04.11.2010 - 6.2 ENERVIE - Südwestfalen Energie und Wasser AGSta...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6.2
- Sitzung:
-
Sitzung des Rates der Stadt Hagen
- Gremium:
- Rat der Stadt Hagen
- Datum:
- Do., 04.11.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Fachbereich des Oberbürgermeisters
- Bearbeitung:
- Markus Funk
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Hinweis
der Schriftführerin: Herr Meier und Herr Rudel erklären sich
gemäß den §§ 31 und 43 GO NW i.V. mit § 10 der Geschäftsordnung des Rates für
befangen und haben nicht an der Beratung und Abstimmung teilgenommen.
Herr Dr. Bücker erklärt für die Fraktion Hagen Aktiv, dass sie weiterhin gegen die Vermarktung
der Haßleyer Insel sind. Für die Innenstadtentwicklung sei eine Zentralisierung
von Enervie am Hauptbahnhof oder in der Nähe des Hauptbahnhofs erforderlich. Er
nennt als Beispiel die Ansiedlung der Firma RWE in der Nähe zum Essener
Hauptbahnhof.
Herr Thieser kritisiert, dass nach drei Jahren Diskussion immer noch Fragen offen
sind. Der neueste Bericht geht aus seiner Sicht von negativen Folgen für den
Stadtteil Wehringhausen bei einer Abwanderung von Enervie aus. Daher bittet er
um weitere Beratungszeit und Verschiebung der Entscheidung auf die erste
Ratssitzung im neuen Jahr. Bis dahin sollte eine klare Aussage über das
Altlastenrisiko sowie die Entsorgung vorliegen. Des Weiteren plädiert er dafür,
dass in den vorhandenen Bestand investiert werden sollte. Die Auswirkungen der
demographischen Entwicklung sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Er schlägt
ein Moratorium vor.
Herr Röspel führt aus, dass die Enervie seit Sommer 2007 einen neuen Standort sucht.
Im Juli 2010 hat der Rat den Bebauungsplan für die Haßleyer Insel beschlossen.
Es sei daher nicht verständlich, weshalb der Standortzentralisierung an dieser
Stelle noch nicht zugestimmt werden kann. Aufgrund der Umsiedlung sind einige
Synergieeffekte zu erwarten. Die Kosten eines Neubaus sind nicht höher als die
bisherigen Mietkosten. Die Betriebskosten würden sogar reduziert. Das Vermögen
des Unternehmens würde steigen, die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und
Arbeitsplätze gesichert. Der Standort Wehringhausen kann im Rahmen der
Stadtentwicklung sinnvoll vermarktet werden.
Herr Riechel stimmt in großen Teilen der Aussage von Herrn Thieser zu. Die Fraktion
Bündnis 90 / Die Grünen lehnt allerdings eine Standortzentralisierung an der
Haßleyer Insel ab. Ein Verbleib am alten Standort oder die Konzentrierung des
Unternehmens an anderer bereits vorhandener Gewerbefläche wird befürwortet. Die
Haßleyer Insel ist die einzige freie Gewerbefläche/Reservefläche in Hagen,
daher sollte besser eine brachliegende Gewerbefläche neu genutzt werden. Die
Innenstadtentwicklung sollte vor der Außenstadtentwicklung stehen. In diesem
Zusammenhang erinnert er an die Schaffung des Gewerbeparks Wehringhausen,
hierbei sei Gewerbefläche vergeudet worden. Für den Stadtteil Wehringhausen
sind noch einige Fragen offen. Es sei fraglich, ob es eine akzeptable städtebauliche
Planung gibt. Des Weiteren wurde in der Vergangenheit entgegen der heutigen
Planungsmöglichkeiten die Errichtung einer Waschstraße untersagt. Wie viele
weitere Interessenten gibt es für die Fläche? Ebenfalls ist die davon abhängige
Stadtentwicklung zu betrachten. Abschließend ist zu klären, wie viel Altlasten
bestehen und wer dafür verantwortlich ist. Die Enervie habe eine regionale
Verantwortung gegenüber der Stadt Hagen. Seiner Auffassung nach ist das neue
Gutachten, welches den Standort Wehringhausen für einen Neubau als ungeeignet
ausweist, unseriös. Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen schließen sich der
SPD-Fraktion an und plädieren für ein Moratorium. Er kritisiert das Verhalten des ENERVIE-Vorstandes im Zusammenhang
mit fehlenden Informationen.
