13.04.2011 - 2 Farbkonzept zur Gestaltung der Theater-Fassade
Grunddaten
- TOP:
- Ö 2
- Gremium:
- Kultur- und Weiterbildungsausschuss
- Datum:
- Mi., 13.04.2011
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 14:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB65 - Gebäudewirtschaft
- Bearbeitung:
- Roswitha Riechert
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Herr Röspel schickt voraus, er habe die heutige
Sondersitzung des KWA einberufen, da das Farbkonzept für die neue
Theaterfassade bis spätestens Mitte April feststehen müsse.
Er verweist auf zwei im Sitzungsraum
angebrachte Farbkonzepte und fragt, ob das nun im Ergebnis alle Varianten sind,
die zur Auswahl anstehen.
Herr Dr. Bleicher stellt Frau
Hanemann vor und bittet sie, die Farbkonzepte zu erläutern.
Frau Hanemann bestätigt, es gehe heute um zwei Konzepte, die
vorgestellt werden sollen. Gewöhnlich werde zunächst ein Befund erstellt, was
bedeutet, dass Farbschichten abgetragen werden, bis man die ursprüngliche
Farbgebung der Fassaden freigelegt hat. An dieser ursprünglichen Farbgebung
habe man sich aus denkmalschutzrechtlichen Gründen weitgehend zu orientieren. Sie
verweist auf die 1911 bewusst gewählte monochrome Gestaltung der Theaterfassaden,
die einen einheitlich graubraunen Farbton aufwiesen. Die Arbeitsgemeinschaft
habe lange gerungen, bis sie sich auf einen monochromen Farbton, der der
ursprünglichen Farbe nahe kommt, geeinigt habe. Ob man diese Farbe schön
findet, bleibe dahingestellt, nach ihrer Auffassung kommen die vielfältigen
Fassadenelemente durch diesen zurückhaltenden Ton sehr gut zur Geltung. Sie
schlägt vor, bald einen Probeanstrich an der Theaterfassade anzubringen und
danach endgültig zu entscheiden.
Herr Söhnchen meint, er sei nicht bekannt für
Verwaltungsschelte, aber in diesem Fall fühle er sich „veräppelt“.
Es sei eigens für dieses Thema eine Sondersitzung des KWA einberufen worden, in
der Vorlage seien verschiedene Farbkonzepte angekündigt worden und nun habe man
es hier lediglich mit zwei Farbschattierungen, die sich kaum von einander
unterscheiden, zu tun. Dafür eine Sondersitzung abzuhalten, sei für ihn unfassbar.
Er möchte wissen, ob es eine Verpflichtung gibt,
sich an den denkmalschutzrechtlichen Vorgaben zu orientieren und er fragt, ob
man das überhaupt wolle. Außerdem erkundigt er sich, ob denn in der AG noch andere
Farbvarianten diskutiert worden sind, die man möglicherweise mit auf den Weg nehmen könne. Eventuell werde man
zur Entscheidungsfindung noch eine weitere Sondersitzung anberaumen.
Frau Hanemann antwortet,
man müsse sich schon an das Denkmalschutzgesetz halten. Allerdings gebe es
keine gesetzliche Verpflichtung, sondern eine Empfehlung der Behörde in
Münster. Sie rät dazu, sich an diese Empfehlung zu halten, natürlich könne die
Politik aber auch einen anderen Farbton wählen, solange dieser sich an der
Farbgebung des Befundes orientiere.
Auch Herr Röspel ist darüber enttäuscht, dass heute nur eine Bestandsanalyse
und eine weitere Farbschattierung geliefert wurden. Nun habe man also lediglich
eine Farbempfehlung, daher tendiert er zu einem weiteren Treffen des KWA vor Ort.
Herr Asbeck ist ebenfalls
enttäuscht, dass nur ein Farbvorschlag gemacht wurde. Er verweist auf die
geplante Beleuchtung der Theaterfassade und fragt, ob man dann auch auf die
Beleuchtung verzichten müsse, wenn man sich an den ursprünglichen Gegebenheiten
orientieren solle.
