07.05.2026 - 5.10 Standort der Berufskollegs Cuno I und II
Grunddaten
- TOP:
- Ö 5.10
- Gremium:
- Haupt- und Finanzausschuss
- Datum:
- Do., 07.05.2026
- Status:
- gemischt (Niederschrift genehmigt)
- Uhrzeit:
- 16:04
- Anlass:
- normale Sitzung
- Beratung:
- öffentlich
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- VB5/S - Dezentraler Steuerungsdienst
- Bearbeitung:
- Dirk Rosenthal
- Beschluss:
- vertagt
Wortprotokoll
Herr Oberbürgermeister Rehbein erläutert, dass die Verwaltung die politische und öffentliche Diskussion zu diesem Thema intensiv wahrnimmt. Er betont, dass die Entscheidungsvorlage nach ausführlichen Beratungen im Verwaltungsvorstand erstellt wurde, um eine politische Diskussion zu initiieren. Die Verwaltung habe den Wunsch des Rates umgesetzt, nach der Schließung des Cuno-Berufskollegs zügig zu handeln und den externen Dienstleister Drees & Sommer mit der Prüfung der Sanierungs- und Neubauoptionen beauftragt. Ergänzend ist eine Schulentwicklungs- und Schulbedarfsplanung durch einen weiteren externen Dienstleister erstellt worden, um maximale Transparenz zu gewährleisten. Weiter führt er aus, dass die Ergebnisse der externen Prüfungen zeitnah vorgelegt und im Verwaltungsvorstand bewertet wurden. Dabei ist die Wirtschaftlichkeit als zentrales Kriterium hoch gewichtet worden, was die Grundlage für die vorgelegte Entscheidung bilde. Er hebt hervor, dass es keinen perfekten Standort gebe und die Aufgabe darin bestehe, die bestmögliche Lösung zu finden. Die Verwaltung strebt an, die Diskussion sowohl im Rat als auch in der Bürgerschaft aufzunehmen, um eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen. Er weist darauf hin, dass am kommenden Montag eine Bürgerveranstaltung stattfinden wird, um die Öffentlichkeit frühzeitig einzubinden und Anregungen aufzunehmen.
Herr Fritzsche beantragt im Anschluss, wie auch in den bereits vorberatenden Fachausschüssen, eine erste Lesung des Themas durchzuführen. Er argumentiert, dass eine Entscheidung im Haupt- und Finanzausschuss zu diesem Zeitpunkt nicht möglich sei, da noch viele Fragen offen seien und die Planungsalternativen weiter geprüft werden müssten.
Herr Gronwald erklärt, dass seine Fraktion mit der ersten Lesung einverstanden sei, um das Thema vertieft zu betrachten. Er weist darauf hin, dass Hagen Aktiv bereits Vorschläge für alternative Standorte, wie den Dünningsbruch oder ein Grundstück der Familie Berlet in Hohenlimburg, eingebracht habe. Zudem kritisiert er, dass der Standort Haspe in den Ausführungen von Drees & Sommer nur unzureichend berücksichtigt worden sei. Er führt weiter aus, dass die Verlegung der Schulen Cuno 1 und 2 bereits im Jahr 2023 thematisiert worden sei. Hierzu seien Informationen von der SIHK, der Schule Cuno 1 sowie der Verwaltung eingeholt worden. Auf die Frage, aus welchen Städten die Schüler stammen, habe die Verwaltung lediglich die Gesamtzahl von 98 Städten genannt, ohne diese näher zu spezifizieren. Die ermittelte Bruttogesamtfläche des potenziellen Standorts betrage 16.000 Quadratmeter, wovon 12.000 Quadratmeter netto nutzbar seien. Herr Gronwald berichtet, dass er Kontakt zu einem Investor aufgenommen habe, der bereits eine Pflegeschule für ein Krankenhaus in Wetter-Volmarstein plane. Dieser habe nach Kenntnis der Quadratmeterzahlen signalisiert, dass das Vorhaben realisierbar sei, sobald der Bebauungs- oder Nutzungsplan entsprechend geändert werde. Da der Standort jedoch als Industriegebiet ausgewiesen sei, sei eine sofortige Umnutzung für Schule und Wohnen nicht möglich gewesen. Herr Gronwald hebt hervor, dass die Infrastruktur und Verkehrswege am Standort gegeben seien, jedoch die Parkplatzsituation problematisch ist. Er kritisiert, dass das Gutachten von Drees & Sommer die Parkplatzfrage nicht ausreichend berücksichtigt habe. Abschließend betont er, dass er den Standort ablehne und stattdessen Haspe als geeigneteren Standort favorisiere, da dort eine bessere Verkehrsanbindung bestehe.
Herr Oberbürgermeister Rehbein entgegnet, dass Haspe aus schulfachlicher Sicht problematisch ist. Er verweist auf den Denkmalschutz, der auf Teilen des Gebäudes sowie auf Maschinen im Gebäude liegt. Zudem sei die räumliche Aufteilung des Gebäudes für eine Schule ungeeignet, da die Quadratmeterzahl nicht optimal nutzbar ist. Um Klassenräume in der Mitte des Gebäudes zu schaffen, müssten Lichtschächte eingebaut werden, was aus praktischen und schulfachlichen Gründen fragwürdig ist. Herr Oberbürgermeister Rehbein weist darauf hin, dass die Schülerzahlen nicht allein anhand der 98 Städte bewertet werden könnten, da es bei der Cuno-Schule z. B. auch Landesfachklassen gibt, in der beispielsweise Schornsteinfeger aus ganz Nordrhein-Westfalen ausgebildet werden. Diese Besonderheit relativiere die Argumentation, dass alle Schüler mit dem Auto anreisen. Er betont, dass die spezifischen Anforderungen der Schule in den weiteren Beratungen der Fachausschüsse vertieft behandelt werden müssten.
Herr Kruse ergänzt, dass die Berücksichtigung von Haspe als Standort mit erheblichen Unwägbarkeiten verbunden sei. Er betont, dass es wichtig sei, den Schulen Cuno 1 und 2 zeitnah eine klare Perspektive zu bieten. Eine Option, die sich schnell umsetzen lasse, sei daher zu bevorzugen.
Empfehlungsbeschluss:
Der Rat nimmt die durch das Beratungsunternehmen Drees & Sommer erarbeiteten Varianten zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die Umsetzung der Variante 1 für den künftigen Standort der Cuno-Berufskollegs „Am Höing“ zu vertiefen. Aufgrund der erheblichen finanziellen Auswirkungen der Neubaumaßnahme wird über die finale Umsetzung sowie die Finanzierung zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Die Verwaltung wird darüber hinaus beauftragt, verschiedene Finanzierungs- und -Umsetzungsmodelle zu prüfen und diese zur weiteren Entscheidungsfindung vorzubereiten.
Anlagen zur Vorlage
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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11,8 MB
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