08.12.2010 - 4 HSK 2011- Maßnahmenblätter der Stadtbücherei- ...

Beschluss:
geändert beschlossen
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Wortprotokoll

Herr Asbeck spricht sich stellvertretend für die CDU-Fraktion dafür aus, dass die Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg erhalten bleiben sollen. Man erwarte die Konkretisierung des Konzeptes und der alternativen Standorte. So sollten auch keine neuen Räumlichkeiten angemietet werden. 

 

Er verliest nun einen  Änderungsantrag der CDU-Fraktion  zur Alternative 1 der Ergänzungsvorlage 0791-2/2010 (Maßnahmenblätter der Stadtbücherei):

 

1. Die Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg bleiben erhalten. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Umwandlung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg in ehrenamtlich geführte Büchereien unter fachlicher und personeller Begleitung durch die Zentralbibliothek zu erstellen.

 

2. Für die Stadtteilbüchereien werden alternative, deutlich kostengünstigere Standorte, vorzugsweise in städtischen Immobilien bzw. Schulen, gesucht.

 

3. Der Umzug erfolgt spätestens mit Auslaufen der jeweiligen Mietverträge (Hohenlimburg zum 31.12.2014; Haspe zum 31.07.2013). Sofern ein Umzug vorher möglich sein sollte, erfolgt der Umzug in Abstimmung mit der ehrenamtlich Engagierten und in Abstimmung mit den betroffenen Bezirksvertretungen.

 

4. Den Stadtteilbüchereien steht nach Übergang in die ehrenamtliche Bewirtschaftung jeweils eine ganze Stelle vor Ort zur Verfügung, um Bestandsaufbau, Bestandspflege und die fachliche Betreuung der Stadtteilbüchereien zu sichern.

 

Herr Söhnchen schlägt vor, die Sitzung zu unterbrechen und dieses Papier in Ruhe zu lesen und sich interfraktionell abzusprechen.

 

Die Sitzung wird um 16.35 Uhr unterbrochen.

 

Herr Söhnchen eröffnet die Sitzung erneut um 16.55 Uhr.

 

Herr Klippert stellt klar, für seine Fraktion werde es eine ehrenamtliche Bewirtschaftung der Büchereien nicht geben.

Hier solle normal bezahlte Arbeit, die gesellschaftlich als notwendig erachtet werde, durch eine Art Ehrenamt ersetzt werden. Das gehe so nicht und sei auch volkswirtschaftlich nicht sinnvoll. Wenn also eine Stadt die Auffassung vertritt, dass die Arbeit einer Bücherei als gesellschaftliche und kulturelle Aufgabe erfüllt werden soll, dürfe man eine solche Einrichtung nicht auf diese Weise zusammenkürzen. Seine Fraktion sei völlig gegen die Vorschläge, die er jetzt hier gehört habe.

 

Herr Dr. Fischer betont, eine Gesellschaft könne heute ohne die Einbeziehung des Ehrenamtes überhaupt nicht mehr funktionieren. Wenn also Menschen bereit seien, auf diese Weise bestimmte Aufgaben zu erfüllen, hält er eine solche Lösung für völlig in Ordnung.            

 

Auch Herr Dücker stellt fest, dass man zukünftig nicht alle Dinge, die wünschenswert wären, aufrecht erhalten kann. Man sei also abhängig von ehrenamtlichen Aktivitäten, die man dann auch verantworten können müsse. Dabei dürften allerdings nicht solche Aufgaben übertragen werden, die direkte Arbeitsplätze gefährden würden. Im Fall der Büchereien sei aber die Einbeziehung des Ehrenamtes durchaus möglich. Er hält den Änderungsantrag der CDU-Fraktion für sinnvoll, möglicherweise könne er noch erweitert werden.

 

Herr Asbeck ergänzt, dass die Initiative zur ehrenamtlichen Arbeit in den Büchereien doch aus den Bezirken selbst gekommen sei. Gerade Haspe und Hohenlimburg hätten die Einbeziehung des Ehrenamtes gewollt und vorgeschlagen.

 

Frau Pinkvoss möchte für die SPD- Fraktion festhalten, es sei wichtig, die Mischform aus Hauptamt und Ehrenamt deutlich zu machen. Daher wolle die SPD-Fraktion den Antrag gerne modifizieren.

Unter Punkt 1. Zeile 3 solle es heißen: ...in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien….

Der Punkt 4. solle wie folgt ergänzt werden: Den Stadtteilbüchereien steht nach Übergang in den überwiegend ehrenamtlichen Betrieb jeweils eine ganze Stelle vor Ort zur Verfügung, um Bestandsaufbau, Bestandspflege und die fachliche Betreuung sowie den Betrieb der Stadtteilbüchereien zu sichern.

 

Klarstellend zu Punkt 4. wolle man einen Punkt 5. einbringen, der wie folgt heißen soll:

5. Die Vorgabe im Bereich der Personalkosten (296.175.- Euro) muss um ein Drittel (rund 100.000.- Euro = 2 Stellen) reduziert werden, um weiterhin hauptamtliches Personal in den Stadtteilbüchereien vorhalten zu können. Zur Konsolidierung im Bereich der Personalkosten leistet auch die Zentralbibliothek einen Beitrag.

