29.09.2010 - 5 3. Evaluationsbericht zur interkulturellen Kult...

Beschluss:
ungeändert beschlossen
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Wortprotokoll

Frau Viehoff stellt zunächst Frau Stein-Majewski vor, die die Aufgabe Interkulturarbeit seit zwei Jahren betreut.

Die Erstellung des Evaluationsberichtes ist seit dem Ratsbeschluss zur Interkultur im Jahr 2006 Teil des Aufgabenpaketes des Kulturbüros. 41 wurde im Rahmen dieses Konzeptes beauftragt, ein Netzwerk zu erstellen, mit dem die Interkultur befördert wird, gleichzeitig soll das Kulturbüro regelmäßig darüber im KWA berichten.

 

Innerhalb der Diskussion zum Haushaltssicherungskonzept hat Herr Fritzsche vorhin den Fortfall dieser Stelle im Kulturbüro bedauert und kritisiert. Frau Viehoff möchte das aufgreifen und hält fest, dass  Hagen mittlerweile die Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil innerhalb Nordrhein Westfalens ist. Die Frage sei, wie sich das kulturpolitisch niederschlagen werde.

 

Frau Stein-Majewski freut sich, heute den umfangreichen 3. Evaluationsbericht zur interkulturellen Kulturarbeit vorstellen zu können.

Erfreulich sei besonders, dass mittlerweile eine gewisse Kontinuität innerhalb der Veranstaltungen sichtbar sei. Dabei werde deutlich, welche Veranstaltungen bei der Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte besonders gut ankommen und an welchen Stellen noch Handlungsbedarf besteht.

 

Sie weist darauf hin, dass Hagen mit 34 % nicht nur den größten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund in NRW habe, sondern dass auch 47 % aller Kinder in Kindertageseinrichtungen in Hagen kein Deutsch sprechen.

 

Frau Stein-Majewski berichtet nun über die verschiedenen Veranstaltungen, die die Kulturinstitutionen innerhalb Hagens anbieten und die auch in der Vorlage aufgeführt worden sind.

Als Fazit könne man festhalten, dass die kontinuierliche Kontakt- und Kooperationsarbeit besonders wichtig sei, da diese Teile der Bevölkerung schwer zu erreichen sind.

 

Sie möchte noch über eine gerade neu angelaufene Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der VHS berichten. Es handelt sich dabei um das Projekt „Weltreise Altenhagen“, eine Führung durch den Stadtteil Altenhagen, die von der VHS Hagen aber auch von Schülern der Hauptschule Altenhagen begleitet wird. Sie lädt den Kulturausschuss herzlich ein, vielleicht auch einmal an dieser Führung teilzunehmen.

 

Herr Röspel bedankt sich für den engagierten Vortrag und die herzliche Einladung, man werde gerne einmal an dieser Führung teilnehmen.

 

Herr Dücker bedankt sich für diese Vorlage, die im Gegensatz zum letzten Jahr doch schon einige Erfolge aufweise.

Er möchte den Aspekt ansprechen, dass auch „das Fordern“ eine Rolle spielen sollte. Man sollte versuchen, bestimmten Gruppen deutlich zu machen, dass sie sich mit ihrer Kultur einbringen müssen.

In diesem Zusammenhang interessiert es Herrn Dücker, ob es Untersuchungen zum unterschiedlichen Verhalten der einzelnen Gruppen gibt.

Insgesamt hält er dieses Thema für so wichtig, dass es für ihn Teil des Stadtmarketings sein sollte. Er hält  weitere differenziertere Untersuchungen gerade vor dem Hintergrund, dass der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund wächst, für unabdingbar. Gerade für die kulturellen Einrichtungen der Stadt könnten sich daraus wichtige Impulse ergeben.

 

Herr Fritzsche kann sich den Worten von Herrn Dücker nur anschließen.

Er möchte aber noch einmal auf das Fazit unter Punkt 9 dieser Vorlage hinweisen, dort sei ganz klar der Stellenwert der interkulturellen Kulturarbeit hervorgehoben worden.