Außerdem möchte er wissen, ob die denkmalschutzrechtlichen Vorschriften
generell in dieser Form eingehalten werden müssen. Daran habe er so seine
Zweifel, denn der neue Fassadenanstrich des Landgerichtsgebäudes sei bestimmt
auch nicht identisch mit der ursprünglichen Farbgestaltung.
Das Theater stehe heute in einem ganz anderen Kontext als damals, daher
solle man hier nicht die Ursprungsfarbe favorisieren, sondern es müssten noch
andere, möglichst hellere Farben in Betracht gezogen werden.
Er hält es für den falschen Umgang mit der Politik, vorher verschiedene
Varianten anzukündigen und dann nur eine einzige Farbgestaltung vorzulegen.
Auch Herr Dr. Fischer fühlt sich nicht zu Jubelstürmen animiert.
Schon die Bezeichnung der Farben „schlammgrau“ oder „schlammbraun“
seien Killer-Worte. Die vorgestellten Farben gefallen ihm schlichtweg nicht.
Die Farbgestaltung des Landgerichtsgebäudes hingegen findet er toll.
Herr Dücker zeigt sich
ebenfalls enttäuscht. Nach seiner Auffassung spiegelt sich der jeweilige
Zeitgeist in einer Farbgestaltung wider. Das Umfeld des Theaters habe sich aber
seit damals sehr gewandelt, er fragt sich, ob man jetzt unbedingt zurück zu den
Wurzeln gehen müsse.
Er schlägt vor, drei Probeanstriche an der Theaterfassade anzubringen,
die sich dem ursprünglichen Farbton annähern und dann gemeinsam vor Ort möglichst
rasch eine Entscheidung zu treffen. Man könne heute die Richtung vorgeben, eine
zweistufige Farbgebung, die aber heller sein sollte, hält er für akzeptabel.
Herr Fritzsche meint, als
Historiker schlagen zwei Herzen in seiner Brust. Allerdings spreche ihn die
vorgestellte Farbe auch nicht an. Er schlägt vor, die Verwaltung solle noch
weitere, aber hellere Farbentwürfe vorstellen, vielleicht könne man den
ursprünglichen Termin des KWA am 5. Mai für eine Sondersitzung des KWA nutzen
und die neuen Farbvorschläge vor Ort in Augenschein nehmen.
Herr Sondermeyer meint,
man könne doch auch einmal ganz andere Wege gehen und die Fassade farbenfroh, z.B.
im Hundertwasser-Stil gestalten, das sei modern.
Frau Nigbur-Martini hat
sich mit dem Denkmalschutzgesetz beschäftigt, demnach können üble Konsequenzen
drohen, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält. Sie fragt, ob es noch
schriftliche Unterlagen gibt, aus denen ersichtlich ist, warum man sich seinerzeit
für diese Farbe entschieden hat, möglicherweise habe man derzeit gar keine
andere Farbe zur Verfügung gehabt.
Frau Hanemann antwortet,
so weitreichende Untersuchungen seien ihr nicht möglich, über den
ursprünglichen Zustand der Fassade gebe es nur eine Kopie. Sie ergänzt, die
Farben müssten auch mit dem vorhandenen Sandstein der Fassade harmonieren. Das
Gebäude sei ein Denkmal und insofern seien die Farbvarianten mit der
Denkmalbehörde abzustimmen. Sie empfiehlt
aus ihrer Sicht eine monochrome Farbgestaltung, durch die die
vielfältige Architektur mit ihren einzelnen Elementen in Ruhe betrachtet werden
kann.
Zudem könne man einen neoklassizistischen Bau nicht bunt gestalten. Zu
den denkmalschutzrechtlichen Fragen könne sie sagen, es sei vorteilhaft, sich
möglichst nahe am Befund zu orientieren.
