26.10.2010 - 6 Haushaltssicherungskonzept (HSK) 2011
Grunddaten
- TOP:
- Ö 6
- Sitzung:
-
Sitzung des Landschaftsbeirates
- Gremium:
- Naturschutzbeirat
- Datum:
- Di., 26.10.2010
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:00
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Konsolidierung
- Bearbeitung:
- Melanie Langer
- Beschluss:
- ungeändert beschlossen
Wortprotokoll
Zusammenfassung des
Diskussionsergebnisses:
Herr Bögemann ruft den Beirat auf, dieses Haushaltssicherungskonzept
(HSK) vor allem bei den Personaleinsparungen im Umweltamt genauer zu
betrachten. Wenn man sich den Punkt 5372 Abfallwirtschaft und Bodenschutz im
Teil B betrachtet, sollen 111.934
€ bis zum Jahr 2014 eingespart werden. Das bedeutet, dass das
entsprechende Amt die Kontrollen am Wasser und im Boden nicht mehr durchführen
könne, die von uns, den Bürgern zur Sicherheit erwartet würden. Dies wiederum
bedeute, dass erst etwas getan werden muss, wenn das „Kind in den Brunnen
gefallen sei“. Er fragt, ob wir uns erlauben können, diesen so wertvollen
Schutz der Natur so zu vernachlässigen. Ebenso stellt er fest, dass zur
Einsparung die Landschaftswachtbezirke reduziert werden sollen. Hier möchte er
wissen, ob die Bezirke alle besetzt seien und ob die Reduzierung der Bezirke
sinnvoll sei.
Herr Wiemann bestätigt, dass aufgrund der unterschiedlichen Tätigkeiten
der Landschaftswächter und der schwindenden Bereitschaft zum Ehrenamt die
Reduzierung der Bezirke von 19 auf 16 sinnvoll erscheine. Dr. Braun ergänzt
dazu, dass das Personal auch in der Lage sein müsse, die Meldungen auch
umzusetzen. Genau genommen bedeute die Reduzierung des Personals im Umweltamt
den Wegfall einer kompletten Sachgruppe, nämlich der Untere
Abfallwirtschaftsbehörde, deren Aufgaben in der Unteren Boden- und
Wasserbehörde integriert würde. Dies habe erhebliche Verdichtungen im
Arbeitsablauf zur Folge und sei ein schmerzlicher Einschnitt in die Umweltvorsorge.
Es konzentriert sich somit alles auf die Nachsorge. Der
Verwaltungsvorstand habe unter dem Sparzwang gleichwohl beschlossen, derartiges
zu riskieren, um zu sparen.
Herr Bögemann setzt seine Einwände fort und meint, die 18,76% generelle
Einsparung sehe er in der Hoffnung, das dies eine „Luftbuchung“ sei.
Über dies hat er den Eindruck, dass die Politik in Hagen nicht umweltfreundlich
sei, alle Argumente des Beirates und der Behörde würden vom Tisch gewischt. Es
sei makaber mit anzusehen, wie mit dem Amt und den hochqualifizierten Kräften
umgegangen und Raubbau am Personal betrieben würde. Ihm sei darüber hinaus
aufgefallen, dass im Teil B Seite 159 641.730,-
€ Personalkosteneinsparungen (17 Personen) für die Aufrechthaltung
der Parkanlagen und öffentlichen Grünflächen erhebliche Konsequenzen für das
Stadtbild der ganzen Stadt Hagen bedeuten. Er fragt, wieso die Sachkosten und
Dienstleistungen gleich hoch seien?
Herr Dr. Braun meint, dies sei für die Fremdvergaben vorgesehen.
Herr Riegel befürchtet, dass die fehlende Zuarbeit der Verwaltung das
Ehrenamt gefährde und ruft den Beirat auf, den Zusammenhalt zu verstärken.
Dr. Braun stellt heraus, dass der Beirat wissen solle, dass es sich um
keine „Luftbuchung“ handele, sondern konkrete umweltrelevante
Einschnitte vorlägen. Diese seien in Fortsetzung von oben Gesagtem der Wegfall
des Zivildienstes, gestrichene Altlastengutachten oder sonstige Gutachten für
eine etwaige Bebauung von Industriebrachen etc., was das Baugeschäft
einschränke aber andererseits das Bauen auf der grünen Wiese fordere, wie zum
Beispiel im Fall Bebauung Köhler Weg. Dies sei relevant für den Landschaftsbeirat.
Herr Bögemann schlägt vor, gegenüber dem Rat deutlich zu machen, dass die
Einsparungen im Umweltbereich zu unterlassen sind.
Herr Wack betont, dass aufgrund der Schuldenlast die Umwelt
vernachlässigt wird und die Schadensregulierung teurer würde, also Vorsorge
statt Nachsorge notwendig sei.
Herr Rosenbaum-Mertens ergänzt, das HSK sähe eher eine Nach- als eine Vorsorge
vor, also entspräche dieses der teureren Variante.
Herr Berger hebt aus seiner Sicht hervor, dass Rationalisierungen am
Personal nicht unbedingt mit Qualitätsverschlechterungen einhergehen müssten. Ihm
wäre es lieber, bei allen Folgen des Spardruckes nicht den Blick auf das
Wesentliche zu verlieren und auf Qualität zu setzen.
Herr Dr. Braun entgegnet, dass sich in Hagen mit dem Bevölkerungsverlust
auch der Mitarbeiterstab in der Verwaltung verringern könne. Auch wenn die
Qualität erhalten bliebe, würden die Schlagzahl drastisch geringer und die
Bearbeitungszeiten länger.
In der nachfolgenden Diskussion wird noch hervorgehoben, dass der Druck
auf den Sachbearbeiter bei nachlassender Motivation weiter wachsen wird. Es sei
müßig, darüber zu diskutieren, denn der Beirat sei nicht zur Beschlussfassung
aufgefordert. Die Entscheidung obläge dem Rat. Dennoch wird andiskutiert, dem
Rat eine Botschaft an die Hand zu geben, die Einsparungen im Umweltbereich zu unterlassen
und das Bewusstsein zu fördern, dass kein Leben ohne Natur und Landschaft
möglich sei.
Herr Riegel spricht abschließend sein Bedauern zu diesem Etat aus.
Anlagen zur Vorlage
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