13.04.2011 - 2 Farbkonzept zur Gestaltung der Theater-Fassade

Beschluss:
vertagt
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Wortprotokoll

Herr Röspel schickt voraus, er habe die heutige Sondersitzung des KWA einberufen, da das Farbkonzept für die neue Theaterfassade bis spätestens Mitte April feststehen müsse.

Er verweist auf zwei im Sitzungsraum angebrachte Farbkonzepte und fragt, ob das nun im Ergebnis alle Varianten sind, die zur Auswahl anstehen.

 

Herr Dr. Bleicher stellt Frau Hanemann vor und bittet sie, die Farbkonzepte zu erläutern.

 

Frau Hanemann bestätigt, es gehe heute um zwei Konzepte, die vorgestellt werden sollen. Gewöhnlich werde zunächst ein Befund erstellt, was bedeutet, dass Farbschichten abgetragen werden, bis man die ursprüngliche Farbgebung der Fassaden freigelegt hat. An dieser ursprünglichen Farbgebung habe man sich aus denkmalschutzrechtlichen Gründen weitgehend zu orientieren. Sie verweist auf die 1911 bewusst gewählte monochrome Gestaltung der Theaterfassaden, die einen einheitlich graubraunen Farbton aufwiesen. Die Arbeitsgemeinschaft habe lange gerungen, bis sie sich auf einen monochromen Farbton, der der ursprünglichen Farbe nahe kommt, geeinigt habe. Ob man diese Farbe schön findet, bleibe dahingestellt, nach ihrer Auffassung kommen die vielfältigen Fassadenelemente durch diesen zurückhaltenden Ton sehr gut zur Geltung. Sie schlägt vor, bald einen Probeanstrich an der Theaterfassade anzubringen und danach endgültig zu entscheiden.

 

Herr Söhnchen meint, er sei nicht bekannt für Verwaltungsschelte, aber in diesem Fall fühle er sich „veräppelt“. Es sei eigens für dieses Thema eine Sondersitzung des KWA einberufen worden, in der Vorlage seien verschiedene Farbkonzepte angekündigt worden und nun habe man es hier lediglich mit zwei Farbschattierungen, die sich kaum von einander unterscheiden, zu tun. Dafür eine Sondersitzung abzuhalten, sei für ihn unfassbar.

 

Er möchte wissen, ob es eine Verpflichtung gibt, sich an den denkmalschutzrechtlichen Vorgaben zu orientieren und er fragt, ob man das überhaupt wolle. Außerdem erkundigt er sich, ob denn in der AG noch andere Farbvarianten diskutiert worden sind, die man möglicherweise mit auf den Weg nehmen könne. Eventuell werde man zur Entscheidungsfindung noch eine weitere Sondersitzung anberaumen.

 

Frau Hanemann antwortet, man müsse sich schon an das Denkmalschutzgesetz halten. Allerdings gebe es keine gesetzliche Verpflichtung, sondern eine Empfehlung der Behörde in Münster. Sie rät dazu, sich an diese Empfehlung zu halten, natürlich könne die Politik aber auch einen anderen Farbton wählen, solange dieser sich an der Farbgebung des Befundes orientiere.

 

Auch Herr Röspel ist darüber enttäuscht, dass heute nur eine Bestandsanalyse und eine weitere Farbschattierung geliefert wurden. Nun habe man also lediglich eine Farbempfehlung, daher tendiert er zu einem weiteren Treffen des KWA vor Ort.

 

Herr Asbeck ist ebenfalls enttäuscht, dass nur ein Farbvorschlag gemacht wurde. Er verweist auf die geplante Beleuchtung der Theaterfassade und fragt, ob man dann auch auf die Beleuchtung verzichten müsse, wenn man sich an den ursprünglichen Gegebenheiten orientieren solle.

Außerdem möchte er wissen, ob die denkmalschutzrechtlichen Vorschriften generell in dieser Form eingehalten werden müssen. Daran habe er so seine Zweifel, denn der neue Fassadenanstrich des Landgerichtsgebäudes sei bestimmt auch nicht identisch mit der ursprünglichen Farbgestaltung.

Das Theater stehe heute in einem ganz anderen Kontext als damals, daher solle man hier nicht die Ursprungsfarbe favorisieren, sondern es müssten noch andere, möglichst hellere Farben in Betracht gezogen werden.

Er hält es für den falschen Umgang mit der Politik, vorher verschiedene Varianten anzukündigen und dann nur eine einzige Farbgestaltung vorzulegen.

 

Auch Herr Dr. Fischer fühlt sich nicht zu Jubelstürmen animiert. Schon die Bezeichnung der Farben „schlammgrau“ oder „schlammbraun“ seien Killer-Worte. Die vorgestellten Farben gefallen ihm schlichtweg nicht. Die Farbgestaltung des Landgerichtsgebäudes hingegen findet er toll.

 

Herr Dücker zeigt sich ebenfalls enttäuscht. Nach seiner Auffassung spiegelt sich der jeweilige Zeitgeist in einer Farbgestaltung wider. Das Umfeld des Theaters habe sich aber seit damals sehr gewandelt, er fragt sich, ob man jetzt unbedingt zurück zu den Wurzeln gehen müsse.

Er schlägt vor, drei Probeanstriche an der Theaterfassade anzubringen, die sich dem ursprünglichen Farbton annähern und dann gemeinsam vor Ort möglichst rasch eine Entscheidung zu treffen. Man könne heute die Richtung vorgeben, eine zweistufige Farbgebung, die aber heller sein sollte, hält er für akzeptabel.