Herr Röspel fragt Herrn
Rathmann von der Alliander Stadtlicht - GmbH, wie er die Dinge aus seiner
Sicht bewertet.
Herr Rathmann antwortet,
für ein Beleuchtungskonzept sei es von Vorteil, wenn die Farben nicht zu dunkel
gewählt werden, das Osthaus-Museum sei z.B. auch eher hell gehalten worden.
Herr Fritzsche fragt, ob
bei einer Abweichung vom Befund mit dem Widerspruch der Denkmalbehörde zu
rechnen ist.
Frau Hanemann antwortet,
das komme auf den Beschluss des KWA an. Wenn man sich relativ nahe am Befund
bewege, sei das bestimmt in Ordnung, eine polychrome Gestaltung hingegen werde
sicher Widerstand auslösen.
Herr Röspel fragt Herrn
Hilchenbach als Hausherrn des Theaters nach seiner Meinung.
Herr Hilchenbach hält es
zunächst für richtig, sich am Original zu orientieren, allerdings wirke die
dunkle Farbe sicher eher abschreckend auf die Besucher des Theaters. Inzwischen
sei viel Zeit ins Land gegangen und die Bebauung rund um das Theater habe sich
verändert. Die hier zur Diskussion stehenden Farbkonzepte erscheinen ihm als
sehr unruhig. Er befürwortet eine monochrome Farbgebung, aber die Farben
sollten bitte so hell und freundlich wie möglich gewählt werden.
Herr Röspel hält dies für
einen sehr wichtigen Hinweis. Er schlägt nun vor, sich in dieser Runde nochmals
am 5. Mai direkt am Theater zu treffen. Er fragt die Verwaltung, ob bis dahin
noch zusätzliche Farbvorschläge gemacht werden können.
Herr Bangrazi antwortet,
die Zeit dränge nun sehr, es sollten dann möglichst am 5.5. bereits
Probeanstriche am Theater aufgebracht worden sein. Er nimmt mit, dass weitere
monochrom gehaltene Farbvarianten in helleren Farbnuancen gewünscht werden.
Herr Röspel hält fest, man
werde sich also am 5. Mai erneut in dieser Runde um 14.00 Uhr im Vorraum der
Theaterkasse zusammenfinden, um dann eine Entscheidung zu treffen.
Er stellt nun Herrn Rathmann von der Alliander Stadtlicht GmbH vor
und bittet ihn, das Beleuchtungskonzept für das Theater vorzustellen.
Das Beleuchtungskonzept wird von Herrn Rathmann als
Beamer-Präsentation eingehend vorgestellt. Dabei kommt zum Ausdruck, dass
besonders das Theaterportal mit seinen architektonischen Details durch
verschiedenste Strahler betont und sich dem Besucher öffnen soll. Die
seitlichen Fassaden sollen durch Bodenstrahler beleuchtet werden. Insgesamt
sollen Leuchtmittel mit langer Lebensdauer eingesetzt werden, um die
Wartungsintervalle niedrig zu halten.
Herr Rathmann hält
abschließend fest, dass aus seiner Sicht eine homogene Farbgestaltung der
Fassade gut mit dem Beleuchtungskonzept harmonieren wird. Er regt an, eine
Probebeleuchtung vorzunehmen. Außerdem sollte eine Wanddurchdringung mit Verkabelung
möglichst schon jetzt ausgeführt werden.
Herr Röspel bedankt sich
bei Herrn Rathmann für die Präsentation, das Beleuchtungskonzept gefällt
ihm sehr gut.
Beschluss:
Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss vertagt den Beratungsgegenstand
und betrachtet die Beratung als 1. Lesung.
Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss wird sich am 5. Mai 2011 erneut
zusammenfinden, um bei einem Ortstermin um 14.00 Uhr am Theater Probeanstriche
in Augenschein zu nehmen und sich danach für ein Farbkonzept zu entscheiden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
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1
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(wie Dokument)
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2,3 MB
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