahme erneut darauf hin, dass genau dies bereits an der Schule in Delstern gebe. So könne eine Schule auch nur im Team funktionieren.
Bezüglich der Ausführungen von Frau Köppen soll es ja zukünftig auch, gemäß der Stellungnahme der Schulaufsicht, mit Inkrafttreten des Schulrechtsänderungsgesetzes Schulen mit Förderschwerpunkten geben. Auch das werde an dieser Schule angeboten.
So gehe es Herrn Dahme darum, nicht all das, was an qualitativ gutem Angebot bereits vorhanden sei, zu zerstören und erst in einem dritten Schritt überlegt werde, wo Förderschwerpunkte neu eingerichtet werden können. Also warum könne die Astrid-Lindgren-Schule mit beiden Standorten, die erfolgreich auf dem Weg zur Inklusion sei, nicht eine dieser Inklusionsschulen sein. So werde man diese Arbeit mit der Schließung der Schule sehenden Auges kaputtmachen.
Herr Jobst empfindet die bisher geführte Diskussion als irritierend und weist darauf hin, dass in der Pädagogik die inhaltlichen Aspekte von den Beziehungsaspekten, also Sach- und Gefühlsebene, zu trennen seien.
So möge man sich hier auf die sachlichen Argumente konzentrieren, die einerseits die finanziellen Ressourcen der Stadt seien, die rückläufigen Einwohnerzahlen mit den Ortsteilen, die geografische Lage des Ortsteiles innerhalb des Bezirkes sowie die Funktion, die die Schule im Ortsteil hat. Anhand der Schülerzahlen könne man von einer gleichbleibenden Situation für die kommenden 5 Jahre ausgehen. Aufgrund der Fakten sei Herr Jobst ebenfalls für den Erhalt der Schule.
Wenn die Schule noch 5 Jahre bestehen bleibe, könne die Zeit für den Inklusionsaufbau der anderen Schulen genutzt werden, die noch heute ganz am Anfang stehen, so Frau Ellner.
Herr Hermann begründet den Vorschlag der Verwaltung damit, dass man in einer entsprechend finanziell schlecht stehenden Gemeinde wie Hagen darüber nachdenken muss, ob man sich von zu viel vorhandenem Schulraum perspektivisch trennen kann. So werde die Astrid-Lindgren-Schule mit beiden Standorten voraussichtlich ab diesem Sommer nur noch zweizügig sein, wobei die Anmeldezahlen gerade noch die vorgegebenen Klassenrichtzahlen erreichen. Im Jahr 2016/2017 werde der Grundschulverbund nur noch etwa so viele Anmeldungen haben, wie jetzt der Hauptstandort alleine. Mehr Lehrkräfte werde die Schule auch nicht haben. So könne es auch sein, dass für manche Förderschwerpunkte kein zusätzlicher Schulraumbedarf erwartet wird. Ferner werden die finanziellen Mittel zur Gebäudeunterhaltung jährlich reduziert.
Herr Pfeiffer vertritt ebenfalls die Auffassung, erst einmal den Schulstandort zu erhalten und die weitere Entwicklung abzuwarten.
Weitergehender Diskussionsbedarf besteht nicht, sodass Herr Dahme den Beschlussvorschlag der Verwaltung vorliest und wie folgt darüber abstimmen lässt:
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Eilpe/Dahl empfiehlt dem Rat folgenden Beschluss zu fassen:
1. Der Teilstandort der Astrid-Lindgren Grundschule in Hagen-Delstern wird ab dem Schuljahr 2014/2015 auslaufend aufgelöst. Der Schulbetrieb am Teilstandort wird zum 31.07.2016 beendet.
2. An der Grundschule Volmetal wird eine zusätzliche OGS-Gruppe angeboten.
Die Vorlage wird zum 01.08.2014 umgesetzt.
Anlagen zur Vorlage
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