Herr Weber erläutert, dass die SPD-Fraktion um ein Moratorium bittet, um offene
Fragen klären zu können. In dieser Zeit soll geklärt werden, was im Stadtteil
Wehringhausen passiert oder passieren könnte. Ebenfalls sei zu bemängeln, dass
das von Herrn Thieser und Herrn Riechel angesprochene neue Gutachten nicht
jedem Ratsmitglied vorliegt. Aufgrund einer Voranfrage für die gewerbliche
Fläche in Wehringhausen wurde im April 2010 von der Verwaltung die Antwort
gegeben, dass eine Autowaschanlage dort nicht zugelassen werde. Er plädiert für
eine weitere Beratungszeit bis zur Ratssitzung im Frühjahr 2011.
Herr Thielmann führt aus, dass die Entwicklung und die
Suche nach einem neuen Standort der Enervie vom Großteil der Ratsmitglieder
aktiv begleitet worden ist. Daher sei es verwunderlich, weshalb diese Fragen
nicht viel eher gestellt worden sind. Die Enervie ist kein Eigenbetrieb der
Stadt Hagen, sondern ein Wirtschaftsbetrieb. Die Stadt Hagen ist lediglich
Großaktionär. Die anderen Aktionäre haben sich für den Standtort Haßleyer Insel
ausgesprochen. Auch wenn die Haßleyer Insel im Außenbereich liegt, es wurde
festgelegt, dass diese als gewerbliche Fläche genutzt werden kann. Seiner Auffassung
nach hilft ein Moratorium nicht, da dieses die Entscheidung nur verzögert. Daher
ist die FDP-Fraktion für eine heutige Abstimmung und wird für die Ansiedlung
auf der Haßleyer Insel abstimmen.
Herr Romberg findet die Moratoriums-Diskussion ebenfalls unverständlich. Für beide
Bereiche sind kaum Interessenten vorhanden. Heute soll nicht darüber beschlossen
werden, ob die Haßleyer Insel oder Wehringhausen der zukünftige Standort von
Enervie wird, da die Enervie sich bereits für den Standort Haßleyer Insel
entschieden hat. Der Rat kann die Enervie nicht zwingen, sich in Wehringhausen zu
zentralisieren. Es sei unverantwortlich, die Entscheidung nach über drei Jahren
Diskussion zu vertagen.
Herr Thieser erinnert daran, dass der Oberbürgermeister die Prüfung des möglichen
Standortes Wehringhausen veranlasst hat. Eine heutige Entscheidung soll nicht
den Politikern in 15 Jahren die Problemlösung der Altlasten aufbürden. Die Haßleyer
Insel kann weiterhin als gewerbliche Fläche angeboten werden. Die Enervie sei
weiterhin ein kommunales Unternehmen und daher an die Entscheidungen des Rates
der Stadt Hagen und den Aktionär Stadt Hagen zur Stadtentwicklung gebunden.
Herr Dr. Ramrath erläutert, dass die Enervie ein kommunal
dominiertes Unternehmen ist. Daher hat die Stadt Hagen Einfluss auf die
strategischen Ziele. Der Rat hat im Juni 2008 beschlossen, dass die
Dividendenausschüttung erhöht werden müsse und die Preise dabei stabil zu halten
sind. Er führt wie Herr Röspel die Vorteile einer Umsiedlung auf.