 

Herr Fritzsche meint, als Historiker schlagen zwei Herzen in seiner Brust. Allerdings spreche ihn die vorgestellte Farbe auch nicht an. Er schlägt vor, die Verwaltung solle noch weitere, aber hellere Farbentwürfe vorstellen, vielleicht könne man den ursprünglichen Termin des KWA am 5. Mai für eine Sondersitzung des KWA nutzen und die neuen Farbvorschläge vor Ort in Augenschein nehmen.

 

Herr Sondermeyer meint, man könne doch auch einmal ganz andere Wege gehen und die Fassade farbenfroh, z.B. im Hundertwasser-Stil gestalten, das sei modern.

 

Frau Nigbur-Martini hat sich mit dem Denkmalschutzgesetz beschäftigt, demnach können üble Konsequenzen drohen, wenn man sich nicht an die Vorschriften hält. Sie fragt, ob es noch schriftliche Unterlagen gibt, aus denen ersichtlich ist, warum man sich seinerzeit für diese Farbe entschieden hat, möglicherweise habe man derzeit gar keine andere Farbe zur Verfügung gehabt.

 

Frau Hanemann antwortet, so weitreichende Untersuchungen seien ihr nicht möglich, über den ursprünglichen Zustand der Fassade gebe es nur eine Kopie. Sie ergänzt, die Farben müssten auch mit dem vorhandenen Sandstein der Fassade harmonieren. Das Gebäude sei ein Denkmal und insofern seien die Farbvarianten mit der Denkmalbehörde abzustimmen. Sie empfiehlt  aus ihrer Sicht eine monochrome Farbgestaltung, durch die die vielfältige Architektur mit ihren einzelnen Elementen in Ruhe betrachtet werden kann.

Zudem könne man einen neoklassizistischen Bau nicht bunt gestalten. Zu den denkmalschutzrechtlichen Fragen könne sie sagen, es sei vorteilhaft, sich möglichst nahe am Befund zu orientieren.

 

Herr Röspel fragt Herrn Rathmann von der Alliander Stadtlicht - GmbH, wie er die Dinge aus seiner Sicht bewertet.

 

Herr Rathmann antwortet, für ein Beleuchtungskonzept sei es von Vorteil, wenn die Farben nicht zu dunkel gewählt werden, das Osthaus-Museum sei z.B. auch eher hell gehalten worden.

 

Herr Fritzsche fragt, ob bei einer Abweichung vom Befund mit dem Widerspruch der Denkmalbehörde zu rechnen ist.

 

Frau Hanemann antwortet, das komme auf den Beschluss des KWA an. Wenn man sich relativ nahe am Befund bewege, sei das bestimmt in Ordnung, eine polychrome Gestaltung hingegen werde sicher Widerstand auslösen.

 

Herr Röspel fragt Herrn Hilchenbach als Hausherrn des Theaters nach seiner Meinung.

 

Herr Hilchenbach hält es zunächst für richtig, sich am Original zu orientieren, allerdings wirke die dunkle Farbe sicher eher abschreckend auf die Besucher des Theaters. Inzwischen sei viel Zeit ins Land gegangen und die Bebauung rund um das Theater habe sich verändert. Die hier zur Diskussion stehenden Farbkonzepte erscheinen ihm als sehr unruhig. Er befürwortet eine monochrome Farbgebung, aber die Farben sollten bitte so hell und freundlich wie möglich gewählt werden.

 

Herr Röspel hält dies für einen sehr wichtigen Hinweis. Er schlägt nun vor, sich in dieser Runde nochmals am 5. Mai direkt am Theater zu treffen. Er fragt die Verwaltung, ob bis dahin noch zusätzliche Farbvorschläge gemacht werden können.

 

Herr Bangrazi antwortet, die Zeit dränge nun sehr, es sollten dann möglichst am 5.5. bereits Probeanstriche am Theater aufgebracht worden sein. Er nimmt mit, dass weitere monochrom gehaltene Farbvarianten in helleren Farbnuancen gewünscht werden.

 

Herr Röspel hält fest, man werde sich also am 5. Mai erneut in dieser Runde um 14.00 Uhr im Vorraum der Theaterkasse zusammenfinden, um dann eine Entscheidung zu treffen.

Er stellt nun Herrn Rathmann von der Alliander Stadtlicht GmbH vor und bittet ihn, das Beleuchtungskonzept für das Theater vorzustellen.

 

Das Beleuchtungskonzept wird von Herrn Rathmann als Beamer-Präsentation eingehend vorgestellt. Dabei kommt zum Ausdruck, dass besonders das Theaterportal mit seinen architektonischen Details durch verschiedenste Strahler betont und sich dem Besucher öffnen soll. Die seitlichen Fassaden sollen durch Bodenstrahler beleuchtet werden. Insgesamt sollen Leuchtmittel mit langer Lebensdauer eingesetzt werden, um die Wartungsintervalle niedrig zu halten.

 

Herr Rathmann hält abschließend fest, dass aus seiner Sicht eine homogene Farbgestaltung der Fassade gut mit dem Beleuchtungskonzept harmonieren wird. Er regt an, eine Probebeleuchtung vorzunehmen. Außerdem sollte eine Wanddurchdringung mit Verkabelung möglichst schon jetzt ausgeführt werden.

 

Herr Röspel bedankt sich bei Herrn Rathmann für die Präsentation, das Beleuchtungskonzept gefällt ihm sehr gut.

 

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Beschluss:

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss vertagt den Beratungsgegenstand und betrachtet die Beratung als 1. Lesung.

 

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss wird sich am 5. Mai 2011 erneut zusammenfinden, um bei einem Ortstermin um 14.00 Uhr am Theater Probeanstriche in Augenschein zu nehmen und sich danach für ein Farbkonzept zu entscheiden.

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Abstimmungsergebnis:

x

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

 13

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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Anlagen

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