Er appelliert daher, im Rahmen der Konsolidierungsberatungen möglicherweise noch einmal zu überlegen, ob man die Entscheidung über den Fortfall dieser Stelle im Kulturbüro zurückstellen sollte. Diese Aufgabe sei gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion nicht zu unterschätzen.

 

Auch Herr Söhnchen bedankt sich für diese Vorlage. Der Bericht zeige noch einmal die ganze Bandbreite und die Querverbindungen dieser Aufgabe.

Auf der Diskussionsebene vermisse er aber die Beteiligung des Integrationsrates, er bittet die Verwaltung zu prüfen, ob es in der Kürze noch möglich ist, den Integrationsrat zu beteiligen.

Er werde sich dafür einsetzen, dass es hier eventuell doch zu einer Fortführung dieser Aufgabe kommen könne.

 

Frau Viehoff beantwortet die Frage von Herrn Dücker und hält fest, dass für das Kulturbüro und die anderen Einrichtungen im Kulturbereich der größte Ankerpunkt immer die Kinder, die Jugendlichen und die Schulen sind. Das Kulturbüro arbeite fast nur mit Hauptschulen und Grundschulen zusammen, weil hier der Anteil an Migranten besonders hoch sei. Es sei auch sinnvoller, nicht nach Ethnien zu spezifizieren, sondern eine Kulturarbeit zu machen, an der sich alle beteiligen können.

 

Zur Konsolidierung könne sie sich nur Herrn Becker anschließen, natürlich würde man in diesem Bereich nicht konsolidieren, wenn man nicht müsste. Sie begrüßt es, wenn über diese Personaleinsparung noch einmal diskutiert werden könnte.

Sie werde sich sehr freuen, wenn sich der Kulturausschuss entschließen würde, die „Weltreise Altenhagen“ einmal zu buchen.

 

Herr Dr. Belgin möchte aus Sicht des Museums etwas zu diesem Thema sagen. Das Osthaus Museum und auch das Kunstquartier insgesamt beschäftige sich mit dem Thema Integration dergestalt, dass häufig Projekte durchgeführt werden.

Unter dem Aspekt, dass Hagen die Stadt mit dem höchsten Migrantenanteil in NRW ist, regt Herr Dr. Belgin an, sich dann auch als eine Stadt der Integration zu definieren und etwas dafür zu tun. Möglicherweise sollte man sich weitergehend in der Integrationsdebatte ein solches Ziel wünschen und das auch in einer Art Kulturentwicklungsplan aufnehmen.

 

Herr Röspel bedankt sich für diese ganz wichtige Anregung.

 

Frau Viehoff ergänzt, man sei da auf einem guten Weg. Hagen sei die Pilotstadt, die sich als eine der ersten sechs Städte überhaupt das Konzept Interkultur vorgenommen haben. Hagen sei auch die Stadt in NRW, die mit Sehnsucht nach Ebene II eines der meist beachteten Projekte mit der höchsten Reputation in NRW initiiert habe. Von daher hätte man gute Anknüpfungspunkte auf einem solchen Weg weiterzugehen.

 

Herr Dücker ist dankbar für die Anregung, den hohen Migrantenanteil in Hagen positiv darzustellen, denn wenn man die Integration nicht erfolgreich bewältigen könne, werde man zukünftig scheitern. Er ist dafür, diese Anregung aufzugreifen und zu diskutieren. Möglicherweise könne das Logo „Lebendiges Hagen“ in „Lebendige Integration“  geändert werden.

 

Herr Röspel bedankt sich für alle Anregungen und für den Bericht von Frau Stein-Majewski.

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Beschluss:

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den 3. Evaluationsbericht „Interkulturelle Kulturarbeit in Hagen“ zur Kenntnis.

 

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Abstimmungsergebnis:

x

 Zur Kenntnis genommen

 

Dafür:

 15

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0

 

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Anlagen zur Vorlage

Online-Version dieser Seite: https://allris.hagen.de/publicto020?TOLFDNR=111543&selfaction=print