 

Dieser Punkt 5. solle noch einmal verdeutlichen, dass die beiden Stellen, die dort festgeschrieben werden, auch im Bereich der Personalkosten gesichert werden müssen.

 

Frau Nigbur-Martini bezieht sich auf die neuen Ergebnisse der PISA-Studie, wonach Deutschland im Bereich Lesekompetenz und Textverständnis  immer noch unter dem Mittelwert liege. Unter diesem Gesichtspunkt seien personelle - aber auch Sachkosteneinsparungen in Bibliotheken sehr kritisch zu betrachten.

Daher könne Hagen Aktiv Einsparungen in dieser Form nicht mittragen.

 

Dem kann sich Herr Fritzsche für seine Fraktion nur anschließen. Auch aus seiner Sicht sollte im Bildungsbereich nicht eingespart werden. Für ihn stelle sich auch die Frage der Nachhaltigkeit. Ganz konkret existiere im Augenblick in Hohenlimburg „HohenlimBuch“, in Haspe gebe es nach seinen Informationen solche Strukturen noch nicht. Es stelle sich die Frage, ob „HohenlimBuch“ in zwei oder drei Jahren noch das gleiche Engagement bringen könne und  somit der Betrieb nachhaltig für mehrere Jahre gesichert ist.

Ein weiterer Aspekt sei auch die Professionalität dieser Kräfte, es gehe ja inhaltlich um sehr komplexe Aufgaben.

 

Herr Dr. Fischer bezieht sich auf die Aussage von Frau Nigbur-Martini und kann nicht bestätigen, dass es Zusammenhänge zwischen der Nutzung von Büchereien und dem Abschneiden bei der PISA-Studie gibt.

 

Herr Dr. Geiersbach  antwortet darauf, es sei seit der ersten PISA-Studie  zu beobachten, dass die Stadtbüchereien und gerade die Hagener Stadtbücherei  erhebliche Anstrengungen unternommen haben, Kinder und Jugendliche an die Bücherei und an das Lesen heranzuführen. Natürlich könne man sehr schlecht etwas über Kausalitäten sagen. Er vertrete die Auffassung, dass es ganz wichtig sei, an den Büchereien festzuhalten und sie engagiert – auch in den Stadtteilen – weiter zu betreiben.

Er hält den Änderungsantrag unter Berücksichtigung des ergänzenden Punktes 5 für einen gangbaren Weg.

 

Frau Bartscher hält einen Zusammenhang zwischen PISA und den Büchereien auch für ein wenig weit hergeholt. Die Professionalität, die Herr Fritzsche angesprochen habe, sei für sie aber auch sehr wichtig. Schüler würden von ihren Lehrern in die Büchereien geschickt, um Hausaufgaben zu erledigen, es sei sehr daher sehr bedauerlich, dass bereits Stadtteilbüchereien weggefallen sind. Auch sonstige Aktivitäten, die Lehrer und Schüler in die Büchereien führen, müssten professionell begleitet werden.

 

Herr Söhnchen lässt nun über den Änderungsantrag, der von Frau Pinkvoss ergänzt wurde, also Punkt 1. bis 5., abstimmen.

 

 

 

 

 

 

 

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Beschluss:

1. Die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg bleiben erhalten. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zur Umwandlung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien unter fachlicher und personeller Begleitung durch die Zentralbibliothek zu erstellen.

 

 2. Für die Stadtteilbüchereien werden alternative, deutlich kostengünstigere Standorte, vorzugsweise in städtischen Immobilien bzw. Schulen gesucht.

 

 3. Der Umzug erfolgt spätestens mit Auslaufen der jeweiligen Mietverträge (Hohenlimburg zum 31.12.2014; Haspe zum 31.07.2013). Sofern ein Umzug vorher möglich sein sollte, erfolgt der Umzug in Abstimmung mit der ehrenamtlich Engagierten und in Abstimmung mit den betroffenen Bezirksvertretungen.

 

 4. Den Stadtteilbüchereien steht nach Übergang in den überwiegend ehrenamtlichen Betrieb jeweils eine ganze Stelle vor Ort zur Verfügung, um Bestandsaufbau, Bestandspflege und die fachliche Betreuung sowie den Betrieb  der Stadtbüchereien zu sichern.

 

 5. Die Vorgabe im Bereich der Personalkosten (296.175 Euro) muss um ein Drittel (rund 100.000 Euro= 2 Stellen) reduziert werden, um weiterhin hauptamtliches Personal in den Stadtteilbüchereien vorhalten zu können. Zur Konsolidierung im Bereich der Personalkosten leistet auch die Zentralbibliothek einen Beitrag.

 

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Abstimmungsergebnis:

x

 Mit Mehrheit beschlossen

 

Dafür:

 11

Dagegen:

 4

Enthaltungen:

 0