Herr Klinkert kritisiert, dass das Gutachten erst im Oktober 2010 beauftragt und
erstellt wurde. Die Auswirkung einer Umsiedlung wäre negativ für den Stadtteil
Wehringhausen. Die Enervie würde eine große freie Fläche hinterlassen. Eine
Zentralisierung in Wehringhausen würde eine positive Ausstrahlung für den
ganzen Stadtteil hervorrufen. Des Weiteren kann der Standort Wehringhausen
ebenfalls mit einem Neubau versehen werden, somit würden die gleichen
Synergieeffekte erzielt.
Herr Riechel ist der Auffassung, dass die Standortzentralisierung an jeder Stelle,
mit ähnlichen Voraussetzungen mit den gleichen Effekten durchgeführt werden
kann. Ein städtischer Aktionär sollte Einfluss nehmen.
Herr Dr. Preuß verweist auf die Vorlage. Diese enthält keine belastbaren Zahlen. Es
wurden keine monetären und wirtschaftlichen Bewertungen angestellt. Daher sei
die Vorlage nicht zustimmungsfähig.
Herr Oberbürgermeister Dehm ist über den Wunsch eines Moratoriums ebenfalls verwundert, da die
meisten Ratsmitglieder die dreijährige Diskussion als aktives Ratsmitglied verfolgt
und insbesondere an wegweisenden Beschlüssen mitgewirkt haben. Das gilt auch
für die hier anwesenden Hagener Aufsichtsratsmitglieder. Da er erst seit letztem
Jahr aktives Aufsichtsratsmitglied ist, hat er im Vorfeld alle Fragen gestellt,
die für ihn noch offen waren. Eine bodenständige gewerbliche Nutzung ist in
Wehringhausen möglich. Herr Oberbürgermeister Dehm plädiert für eine Abstimmung
zur Standortzentralisierung Haßleyer Insel.
Anmerkung
der Schriftführerin: Die Sitzung wird zu Beratungszwecken von 17.00 –
17.20h unterbrochen.
Herr Oberbürgermeister Dehm stellt den Antrag der SPD-Fraktion und der
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, die Entscheidung zu vertagen, zur Abstimmung.
Herr Röspel beantragt für die CDU-Fraktion eine geheime Abstimmung.
Anmerkung
der Schriftführerin: Die Sitzung wird zur Vorbereitung der geheimen Abstimmung
von 17.22 – 17.30h unterbrochen.
Herr Oberbürgermeister Dehm lässt die vorgeschriebene Zählkommission bilden.
Diese besteht aus:
CDU Herr
Voigt
SPD Frau
Priester-Büdenbender
Bündnis 90 / Die Grünen Frau Richter
Hagen Aktiv Herr
Klinkert
FDP Frau
Helling
Herr Oberbürgermeister Dehm verliest folgenden Antragstext und lässt darüber
geheim abstimmen:
Der Rat der Stadt Hagen stimmt der Vertagung des
Tagesordnungspunktes zu.
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Abstimmungsergebnis: |
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X |
Mit Mehrheit abgelehnt |
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Dafür: |
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Dagegen: |
32 |
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Enthaltungen: |
Da die Vertragung abgelehnt wurde, ist im
Anschluss über die Vorlage abzustimmen.
Herr Röspel beantragt für die CDU-Fraktion erneut eine geheime Abstimmung.
Herr Oberbürgermeister Dehm lässt die vorgeschriebene Zählkommission bilden.
Diese besteht aus:
CDU Herr
Voigt
SPD Frau
Priester-Büdenbender
Bündnis 90 / Die Grünen Herr Dr. Preuß
Hagen Aktiv Herr
Klinkert
FDP Frau
Helling
Herr Oberbürgermeister Dehm verliest folgenden Beschlussvorschlag und lässt
darüber geheim abstimmen:
Der Rat der Stadt Hagen stimmt der Standortzentralisierung der ENERVIE -Südwestfälische Energie und Wasser AG- auf der Haßleyer Insel zu.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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(wie Dokument)
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771,2 kB
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